Inhaltsverzeichnis
1. Darstellung der Institution Seite 3
1.1 Entstehungsgeschichte Seite 3
1.2 Zielsetzungen Seite 3
1.3 Rahmenbedingungen Seite 4
1.4 Sozialraum Seite 6
2. Grundlagen der offenen Kinder- und Jugendarbeit Seite 8
3. Meine Tätigkeiten während des Praktikums Seite 13
3.1 Die Vorbereitung der Kinderferienspiele Seite 13
3.2 Der Kinder-Kreativ-Workshop Seite 21
3.3 Die Mädchengruppe Seite 27
4. Schlussbetrachtung Seite 31
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1. Darstellung der Institution
1.1 Entstehungsgeschichte
Die OT - X. ist eine Kinder- und Jugendeinrichtung des Verbandes evangelischer Kirchengemeinden in M.. Sie wurde 1981 gegründet und befand sich bis 1986 in den Räumlichkeiten der so genannten „Schwarzen Schule“, bis sie schließlich in die Räumlichkeiten der „R-Schule“, Am T. 21 umzog, wo sie auch heute noch zu finden ist. Die OT - X. ist aus der Gemeindearbeit der Gnadenkirche hervorgegangen, in welcher der Umfang an Kinder- und Jugendarbeit stetig zugenommen hatte. Der Verband erachtete es somit als sinnvoll, in diesem Stadtteil ein Verbandsjugendhaus einzurichten.
1.2 Zielsetzungen
Die evangelische Jugendarbeit lebt heute in der Spannung zwischen geistlichspirituellen Formen auf der einen Seite und diakonischen Aufgaben auf der anderen Seite, die kaum mehr von Angeboten anderer sozialer Träger unterscheidbar sind. Hier kann die Einrichtung nur dem Auftrag evangelischer Jugendarbeit gerecht werden, wenn beide Aufgaben wahrgenommen und erfüllt werden.
Die OT - X. hat den Anspruch im Stadtteil ein anerkannter Treff für Menschen verschiedener Altersstufen zu sein, adäquate Kinder - und Jugendarbeit zu leisten und eine persönliche X.art zu entwickeln, welche sie von anderen Einrichtungen unterscheidet. Außerdem versucht sie im Rahmen von Kooperationen die Vielfalt und Qualität ihrer pädagogischen Arbeit zu steigern. In dem Konzeptentwurf der OT findet man neben dem oben beschriebenen Selbstverständnis der Einrichtung auch die Beschreibung einer möglichen Produktpalette. Dort beschreibt die Hauptamtliche ihre Idee zu einer neuen Klientelerschließung wie folgt: Um in der Vielfalt der verschiedenen Angebote effektiv und effizient arbeiten zu können, müssen zielgruppenorientierte, qualitativ hochwertige Produkte geschaffen werden. Aus der Erfahrung der laufenden Arbeit und der Analyse des Sozialraumes ist für die hauptamtlichen Mitarbeiter ersichtlich geworden, dass Cliquenorientierung und Milieuarbeit als konzeptionelles Grundelement dienen müssen. Die Grundidee ist, für Cliquen Räume zur Verfügung zu stellen, die die Funktion von Rückzugsmöglichkeiten haben, gleichzeitig aber mit der Hilfe der Pädagogen Ausgangspunkte für soziales Lernen und die Erweiterung des Horizonts der Jugendlichen sein sollen. Der
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Jugendbereich und hier vor allem der offene Treff werden hauptsächlich von muslimischen jungen Männern im Alter von 20 bis 25 Jahren besucht, die aus dem gesamten Stadtgebiet und den Nachbarstädten kommen. Für sie ist die OT nichts anderes als eine kostengünstige Alternative zu anderen Treffpunkten. Versuche inhaltlich oder thematisch zu arbeiten scheitern. Besonders dieser Kreis erschwert die Neuankunft von Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Gruppenorientierte Angebote werden fast ausschließlich von ein und derselben Clique besucht, sie nutzt die OT für diesen Zeitraum als Treffpunkt, die Absicht sich gemeinsam mit einer Sache zu beschäftigen steht auch hier im Hintergrund. Ebenso zwingend notwendig ist das Schaffen von Mutter-Kind-Arbeit und Jugendbildungsangeboten. Während die Arbeit mit Mutter-Kind-Gruppen als Grundlage dafür dienen kann schon in sehr jungen Jahren mit möglichen Adressaten der Einrichtung in Kontakt zu kommen, ist das Angebot von Jugendbildung ein Resultat aus der derzeitigen Situation von Kindern und Jugendlichen und als zusätzliche Hilfe und Vorbereitung auf das Erwachsenenleben zu sehen.
Es wird sehr viel Wert auf Zusammenarbeit mit anderen Institutionen gelegt, dabei wird der Schwerpunkt auf Einrichtungen des gleichen Trägers gesetzt. So werden beispielsweise in Zusammenarbeit mit der OT B. und der OT V. gemeinsame Mitarbeiterschulungswochenenden für Ehrenamtliche und Honorarkräfte durchgeführt. Doch auch mit anderen Einrichtungen werden bestimmte Events oder Projekte organisiert. Es findet zudem eine Kooperation mit Schulen und der Gemeinde statt.
1.3 Rahmenbedingungen
Der Träger der Einrichtung ist wie bereits oben genannt der Verband evangelischer Kirchengemeinden in M., die OT ist somit eine Verbandseinrichtung und keiner Gemeinde offiziell zugehörig. Ihr Auftrag ist es eine sinnvolle, bedarfsgerechte, kirchlich geprägte Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren anzubieten. Die Freizeitgestaltung in der Einrichtung orientiert sich an den Begriffen der Offenheit und der Kommstruktur, d.h. die Kinder- und Jugendeinrichtung ist für jeden zugänglich, die Besucher kommen freiwillig und können in den gruppenorientierten Angeboten frei entscheiden, wann sie kommen und gehen. Die OT versteht sich
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weiterhin als Beratungsstelle für Kriegsdienstverweigerer, in der professionelle Beratung stattfindet.
Die OT X. besitzt keine offizielle Leitung. Alle Aufgaben, Rechte und Pflichten sind zwischen den beiden pädagogischen Fachkräften verteilt, es handelt sich also um eine doppelte Leitung. Es gibt eine männliche Kraft (57 Jahre, Diplom Sozialarbeiter und Gemeindepädagoge) mit 38,5 Stunden und eine weibliche Kraft (28 Jahre, Diplom Sozialpädagogin) mit 19,25 Stunden wöchentlich. Die Arbeitsbereiche der beiden Hauptamtlichen sind klar voneinander getrennt. Herr S. ist für den Jugendbereich, d.h. den Offenen Treff und die Mädchengruppe, die Beratung der Kriegsdienstverweigerer sowie die Veranstaltungsreihe „Comedy im Saal“ zuständig. Außerdem bereitet er eine Gruppe Jugendlicher auf ihre Konfirmation vor, dabei arbeitet er mit mehreren evangelischen Pfarrern zusammen. Frau J.s Aufgabenfeld gliedert sich in den Kinderbereich, der zwei regelmäßige Kindergruppen sowie die Kinder-Kreativ-Workshops beinhaltet, und die Veranstaltung von Konzerten in der Reihe „Church of Rock“. Zudem organisiert sie Sonderveranstaltungen wie die Weihnachtswerkstatt für Kinder oder den Kinderkleider- und Trödelmarkt.
Zusätzlich sind der Einrichtung eine Raumpflegerin (8 Stunden), ein Hausmeister (6 Stunden), ein Zivildienstleistender (10 Monate im Jahr) und abhängig von der Projektfinanzierung eine ABM oder Jugend in sozialen Diensten (7 Monate im Jahr) zur Verfügung gestellt. Außerdem steht der OT ein Honorarstundenkontingent von 20 Stunden monatlich zur freien Verfügung.
Die Institution ist im Kern des Stadtteils angesiedelt, sie ist von allen Punkten des Stadtteils aus innerhalb kürzester Zeit zu erreichen. In direkter Nachbarschaft liegt eine Grundschule, die täglich die Räumlichkeiten der OT zur Ganztagsbetreuung von Schulkindern nutzt. Die zugehörige evangelische Kirchengemeinde, die Gnadenkirche, liegt etwa in 200 m Entfernung.
Die Räumlichkeiten der Einrichtung verteilen sich auf drei Ebenen. Im unteren Bereich befinden sich der Tischtennisraum, der Fernsehraum, das Café mit eingebauter Küche, sanitäre Anlagen, sowie vier Abstellräume und ein Putzmittelraum. Die zweite Etage beherbergt die zwei Büroräume der hauptamtlichen Mitarbeiter, den Konfirmandenunterrichtsraum, die Küche, den Kinderraum, sanitäre Anlagen, sowie den ehemaligen Fitnessraum, der mittlerweile als Proberaum für eine integrative Band und eine Hardcoreband dient, die dort
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unentgeltlich proben können. Im Dachgeschoss befindet sich ein weiterer Abstellraum, welcher als Vorratslager für die verschiedenen Bastelmaterialien dient, sowie ein großer Dachboden auf momentan ungenutzte Güter ihren Platz finden. Die OT X. besitzt folgende Inventargüter: drei Tischtennisplatten, einen Billardtisch, zwei Kickertische, zwei Computer mit Internetanschluss, einen Fernseher, eine Playstation, eine Videokamera, einen Videorecorder, zwei DVD-Player, zwei CD-Player, ein Mischpult, eine komplette PA, zwei Bühnen, eine Kompaktanlage, zwei vollständig ausgestattete Küchen sowie diverse Gesellschaftsspiele.
1.4 Sozialraum
Der Sozialraum eines Stadtteils bestimmt im großen Maße die Konzeption der jeweiligen Kinder- und Jugendeinrichtung. Die demographischen Daten sowie die jugendbezogene Infrastruktur sind bei der pädagogischen Handlungsweise und der Wahl der Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit zu berücksichtigen, damit individuell auf die Bedürfnisse der Zielgruppe eingegangen werden kann. Der Stadtteil ist der sechstgrößte im Stadtgebiet M.. Auf 5,12 km² leben 13515 Menschen, was einer Bevölkerungsdichte von 2640 Einwohnern je Quadratkilometer entspricht. Im Vergleich zur städtischen Einwohnerdichte von 1204 Einwohner pro km² liegt der Stadtteil X. weit über dem Durchschnitt, belegt jedoch im Vergleich zu anderen Stadtteilen einen Platz im Mittelfeld. 1326 Einwohner sind zwischen 0 und 9 Jahren und 1918 Einwohner zwischen 10 und 21 Jahren alt. Der Anteil der ausländischen Einwohner liegt bei 7,6 %. Im Stadtteil empfangen 455 Personen Sozialhilfe, dies entspricht einem Gesamtanteil von 3,36%. Im Vergleich dazu beträgt der Sozialhilfeempfängeranteil im gesamten Stadtgebiet 3,3%, demnach liegt der Anteil nur minimal über dem Stadtdurchschnitt. Den Jugendlichen im Stadtteil bieten sich kaum nicht kommerzielle Freizeitangebote in der näheren Umgebung. Während es für Kinder in der unmittelbaren Nähe verschiedene Möglichkeiten zur aktiven Freizeitgestaltung gibt, ist neben „P.“ die OT eine der wenigen möglichen Treffpunkte zur Befriedigung der Freizeitbedürfnisse. Für die Förderung der sportlichen Interessen stehen den Jugendlichen die Bezirkssportanlage mit angeschlossenen Billiardleistungszentrum und ein Bolzplatz zur Verfügung.
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Die verschiedenen Schulformen, die im Stadtteil angesiedelt sind, reichen von drei Grundschulen über eine Gesamtschule bis hin zu einer Hauptschule, somit ist die Möglichkeit gegeben, auch im weiteren Bildungsverlauf im Stadtteil zu bleiben.
Neben diesen öffentlichen Freizeit- und Bildungsangeboten im Stadtteil gibt es natürlich die Möglichkeit sich auf informelle Art und Weise, z.B. auf Schulhöfen, an Bushaltestellen oder Freiflächen, zu treffen. Hier sind es besonders die Schulhöfe, die von den Jugendlichen als Treffpunkt genutzt werden.
2. Grundlagen der offenen Kinder- und Jugendarbeit
Den Konzeptionen der verschiedenen offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen, die unterschiedlichen Verbänden oder Trägern zugehörig sind, liegt ein gemeinsames Grundverständnis zugrunde. In erster Linie verbindet sie das gemeinsame Prinzip der Offenheit, d.h. offen zu sein für jeden ohne Rücksicht auf Mitgliedschaftserklärungen, Übernahme von Wertorientierungen, Zugehörigkeit zu sozialen Milieus oder ähnlichem (vgl. Münchmeier, 1998, 15). Es sollen keine Unterschiede gemacht werden. Die Gesamtheit der jungen Generation soll Zugang zu den Angeboten der Einrichtungen haben.
Es gibt also eine Kommstruktur, das Jugendhaus soll allen offen stehen, ohne Bedingungen. Das Prinzip der Offenheit erfordert flexible Öffnungszeiten, zum einem am Nachmittag um die Schüler abzudecken, zum anderen auch am Abend und am Wochenende um den Jungarbeitern die Möglichkeit zu eröffnen die Einrichtung zu nutzen. Ein weiterer Aspekt, der bei der Konzeption berücksichtigt werden muss, ist die Programmvielfalt und damit die Ausrichtung auf verschiedene Zielgruppen: Mädchen, Jungen, Schüler, Arbeitslose etc. um den verschiedenen Lebenssituationen gerecht zu werden. Das Programm sollte weltanschaulich ungebunden sein und Offenheit für verschiedene Standpunkte und Meinungen bieten. Die Arbeitsformen müssen variabel sein und nicht nur Denken und sprachliche Fertigkeiten ansprechen sondern auch handwerkliche Fähigkeiten, Spontaneität, musikalische und körperliche Ausdrucksmöglichkeiten. Eine logische Konsequenz daraus ist, dass ein ausreichendes Raumangebot verfügbar sein sollte.
Das Prinzip Offenheit lässt sich erweitern, indem Ressourcen für die alltägliche Lebensbewältigung zugänglich gemacht werden, Orientierungs- und
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Bewältigungsfragen eingebracht werden können sowie Zugänge zu sozialen Räumen vermittelt werden (vgl. Münchmeier, 1998, 23) Die Umsetzung des Konzeptes der vollständigen Offenheit, erweist sich in der Praxis doch als problematisch, so spricht man mit einem Angebot meist eine bestimmte Zielgruppe an. Eine Zielgruppenorientierung bleibt bei der Planung des Konzeptes nicht aus. Jugendliche, die im ländlichen Bereich leben haben andere Bedürfnisse als Jugendliche und Kinder die im urbanen Umfeld aufwachsen. Somit kann der Anspruch der Pädagogen nur sein, ein möglichst breites Spektrum zu bieten, um ein Angebot zu haben, welches der Situation und den Bedürfnissen der Jugendlichen und Kinder entspricht und zugleich pädagogisch vertretbar ist. Auf der anderen Seite müssen die Mitarbeiter auch bestimmte Standards und Erwartungen erfüllen, die von außen, d.h. von Seiten des Trägers, an sie heran getragen werden. Sie handeln trotz aller Offenheit, ob bewusst oder unbewusst also innerhalb dieses Spannungsfeldes (vgl. Eichner, 1998, 66). Freizeitaktivitäten von Kindern und Jugendlichen lassen sich in institutionalisierte und freie Aktivitäten unterscheiden. Die offene Kinder- und Jugendarbeit hat eine Zwischenstellung zwischen diesen beiden Formen. Die Einrichtungen und ihre Ressourcen können aufgrund des offenen Treffpunktcharakters zum einen zum freien Spiel und zur Geselligkeit genutzt werden, also für nicht zielgerichtete Freizeitinteressen. Zum anderen gibt es dort das Angebot der vorstrukturierten Gruppenaktivitäten, Projekte, Workshops. Sie ähneln institutionalisierten Angeboten, da sie größtenteils durchorganisiert sind. Sie sind jedoch häufig flexibel und lassen Raum für die Ideen und Bedürfnisse der Heranwachsenden (vgl. Fromme, 1998, 131). Zudem verfügen Jugendeinrichtungen über bestimmte Materialien wie Tischtennisplatten, Kicker- oder Billardtische. Dort findet man Kontakt zu Gleichaltrigen, mit denen man spielen und sich austauschen kann. Dieser Aspekt scheint für Kinder und Jugendliche von besonderer Wichtigkeit zu sein (ebd., 132).
Die Aufgabe der offenen Jugendarbeit besteht mitunter darin den Kindern und Jugendlichen Freiräume zu lassen und sie gleichzeitig in ihrer Entwicklung zu fördern. Daher kann man sich weder darauf beschränken die Raumwärterfunktion zu übernehmen, noch den Anspruch haben die Freizeit der Heranwachsenden völlig durchzustrukturieren. Es muss Freiraum für selbstbestimmte Aktivitäten
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Arbeit zitieren:
Mareike Speck, 2006, Praktikum in einer offenen Kinder- und Jugendeinrichtung, München, GRIN Verlag GmbH
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