Inhaltsverzeichnis
LEBENSQUALITÄT IN DER ÖKONOMISCHEN EVALUATION 3
EINFÜHRUNG 3
1 GRUNDLAGEN ÖKONOMISCHER EVALUATION 5
1.1. KOSTENARTEN 5
1.1.1. Direkte Kosten 5
1.1.2. Indirekte Kosten 7
1.1.3. Intangible Kosten 8
1.2. GRUNDPRINZIPIEN DER WIRTSCHAFTLICHKEITSUNTERSUCHUNG 9
1.2.1. Opportunitätskostenansatz 9
1.2.2. Diskontierung 10
1.2.3. Verschiedene Perspektiven 11
1.3. FORMEN GESUNDHEITSÖKONOMISCHE EVALUATION 11
2. LEBENSQUALITÄT 13
2.1. WIE KANN LEBENSQUALITÄT DEFINIERT WERDEN 13
2.2. VERFAHRENSANSÄTZE ZUR BEWERTUNG VON
GESUNDHEITSZUSTÄNDEN 15
2.2.1. Krankheitsspezifisch generische Verfahren 16
2.2.2. Psychometrische nutzentheoretische Verfahren 17
2.2.3. Testtheoretische Verfahren 20
2.3. KONZEPT DER QUALITÄTSKORRIGIERTEN LEBENSJAHRE QALYS 21
2.4. ENTSCHEIDUNGSANALYSE 23
DISKUSSION 24
LITERATURVERZEICHNIS 26
2
Lebensqualität in der ökonomischen Evaluation
Einführung
Wozu brauchen wir ökonomische Evaluation?
Unbegrenzte Bedürfnisse stehen Ressourcenknappheit und Kostenexplosion gegenüber und haben die ökonomische Evaluation und Erfolgskontrolle unabkömmlich gemacht. Prioritätensetzung ist erforderlich im Ent- scheidungsprozess der Planungsrationalitäten. Um größtmögliche Effektivi- tät und Effizienz zu erreichen und um Gesundheitsziele als Handlungskon- zepte zu entwickeln, müssen Parameter und Evaluationsformen festgelegt werden. Die ökonomische Evaluation legt die Rangfolge für Handlungs- möglichkeiten (wirtschaftliches Handeln Rangfolgen impliziert) unter Be- achtung von Zielen und Nebenbedingungen fest, weil aus der volkswirt- schaftlichen Perspektive unbegrenzte Bedürfnisse begrenzten Ressourcen gegenüberstehen. Gehandelt wird nach dem ökonomischen Prinzip (z. B. weniger Kosten bei gleicher Leistung / Minimalprinzip oder gleiche Kosten bei mehr Leistung / Maximalprinzip). Das bedeutet Optimierung des Input- /Output– Verhältnisses (Großkinsky, 2002, S.36). Durch Allokationsmecha- nismus (Güter werden gegen Faktorleistung ausgetauscht d.h. Produktion <– > Konsum) kommt es zur Verteilung.
In Evaluation steckt der Begriff „value“, das grenzt die Evaluation von je- der nicht wertenden Untersuchung oder Analyse ab. Die umfassende wis- senschaftliche Beurteilung des Nutzens und der Kosten interner und exter- ner Wirkung von Produkten, Verfahren, Projekten, Modellen, Einrichtungen oder Programmen des Gesundheitswesens wird als Evaluation definiert. In- nerhalb der Evaluation wird Qualitätssicherung, wissenschaftliche Begleit- forschung und Technology Assessment unterschieden. Bewertet werden Re- levanz und Effektivität um Nutzen zu bestimmen (Schwartz, 2003, S. 823 ff.).
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In der Gesundheitsökonomie werden volkswirtschaftliche, betriebswirt- schaftliche und versicherungswissenschaftliche Anätze mit Erkenntnissen aus der Medizin, Psychologie, Soziologie der Politik und technischen Er- kenntnissen vereint. Es wird die Bedeutung des Gesundheitswesens und der fließenden Finanzströme, Einflussfaktoren auf den Gesundheitsmarkt, Streuungsmechanismen, das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung und der „Produktion“ des Gutes Gesundheit beschrieben. Das Feld reicht von der Analyse der Entscheidungsprozesse und deren Folgen auf Organisations- formen bis zur Bewertung der therapeutischen Maßnahmen in der ökonomi- schen Evaluation, Studiendesigns. Outecomegrössen, Studiendesigns wer- den gegenübergestellt, mit dem Ziel zu einer Wohlfahrtsmaximierung zu gelangen.. Es wird aus dem Blickwinkel der gesamten Gesellschaft bewer- tet, es kann ein Perspektivwechsel vorgenommen werden (Wasem, 2000, S. 319).
Welche Rolle spielt die Lebensqualität?
Im Gesundheitswesens sind für komplexe Entscheidungsprozesse Verbesse- rung und Verbreiterung der Informationsgrundlagen erforderlich. Untersu- chungsgegenstand sind Interdependenzen, Verhaltensweisen, Produktions- bedingungen, Effektivität und Effizienz im Gesundheitssektor. Die Ergeb- nisgröße (Outcome), umfasst Veränderungen der Lebenszeitspanne. In den letzten Jahren wird zunehmend die Lebensqualität fokussiert. Quantitative wie auch qualitative Dimensionen bilden die Entscheidungsgrundlage. Es zeigte sich, dass die Lebensqualität, die subjektive Befindlichkeit der Pati- enten und klinisch objektivierbare Größen (technische Messwerte) nur ge- ring korreliert sein können und die Lebenszeitverlängerung nicht generell höher einzuschätzen ist (Großkinsky, 2002, S.37).
Leidl (2000, S. 258) unterstreicht: „Nach Möglichkeit sollte eine ökonomi- sche Evaluation das eigentliche Ziel gesundheitsorientierter Intervention zu erfassen suchen, nämlich die Verbesserung des Gesundheitszustands und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.“
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Die Perspektive des Patienten wird zunehmend zur zentralen Bewertungs- dimension. Es hat sich ein Paradigmenwechsel vollzogen seid, die WHO nicht nur physische, sondern auch psychische und soziale Komponenten in die Gesundheitsdefinition mit einbezieht. Ein weiterer Grund ist die Zu- nahme chronischer Erkrankungen und deren Auswirkung auf den Lebenszu- sammenhang des Patienten. Eine zusätzliche Komponente ist die Skepsis gegenüber den klassischen Zielen, wie reduzierte Symptomatik und verlän- gerte Lebenszeit. „Health Outcomes“ Indikatoren befassen sich einzig mit dem Aspekt der Patientenzufriedenheit entwickelt aus der Konsumenten- souveränität (Schwartz, 2003, S. 830).
Aufgrund der zunehmenden Bedeutung wird die Lebensqualität in der öko- nomischen Evaluation Gegenstand der Betrachtung in dieser Arbeit sein.
1 Grundlagen ökonomischer Evaluation
Grundbestandteile der ökonomischen Evaluation bilden Kosten (direkte, in- direkte) und Effekte (klinische Parameter, restliche Lebensdauer, Lebens- qualität, in Nutzeneinheiten bewertete Gesundheitszustände, in Geldeinhei- ten bewertete Effekte). Im Folgenden werden beide Grundbestandteile defi- niert und der Zusammenhang mit der Lebensqualität diskutiert (Leidl, 2000, S. 351).
1.1. Kostenarten
1.1.1. Direkte Kosten
Kosten, die direkt bei einer Intervention anfallen, bilden als Kernkosten für die Behandlung, den Ressourcenverbrauch. Da es schwierig ist die Kosten in Studien trennscharf darzustellen, haben sich verschiedene Konzepte her- ausgebildet.
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Messung und Identifikation von Kosten
Um den Ressourcenverbrauch zu messen spielt die Verfügbarkeit von do- kumentierten Daten eine zentrale Rolle.
Eine Möglichkeit zu differenzieren ist, die medizinischen Kosten (verschie- dene Versorgungssektoren und -arten, z. B. stationäre, ambulante Versor- gung, Arznei-, Heil- und Hilfsmittel) von nicht medizinischen Kosten (alle Formen der Unterstützung durch Familienangehörige, Freunde, pflegerische Dienste, private Zusatzkäufe, Transport und Zeitkosten) zu trennen.
Ein anderes Konzept beruht auf Kostenrechnung in Betrieben. Dieses Kon- zept geht vom Aufwand der Leistungserstellung aus und ermittelt Kostenar- ten. Hauptkategorien sind Personalkosten (z. B. ärztliche und pflegerische Leistung) und Sachkosten (z. B. Kosten für Gebäude, biomedizinische Ma- terialien, Wasser, Energie und Kommunikation).
Eine andere Art die Differenzierung kann von den Produkten aus vorge- nommen werden. Sie wird dann vereinfacht, wenn schon Daten vorliegen (z. B. in Form von Gebührenordnung) Versorgungsmengen werden an der Anzahl Versorgungskontakte, Versorgungszeit, Einzelleistungen usw. fest- gemacht.
Eine weitere Unterscheidung setzt bei der Produktionsbindung an, in dem variable Kosten von fixen Kosten unterschieden werden. Auf lange Sicht können auch Fixkosten variabel sein, werden zum Beispiel die Kapazitäts- grenzen über- oder unterschritten (Leidl, 2000, S. 353).
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1.1.2. Indirekte Kosten
Ressourcenverlust durch Ausfälle an der gesamtwirtschaftlichen Produktion, die sich aus Krankheit oder vorzeitigem Tod ergeben.
Messung und Identifikation
Humankapitalansatz
Ermittelt den vollständigen Wegfall von Produktionspotential als Folge von Krankheit. Indikatoren sind das durch Krankheit entgangene Einkommen, berechnet aus Zeit des Ausfalls, multipliziert mit einem Lohnsatz. Da alters- und geschlechtsspezifische Durchschnittslöhne Grundlage der Bemessung sind, werden mögliche Diskriminierungen mit einbezogen. Generell er- schwert oder verhindert wird die Bewertung von im Haushalt tätigen Perso- nen, Erwerbsunfähigen und Rentnern. Um diesen Schwachpunkt auszuglei- chen, werden Durchschnittslöhne für Fremdhilfe eingesetzt, bzw. einheitli- che Durchschnittslöhne als Bemessungsgrundlage verwendet. Dies geht wiederum zu Lasten des Ziels den Produktionsausfall zu messen. Studien belegen, dass die indirekten Kosten die direkten Kosten durchaus überstei- gen können (Leidl, 2000, S. 356 ff).
Friktionskostenansatz
Berücksichtigt werden bei diesem Ansatz komplexe gesellschaftliche Situa- tionen, wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit. Gemessen wird der tatsächliche Produktionsausfall, bemessen vom Arbeitsausfall bis zur Einstellung eines neuen Arbeitnehmers. Kurzfristig Ausfallzeiten behalten weiterhin ökono- mische Bedeutung. Langfristige Ausfallzeiten werden mit 3 Monaten be- messen. Im Humankapitalansatz führten sie zu überhöhten Kostenschätzun- gen, somit wird der Friktionskostenansatz als realistischer angesehen.
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Quote paper:
Master Science Kirsten Herrmann, 2006, Lebensqualität in der ökonomischen Evaluation, Munich, GRIN Publishing GmbH
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