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,QKDOWVYHU HLFKQLV
1. Einführung 3
2. Entstehung charismatischer Herrschaft 4
3. Form der genuin charismatischen Herrschaft 7
4. Die Jesusbewegung als charismatische Herrschaft 10
5. Veralltäglichung des Charismas 12
6. Versachlichung des Charismas 14
7. Die Legitimation des Paulus 16
8. Schlußbetrachtung 17
Literatur 18
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Max Weber stellt in :LUWVFKDIWXQG*HVHOOVFKDIW drei, von ihm idealtypisch konstruierte Herrschaftsformen dar. Die WUDGLWLRQDOH UDWLRQDOH und FKDULVPDWLVFKH +HUUVFKDIW. Ich will mich in dieser Arbeit mit der FKDULVPDWLVFKHQ+HUUVFKDIW und ihrer Umbildung beschäftigen. Ich habe mich in erster Linie auf die entsprechenden Kapitel im ersten Halbband von M.
Webers Werk :LUWVFKDIWXQG*HVHOOVFKDIW gestützt.
Ich möchte in einem ersten Schritt auf die Entstehung der FKDULVPDWLVFKHQ +HUUVFKDIW eingehen. Hierbei sollen vor allem notwendige Voraussetzungen berücksichtigt werden. Danach will ich zeigen, wie sich die JHQXLQ FKDULVPDWLVFKH +HUUVFKDIW darstellt. Wichtige Unterschiede zur WUDGLWLRQDOHQ und UDWLRQDOHQ+HUUVFKDIW sollen in diesem Teil auch sichtbar gemacht werden. Anschließen sollen die verschiedenen Umbildungsformen der FKDULVPDWLVFKHQ +HUUVFKDIW behandelt werden. Zu Beginn geht es um die, unter den Begriff 9HUDOOWlJOLFKXQJ GHV &KDULVPD fallenden Umbildungen 9HUVDFKOLFKXQJ GHV &KDULVPD ist zwar auch eine Art der 9HUDOOWlJOLFKXQJ soll in dieser Arbeit jedoch in einem neuen Kapitel behandelt werden. Auch wenn M. Weber diese
formale Trennung in :LUWVFKDIWXQG*HVHOOVFKDIW nicht macht, so halte ich sie doch für inhaltlich sinnvoll.
Leider liegt uns vom M. Weber keine Monographie über das Urchristentum vor. Er hatte zwar eine solche in Planung, aber konnte dieses Vorhaben nicht mehr vor seinem Tod verwirklichen. Dennoch finden wir an vielen Stellen seines Werkes Hinweise, die uns erlauben, seine Gedanken zu diesem Thema zu rekonstruieren. Ausführungen über das antike Christentum
finden man u.a. in dem religionssoziologischen Teil von :LUWVFKDIW XQG *HVHOOVFKDIW, in den Studien über den Hinduismus und den Buddhismus, sowie in den Abschnitten über die Herrschaftssoziologie. Hier dient u.a. die
Jesusbewegung um den Typus der &KDULVPDWLVFKHQ+HUUVFKDIW zu entwickeln. Ferner behandelt M. Weber in den Studien über das antike Judentum die Trennung des antiken Christentums von demselben als eine innerjüdische Erneuerungsbewegung, die zu einer eigenständigen Kulturreligion geworden ist. Ich möchte vor diesem Hintergrund an einigen wenigen Stellen auf das antike Christentums eingehen.
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(QWVWHKXQJFKDULVPDWLVFKHU+HUUVFKDIW
Zur Entstehung einer FKDULVPDWLVFKHQ+HUUVFKDIW bedarf es zunächst eines Charismaträgers. Laut M. Weber handelt es sich hierbei um eine Person, die im Besitz übernatürlicher und außeralltäglicher Fähigkeiten ist, welche es ihr erlauben, eine Beziehung zum Heiligen, zum Numinosen, aufzunehmen. „‚Charisma‘ soll eine als außeralltäglich (ursprünglich, sowohl bei Propheten wie bei therapeutischen wie bei Rechts-Weisen wie bei Jagtführern wie bei Kriegshelden: als magisch bedingt) geltende Qualität einer Persönlichkeit heißen, um derentwillen sie als mit übernatürlichen oder übermenschlichen oder mindestens spezifisch außeralltäglichen, nicht jedem anderen zugänglichen Kräften oder Eigenschaften [begabt] oder als gottgesandt oder als vorbildlich und deshalb als ‚Führer‘ gewertet wird. Wie die betreffende Qualität von irgendeinem ethischen, ästhetischen oder sonstigen Standpunkt aus ‚objektiv‘ richtig zu bewerten sein w ü r d e, ist natürlich dabei begrifflich völlig gleichgültig: darauf allein, wie sie tatsächlich von den charismatisch Beherrschten, den ’A n h ä n g e r n‘, bewertet w i r d , kommt es an.“ 1
Wir sehen hier schon, daß nicht nur der Besitz übernatürlicher bzw.
außeralltäglicher Fähigkeiten als Voraussetzung für eine FKDULVPDWLVFKH +HUUVFKDIW ausreichen. Entscheidend ist die Bewertung dieser Fähigkeiten durch möglichen Anhänger eines Charismaträgers. Ein solcher kann also erst
dann eine FKDULVPDWLVFKH+HUUVFKDIW aufbauen, wenn sein übernatürlichen und außeralltäglichen Eigenschaften als solche erkannt und anerkannt werden. Die Anerkennung seiner Fähigkeiten darf nicht als Legitimationsgrund für
die FKDULVPDWLVFKH+HUUVFKDIW gesehen werden. Der Träger des Charisma wird eben durch dieses legitimiert. Die Anerkennung besteht lediglich in der kompromißlosen Hingabe und dem Vertrauen der Beherrschten zu dem Herrscher.
„Aber diese (Anerkennung) ist nicht der Legitimationsgrund, sondern sie ist P f l i c h t der kraft Berufung und Bewährung zur Anerkennung dieser Qualität Aufgerufenen. Diese ‚Anerkennung‘ ist psychologisch eine aus
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Begeisterung oder Not und Hoffnung geborene gläubige, ganz persönliche Hingabe.“ 2
Wenn dem Charismaträger die Anerkennung verwehrt wird, ist zwar die Grundlage für seine Herrschaft nicht mehr gegeben, das Charisma bleibt jedoch weiterhin an ihn gebunden. Um sich der Anerkennung seiner Anhänger sicher zu sein muß sich der Charismaträger immer wieder bewähren bzw. beweisen, also Außeralltägliches oder Übernatürliches bewirken. Der Charismaträger steht also nur in seiner Funktion als charismatischer Herrscher in einer wechselseitigen Abhängigkeit zu seinen Anhängern. Die legitimierende charismatische Gabe kann zwar auch verloren gehen. Die Anhänger haben an einem solche Vorgang jedoch keinen Anteil. Man kann nun fragen, ob der Charismaträger selbst unbedingt an die Übernatürlichkeit oder Außeralltäglichkeit seiner Fähigkeiten glauben muß. Eine übernatürliche Kraft bekommt in dem Augenblick ein Art von „ Realität“, wenn, rein aus dem Glauben an sie, reales (antwortendes) Verhalten und Handeln stattfindet, welche dann natürlich ebenso reale Konsequenzen für die
Gläubigen wie für ihre Umwelt haben. Würde ein FKDULVPDWLVFKHU+HUUVFKHU die Übernatürlichkeit seiner Fähigkeiten für sich jedoch abstreiten, so wären die Handlungen, mit ihren Konsequenzen, nicht mehr allein durch den Glauben erklärbar. Weltliche Handlungsmotive nähmen dem Numinosen dessen „ Realität“. R. Bendix schreibt hierzu:
„ Auch bei Webers Definition des Wesens des Charismas muß man davon ausgehen, daß der charismatisch Begnadete selbst das Geheimnis seiner Begnadung nicht offenbaren kann, daß er sich zu ihr gezwungen fühlt und ihr nicht zu entgehen vermag. Also ist das Numinose, Übernatürliche, ein Bestandteil dieser Definition.“ 3
M. Weber bringt den Begriff der FKDULVPDWLVFKHQ+HUUVFKDIW nicht nur mit der Magie und der Religion in Zusammenhang, sondern spricht u.a. auch von dem Charisma eines Kriegshelden. Auch wenn hier die Verbindung zum Heiligen oder Numinosen nicht vorhanden zu sein scheint, so muß auch der Kriegsheld außeralltägliche und übernatürliche Taten, also Wunder vollbringen. Die Kraft für solche Wunder liegt nicht bei ihm selbst, sonder
Arbeit zitieren:
Jan Eickhoff, 2002, Entstehung und Umbildung charismatischer Autorität, München, GRIN Verlag GmbH
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