INHALT
I Einleitung 1
II Eine kurze Einführung 2
A Allgemeine Aufgabe der reinen Vernunft. 2
B Gliederung und Aufbau. 3
C Klärung einiger notwendiger Begriffe. 4
III Die transzendentale Ästhetik: Von dem Raume. 6
A Metaphysische Erörterung 8
B Transzendentale Erörterung 13
C Folgerungen 15
I Einleitung
Es ist in dieser Arbeit weder meine Absicht die Kantsche Vorstellung vom Raume kritisch zu beleuchten, noch sie in irgendeinen Kontext, sei es nun historischer oder anderer Art, einzubetten, und sie so von einer „anderen/ neuen Perspektive“ einzusehen - zumal solch ein Vorhaben meine bescheidenen Kräfte bei weitem übersteigen würde - sondern es ist lediglich der Versuch die Kantsche Vorstellung von dem Raume, meinen Kräften gemäß, nachzuvollziehen und sie in eigenen Worten wiederzugeben, und wenn möglich somit leichter zugänglich zu machen.
Diese Absicht erfordert es, dass man der von Kant vorgelegten Gliederung folgt, und somit versucht seinen Schritten eins nach dem anderen nachzuspüren, um eine mögliche, gewisse Nähe zu seiner Denkungsart zu erheischen. Da wir jedoch zunächst wissen müssen, wo wir überhaupt stehen und wo wir uns im „Kritik der reinen Vernunft“ befinden, wenn wir „von dem Raume“ reden, so wird zu diesem Zwecke erfordert, dass wir einen „Lageplan“ skizzieren, um uns eine gewisse Orientierung zu verschaffen und hernach unsere Schritte richtig ausmessen zu können.
Doch zu allererst muss angemerkt werden, dass, so wie jede wissenschaftliche Arbeit sich einem bestimmten Zwecke widmet und eine gewisse Absicht verfolgt, auch die Kritik der reinen Vernunft somit notwendiger Weise ein gewisses Ziel zu erreichen beabsichtigt, welches zu erwähnen also vor allem anderen unsere Beschäftigung sein muss, damit wir eine möglichst stabile Grundlage zu einem gesunden und schlüssigen Ganzen geben können.
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II Eine kurze Einführung
A Allgemeine Aufgabe der reinen Vernunft
„Wie ist Metaphysik als Wissenschaft möglich?“ Dies ist die Hauptfrage, welche Kant beschäftigt und dessen Klärung das Hauptanliegen seines Werkes ist. Dass die Metaphysik als Naturanlage jedem Menschen gegeben sei, stehe fest, und auch der gemeine Verstand würde sich mit metaphysischen Fragen bis zu einem gewissen Grade beschäftigen. Es ist also nicht die Frage, wie diese Naturanlage möglich ist, sondern ob diese, wie die Mathematik und die Naturwissenschaften es sind, als Wissenschaft möglich ist.
Was die Metaphysik überhaupt ist, wird zwar nicht per definitionem geklärt, aber wie folgt umschrieben:
„Die menschliche Vernunft hat das besondere Schicksal in einer Gattung ihrer Erkenntnisse: dass sie durch Fragen belästigt wird, die sie nicht abweisen kann; denn sie sind ihr durch die Natur der Vernunft selbst aufgegeben, die sie aber auch nicht beantworten kann, denn sie übersteigen alles Vermögen der menschlichen Vernunft… Der Kampfplatz dieser endlosen Streitigkeiten heißt nun Metaphysik.“ 1 Er bemerkt gleich zu Anfang des Buches, dass es den Wissenschaften, die sich als solche postuliert haben, nur dadurch möglich war „den sicheren Gang einer Wissenschaft zu gehen“, indem sie ihre Denkart in ihren wesentlichen Stücken umänderten. Damit also auch die Metaphysik, welches „eine der menschlichen Vernunft unentbehrliche Wissenschaft“ ist, diesen „sicheren Gang der Wissenschaften“ gehen kann sei es erforderlich, dass auch sie sich einer ähnlichen Revolution der Denkart unterwürfe.
1 Kant, Immanuel; Kritik der reinen Vernunft; S. 5 ; Hamburg, 1998
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Es ist also das Anliegen, die Grenzen und den Umfang der Metaphysik abzustecken, da nur dann eine Wissenschaft möglich ist, wenn wir sie umfassen und also somit fassen können; des Weiteren sie durch Prinzipien zu festigen, welche als Grundsatz und Maßstab zu einer jeden metaphysischen Arbeit dienen sollen, und sie so „zu einem gedeihlichen und fruchtbaren Wuchse zu befördern“.
B Gliederung und Aufbau
Die Kritik der reinen Vernunft zerfällt in zwei Hauptteile, nämlich die transzendentale Elementarlehre und die transzendentale Methodenlehre. Beide zusammen ergeben nun den Gesamtbau, wobei die Elementarlehre die Materialien liefert, woraus dann die Methodenlehre jenes Lehrgebäude aufbauen soll.
Die Elementarlehre zerfällt in sich wiederum in zwei Teile: der transzendentalen Ästhetik und der transzendentalen Logik. Die transzendentale Ästhetik bespricht die Sinnlichkeit und ihre Prinzipien a priori, wobei gesagt wird, dass allein durch die Sinnlichkeit uns Gegenstände gegeben werden, wonach es erst möglich ist, dass sie gedacht werden können. Das Prinzip der Sinnlichkeit ist also das Prinzip der Rezeptivität (Fähigkeit) des Gemüts „Vorstellungen durch die Art, wie wir von Gegenständen affiziert werden, zu bekommen“. Raum und Zeit nun sind die Bedingungen der Sinnlichkeit. Die transzendentale Logik enthält eine Theorie des Denkens von gegebenen Gegenständen, und wird von der formalen und allgemeinen Logik abgegrenzt. Wo die Sinnlichkeit uns lediglich Anschauungen liefert, werden diese vom Verstande gedacht, woraus Begriffe entspringen. Die transzendentale Logik also beschäftigt sich mit den Prinzipien des Verstandes und seinen Begriffen.
Der zweite Hauptabschnitt nun, die transzendentale Methodenlehre, stellt den Plan und bietet die formalen Bedingungen zu einem vollständigen System der reinen Vernunft. Sie teilt sich in vier Abschnitte.
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Deren erster ist die „Disziplin der reinen Vernunft“, welches die Methoden feststellt, die nicht zum gewünschten Ziele führen und wovor man sich deshalb vorsehen muss. „Der Kanon“ zeigt hernach positiv, wie die Vernunft vorzugehen hat und was sie befolgen muss. Den architektonischen Plan der reinen Vernunft liefert der dritte Abschnitt: „Die Architektonik der reinen Vernunft“. Letztlich wird diesem neuen System sein Platz in der „Geschichte der reinen Vernunft“ zugewiesen.
C Klärung einiger notwendiger Begriffe
Es sind da gewisse Begriffe, welche wir vorab klären müssen, da ohne deren Kenntnis es nicht möglich ist die Kantsche Vorstellung von dem Raume einzusehen und sie nachzuvollziehen. Es sind ihrer fünf, nämlich: „a priori“, „a posteriori“, „analytisches Urteil“, „synthetisches Urteil“ und „Transzendenz“ und mithin: „transzendentale Erkenntnis“. Wir werden hierbei die lexikalischen Begriffsdefinitionen außer Acht lassen und uns lediglich an den Definitionen Kants richten, da es für unsere Zwecke nicht von primärer Wichtigkeit ist, was man allgemein unter diesen Begriffen versteht, sondern wie Kant sie begreift und benutzt.
A priori und a posteriori
Gibt es eine Erkenntnis, die unabhängig von Erfahrung und Sinneseindrücken ist, so ist dieses eine Erkenntnis a priori. Gesucht ist aber eine Erkenntnis, die rein a priori ist und nicht nur mittelbar. Mittelbar a priori ist z.B., dass man es ohne erst erfahren zu müssen weiß, dass ein Haus einstürzt, wenn man ihm die Stütze wegnimmt. Doch weiß man das nicht rein, sondern nur mittelbar a priori, da man es nur erfahrungsgemäß wissen konnte, dass die Körper schwer sind und fallen, wenn man ihnen die Stütze wegnimmt. Es soll daher nicht von dieser oder jener Erfahrung unabhängig, sondern „schlechterdings von aller Erfahrung unabhängig“ sein.
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Arbeit zitieren:
Hureyre Kam, 2005, Kants Kritik der reinen Vernunft - Von dem Raume, München, GRIN Verlag GmbH
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