Inhaltsverzeichnis
Gliederungszahl Überschrift
Deckblatt NA
Inhaltsverzeichnis
Einleitung NA
Definitionen des protestantischen Fundamentalismus
1. NA
Definition des Kreationismus
2. NA
Glaubensinhalte und Standpunkte des Kreationismus
2.1 NA
Selbstbezeichnung versus Fremdbezeichnung
2.2 NA
Geschichte und Entwicklung des Kreationismus
3. NA
Fundamentalistische Organisationen
4. NA
Kreationistische Organisationen
4.1 NA
Kreationistische und fundamentalistische Anhänger
4.2 NA
Gesellschaftliche und politische Standpunkte
5. NA
Ziele des Kreationismus
6. NA
Fazit NA
7. NA
Literaturverzeichnis NA
8. NA
2
Einleitung In dieser Arbeit werden die Geschichte des christlich-fundamentalistischen Kreationismus in den USA und seine heutige Ausprägung untersucht. Das Phänomen des Kreationismus ist weltweit in den USA am stärksten vertreten und auch am einflussreichsten, weshalb auf kreationistische Strömungen in anderen Ländern nicht eingegangen wird 1 .
Kreationismus existiert auch im Islam 2 , im Judentum und im Hinduismus, worauf in dieser Arbeit aus Gründen des Umfangs nicht eingegangen werden kann, dies gilt auch für die starken kreationistischen Strömungen bei den Zeugen Jehovas.
Da der hier betrachtete Kreationismus eine aus dem christlichen Fundamentalismus entstandene Ideologie ist und seine Glaubensinhalte daher nur im Zusammenhang mit diesem zu verstehen sind, wird der christliche Fundamentalismus in der vorliegenden Arbeit zuerst betrachtet. Es werden verschiedene Definitionen des protestantischen Fundamentalismus vorgestellt, woraufhin eine eigene Definition erarbeitet wird. Danach wird der Kreationismus definiert. Nach einem Überblick über die Geschichte und Entwicklung des Kreationismus folgt eine Darstellung der kreationistischen Überzeugungen, Standpunkte und Ziele, danach werden die wichtigsten kreationistischen Organisationen und Führer vorgestellt.
Der zeitliche Rahmen der Arbeit erstreckt sich von 1859, dem Erscheinungsjahr von Darwins „On the Origin of Species by Means of Natural Selection“ über das erste Aufkommen des Begriffes Fundamentalismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 1980er Jahre.
Die Hauptquellen, auf die sich diese Arbeit stützt, sind die Bücher von Martin Mahner, Philip Kitcher, Raymond A. Eve mit Francis B. Harrold sowie von Erich Geldbach und George Marsden, wobei letzterer als einer der wichtigsten Experten zu diesem Thema angesehen werden kann. Insgesamt ist das Thema recht gut untersucht, und es gibt relativ viele Veröffentlichungen. Allerdings wäre eine breit angelegte, repräsentative Untersuchung des heutigen Kreationismus in den USA wünschenswert, um genaue und vor allem aktuelle Daten zu erhalten.
1
Dazu sei nur am Rande die deutsche Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“ erwähnt, die hierzulande die Hauptvertretung von Kreationismus darstellt.
http://wort-und-wissen.de/
2
Hierzu sei wiederum nur als Randbemerkung die Website
http://www.evolutionsschwindel.com/
genannt, die von islamischen Kreationisten betrieben wird.
3
Des Weiteren wurden in Vorbereitung zu dieser Arbeit mehrere kreationistische Internetseiten wie z.B. vom „Institute for Creation Research“ sowie von der „Creation Research Society“ herangezogen 3 , auf denen sich detaillierte Argumentationen gegen die Evolutionstheorie finden lassen. Dies erschien mir insofern sinnvoll, als dass sich Kreationisten mit Vorliebe des Internets bedienen, um ihre Inhalte zu verbreiten und neue Anhänger zu gewinnen.
Die sozialwissenschaftliche Relevanz des untersuchten Themas ist insofern gegeben, als dass Fundamentalismus in jeder Form ein wichtiges Thema der heutigen Zeit ist, meist richtet sich der Blick allerdings aus aktuellen Anlässen (wie dem 11. September, dem Irakkrieg etc.) auf den muslimischen Fundamentalismus: Der christliche Fundamentalismus mitsamt der Strömung des Kreationismus ist jedoch ebenso stark und radikal und greift in den USA mit seinen Forderung in das tägliche Leben ein.
1. Definitionen des protestantischen Fundamentalismus
Eine Grunddefiniton von Fundamentalismus lautet folgendermaßen: Als Fundamentalismus (vom Lateinischen „fundamentum“ = Grund, Grundlage) bezeichnet man „Weltanschauungen und Bewegungen, die ihre Ideologie diskussionslos als absolut gültig und anderen Auffassungen überlegen darstellen und sie auf aggressive Weise vertreten“ 4 . In dieser Definition ist das meiner Meinung nach wichtigste Merkmal des Fundamentalismus enthalten: Der Anspruch an die absolute Gültigkeit der eigenen Sichtweise. Der Fundamentalist sieht sich selbst stets als den einzig wahren Vertreter und Verfechter seines Glaubens an.
Oft wird Fundamentalismus vor allem aufgrund seiner Einstellung gegen die Unabhängigkeit des Individuums als Anti-Aufklärung und als Abkehr von der Moderne gesehen. Damit wird dem Fundamentalismus also eine reaktive Eigenschaft zugesprochen. Auch Eisenstadt bezeichnet Fundamentalismus als reaktiv, fügt jedoch hinzu, dass dies auch für andere Bewegungen gelte und dass dies keine spezifische Eigenschaft von fundamentalistischen Bewegungen sei 5 . Eisenstadt spricht dem Fundamentalismus andererseits sogar eine enge Beziehung zur Moderne zu, da Fundamentalisten moderne Kommunikationstechnologien wie das Internet sowie ebenso moderne Propagandatechniken benutzen.
3
Für alle herangezogenen Internetquellen siehe Literaturverzeichnis.
4 Aus: Carsten Lenz / Nicole Ruchlak, 2001.
5 S. N. Eisenstadt, 1998, S. 84.
4
Trotzdem sei die Grundideologie antimodern 6 . Dem möchte ich mich anschließen. Meiner Meinung nach verhält es sich tatsächlich so, dass der amerikanische protestantische Fundamentalismus als Reaktion auf das „anything goes“ der Postmoderne eine Rückkehr zu traditionellen Werten propagiert, speziell zu einer von der klassischen Rollenteilung dominierten Familie. Der angebliche Verfall der Moral wird gern mit dem Vormarsch des Liberalismus sowie dem der Aufklärung mit ihren weltlichen und wissenschaftlichen Werten erklärt. Eine häufige Sichtweise von protestantischen Fundamentalisten ist auch, dass Amerika einst als „God’s own country“ die ausgewählte Nation gewesen, im Laufe der Zeit aber davon abgefallen sei und dorthin zurückkehren müsse.
Betrachtet man nun die Ausprägung des protestantischen Fundamentalismus, so existiert in der entsprechenden Literatur eine Vielzahl von Definitionen, die sich teilweise überschneiden. Die meiner Meinung nach treffendste formuliert der Historiker George M. Marsden: „an American fundamentalist is an evangelical who is militant in opposition to liberal theology in the churches or to changes in cultural values or mores, such as those associated with ‘secular humanism’“ 7 sowie „a fundamentalist is an evangelical who is angry about something“ 8 . Marsden weist selbst daraufhin, dass dies eine ziemlich klare Definition wäre, wenn man denn wüsste, was genau ein Evangelikaler sei, und fährt fort, dass Evangelikalismus heute jeden Christen einschließe, der traditionell genug sei, um die grundlegenden Überzeugungen des alten, aus dem 19. Jahrhundert stammenden Konsens zu bejahen. Diese grundlegenden Glaubensinhalte sind folgende:
- die endgültige, absolute Autorität der Bibel;
- der tatsächliche historische Charakter von Gottes rettendem Werk, das in der Bibel beschrieben wird;
- die Rettung zum ewigen Leben durch das erlösenden Werk Christi;
- die Wichtigkeit der Verkündigung des Evangeliums und von Missionen;
- die Wichtigkeit eines spirituell transformierten Lebens.
Diese Standpunkte sind zu einem großen Teil identisch mit den „Five Points Statement of Doctrine“, von denen später noch die Rede sei wird.
6
S. N. Eisenstadt, 1998, S. 77ff.
7 George M. Marsden, 1991, S.1.
8 Ebenda.
5
Meine Arbeitsdefinition von protestantischem Fundamentalismus stützt sich also zum größten Teil auf Marsden, erweitert sie jedoch um das Kriterium des Glaubens, dass die Bibel wörtlich zu nehmen sei, und lautet folgendermaßen: Ein protestantischer Fundamentalist ist jemand, der die Bibel wörtlich nimmt und sie als unfehlbar ansieht; außerdem wendet er sich in militanter Weise gegen die liberale Theologie, gegen Bibelkritik sowie gegen den Verfall der traditionellen Werte.
2. Definition des Kreationismus
Die Bezeichnung Kreationismus kommt von dem lateinischen Wort „creatio“ (Erschaffung). Kreationismus ist eine Weltanschauung, die auf der Unfehlbarkeit („inerrancy“) der Bibel und auf ihrer wörtlichen Auslegung beharrt, da die Bibel als verlässliches und direktes Wort Gottes anzusehen sei 9 . Dies bezieht der Kreationismus speziell auf die Schöpfungsgeschichte in der Bibel, nach der die Welt von Gott in sechs Tagen erschaffen worden sei. Da dem fundamentalistischen Schriftverständnis zufolge sich der Verstand in jeder Hinsicht dem Wort Gottes (= der Bibel) beugen muss, wird dieses ganz klar über wissenschaftliche Erkenntnisse gestellt. Darum steht der Kreationismus in Konflikt zum Darwinismus, zu der Evolutionstheorie und zu der Theorie des Urknalls, er lehnt aber auch die Inhalte mehrerer Naturwissenschaften ab, nämlich der Geologie, der Biologie und der Astronomie.
Es gibt fließende Abstufungen von Kreationismus. Manche Strömungen gehen von einem Schöpfer aus, über den sich nichts Näheres aussagen lasse und der deswegen bei der wissenschaftlichen Betrachtung außen vor bleiben müsse. Manche Kreationisten akzeptieren die geologische Zeitskala, andere erarbeiten eigene, der Evolutionstheorie entgegen gesetzte pseudowissenschaftliche Theorien zur Entstehung der Welt, wobei sie sich stets auf die Bibel berufen und versuchen, die Naturwissenschaft in Einklang mit ihrem Glauben zu bringen (und nicht umgekehrt). So gibt es zum Beispiel Theorien über die Sintflut und wie viel Wasser nötig gewesen sei, um die ganze Welt zu überfluten.
9
Allerdings gibt es hier einen Streitpunkt, ob die Bibel das Wort Gottes
ist
oder es
enthält.
Vergleiche Erich Geldbach, 2001, S. 51ff.
6
Arbeit zitieren:
Franziska Gerhardt, 2004, Kreationismus in den USA, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Ursprünge des protestantischen Fundamentalismus in den USA
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Hauptseminararbeit, 16 Seiten
Prozesskostenrechnung zur verursachungsgerechten Leistungszuordnung be...
Seminararbeit, 39 Seiten
Ein Vergleich zwischen Rousseaus Zivilreligion und Religion aus heutig...
Theologie - Systematische Theologie
Seminararbeit, 19 Seiten
Zur Rolle des Produktionsfaktors Arbeit in einer modernen Volkswirtsch...
VWL - Mikroökonomie, allgemein
Hausarbeit, 19 Seiten
Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube - Vom Grabenkrieg zum Dialog
Theologie - Systematische Theologie
Seminararbeit, 32 Seiten
Zivilreligion "Made in the U.S.A." - (K)ein Modell für Europ...
Diplomarbeit, 99 Seiten
Unterrichtsstunde: Balaio - Der Korb, ein Erntetanz aus Brasilien
Unterrichtsentwurf, 13 Seiten
Hilft das Fernsehen der Literatur? Die Wirkung von Literaturkritik im ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 39 Seiten
Global Governance als Antwort auf Globalisierung
Politik - Internationale Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie
Hauptseminararbeit, 24 Seiten
Eichmann: Gesinnungsloser Bürokrat oder Überzeugungstäter
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Seminararbeit, 17 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Interpretationsansätze zu Heinrich von Kleists "Der zerbrochne Kr...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 39 Seiten
Unterrichtseinheit: Bestandteile der Milch
Experimente bezüglich der Best...
Unterrichtsentwurf, 27 Seiten
Möglichkeiten und Grenzen des Totalitarismus-Modells für den Vergleich...
Politik - Politische Systeme - Historisches
Hauptseminararbeit, 31 Seiten
Goethe, Johann Wolfgang von - Faust - eine Charakteristik Wagners
Referat / Aufsatz (Schule), 4 Seiten
Der Einfluss der Popmusik auf die Gesellschaft aus Sicht der Kritische...
Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Seminararbeit, 17 Seiten
Unterrichtseinheit: Bilder einer Ausstellung von M. Mussorgsky – unter...
Unterrichtsentwurf, 26 Seiten
Franziska Gerhardt's Text Kreationismus in den USA ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Franziska Gerhardt hat den Text Kreationismus in den USA veröffentlicht
Franziska Gerhardt hat einen neuen Text hochgeladen
American Theocracy: The Peril and Politics of Radical Religion, Oil, a...
The Peril and Politics of Radi...
Kevin Phillips
Amerikanische Religion: Evangelikalismus, Pfingstlertum und Fundamenta...
Michael Hochgeschwender
Proseminar II. Neues Testament - Kirchengeschichte
Martin Meiser, Uwe Kühneweg, Rudolf Leeb, Petra von Gemünden, Thomas Schmeller
Siegfried Kreuzer, Dieter Vieweger, Friedhelm Hartenstein, Jutta Hausmann, Wilhelm Pratscher
0 Kommentare