Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 3
2 Landeskunde Wortbedeutung. 5
3 Techniken / Methoden 8
3.1 Wörterbücher. 8
3.2 Bedeutungsvermittlung 10
3.2.1 Müller: Wortschatzarbeit und Bedeutungsvermittlung. 12
3.2.2 Bohn: Probleme der Wortschatzarbeit 14
4 Zusammenfassung. 17
5 Literaturverzeichnis 19
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1 Einleitung
Das Ziel des Fremdsprachenunterrichts ist es, dem Lerner die notwendigen Mittel zur Kommunikation in einer Fremdsprache (L2) zu vermitteln. Fremdsprachenunterricht hat also instrumentelle Sprachbeherrschung als Ziel. Ein wichtiger Teil des Unterrichts ist die Wortschatzvermittlung. Diese umfaßt zwei Aspekte, zum einen die Bedeutungserklärung, zum anderen die Memoration der Wörter (vgl. Cornu 1981, S. 95).
Gerade bei der Wortschatzvermittlung spielen interkulturelle Bedeutungsunterschiede eine wichtige Rolle, denn in der Regel wird gerade die kulturelle Dimension einer Sprache das eigentliche Lernziel sein. Schließlich kann erst über die Kenntnis kultureller Besonderheiten eine fremde Sprache richtig in ihre Kontexte eingeordnet werden, damit der Lernende soziale Handlungsfähigkeit erlangen kann. Diese umfaßt politische, soziale, ethische und ästhetische Aspekte. Demzufolge muß im Fremdsprachenunterricht eine Strategie des Fremdverstehens vermittelt werden, ohne die die Vermittlung einer kommunikativen Kompetenz ein leeres Unterfangen wäre, d.h. landeskundliche Aspekte bzw. kulturspezifische Besonderheiten müssen unverzichtbarer Teil des Fremdsprachenunterrichts sein. Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit Bedeutungserklärung im Deutsch als Fremdsprache- (DaF) Unterricht. Die Arbeit gliedert sich in drei Hauptabschnitte. Im ersten Teil (Kapitel 2) wird auf die Wortbedeutung und ihre Verankerung in landeskundlichen Kontexten eingegangen.
Im zweiten Teil (Kapitel 3) werden verschiedene Techniken und Methoden zur Bedeutungserklärung (Semantisierungsverfahren) vorgestellt. Die verschiedenen Verfahren der Bedeutungsvermittlung haben die Funktion, Lernenden die Semantik unbekannter bzw. neuer Wörter und Strukturen zu erschließen. Sie schaffen die Voraussetzungen für die weiterführende Arbeit mit dem Wortschatz.
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Herausgearbeitet werden soll, daß diese Verfahren eine wesentliche Voraussetzung für die weiterführende Arbeit am Wortschatz sind und hinsichtlich ihres Einsatzes didaktische Konsequenzen erfordern.
Im dritten und letzten Teil (Kapitel 4) werden die Betrachtungen zusammengefaßt und didaktische Konsequenzen formuliert.
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2 Landeskunde & Wortbedeutung
Deutsch als Fremdsprache gehört in den Handlungshorizont der interkulturellen Kommunikation. Wichtig sind im Unterricht eine adressatenorientierte Differenzierung sowie eine Aufarbeitung der fremdkulturellen Selbsterfahrung des Lernenden.
Ein grundlegendes Problem interkultureller Kommunikation - und dazu zählt der Unterricht in DaF - ist, daß die Kommunikationsteilnehmer mit den gleichen Wörtern nicht immer die gleichen, sondern oft unterschiedliche Inhalte verbinden. Schon Quasthoff (1981, S. 75) stellt fest: „Menschliche Kommunikanten sind [...] zwar immer mit Alltagwissen ausgestattet. Für den Fall jedoch, daß diese Interaktanten verschiedenen Sprach-/Kulturgemeinschaften angehören, kann dieses Alltagswissen eben unterschiedlich sein.“ Aus diesem Grund sollte es Aufgabe des Unterrichts sein, durch das Vermitteln landeskundlicher Informationen solche Bedeutungsunterschiede aufzudecken und transparent zu machen.
Die verschiedenen Bedeutungen von sprachlichen Ausdrücken bei verschiedenen Sprechern hängen eng mit landeskundlichen Faktoren zusammen. So existieren in den verschiedenen Sprachen voneinander abweichende Bedeutungen der Wörter, d.h. daß die Wörter, die den Lernern im Unterricht vermittelt werden, sich auf Gegenstände beziehen, die denen der Muttersprache sehr ähnlich, oft sogar identisch sind, aber daß dennoch ihre Bedeutung verschieden ist. Deutlich wird dies in folgendem Beispiel: Das englische Wort „sensible“ bedeutet auf deutsch „vernünftig“, nicht jedoch, wie oft fälschlich angenommen, „sensibel“.
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Der Prozeß der Bedeutungsbestimmung geschieht im fremden kulturellen Kontext. In der unterschiedlichen Praxis, d.h. in den unterschiedlichen ökonomischen, politischen, ideologischen und ökologischen Bedingungen zweier Kulturen liegt der Unterschied in den jeweils anderen konventionellen Bezügen der Wörter. Somit ist der spezifische Bezug das eigentliche „Lernproblem bei der Bedeutungsvermittlung“ (Müller 1981, S. 115).
Hernig (2005, S 156) stellt fest, daß die Landeskunde häufig während des Unterrichts implizit vermittelt wird, und sich daher meist auf alltagspraktisches Wissen bezieht. Im Tübinger Modelle (Mog/ Althaus 1992) wird die Landeskunde als eigenständiger Unterrichtsteil angesehen, der als solches neben Sprache und Literatur steht. Erdmenger (1996, S. 26) hingegen stellt, ähnlich wie Müller (1981), fest, daß Landeskunde hilfreich sein kann, wenn es darum geht, „die Umgebung des literarischen Werkes zu erfassen“, d.h. um die Erschließung kultureller Hintergründe von Wörtern und Redewendungen.
Zusammenfassend stellen alle Autoren fest, daß bei der Landeskundevermittlung die Orientierung an der Lernergruppe sinnvoll ist, aber natürlich dort ihre Grenzen hat, wo diese Vermittlung willkürlich und zusammenhanglos wird. Demzufolge sollte sich der Lehrer in seinen Entscheidungen von der Frage nach der Bedeutung der Inhalte für die Lerner und der sinnvollen Integration in den jeweiligen Lehrplan leiten lassen. Die Welt kann nicht objektiv betrachtet werden. Aus dieser Feststellung ergibt sich eine komplexe Wechselwirkung zwischen gedanklichen Konzepten und „Wortmarken“ (Herrmann/Grabowski 1994, S. 88ff.), d.h. Vorstellungen und Konzepte von der Welt können nicht unabhängig von Sprache entwickelt werden. Wörter bilden nicht einfach diese Vorstellungen ab, ihre Bedeutung liegt oft außerhalb der Sprache, bzw. in der Art und Weise, wie sie in einer Kultur in einem bestimmten Zusammenhang gebraucht werden. Wortbedeutungen liegen also in den Handlungen, die mit Wörtern vollzogen werden können. Daraus folgt, daß muttersprachliche Wörter nicht ohne weiteres in die Lernersprache übersetzt werden können.
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Arbeit zitieren:
Thilo Patzke, 2006, Bedeutungserklärung im DAF-Unterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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