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Elemente der höfischen Erziehung und ihre Darstellung in Gottfrieds 'Tristan'

Titel: Elemente der höfischen Erziehung und ihre Darstellung in Gottfrieds 'Tristan'

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 21 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Steffi Rothmund (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Die Bildung des Geistes gibt erst der Schönheit des Körpers einen Wert“ erklärt der Fabeldichter Aesop. Ganz ähnlich gilt dies für den Erziehungs- und Ausbildungsgedanken im Mittelalter: gebildete und wohlerzogene Figuren der Literatur galten als schön, schöne Gestalten der Literatur galten als wohlerzogen und gebildet. So hängen Inneres und Äußeres eng miteinander zusammen und ergeben ein harmonisches Ganzes, bei dem das Stichwort „Bildung“ nicht unwichtig ist. Auf diese Weise findet sich der Bildungsgedanke auch in Gottfrieds „Tristan“: sowohl Tristan als auch Isolde gehen einen intensiven Bildungsweg und vervollkommnen einander, denn Tristans Begabungen werden durch Isolde geweckt und im Gegenzug an sie vermittelt. Hierbei spielt vor allem die musikalische Begabung der beiden eine große Rolle. Die Arbeit wird sich mit dem Thema Bildung, Ausbildung und Erziehung im „Tristan“ auseinandersetzen und wird von dem Erkenntnisinteresse geleitet, inwieweit sich zentrale Bildungselemente des mittelalterlichen Adels im „Tristan“ wiederfinden. Zunächst muss der erste Teil als allgemeine Einführung zum Thema „Erziehung im Mittelalter“ grundlegende Elemente der adligen Erziehung und Ausbildung vorstellen, anhand derer dann im zweiten Teil der Arbeit die Bildung Tristans und Isoldes beurteilt werden kann. So werden im ersten Teil neben denlistenund derhövescheidals zentrale Ausbildungsinhalte auch die Erziehung zum Ritter und zur Edelfrau (frouwe) vorgestellt. Die Quellenlage hierfür wird in der Forschung als dürftig bewertet, weil Bildung und Erziehung normalerweise oral bzw. über „praktische Anschauung“ vermittelt wurde und es deshalb kaum Schriftliches gibt. Einiges immerhin lässt sich aus den sog. Fürstenspiegeln erfahren und auch die mittelhochdeutschen Epik, vor allem Gottfrieds „Tristan“, gibt uns Einblicke in dieses Thema. Der zweite Teil stellt dann die Bildungselemente im „Tristan“ selbst vor: Zunächst rückt der Protagonist Tristan ins Blickfeld, im Anschluss daran Isolde. Danach soll unter besonderer Berücksichtigung der Musik die Themen „Erziehung“ und „Bildung“ im weiteren Romanverlauf dargestellt werden, bevor im Fazit die gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Erziehung im Mittelalter

a) Erziehung und Ausbildung des Adels im Mittelalter

b) Höfische Kunstfertigkeiten: listen

c) Ideale höfischer Kultur: hövescheid

d) Erziehung zum Ritter

e) Erziehung zur Edelfrau

3) Erziehung und Ausbildung bei Gottfried

a) Ausbildung Tristans

b) Ausbildung Isoldes

c) Das Thema „Bildung“ im Romanverlauf

4) Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Ideal der höfischen Erziehung und Ausbildung im Mittelalter und analysiert deren Repräsentation in Gottfrieds „Tristan“. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern die Bildungswege der Romanfiguren Tristan und Isolde über das historisch belegte Standardmaß hinausgehen und welche Rolle die musikalische Begabung für deren Charakterisierung und die Romanhandlung spielt.

  • Grundlagen der adligen Erziehung und Ausbildung im Mittelalter.
  • Bedeutung der Konzepte „listen“ und „hövescheid“.
  • Die spezifische Ausbildung von Tristan und Isolde bei Gottfried.
  • Die Rolle der Musik als zentrales Bildungselement im Roman.
  • Abweichungen vom ritterlichen Tugendideal bei den Protagonisten.

Auszug aus dem Buch

a) Ausbildung Tristans

Die Erziehung Tristans folgt der für das Mittelalter aufgezeigten dreiteiligen Gliederung der jungen Adeligen, die ihren Abschluss mit der Schwertleite am Hof Markes findet: Nach dem Tod der Eltern Tristans nehmen der Marschall Rual li Foitenant und dessen Frau das Kind bei sich auf und erziehen es wie ihr eigenes. Die erste Phase der Erziehung, die bis zum 7. Lebensjahr Tristans dauert, ist von mütterlicher Sorge geprägt. Stellevertretend wird diese Phase von der Frau Ruals, Floraete, übernommen (diu tugende rîche marschalkîn / nam aber ir liebez kindelîn / in ir vil heinlîche phlege (v. 2045 - 2047)). Ergebnis dieser mütterlichen Fürsorge ist, dass Tristan im Alter von sieben Jahren Sprache und auch Benehmen schon verstehen konnte (wol rede und ouch gebar / vernemen kunde und ouch vernam (v. 2058f)).

An diese Phase schließt sich die Knappenerziehung an, die bis zum 14.Lebensjahr dauert. Da diese üblicherweise an einem fremden Hof stattfindet, bricht der junge Tristan zusammen mit seinem Lehrer, einem wîsen man (v. 2061), zu Auslandsreisen auf, um Fremdsprachen zu erlernen (mit dem sante er [Rual] in iesâ dan / durch vremediu sprâche in vremediu lant (v. 2063f.)). Gleichzeitig beginnt die akademische Ausbildung, die buoche lêre (v.2065), also eine Einführung in die septem artes liberales. Tristans Ausbildung hatte einen literarischen Schwerpunkt, denn er las mehr Bücher als andere Kinder (Vgl.: v. 2090-2092) und wird mit diesen Worten schon fast als „Wunderkind“ betitelt. Neben der buoche lêre und dem Studium der Sprachen lernt er verschiedene Arten des Saitenspiels. Auch auf diesem Gebiet ist er allen anderen überlegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Einleitung führt in das Bildungsverständnis des Mittelalters ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Bildungselemente in Gottfrieds „Tristan“ zu untersuchen.

2) Erziehung im Mittelalter: Dieses Kapitel definiert die historischen Phasen der adligen Erziehung und erläutert zentrale Begriffe wie „listen“, „hövescheid“ sowie die spezifischen Ausbildungsinhalte für Ritter und Edelfrauen.

3) Erziehung und Ausbildung bei Gottfried: Der Hauptteil analysiert die konkreten Bildungswege von Tristan und Isolde und beleuchtet die Rolle der Musik sowie das Konzept der „morâliteit“ im Romanverlauf.

4) Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Tristan und Isolde eine überdurchschnittliche Bildung erhalten, die durch ihre musikalische Begabung die Handlung entscheidend prägt.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Höfische Erziehung, Tristan, Isolde, Gottfried von Straßburg, Bildung, Listen, Hövescheid, Rittertum, Musik, Morâliteit, Tugendlehre, Septem Artes Liberales, Höfische Kultur, Adelserziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung und Bedeutung von höfischer Erziehung und Ausbildung im mittelhochdeutschen Epos „Tristan“ von Gottfried von Straßburg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das mittelalterliche Adelserziehungssystem, die Bedeutung von Tugenden und Kunstfertigkeiten sowie die literarische Umsetzung dieser Aspekte bei den Protagonisten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, inwieweit zentrale Bildungselemente des mittelalterlichen Adels in Gottfrieds Roman wiederzufinden sind und wie sie die Figuren Tristan und Isolde charakterisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung mediävistischer Sekundärliteratur zu Erziehungsthemen und höfischer Kultur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erziehung von Tristan, diejenige von Isolde und eine übergreifende Betrachtung des Themas Bildung im weiteren Verlauf des Romans.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Höfische Erziehung, Tristan, Musik, Bildung und Tugendlehre charakterisiert.

Warum wird Tristan im Roman oft als „Wunderkind“ bezeichnet?

Tristan zeigt eine außergewöhnliche Begabung in Sprachen, Musik und den ritterlichen Künsten, die weit über das übliche Maß für sein Alter und seinen Stand hinausgeht.

Welche Bedeutung hat das bei Gottfried eingeführte Wort „morâliteit“?

Der Begriff beschreibt ein hohes Ziel der Erziehung, das über einfache Sittenlehren hinausgeht und ein wohlgesittetes Verhalten in Übereinstimmung mit der Welt und Gott anstrebt.

Welche Rolle spielt die Musik für Tristan und Isolde?

Die Musik fungiert als handlungsbestimmendes Element, durch das beide Protagonisten Aufmerksamkeit und Anerkennung gewinnen, was ihre ritterliche Rolle teilweise in den Hintergrund drängt.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Elemente der höfischen Erziehung und ihre Darstellung in Gottfrieds 'Tristan'
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Deutsches Seminar I)
Veranstaltung
Hauptseminar Mediävistik: Tristan
Note
2,3
Autor
Steffi Rothmund (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
21
Katalognummer
V56933
ISBN (eBook)
9783638514927
ISBN (Buch)
9783656775997
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Elemente Erziehung Darstellung Gottfrieds Tristan Hauptseminar Mediävistik Tristan
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Steffi Rothmund (Autor:in), 2005, Elemente der höfischen Erziehung und ihre Darstellung in Gottfrieds 'Tristan' , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56933
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Leseprobe aus  21  Seiten
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