• Indem die Kinder sich in Form geschriebener Sprache mitteilen können und ihre Briefe gelesen sowie beantwortet werden, soll ihr Selbstbewusstsein gestärkt werden (vor allem Sequenz 6). 1.3 Aufbau der Unterrichtsreihe
• Der erste Brief von Ele: Gemeinsames Lesen des Briefes und Austausch über die Gefühle und Gedanken der Kinder. (Kurzsequenz)
• „Wie kommt Eles Brief eigentlich in unsere Klasse?“: Kennen lernen des Briefweges anhand der mündlichen Beschreibung einer Bildabfolge unter Einbezug individueller Erfahrungen aus der Lebenswelt der Kinder und Anknüpfung an ihr Vorwissen. (1 Sequenz) • Der zweite Brief von Ele: Erstes gemeinsames Lesen des zweiten Briefes und Austausch über die Gefühle und Gedanken der Kinder. (Kurzsequenz)
• Post für Ele: Gemeinsames Lesen des zweiten Briefes als Anlass zum Schreiben und Gestalten von Antwortbriefen. (1 Sequenz)
• Der Brief an Ele geht auf die Reise: Präsentation einiger Antwortbriefe und Beschriften eines Briefumschlags. (1 Sequenz)
• Eine persönliche Antwort von Ele - jeder freut sich über Post: Die Briefkorrespondenz mit dem Klassenmaskottchen als Anlass zur Einrichtung einer Klassenpost und Erhaltung der Schreib- und Lesemotivation. ( 2 Sequenzen) Anmerkung: 1 Sequenz entspricht in etwa 45 Minuten; Die Kurzsequenz entspricht einem Zeitraum von weniger als 45 Minuten. 2. Die Unterrichtsstunde 2.1 Thema der Unterrichtsstunde
Post für Ele: Gemeinsames Lesen des zweiten Briefes als Anlass zum Schreiben und Gestalten von Antwortbriefen. 2.2 Ziele der Unterrichtsstunde 2.2.1 Schwerpunktziel der Unterrichtsstunde
Die Schreibmotivation der Schüler/innen soll gefördert werden. Außerdem sollen sie sich darin üben, Ideen für den Schreibprozess zu entwickeln und diese ihrem Lernstand gemäß lautentsprechend, lautgetreu oder unter Verwendung erster orthographischer Muster nieder zu schreiben. Die Schüler/innen sollen angeregt werden, adressatengerecht zu schreiben.
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2.2.2 Weiteres Ziel der Unterrichtsstunde
Indem sie versuchen, ihren Antwortbrief für den Empfänger ansprechend zu gestalten, soll ihre Kreativität gefördert werden. 2.3. Situation der Lerngruppe und Lernausgangslage 2.3.1 Situation der Lerngruppe
• Seit den Sommerferien erteile ich in der Klasse 1 zwei Stunden pro Woche eigenverantwortlichen Deutschunterricht und vier Stunden unter Anleitung. • Der Lerngruppe gehören 26 Schüler/innen an: 13 Mädchen und 13 Jungen im Alter von sechs bis acht Jahren.
• Fünf Kinder sprechen Deutsch als Zweitsprache (B, M, F, H und A mit Türkisch als Muttersprache).
• M besucht die 1. Klasse zum zweiten Mal.
• M wurde zum zweiten Halbjahr in die 1. Klasse zurückgestellt und nimmt seit Anfang Januar am Unterricht teil. 2.3.2 Lernvoraussetzungen 2.3.2.1 Schreibvoraussetzungen a) Buchstabenkenntnisse / Laut - Buchstaben - Zuordnung
•
Die meisten Schüler/innen kennen alle eingeführten Buchstaben (, <ß>, und
• Einige Kinder haben das Schriftbild und die Schreibung bestimmter Buchstaben nicht automatisiert:
M verwechselt manchmal die Großbuchstaben von und
•
Einige Kinder, u. a. J, M, S, Sound Sa, haben Einsichten in die Zuordnung von unterschiedlichen Lautwerten für den selben Buchstaben gewonnen (z. B. für
• Die meisten Schüler/innen besitzen eine gute visuelle Wahrnehmung und können Buchstaben voneinander abgrenzen und identifizieren.
•
M, R und M haben vor allem bei sich ähnelnden Buchstaben Schwierigkeiten, z. B. bei
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Ihre Merkfähigkeit und Konzentrationsleistung ist in der Regel schwach. Bei Übungen zur Diskriminierung werden häufig Buchstaben übersehen. c) Phonologische Bewusstheit
• Die meisten Kinder können Reimwörter erkennen und Wörter in ihre entsprechende Silbenanzahl segmentieren.
• R und M haben diesbezüglich Schwierigkeiten, vor allem bei Wörtern, die aus verdichteten Lautverbindungen zusammengesetzt sind, z. B. bei Konsonantenhäufung. • J und M fällt es schwer, mehrsilbige Wörter entsprechend zu segmentieren. • R und M sind in der Lage, die ihnen bekannten Laute im Anlaut zu erkennen. • Die meisten Kinder können Einzellaute und Lautgruppen innerhalb eines Wortes identifizieren, wobei Unschärfen insbesondere bei Konsonantenhäufungen sowie stimmlosen Inlauten auftreten ( häufig bei M, F, J, M). d) Artikulation/ Vokabular
• Die Kinder mit Problemen bei der Phonologischen Bewusstheit haben z. T. Schwierigkeiten bei der deutlichen Artikulation:
R artikuliert statt [ g ] das [ d ], bei einigen Kindern, z. B. bei M und M treten häufig Unschärfen bei [ m ] und [ n ] sowie bei [ Ø ] auf.
• H und insbesondere M haben Schwierigkeiten hinsichtlich des Vokabulars der deutschen Sprache. M kennt einige Begriffe für die Bilder der Anlauttabelle nicht. e) Schreibentwicklung
Die Kinder befinden sich auf unterschiedlichen Stufen der Schreibentwicklung (nach Spitta und Scheerer - Neumann):
• Der Großteil der Lerngruppe ist in der Lage, Wörter lautlich durchzugliedern, sie lautgetreu niederzuschreiben und Wortgrenzen einzuhalten ( Phonetische Phase). • Bei Wörtern mit verdichteten Lautverbindungen treten z. T. Unschärfen bei der lautlichen Durchgliederung auf:
A lässt zeitweise das [ r ] im Folgelaut des Anlautes oder vor dem Endlaut aus. M erfasst häufig nicht alle Laute eines Wortes; Er hat Schwierigkeiten bei der Unterscheidung von [ ς ] und [ ∫ ] im Anlaut, bei der Diskriminierung von [ r ] und [ p ] im Inlaut sowie z. T. bei der Unterscheidung und Diskriminierung der Mono- und Diphthonge (lautentsprechende Schreibung).
M lässt bei verdichteten Lautverbindungen zeitweise Monophthonge im Inlaut aus sowie das stimmlose [
ǝ
] am Wortende und Einzellaute im In- oder Endlaut (je nach Lautverdichtung: lautentsprechende und lautgetreue Schreibung). Bei H bestehen Unschärfen bei den Mono- und Diphtongen (z. B. bei [ i: ] und [e: ]) und er lässt bei Konsonantenhäufung z. T. Buchstaben aus (z. B. [ r ] vor dem Endlaut).
•
R und M sind nicht in der Lage, Wörter lautlich durchzugliedern. Bei bekannter LBZ schreibt R den Anlaut korrekt und z. T. prägnante Laute ungeordnet auf oder Wort -Ruinen, z. B. für
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Endlaut) lautgetreu aufschreiben, z. B.
• J, M, S, M und N schreiben zeitweise mit orthographischem Muster (Phonetische Umschrift mit Rechtschreibmustern).
Insbesondere J, S, S und N schreiben zeitweise entsprechend der Endlautverhärtung von [ t ] Wörter am Ende mit
Bei M wird die Schreibung
J übergeneralisiert zeitweise die Kennzeichnung des Langvokals [ i: ] mit
• Bis auf R, M, J und H verwenden alle Kinder Groß- und Kleinbuchstaben, wobei zeitweise die Schreibung innerhalb eines Wortes gewechselt wird. Sebastian hat auf die durchgängige Schreibung von Kleinbuchstaben gewechselt.
• S, J und S schreiben in Sätzen und kennzeichnen das Satzende zeitweise mit einem Punkt.
f) Lesekompetenz (Kurzkommentar)
• Bis auf R, M und M sind alle Kinder in der Lage, einfache Lautverbindungen zu erlesen. • Mit unterschiedlichem Tempo können sich diese Kinder einfache Sätze bis hin zu Kurztexten sinnentnehmend erlesen.
• Insbesondere J und S sind in der Lage, Texte flüssig vorzulesen. 2.3.2.2 Sonstiges • Motorik
H, R und M haben Probleme im Bereich der feinmotorischen Fähigkeiten sowie mit der Konzentrationsleistung. Insbesondere M und R haben in diesem Zusammenhang außerdem Schwierigkeiten im Bereich der Merkfähigkeit. • Selbstbewusstsein/ Frustrationstoleranz / Motivation M verweigert sich häufig, wenn es um das Schreiben oder Malen geht. Wenn etwas nicht sofort gelingt, unterbricht F seine Arbeit und lässt sich nur schwer dazu motivieren, weiterzuarbeiten.
J trau sich kaum etwas zu. In der Regel schreibt sie ab, lässt ihre Aufgaben von ihrem Tischnachbarn erledigen oder bricht die Aufgabe unter emotionalen Ausbrüchen ab. R ist kaum in der Lage, sich über einen längeren Zeitraum mit einer Aufgabe zu beschäftigen. Sie lässt ihre Gefühle in der Regel an den Arbeitsmaterialien oder an anderen Kindern aus. A ist häufig sehr schnell ablenkbar und er beendet selten seine Aufgaben. Meistens ist er kaum dazu zu bewegen, seine Arbeit wieder aufzunehmen. M, R, J und A verfügen über eine niedrige Frusttoleranzgrenze.
M hat sich mittlerweile sehr gut in die Klassengemeinschaft integriert, er gibt sich in der Regel Mühe und arbeitet häufig motiviert und zügig.
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Arbeit zitieren:
Melanie Lappe, 2006, Unterrichtseinheit: Post für Ele: Gemeinsames Lesen des zweiten Briefes als Anlass zum Schreiben und Gestalten von Antwortbriefen (1. Klasse), München, GRIN Verlag GmbH
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