Die Hearst-Presse und
der Spanisch-Amerikanische Krieg 1898
Gliederung
Zusammenfassung 1
I. Der Medienmogul Hearst und der Spanisch-Amerikanische Krieg 1898. 2
II. Randolph William Hearst (1863 -1951) 4
1. Lebensweg. 4
a) Seine Familie. 4
b) Das Journalistische Imperium. 5
c) Seine politische Karriere 7
2. Seine „journalistische Philosophie“ und Taktik 9
a) Hearst's Editorial Guidelines (1933) 9
b) While Others Talk the Journal Acts 11
III. Der Spanisch-Amerikanische Krieg: The Journal’s War? 13
1. Vorphase 14
2. Kriegsheraufbeschwörender Berichterstattung 16
3. The Journal’s War 24
IV. Fazit und Schlussbemerkung 26
Literaturverzeichnis 30
Zusammenfassung
Im Zusammenhang mit dem massiven Einsatz von Propaganda von nicht-staatlich gelenkten Medien ist der Name des Medienmoguls William Randolph Hearst und sein New York Journal nicht wegzudenken. Dies wird besonders am Beispiel des Spanisch-Amerikanischen Krieges von 1898 deutlich.
Diese Arbeit verfolgt zwei Ziele. Einerseits wird versucht darzustellen, wie Gräueltaten“ der Spanier als Besatzungsmacht auf Kuba durch die Hearst-Presse in den Vereinigten Staaten von Amerika durch die Hearst-Presse an die Öffentlichkeit kamen. Dieser anfangs nicht wahrgenommenenwahrgenommene Konflikt wurde von der sich im Entwicklungs- und Experimentierstadium befindliche Boulevardpresse New York Citys zum Agenda-Setting im Auflagenkampf verwendet.
Andererseits geht es um den Einfluss des Medienmoguls auf die Politik der Vereinigten Staaten, und damit auch um den Einfluss der Medien in der Frage von auf Krieg und Frieden.
Im Jahr 2003 haben die USA wieder einen Krieg geführt. Entsprechende in den Krieg treibende Propaganda, - als seriöse Berichterstattung verkauft, - beeinflusst die Einstellungen der Amerikaneramerikanischen Öffentlichkeit, die der Politiker und damit die Politik der Vereinigten Staaten bis zum heutigen Tag.
- 1 - arbeit
I. Der Medienmogul Hearst und der Spanisch-Amerikanische Krieg 1898
Nur wenige Menschen in der amerikanischen Geschichte - abgesehen von einigen Präsidenten - haben über einen Zeitraum von 50 Jahren stärker auf die Gestaltung des Kurses der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika eingewirkt als Randolph William Hearst, wie einer seiner Biographen schreibt (Procter 1998). Einerseits soll Hearsts Lebensweg, Familie und Umfeld als Hintergrund dargestellt werden, um die Biographie des ersten Medienmoguls der Vereinigten Staaten von Amerika besser zu verstehen, und andererseits vor allem seine journalistischen Vorsätze und die daraus erwachsenen Taten nachzuvollziehen. Seine Art des Journalismus hatte er bei dem bis dahin erfolgreichsten New Yorker Medienzaren, Joseph Pulitzer gelernt, dessen New Yorker World die Anfänge des Yellow-Journalism prägte. Von Bedeutung ist dies auch, weil alle auf diese beiden folgenden Medienmogule und Pressezaren ihr System in Teilen oder als Ganzes kopiert haben und damit auf der ganzen Welt durchschlagende Erfolge feierten. Niemand erreichte auf der ganzen Welt mehr Leserinnen und Leser täglich als die Yellow-Press. - 2 - arbeit
Der Einfluss der Medien auf politische Ereignisse wird manchmal unter-, manchmal überschätzt, im Bezug auf Randolph William Hearst gilt es, dies zu analysieren. Meine Arbeit verfolgt die These, dass der Spanisch-Amerikanische Krieg 1898 ohne Hearst und sein New York Journal nicht zu diesem Zeitpunkt und nicht auf diese Weise passiert wäre. Daneben spielten natürlich andere Faktoren, wirtschaftliche wie militärische, eine Rolle, die Hearst auch mit propagierte. Eine vollständige Gewichtung der einzelnen Faktoren würde allerdings den Rahmen sprengen. Nur die sich täglich über Wochen, Monate und Jahre hinziehende Berichterstattung mit mehr oder weniger richtigen und falschen Informationen im Journal, verbunden mit den anderen Yellow-Press Medien, haben den Krieg für einen Präsidenten von so schwacher Natur wie McKinley letztendlich nötig gemacht, um Stärke und Entscheidungskraft zu demonstrieren. Die Vereinigten Staaten wurden gewissermaßen von Hearst mit bestimmten Techniken in den Krieg geschrieben. Im Folgenden wird es vor allem auch darum gehen, wie dies geschehen ist, also wie man ein Land in den Krieg schreiben konnte.
Abschließend wird andeutungsweise gezeigt werden, welche Parallelen und Ähnlichkeiten zur damaligen Situation sich eventuell in unserer jüngeren Geschichte andeuten lassen. Wieder stellen wir uns die Frage, welchen Einfluss die Medien darauf haben, einen Krieg zu führen oder nicht zu führen, welche Rolle dabei Rhetorik und der amerikanische Chauvinismus spielen.
- 3 - arbeit
II. Randolph William Hearst (1863 -1951)
1. Lebensweg
a) Seine Familie
William Randolph Hearst wurde am 29. April 1863 in San Francisco/ Kalifornien geboren. Er erhielt die beste Bildung, die sein Vater, ein grobkörniger Multimillionär, und seine Mutter, eine vornehme Lehrerin - und mehr als 20 Jahre jünger als sein Vater - sich leisten konnten. Private Lehrer, Privatschulen und ausgedehnte Reisen durch Europa gehörten zu seiner Erziehung. Sein Studium an der Harvard Universität konnte er jedoch nicht beenden, weil er wegen unakzeptablem Verhalten von der Elite-Universität verwiesen wurde.
Hearst erbte den Ehrgeiz und die Energie seines Vaters, um trotz des väterlichen Vermögens noch seinen eigenen Weg in der Welt zu gehen.
Sein Vater, George Hearst, hatte Millionen als Minen-Eigner und bei der Veräußerung von Schürfrechten verdient, welche er seiner Frau als alleiniger Erbin überließ. Somit standen seinem Sohn nur indirekt die enormen Finanzreserven seines Vaters zur Verfügung. Er musste seine Mutter darüber hinaus immer um die Finanzierung seiner Vorhaben bitten. Seine Mutter verwöhnte ihren einzigen Nachwuchs jedoch trotz dessen vieler Eskapaden und ermöglichte ihm den Aufbau seines Medien-Imperiums. Im Jahr 1903, einen Tag vor seinem 40. Geburtstag, heiratete er die 21-jährige Millicent Willson, ein Show-Girl, welche er mehrere Jahre ausgeführt hatte. Damit ließ er Tessie Powers im Stich, eine Kellnerin, die er seit seiner Tage in Harvard unterstützt hatte. Zusammen hatten sie fünf Jungen. Das verhinderte nicht, dass im Jahre 1917 sich Hearst in die 20-jährige Marion Davies, ein anderes Show-Girl, verliebte, die zu der damals bekannten Formation der „Ziegfeld Follies“ gehörte (Swanberg 1974: 922). Er unterhielt eine Beziehung zu ihr, die erst mit seinem Tod endete. Er gab Millionen für ihre Karriere als Filmschauspielerin aus, in dem er solchen sentimentalen Kitsch wie When Knighthood Was in Flower und Little Old New York unterstütze, während er ihr wirkliches Talent als Komödiantin ignorierte.
- 4 - arbeit
Als Hearsts Mutter 1919 starb, übernahm er das Erbe und verlegte seinen dauerhaften Wohnsitz auf die 168,000 Acker große „San Simeon Ranch“ seines Vaters im südlichen Kalifornien. Dort gab er $37 Million für ein privates Schloss aus. Er investierte $50 Millionen in Immobilien in New York City und weitere $50 Millionen in seine Kunstsammlung, welche die größte jemals existierende Sammlung eines Individuums darstellt.
b) Das Journalistische Imperium
Die journalistische Karriere des jungen Hearst begann 1887, zwei Jahre nachdem er der Harvard University verwiesen worden war. "I want the San Francisco Examiner", schrieb er seinem Vater, der die Zeitung besaß und schließlich der Bitte entsprach. Hearsts Vater hatten den San Francisco Examiner erworben, um seine Machtposition in der demokratischen Partei Kaliforniens auszubauen, wodurch er später als kalifornischer Senator nach Washington geschickt wurde. Der San Francisco Examiner wurde gewissermaßen das Labor Hearsts, wo er sein Fähigkeiten entwickelte und sein Talent einsetzte, falsche Nachrichten zu produzieren und echte Nachrichten auf solche Weise zu verändern, um einen maximalen Schock der Öffentlichkeit zu erreichen. Vom Beginn an warb er Top-Talente an, indem er Top-Löhne bezahlte. Aber um ein Millionen-Publikum zu erreichen, musste Hearst 1895,vier Jahre nach dem Tod seines Vaters, sein Hauptquartier nach New York City verlegen. Bis zu dieser Zeit hatte seine Mutter $ 7,5 Mio. aus den Minen-Rechten erlöst und ihrem Sohn übergeben, der unmittelbar das altersschwache „New York Morning Journal“ erwarb. Innerhalb eines Jahres steigerte er die Auflage von 77.000 auf über eine Million, um Joseph Pulitzer's World mit seinem eigenen Spiel des Yellow- und Sensationsjournalismus zu schlagen. Hearsts Sohn beschreibt in seinen Erinnerungen die World als „a crusading and often sensational paper featuring explosive exposés of all types“, die seinem Vater als Modell diente. Hearst lernte während seiner Anstellung als Reporter den Journalismus der New York World 1886 kennen und auch Pulitzer selbst, der den jungen Hearst faszinierte: „He was enthusiastic about the news, prompted by an extraordinary curiosity about everyday life“ (Hearst and Casserly 1991: 35).
- 5 - arbeit
Manchmal warb Hearst von der World aggressive Manager und Reporter ab oder er stach alle Wettbewerber im offenen Markt aus, als er zum Beispiel den Reporter Richard Harding Davis und den Illustrator Frederick Remington gewann, um über den angehenden Spanisch-Amerikanischen Krieg zu berichten.
The Journal startete, indem er die World ihrer Talente und Leserschaft beraubte. Als nächstes führte er eine Kolumne mit dem Titel "Today" auf dem Cover ein und platzierte dort täglich auch Comic-Zeichnungen in schwarz-weiß und darüber hinaus Sonntags bunte Beilagen. Hearst dehnte die Berichterstattung über Sport, Kriminalität, Sex, Skandale und Human-Interest Stories aus.
Dazu sagte der Hearst-Schreiberling Arthur James Pegler: "A Hearst newspaper is like a screaming woman running down the street with her throat cut" (Honigmann 1984: 290). Das Auftreten der Hearst-Zeitungen glich Donnerschlägen und zog neue Leser an. Während der letzten fünf Jahre des 19. Jahrhunderts erprobte Hearst sein Zeitungs-Modell für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts.
In den 1920er Jahren las einer von vier Amerikanern eine Zeitung, die von Hearst herausgegeben wurde. Hearst besaß 20 Tages- und elf Sonntagszeitungen in 13 Städten, den King Features Syndication Service, den International News Service, die American Weekly (eine Konsortium von Sonntagsbeilagen), International News Reel, und sechs Magazine, einschließlich Cosmopolitan, Good Housekeeping und Harper's Bazaar. In dem darauffolgenden Jahrzehnt erschöpften sich die finanziellen Möglichkeiten Hearsts und sein Imperium begann zu wanken. Bis 1937 hatten die zwei führenden Unternehmen insgesamt $ 126 Mio. Schulden angehäuft. Hearst musste sein „Imperium“ einem siebenköpfigen Insolvenzverwaltungskomitee übergeben, welches die Pleite verhinderte. Dies war allerdings nur zu Lasten von Hearsts Privatvermögen und seiner öffentlichen Macht als Zeitungsmogul möglich.
- 6 - arbeit
Arbeit zitieren:
Dipl. Pol. Tobias Raschke, 2003, Die Hearst-Presse und der Spanisch-Amerikanische Krieg 1898, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Rolle der öffentlichen Meinung im Krieg am Beispiel des Dritten Go...
Soziologie - Krieg und Frieden, Militär
Referat (Ausarbeitung), 13 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Tobias Raschke's Text Die Hearst-Presse und der Spanisch-Amerikanische Krieg 1898 ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Tobias Raschke hat den Text Die Hearst-Presse und der Spanisch-Amerikanische Krieg 1898 veröffentlicht
Tobias Raschke hat einen neuen Text hochgeladen
Die internationale Schweiz in der Zeit des Kalten Krieges/La Suisse in...
Sandra Bott, Sacha Zala, Janick M. Schaufelbuehl
0 Kommentare