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Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Paternalismus im Gesundheitswesen
1.1 Historischer Hintergrund
1.2 Paternalismus vs. Patientenautonomie
2. Beratung im Gesundheitswesen - Paternalismus oder Patientenautonomie?
2.1 Das Beratungsgespräch
2.2 Fallanalyse
Literaturangaben
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Einleitung
Wenn man über das Gesundheitssystem spricht, nimmt man unwillkürlich immer auch Bezug auf Dienstleister von Gesundheitsleistungen und deren Konsumenten. Im Kontext dieser Hausarbeit möchten wir auf der Ebene der Patienten etc. und Ärzte etc. verweilen und deren Beziehung zueinander darstellen. Dabei werden wir unseren Blick vor allem auf den so genannten „Paternalismus“ und „Patientenautonomie“ konzentrieren, welches in dem Kontext der „Arzt - Patient - Beziehung“ immer zugegen ist. Dies werden wir im Verlauf dieser Hausarbeit anhand eines praktischen Beispieles versuchen zu analysieren. Die Problematik dabei ist, dass der Mensch in der Rolle des Patienten über lange Zeit fremdbestimmt war und damit keinerlei Souveränität im Behandlungsprozess etc. besaß. Nach Dierks et al. (2001) hat sich dies im Laufe der Zeit zum Vorteil des Patienten gewandelt, jedoch sind die alten Strukturen immer noch gegenwärtig. Um einen kleinen Einstieg in die Thematik zu liefern, möchten wir noch eine kurze Definition zum Begriff „Paternalismus“ darstellen:
„Der Begriff Paternalismus entstammt der lateinischen Sprache (pater = vater). Damit wird eine Herrschaftsordnung beschrieben, die im außerfamiliären Bereich ihre Autorität und Herrschaftslegitimierung auf eine vormundschaftliche Beziehung zwischen
Herrscher/Herrschern und den Herrschaftsunterworfenen begründet. Als paternalistisch wird eine Handlung bezeichnet, wenn sie gegen den Willen aber auf das Wohl eines anderen gerichtet ist. (…)“ 1
Diese Hausarbeit beruht, so weit nicht anders gekennzeichnet, auf den in der Veranstaltung BHC32 im Wintersemester 2005/2006 von Fr. Dr. Peters und Fr. Tiesmeyer, MPH und den Studenten erarbeiteten Inhalten. Dabei versichern wir, dass diese Hausarbeit zu gleichen Anteilen von uns bearbeitet worden ist, alle wörtlichen Zitate als solche gekennzeichnet wurden und alle relevanten Literaturangaben vorhanden sind.
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1 Online - Enzyklopädie, „www.wikipedia.de“: „Paternalismus“. Online im Internet: WWW:
http://de.wikipedia.org/wiki/Paternalismus (15.02.2006)
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1. Paternalismus im Gesundheitswesen
Der Mensch tritt im Gesundheitswesen in zweierlei Rollendefinitionen auf. Zum einen ist er der Kranke, Patient oder Hilfesuchende und zum anderen ist er der Berater, Arzt oder Helfer, der durch eine erlernte Heilkunst seine Hilfe in Gesundheitsfragen anbieten kann. Dabei muss sich der Hilfesuchende auf das umfangreiche Wissen des Professionellen verlassen können und darf in diesem Zusammenhang auch davon ausgehen, dass dieses Wissen i. d. R. das eigene um Weiten übertrifft. Auch darf hierbei davon ausgegangen werden, dass der Professionelle mit dem Hintergrund des ärztlichen Berufsethos immer im Wohlwollen des Patienten entscheidet und arbeitet. Dies bietet aber auch den Gesamteindruck, dass der Hilfesuchende im Behandlungsprozess keinerlei Autonomie besitzt und sich somit vollständig unter Fremdbestimmtheit bzw. Heteronomie im Sinne der Willensfreiheit befindet. Solch eine Schlussfolgerung ergibt sich dadurch, dass der Patient, wenn er denn autonom handelnd wäre, keinerlei Hilfe in Anspruch zu nehmen bräuchte bzw. in allen Fragen und Aspekten mitreden könnte. Dies würde dazu führen, dass er im Heilungsprozess nicht mehr „unterworfen“ wäre. Dabei muss allerdings darauf hingewiesen, dass Heteronomie auch selbst gewählt sein kann und nicht immer auf einen eingeschränkten Wissensstand zurückzuführen ist. Die Mehrzahl der Hilfesuchenden begibt sich oftmals in einen eigens von Ihnen gewählten Heteronomie -Status, da es oft leichter erscheint unter Fremdbestimmung zu stehen, als autonom zu handeln. Letzteres würde nämlich voraussetzen, dass sich der Hilfesuchende zunächst selbst mit seiner Problematik auseinandersetzen müsste, welches oftmals umgangen wird, da man gern auf andere vertraut (vgl. Dierks et al., 2001). Schon der deutsche Philosoph Immanuel Kant beschreibt diese Problematik der Heteronomie in seiner „Definition über die Aufklärung“, wenn auch in einem anderen Zusammenhang. Hier heißt es u. a. wie folgt: „(…) Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. (…) Es ist so bequem, unmündig zu sein. (…) so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. (…)“ 2
2 Kant, I. (1784): Was ist Aufklärung. Online im Internet: WWW: http://www.textlog.de/2335.html (13.03.2006)
Arbeit zitieren:
BSc. Kamil Wrona, 2005, Paternalismus und Patientenautonomie - Machtstrukturen in der Gesundheitsberatung, München, GRIN Verlag GmbH
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