Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1
1. Einleitung 2
2. Begriffsklärung Armut 2
3. Kinderarmut in Deutschland 4
3.1 Armutsbetroffenheit und Armutsrisiko 4
3.2 Einflussfaktoren auf die Lebenslage von armen Kinder 7
3.3 Ein kindbezogenes Armutskonzept 8
3.4 Kindliche Bewältigungsstrategien von Armut 10
3.5 Präventionsmaßnahmen gegen Kinderarmut 15
3.5.1 Kinderzuschlag 16
3.5.2 Vereinbarkeit Familie und Arbeitswelt 16
3.5.3 Armutsprävention durch Bildung 17
3.5.4 Familienleistungsausgleich und Steuerpolitik für Familien 18
4. Fazit 20
5. Quellenverzeichnis 21
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1. Einleitung
Armut hat in den letzten Jahren in unserer Gesellschaft stark an Beachtung gewonnen, steht aber noch immer zu sehr im Hintergrund. Besonders Kinderarmut ist ein Thema, das fast nie eigenständig betrachtet wird, sondern meist nur im Zusammenhang mit der gesamten Familie.
Auch ich habe mich bisher kaum mit dem Thema Armut beschäftigt, mir sind lediglich Dokumentationen von hilfebedürftigen Erwachsenen bekannt, jedoch nicht von Kindern. Bei der Thematik Kinderarmut musste ich bislang ausschließlich an Kinder der „Dritten Welt“ denken. Dies möchte ich mit meiner Hausarbeit ändern.
Für meine berufliche Zukunft kann ich mir das Arbeiten im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe gut vorstellen, deshalb hoffe ich auch hier, durch meine Hausarbeit erstes theoretisches Wissen zu erlangen. Während meines Studiums möchte ich das bereits Erlernte weiter ausbauen und mich auch in meiner Bachelorarbeit mit diesem Thema auseinander setzen.
In meiner Hausarbeit werde ich zunächst wichtige Begriffe der Armut klären, um anschließend auf die Kinderarmut in Deutschland einzugehen. Hierbei nehmen die Bewältigungsstrategien und Präventionsmaßnahmen den größten Stellenwert ein.
2. Begriffsklärung Armut
Im Folgenden beziehe ich mich auf die Begriffsklärungen von Walter Hanesch. Nach Walter Hanesch ist in Deutschland bis heute keine eindeutige Definition von Armut gefunden wurden. Bei weltweiten Untersuchungen steht die „absolute Armut“ im Vordergrund, sie definiert sich durch ein Existenzminimum. Dem entgegen steht die „Armut im Wohlstand“ wie sie in Industrie und Dienstleistungsgesellschaften auftritt. „Armut im Wohlstand“ ist ein relativer Armutsbegriff. Bei dem der Lebensstandard der Armen im Verhältnis zum durchschnittlichen Lebensstandart der betrachteten
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Gesellschaft gesehen (vgl. Hanesch 2005: 99). Armut lässt sich also einerseits an den
ökonomischen Verhältnissen, andererseits an der Art der Lebenslage erkennen.
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Ersteres zielt auf das Einkommen als einzige wirtschaftliche Ressource ab, hierbei werden andere wirtschaftliche Faktoren wie nichtgeldliche Zuwendungen oder Vermögensbestände außer Acht gelassen (vgl. a.a.O.: 100). „Als arm i.S. der relativen Einkommensarmut gilt, wessen Haushaltseinkommen ein bestimmten Prozentsatz des durchschnittlich verfügbaren (bedarfsgewichteten) Haushaltseinkommen unterschreitet“ (ebd.).
Um eine Armutsmessung anhand eines Lebenslagenansatzes durchzuführen, wird eine Auswahl wichtiger Lebensbereiche, wie etwa die Versorgung mit Bedarfsgütern des täglichen Lebens, mit Bildung, Arbeit, Wohnraum, Leistungen des Gesundheitswesens oder auch die Teilnahme am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben betrachtet. Für diese jeweiligen Bereiche müssen Merkmale und
Unterversorgungsschwellen festgelegt werden, um die Mängel in den einzelnen Bereichen feststellen zu können (vgl. ebd.).
3. Kinderarmut in Deutschland
Im Folgenden gehe ich auf die Kinderarmut in Deutschland ein, auf die Bewältigungsstrategien und auf Präventionsmaßnahmen der Bundesregierung.
3.1 Armutsbetroffenheit und Armutsrisiko
Um Armutsbetroffenheit und Armutsrisiko von Kindern in einem Mengenbegriff darstellen zu können, werden in Deutschland zwei Bezugsgrößen betrachtet: Einerseits das Einkommen der Familienhaushalte, andererseits die tatsächliche Zahl der Bezieherinnen und Bezieher von Hilfe zum Lebensunterhalt. Im 1. Halbjahr 2003 unterlagen rund 15% der Haushalte mit Kindern unter 16 Jahre einem Armutsrisiko, dies ergab die Auswertung der Einkommens- und Verbraucherstichprobe (vgl. Holz 2005: 90). Des Weiteren ergab eine Vergleichsstudie von 30 Staaten, dass in Deutschland 1,5 Millionen Kinder unter 18 Jahren in relativer Armut aufwachsen, das sind mehr als ein Zehntel der hier in Deutschland lebenden Kinder (vgl. a.a.O.: 91) .
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Ein weiterer wichtiger Punkt ist, das Ende 2003 rund 1,1 Millionen Minderjährige Sozialhilfe bekommen haben. Dies entspricht einer Quote von 7,2%, somit fällt der Bedarf gemessen an der Gesamtbevölkerung (3,4%) mehr als doppelt so hoch aus (vgl. ebd.). Die nationalen und internationalen Datenauswertungen der Armutsrisiken in Deutschland, weisen zwar unterschiedliche Prozentwerte aus, kommen aber in ihren wesentlichen Aussagen zu den gleichen Ergebnissen:
- Die einzelnen Gruppen der Bevölkerung sind unterschiedlich von Armut und dem Armutsrisiko betroffen. Herausstechend hierbei sind Familien mit Kindern, wobei man ein besonderes Augenmerk auf Familien mit mehr als drei Kindern, Familien von Alleinerziehenden und Familien mit Migrationhintergrund haben muss, da diese einem überdurchschnittlichen Armutsrisiko unterliegen (vgl. ebd.).
- Hauptrisiken, die zur Kinderarmut führen können, sind (Langzeit-) Arbeitslosigkeit, Niedrigeinkommen, Alleinerziehen und Migrationshintergründe. Kinder aus Familien, die diese Besonderheiten aufweisen, sind beträchtlich stärker armutsgefährdet (vgl. ebd.).
- Seit 2000 hat sich das Armutsrisiko vor allem bei unter 18-Jährigen und bei Paaren mit Kindern verstärkt (vgl. Tab. 1) (vgl. a.a.O.: 92).
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Arbeit zitieren:
Dennis Becker, 2006, Kinderarmut in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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