Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Lesetests
2.1. Einsatzbereiche
2.2. Untersuchungsgegenstand
2.3. Kurzer Überblick über die verschiedenen Tests
3. Die Würzburger Leise Leseprobe (WLLP)
3.1. Exkurs: Modell des Leselernprozesses
3.2. Testaufbau
3.3. Testinstruktion
3.4. Vorteile der WLLP gegenüber anderen Lesetests
3.5. Einsatzbereiche der WLLP
3.6. Auswertung
3.7. Mögliche Fehlinterpretation
4. Durchgeführter Test eines Viertklässlers
4.1. Auswertung
4.2. Fehleranalyse
5. Literaturliste
6. Anhang
WLLP -Test von Juliano
Beispiel für Normtabellen
2
Lesetests im Deutschunterricht am Beispiel der
„Würzburger Leise Leseprobe“
1. Einleitung
Im Rahmen unseres Seminars „Lesecurriculum Klasse 2-10“, in dem die Lesekompetenz eine elementare Rolle spielte, setzen wir uns unter anderem mit Lesetests auseinander, die die Lesefertigkeit von Schülern verschiedener Altersstufen überprüfen sollen.
Obwohl alle Schüler mit ähnlichen Methoden unterrichtet werden, lassen sich selbst innerhalb einer Klasse enorme Leistungsunterschiede im Hinblick auf die Lesekompetenz feststellen. Oftmals reicht das subjektive Urteil eines Lehrers nicht aus, um einen Schüler als lesestark bzw. leseschwach einzustufen. Um den Leistungsstand eines Kindes objektiv herausfinden zu können, benutzen Lehrer, Psychologen und insbesondere Wissenschaftler keine Schulnoten, sondern Lesetests. 1
2. Lesetests
Die ersten Lesetests entstanden in den 50er- bis 70er Jahren im Zuge der Legasthenieforschung. Dazu gehören: Lesetest für die 2. Klassen LT2, Lesen und Verstehen - Diagnose und Training LUV-D/-T, Zürcher Lesetest sowie Zürcher Leseverständnistest ZLVT u.a. (siehe unten). Nachdem die Forschung auf Grund wachsender Kritik stagnierte, veröffentlichte die diagnostische Forschung in Anlehnung an die Schriftspracherwerbs-forschung erst in den 90er Jahren wieder neue Lesetests
1 www.idw-online.de
3
(Diagnostischer Lesetest zur Frühdiagnose von Lesestörungen DLF1-2, Salzburger Lese- und Rechtschreibtest SRLT, Hamburger Lesetest HAMLET3-4, Knuspels Leseaufgaben, Bielefelder Screening zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten BISC sowie Würzburger Leise Leseprobe WLLP). 2
2.1. Einsatzbereiche
Jeder Lehrer urteilt subjektiv über den Leistungsstand seiner einzelnen Schüler. Durch Lesetests können dessen Einschätzungen objektiv überprüft und wissenschaftlich fundiert ausgewertet werden.
Praktisch sind Lesetests außerdem für die schnelle erste Beurteilung des Leistungsstandes einer Klasse, was wiederum relevant für die kommende Unterrichtsplanung ist. So kann beispielsweise die Lektüreauswahl an die Gegebenheiten der Klasse angepasst werden.
Auch können Probleme einzelner Schüler, aber auch individuelle Entwicklungen und Fortschritte in der Lesekompetenz, die sich nicht direkt beobachten lassen, durch Tests deutlich gemacht werden. Des Weiteren werden Testverfahren zur Kontrolle eingesetzt, ob ein bestimmtes Lernziel erreicht wurde oder ob in bestimmten Teilleseoperationen noch Förderbedarf besteht. Die älteren Tests spielen im Schulalltag kaum eine Rolle. Sie werden lediglich im psychologischen Bereich sowie in der Sonder- und Förderdiagnostik eingesetzt. Der Grund dafür ist, dass hier hauptsächlich Auskunft über „globale Gesamteinschätzungen“ 3 , aber kaum Anregung für die Unterrichtsplanung gegeben wird.
2 Baumann, M. (2003). Lesetests. In U. Bredel, H. Günther, P. Klotz, J. Ossner & G. Siebert-Ott
(Hrsg.), Didaktik der deutschen Sprache. Ein Handbuch. 2. Teilband (S. 869-882). Paderborn
u.a.: Ferdinand Schöningh. S. 869
3 Baumann (2003): Lesetests. S. 870
4
Bei den neueren Tests hingegen ist dies anders: Sie machen verschiedene Kompetenzbereiche des Lesens deutlich und geben so Hilfestellung für Lehrkräfte in Bezug auf die Gestaltung des Unterrichts. 4
2.2. Untersuchungsgegenstand
Die hier dargestellten Lesetests lassen sich grob in zwei Bereiche unterteilen, nämlich die Lesefertigkeitstests, welche die basale Lesefähigkeit, also die Worterkennung, überprüfen sowie die Leseverständnistests, welche „das [sinnentnehmende] Lesen oberhalb der Wortebene untersuchen“ 5 . Erstgenannte Tests werden vorzüglich im Grundschulbereich, insbesondere in den ersten beiden Klassen, angewendet, wo ein besonderes Augenmerk auf Lesegenauigkeit und Lesegeschwindigkeit gelegt wird. Typisch hierfür sind Bild-Wortzuordnungen oder Wortvergleichsaufgaben (z.B. WLLP). Bei den Leseverständnistests, die in den höheren Jahrgangsstufen Gebrauch finden, werden dagegen im Multiple-Choice-Verfahren meist Fragen zu einem Text gestellt, die die Schüler beantworten müssen.
4 Baumann (2003): Lesetests. S. 869f
5 Baumann (2003): Lesetests. S. 870
5
2.3. Kurzer Überblick über die verschiedenen Tests Ältere Tests:
1) Lesetest für die zweiten Klassen (LT2): Dauer: ca. 90 min.
Der LT2 ist ein Einzel- oder Gruppenlesetest für das Ende der zweiten und den Anfang der dritten Klasse, welcher das Wort- und Textverständnis mittels Bild-Wort-, Wort-Wort- und Satz-Wort-Zuordnungen untersucht, sowie Fragen zu Lesetexten stellt. (E. Samtleben, F. Biglmaier, K. Ingenkamp. 3. Auflage 1971) 2) Lesen und Verstehen - Diagnose und Training (LUV-D/-T): Es handelt sich hierbei um einen Einzel- oder Gruppentest für die 1. und 2. Klasse sowie ältere Kinder mit Leseschwäche. Untersucht werden verschiedene Aspekte des Leseverständnisses. (G. Kalb, R. Rabenstein, D. H. Rost. 1. Auflage 1971) 3) Zürcher Lesetest (ZLT):
Hierbei handelt es sich um einen Individualtest für die 2. bis 6. Klasse, bei dem Lesegeschwindigkeit sowie Lesegenauigkeit, -betonung und -flüssigkeit untersucht werden. Auftretende Lesefehler werden qualitativ analysiert. (M. Linder, H. Grissemann. 6. Auflage 2000 (neue Rechtschreibung) in Anlehnung an einen 1963 entwickelten Test von M. Lindner) 4) Zürcher Leseverständnistest (ZLVT):
Der ZLVT ist ein Zusatzverfahren zum ZLT, das in der 4. bis 6. Klasse Anwendung findet und bei dem zusätzlich das sinnverstehende Lesen überprüft wird.
(H. Grissemann, W. Baumberger. 2. Auflage 2000 (neue Rechtschreibung))
6
Arbeit zitieren:
Sandra Schweiker, 2005, Lesetests im Deutschunterricht am Beispiel der 'Würzburger Leise Leseprobe', München, GRIN Verlag GmbH
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