Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 3
2. Sturm und Drang 5
2.1 Die Gesellschafts- und Ständekritik 6
2.1.1 Die Gesellschaftskritik 6
2.1.2 Die Ständekritik 7
3. Jakob Michael Reinhold Lenz 8
3.1 Kurzbiographie 8
3.2 „Die Soldaten“ 9
3.2.1 Allgemeines zum Stück 9
3.2.2 Inhaltsangabe 10
3.2.3 Darstellung der Ständeproblematik 11
3.2.3.1 Kritiken gegen das Bürgertum 12
4. Fazit 17
5. Literaturverzeichnis 18
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1. Einleitung
Der Sturm und Drang ist eine literarische Epoche, die in der Zeit zwischen 1767-1785 stattfand. Der Name dieser Epoche ist zurückzuführen auf den Titel eines Dramas von Friedrich Maximilian Klinger (1752-1831) 1 . Die Aufklärung verlief zeitgleich mit dem Sturm und Drang. Die Forschung hat nach langen Untersuchungen festgestellt, dass die Aufklärung und der Sturm und Drang keine Gegenströme sind 2 . Der Sturm und Drang ist ausgehen von der Aufklärung.
In der Aufklärung sind Vernunft und Objektivität die Leitmotive. Dies äußert sich durch die Veränderung der Welt im Hinblick auf rational zu definierende Ziele. Dabei spielt die Planmäßigkeit des Vorgehens, die Bildung durch Bücher, die Nachahmung bewährter Vorbilder, die Mäßigung des Gefühls, Vermeiden von Extremen und die Betonung des Regelhaften eine große Rolle 3 .
Im Gegensatz zur Aufklärung sind beim Sturm und Drang das Gefühl und die Subjektivität die Leitmotive. Diese äußert sich durch das Ausleben eigener Individualität und durch den Geniegedanken. Dabei spielt das intuitive Zupacken, die Herzensbildung, das Misstrauen gegenüber Vorbildern, das Ausleben des Gefühls und die Tendenz zur Regellosigkeit eine große Rolle 4 .
Ein weiterer Aspekt, der eine wichtige Position einnimmt ist die Natur. In der Aufklärung gilt sie als Vorbild und Gleichnis für die Vernunft. Sie wird bestimmt durch Hofferne, Abwesenheit von lasterhaftem Leben. Die Natur ist der Schauplatz von nach bürgerlichen Tugendbegriffen geprägtem Leben. Des Weiteren dient die Natur auch als Beweis für die Existenz und tätiges Wirken Gottes 5 .
Im Gegensatz zur Aufklärung gilt die Natur im Sturm und Drang als Spiegel und Initiator des eigenen Gefühllebens, insbesondere als Stadt- und Gesellschaftsferne, und ist somit Wegbereiter der subjektiven Entfaltung. Die Natur gilt als belebte friedvolle, aber auch bedrohliche Macht und ist Sinnbild des göttlichen Harmonieprinzips 6 . In der Aufklärung ist das Hauptaugenmerk auf die Gesellschaft gelegt. Der Einzelne steht im Dienste der Gesellschaft. Es besteht die Möglichkeit zur Verbesserung gesellschaftlicher
1 vgl. www.ni.schule.de/~pohl/literatur/epochen/stdrang.htm
2 vgl. Kaiser, Gerhard (1996), S. 177
3 vgl. www.ni.schule.de/~pohl/literatur/material/aufkl-stdrang.htm
4 vgl. www.ni.schule.de/~pohl/literatur/material/aufkl-stdrang.htm
5 vgl. www.ni.schule.de/~pohl/literatur/material/aufkl-stdrang.htm
6 vgl. www.ni.schule.de/~pohl/literatur/material/aufkl-stdrang.htm
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Rahmenbedingungen durch individuelles, verantwortungsbewusstes Dazutun. Jedoch ist der Einzelne immer der Gesellschaft verpflichtet.
Im Gegensatz dazu ist im Sturm und Drang nicht die Gesellschaft auf das soviel Wert gelegt wird, sondern hier steht das Individuum im Mittelpunkt. Die Selbstverwirklichung des Einzelnen steht im Vordergrund. Es besteht die Utopie eines von keinerlei gesellschaftlichen Zwängen eingeengten Raums. Hier ist der Einzelne nur dem eigenen Genie verpflichtet. Es gab zu dieser Zeit viele begabte Dichter, die wir heute noch oft lesen. Einer von ihnen, wohl einer der bekanntesten Sturm und Drang Dichter, war Jakob Michael Reinhold Lenz. Bedeutende Werke von ihm sind „Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung“ und „Die Soldaten“. In der folgenden schriftlichen Arbeit habe ich mich in meinem Hauptteil näher damit beschäftigt, wie Lenz in seinem Werk „Die Soldaten“ mit der Ständeproblematik, in dieser Zeit, umgegangen ist.
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2. Der Sturm und Drang
Der Sturm und Drang ist eine von Klinger bezeichnete geistige Strömung in Deutschland, die in das letzte Drittel des 18. Jahrhunderts einzuordnen ist. Die genauen Zahlen weichen in der Forschung minimal voneinander ab. Allgemein datiert man den Sturm und Drang in die Zeit von 1770 bis 1785 7 .
Der Sturm und Drang war eine Jugendbewegung, die zugleich aber auch eine Protestbewegung war. Dieser Protest richtete sich gegen drei Hauptpunkte. Zum einen richtete er sich gegen die absolutistische Obrigkeit in den deutschen Staaten sowie gegen die höfische Welt des Adels. In diesem Punkt stimmte man mit den Aufklärern überein. Im zweiten Punkt stand man im Widerspruch zu den Aufklärern, denn hier galt der Protest dem bürgerlichen Berufsleben, das man für eng und freudlos hielt, ebenso wie die bürgerlichen Moralvorstellungen. Und zum Dritten lehnt sich der Protest gegen die überkommene Tradition und Literatur auf. Bei diesem Punkt war man anmaßender als die Aufklärer 8 . Jedoch war der Sturm und Drang bei allen politischen Ideen in erster Linie eine literarischgeistige Strömung. Die Art, in der die Dichter des Sturm und Drang sich als Literaturbewegung verstanden, war ein Novum in der deutschen Literatur. Wie auch in all den anderen Literaturepochen gab es im Sturm und Drang verschiedene Gattungen, die den Grundcharakter in optimalster Weise vermitteln konnten. Im Sturm und Drang war das Drama die beste Gestaltungsmöglichkeit, um die Ideen des Sturm und Drang zu vermitteln. Die Protagonisten in diesen Dramen waren meist Genies oder Liebende, die versuchten kompromisslos gegen die Wirklichkeit angehen zu können. Beliebte Protagonisten waren auch die sogenannten „Kraftkerle“. Der „Kraftkerl“ wurde als wahrer Mensch angesehen, bei dem Denken und Handeln eine Einheit bildeten. Er war Herr über seine geistigen, seelischen und körperlichen Kräfte und ist sich selbst treu geblieben, auch wenn das für ihn den eigenen Untergang bedeutet hätte 9 .
Man bezeichnet diese Zeit heute auch manchmal als die Geniezeit, denn auch die Dichter des Sturm und Drang bezeichneten sich selbst gern als Originalgenies 10 . Das Gefühl, das eigene Ich wurde Gegenstand der Betrachtung. Die Subjektivität des Menschen sollte sich jetzt ausleben und sich in der Kunst ausdrücken.
7 http://oregonstate.edu/instruct/ger341/s&d.htm
8 vgl. www.ni.schule.de/~pohl/literatur/epochen/stdrang..htm
9 vgl. www.ni.schule.de/~pohl/literatur/epochen/stdrang.htm
10 vgl. http://oregonstate.edu/instruct/ger341/s&d.htm
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Arbeit zitieren:
Nicole Becker, 2003, Die Ständeproblematik in Lenz' Soldaten, München, GRIN Verlag GmbH
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