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1. Einleitung 3
2. Entwicklungen des Judentums in Vorchristlicher Zeit 4
3. Die Jesusbewegung 6
3.1. Die Verkündigungen Jesu 6
3.2. Die durch Jesu begründete Gesinnungsrevolution 8
4. Die Entwicklung der ersten christlichen Gemeinden 10
5. Veralltäglichung des Charismas 11
6. Die Mission des Paulus 14
6.1. Paulus Legitimation 14
6.2. Paulus Errungenschaften 15
6.2.1. Der intellektuelle Christ 15
6.2.2. Ein heiliges Buch für das Christentum 16
6.2.3. Antiochien als Tor zur Welt 17
7. Zusammenfassung 19
Literatur 21
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Ich will mich in dieser Arbeit mit Max Webers Sicht des antiken Christen- tumsbeschäftigen. Es sollen dabei die Ereignisse dargestellt werden, die entscheidend waren für die Entwicklung des Christentums zu einer eigenständigen Kulturreligion. Hier spielt in erster Linie die Trennung des Urchristentums vom Judentum eine Rolle.
Leider liegt uns vom Max Weber keine Monographie über das Urchristentum vor. Er hatte zwar eine solche in Planung, aber konnte dieses Vorhaben nicht mehr vor seinem Tod verwirklichen. Dennoch finden wir an vielen Stellen seines Werkes Hinweise, die uns erlauben, seine Gedanken zu diesem Thema zu rekonstruieren. Ausführungen über das antike Christentum finden man u.a. in dem religionssoziologischen Teil von :LUWVFKDIWXQG*HVHOOVFKDIW,
in den Studien über den Hinduismus und den Buddhismus, sowie in den Abschnitten über die Herrschaftssoziologie. Hier dient u.a. die Jesusbewegung um den Typus der &KDULVPDWLVFKHQ+HUUVFKDIW zu entwickeln. Ferner behandelt M.
Weber in den Studien über das antike Judentum die Trennung des antiken Christentums von demselben als eine innerjüdische Erneuerungsbewegung, die zu einer eigenständigen Kulturreligion geworden ist. Auch wenn keine Monographie über das antike Christentum existiert, so findet man in den oben genannten Schriften doch eine Fülle von Gedanken, von denen in dieser Arbeit natürlich nicht alle berücksichtigt werden können. In einem ersten Schritt werde ich auf die Entwicklungen des nachexilischen Judentums eingehen, welche den Weg für die Jesusbewegung bereitete. Diese soll in einem zweiten Schritt dargestellt werden. Die Inhalte der Verkündigungen Jesu werde ich durch eine Vergleich mit den Essenern erarbeiten. Diese Vorgehensweise mag etwas ungewöhnlich sein, ist vielleicht aber sinnvoll, da die Trennung des Christentums vom Judentum in dieser Arbeit im Vordergrund stehen soll.
Nach einer Darstellung der für die Entstehung christlicher Gemeinden entscheidenden Aspekte von M. Webers Typologie der &KDULVPDWLVFKHQ +HUU VFKDIWsowie seiner Ausführungen zur 9HUVDFKOLFKXQJGHV&KDULVPDV, soll auf
einige Errungenschaft der paulinischen Mission eingegangen werden, welche für die Eigenständigkeit des Christentums von Bedeutung sind.
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An dieser Stelle ist auf einige Gegebenheiten einzugehen, welche die sozi- aleund religiöse Landschaft bildeten, in der sich zunächst die jesuanische Bewegung entwickelte.
Zwar stellte das von Jahve gegebene Gesetz die Lebensmitte der jüdischen Religion dar, doch angesichts der in nachexilischer Zeit über das Judentum gekommenen staatsmäßigen Abhängigkeit von fremden Völkern und ihrer Unselbständigkeit, sahen die Juden nicht mehr Jahve als den Herrn der Völker, sondern waren lediglich bemüht, „ die weitverzweigte Technik der Frömmigkeit zu praktizieren“ 1 . Vor diesem Hintergrund bildeten sich im nun zum großen Teil in Städten seßhaft gewordenen Judentum verschiedene religiöse Gruppen. Eine der herausragenden Gruppen waren die Pharisäer, zu deren Technik der Frömmigkeit G. Mensching 2 schreibt: „ Durch Auslegung und Anwendung des alttestamentlichen Gesetzes auf die kleinsten Angelegenheiten des Alltags entwickelten sie eine immer mehr wachsende Tradition von Vorschriften, die in den Lehrhäusern überliefert und immer weiter vermehrt wurden.“
Eine andere Gruppe, die Saduzzäer, lehnte diese Praxis entschieden ab. Diese konservative, zumeist aus priesterlichen Familien bestehende Gruppe hielt ausschließlich die im geschriebenen Bibeltext geoffenbarten Gesetze für verpflichtend und lehnte jegliche aus demselben durch Weiterspinnen neu entwickelten Gesetze und Traditionen ab.
Wie gerade schon bemerkt rekrutierte sich die Gemeinschaft der Sadduzäer zumeist aus den vornehmen Priesterfamilien der Jerusalemer Aristokratie. Hierin finden wir neben der praktizierten „ Technik der Frömmigkeit“ einen weiteren Unterschied zu den Pharisäern, die sich im wesentlichen aus schriftgelehrten Laien, Bauern, Handwerkern und Kaufleuten zusammensetzte 3 . Max Weber 4 betont (jedoch):
„ Das Pharisäertum war seinem Schwerpunkt nach bürgerlich-städtischen Charakters.“
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Er sieht also die Bauern bzw. die Landbevölkerung aber auch die Bewohner von Kleinstädten nicht als tragende Mitglieder der Pharisäer an. W. Schluchter 5 schreibt hierzu:
„ Weber sieht dabei das Judentum auf dem Weg zu einer bürgerlichen Gemeindereligion, eingebunden in eine bürgerlich-städtische Entwicklung und geistig geprägt von kleinbürgerlichen, vor allem handwerklichen Gruppen.“ M. Weber begründet dies mit dem Bildungsprinzip, welches in der pharisäischen Gemeinschaft einen wichtigen Stellenwert einnahm. Eben dieses geforderte Streben nach Bildung begründete wahrscheinlich bei der Landbevölkerung und den Kleinstädtern ein recht geringes Interesse an einer Mitgliedschaft 6 . Man könnte Webers Gedanken jedoch auch umkehren und vermuten, daß diese Menschen als Klientel nicht geeignet waren und es somit kein Interesse an ihrer Rekrutierung von Seiten der Pharisäer gab. Ich will dies in dieser Arbeit nicht weiter verfolgen.
Entscheidend ist, daß die Pharisäer wegen ihres bürgerlich-städtischen Charakters auf eine immer noch größere Anzahl von möglichen Klienten zugreifen konnten als die Sadduzäer. Die Pharisäer konnten den Kampf zwischen den beiden Gruppen für sich entscheiden und setzten unter ihrem wachsenden Einfluß das Bildungsprinzip gegen das von den Sadduzäern verteidigte Geburtsprinzip durch. Das Judentum erfährt einen grundlegenden Wandel, indem an die Stelle einer religiösen Positionsaristokratie eine religiöse Qualitäts-und Leistungsaristrokratie tritt.
Vor diesem Hintergrund bildete sich seit dem 2. vorchristlichen Jahrhundert eine dritte zu erwähnende jüdische Gruppe, die Essener, die uns auch unter der Bezeichnung Qumran-Sekte begegnen. Sie gehören, wie die Pharisäer, zu den Gesetzesvirtuosen, welchen durch Weiterspinnen der geoffenbarten Gesetze neue Gesetze und Traditionen schafften. Dieser Gruppe ging allerdings die Gesetzestreue der Pharisäer nicht weit genug. Das strenge Befolgen des geoffenbarten Gesetzes war der einzige Weg Gottes Gnade zu erlangen. Ferner hatten nur von der Qumran-Sekte selbst entwickelte Erweiterungen der Gesetze und Traditionen Gültigkeit. Neben der Pflicht, das von Gott gegebene Gesetz mit all seinen Erweiterungen streng zu befolgen, finden wir auch bei den Esse-
Arbeit zitieren:
Jan Eickhoff, 2001, Max Webers Sicht des antiken Christentums, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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