Gliederung
1. Struktur und Begründungszusammenhang des Themas 3
1.1 Fachliche und überfachliche Erschließung des Inhalts 3
1.2 Begründungszusammenhang. 4
1.2.1 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung. 4
1.2.2 Exemplarische Bedeutung. 5
1.2.3 Zugänglichkeit des Themas 5
1.2.4 Übereinstimmung mit dem Lehr- und Rahmenplan. 5
1.2.5 Unterrichtliche Kontinuität 6
1.3 Folgerungen für die didaktische Reduktion und Strukturierung 7
1.4 Erweisbarkeit. 7
2. Unterrichtsbedingungen 8
2.1 Allgemeine Situation in der Klasse 8
2.2 Voraussetzungen einiger Schüler. 9
3. Methodische Überlegungen 9
4. Lernziele. 11
5. Verlaufsplan. 12
6. Literatur 13
7. Anhang. 14
2
1.1 Fachliche und überfachliche Erschließung des Inhalts
Motorischer Entwicklungsstand 7-8jähriger Kinder
In der Phase des frühen Schulkindalters (Alter ca. 7-10 Jahre) 1 ist eine schnelle Zunahme der motorischen Leistungsfähigkeit vor allem im Bereich einfacher und grundlegender Bewegungsformen festzustellen 2 . Dies trifft auch für die Schnelligkeit zu. Vor allem im Bereich der Reaktionsschnelligkeit kommt es zu einer „beträchtlichen Verkürzung“ der Reaktionszeit 3 . Das Bewegungstempo erfährt etwa im zweiten und dritten Schuljahr ebenfalls eine Steigerung 4 . Auch das Leistungstreben prägt sich in dieser Zeit aus 5 . Durch ständige Wiederholung und Eintönigkeit im Trainingsprozess lässt die Aufmerksamkeit der Kinder in diesem Alter jedoch sehr rasch nach 6 .
Schnelligkeit
Die Schnelligkeit als „Fähigkeit, höchstmögliche Reaktions-und
Bewegungsgeschwindigkeiten zu erzielen“ 7 , wird unterteilt in Reaktionsschnelligkeit und Aktionsschnelligkeit.
Reaktionsschnelligkeit bezeichnet die „Fähigkeit, auf ein Signal hin möglichst schnell mit einer Bewegung zu reagieren“ 8 .
Aktionsschnelligkeit ist dagegen die „Fähigkeit, einen Muskel oder eine Muskelgruppe in kürzester Zeit bei mehr oder weniger großem Krafteinsatz in rascher Folge wiederholt zu kontrahieren (zyklische Bewegungen) oder verschiedene Bewegungen in rascher Folge aneinander zu reihen (azyklische Bewegungen) 9 .
1 Vgl. Meinel / Schnabel S. 273
2 Vgl. Meinel / Schnabel S. 275
3 vgl. Weineck S. 468
4 Vgl. Meinel / Schnabel S. 276
5 Vgl. Meinel / Schnabel S. 274
6 Vgl. Meinel / Schnabel S. 274
7 Grosser / Zintl S. 89
8 Bucher S. 27 (rot)
9 Bucher S. 27 (rot)
3
Die Schnelligkeit ist weniger trainierbar als die anderen konditionellen Grundfähigkeiten, da sie stärker genetisch bedingt ist 10 . Sie lässt sich jedoch im frühen Schulkindalter relativ gut verbessern 11 (vgl. Motorischer Entwicklungsstand). Die Reaktionsschnelligkeit, die den Schwerpunkt dieser Stunde bildet, kann gut durch Reaktionsübungen aus verschiedenen Anfangspositionen oder Staffeln trainiert werden 12 .
Beim Training der Schnelligkeit sollte darauf geachtet werden, dass Reize mit hoher Intensität gesetzt werden 13 . Da diese den Organismus sowie Aufmerksamkeit und Konzentration - letztere vor allem beim Training der Reaktionsschnelligkeit - sehr stark belasten, müssen Reizdichte und -dauer entsprechend angepasst werden: Als Faustregel für die Reizdichte gilt: Pro gelaufener 10 m sollte anschließend eine Erholung von 1 Minute stattfinden 14 . Dabei sollten die Erholungsphasen aktiv gestaltet werden um die Aktivität des zentralen Nervensystems - und damit zum Beispiel die Konzentration - nicht zu beeinträchtigen 15 . Schnelligkeitstraining stellt hohe Anforderungen an Motivation und Konzentration und sollte daher nur in erholtem Zustand durchgeführt werden 16 . Um diese Vorgaben zu beachten, wird Schnelligkeit mittels der
Wiederholungsmethode trainiert, die auf dem Prinzip der vollständigen Erholung beruht 17 .
1.2 Begründungszusammenhang
1.2.1 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung
Schnelligkeit und gutes Reaktionsvermögen sind als Kind wie auch als Erwachsener im Alltag hilfreich und nötig, vor allem beispielsweise im Straßenverkehr. Die heutige Stunde trägt dazu bei, beide Fähigkeiten zu verbessern und die Kinder für das tägliche Leben zu unterstützen.
10 vgl. Weineck S. 399
11 vgl. Weineck S. 399
12 vgl. Weineck S. 427
13 vgl. Weineck S. 450
14 vgl. Weineck S. 435
15 vgl. Weineck S. 429
16 vgl. Weineck S. 429
17 vgl. Weineck S. 429
4
Die spielerische Gestaltung ermöglicht den Kindern soziale Erfahrungen: Sie lernen, Niederlagen einzustecken und erfahren Gemeinschaftsgefühl im Jubel oder der Traurigkeit um den Ausgang des Spiels. Außerdem entspricht der Spiel- und Wettkampfgedanke der Lebenswelt der Kinder, die sich auch im Spiel mit anderen gerne messen und kleine Wettkämpfe veranstalten.
Durch die Spielfreude können die Schüler eine positive Einstellung zum Sport gewinnen. Dies ist ein wichtiger Schritt zum lebenslangen, gesunderhaltenden Sporttreiben.
1.2.2 Exemplarische Bedeutung
Gerade durch Spiele können Kinder lernen, dass das Einhalten bestimmter Regeln wichtig und nützlich ist. Dieses Wissen können sie auch auf andere Bereiche z.B. das Leben in der Klasse, übertragen.
Sie erfahren, dass hohe Geschwindigkeiten nur über einen kurzen Zeitraum durchgehalten werden können.
In der Partnermassage lernen sie eine Möglichkeit kennen, sich und anderen mit einfachen Mitteln Wohlbefinden zu bereiten.
1.2.3 Zugänglichkeit des Themas
Schnell laufen ist eine Tätigkeit, die Kindern im zweiten Schuljahr in der Regel viel Freude bereitet. Wird sie zusätzlich in ein reizvolles Spiel „verpackt“, erhöht sich die Motivation. Während pures Üben - beispielsweise durch Reaktionsübungen - für Kinder schnell uninteressant wird, werden Spiele - die wie im Fall des Löwenspiels oft ja nur „verkleidete“ Übungsformen sind - gerne immer wieder gespielt. Den Zugang zu dieser Stunde finden die Kinder daher wie von selbst. Er wird weiterhin unterstützt durch die Einbeziehung von Tieren, die den Kindern bekannt und deren Nachahmung für sie interessant sind.
Durch die Einbindung in Spiele trainieren die Kinder so „ganz nebenbei“ ihre Schnelligkeit.
1.2.4 Übereinstimmung mit dem Lehr- und Rahmenplan
Die vorliegende Stunde findet ihre Rechtfertigung sowohl im Lehrplan als auch in der Entwurfsfassung des Rahmenplans.
5
Der Lehrplan fordert die Vermittlung grundlegender Sportlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten 18 sowie die Steigerung der konditionellen und koordinativen Grundfähigkeiten 19 .
Explizit für das zweite Schuljahr werden im Bereich Leichtathletik / Laufen das Ablaufen aus verschiedenen Ausgangsstellungen sowie Laufspiele allgemein und Staffelspiele aufgeführt 20 .
Ergänzend dazu fordert der Rahmenplan, dass die Kinder in Kleinen Spielen das Reagieren, Starten und Beschleunigen erfahren 21 . Auch das „Ausführen von Bewegungsabläufen in Spiel- … und Wettkampfsituationen“ 22 sowie die freudvolle Durchführung von Wettkämpfen werden gefordert 23 .
1.2.5 Unterrichtliche Kontinuität
Die folgende Tabelle zeigt, wie Schnelligkeitstraining spielerisch durchgeführt werden könnte. Im Anschluss an diese kurze Unterrichtseinheit sollte die Schnelligkeit immer wieder einmal im Sport aufgegriffen und geübt werden.
18 vgl. Lehrplan S. 5
19 vgl. Lehrplan S. 7
20 vgl. Lehrplan S. 19
21 vgl. Rahmenplan S. 1
22 vgl. Rahmenplan S. 1
23 vgl. Rahmenplan S. 1
6
1.3 Folgerungen für die didaktische Reduktion und Strukturierung
Schnelligkeitstraining im zweiten Schuljahr sollte vielseitig und vor allem spielerisch sein. Daher habe ich bewusst noch keine sprinttechnischen Elemente in diese Unterrichtsstunde miteinbezogen. Das spielerische Vorgehen vermeidet eintönige Schnelligkeitsübungen und entspricht so dem Entwicklungsstand der Kinder 24 . Dass hohe Geschwindigkeiten nur kurz vom Körper durchgehalten werden können und anschließender Erholung bedürfen ist ein Fakt, den die Kinder am eigenen Leib erfahren können und der deshalb auch im Unterricht besprochen wurde. Tiefer gehende Beschreibungen der biomechanischen oder biochemischen Abläufe oder der Belastungsnormativa zur Trainingsgestaltung sind für die Kinder noch nicht von Bedeutung. Sie werden lediglich von mir in der Unterrichtsgestaltung - zum Beispiel in den aktiven Erholungsphasen - berücksichtigt.
1.4 Erweisbarkeit
Ob die Ziele dieser Stunde erreicht werden kann daran erkannt werden, ob die Kinder tatsächlich hoher / maximaler Geschwindigkeit laufen und möglichst schnell reagieren. An ihrem Spielverhalten lässt sich beobachten, ob sie sich an die Regeln halten können. Bei der Massage lässt sich an Körperhaltungen (locker verspannt) oder Störungen (Unmutsäußerungen, Unwille) erkennen, ob die Kinder sich auf die Übung einlassen.
Eine Verbesserung der Leistungen kann direkt in der Stunde kaum beobachtet werden, da diese erst im Verlaufe des Trainings sichtbar wird.
24 vgl. 1.1
7
Arbeit zitieren:
Andrea Lenz, 2006, Schnelligkeitstraining mit kleinen Spielen - 2. Klasse, München, GRIN Verlag GmbH
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