2
GLIEDERUNG
1. Abschnitt : Hinführung zur Thematik 4
2. Abschnitt : Mankiw-Modell der offenen Volkswirtschaft. 5
2.1 Der Kreditmarkt 6
2.2 Der Devisenmarkt 7
2.3 Gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht der offenen Wirtschaft. 8
2.4 Beispiel : Staatliches Budgetdefizit. 10
3. Abschnitt : Das Mundell-Fleming-Modell 12
3.1 Charakterisierung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts
der kleinen offenen Volkswirtschaft 13
3.1.1 Der Gütermarkt 13
3.1.2 Der Geldmarkt. 14
3.1.3 Die Zahlungsbilanz 16
3.2 Untersuchung fiskalpolitischer Maßnahmen. 18
3.2.1 Flexible Wechselkurse 18
3.2.2 Feste Wechselkurse 20
3.2.3 Vergleich der beiden Währungssysteme 22
3.3 Untersuchung monetärpolitischer Maßnahmen 23
3.3.1 Flexible Wechselkurse 23
3.3.2 Feste Wechselkurse 24
3.3.3 Vergleich der beiden Währungssysteme 25
4. Abschnitt : Erweiterung des Mundell-Fleming Modells um
internationale Rückwirkungen 26
4.1 Untersuchung fiskalpolitischer Maßnahmen. 26
4.1.1 Flexible Wechselkurse 26
4.1.2 Feste Wechselkurse 28
4.1.3 Vergleich der beiden Währungssysteme 30
4.2 Untersuchung monetärpolitischer Maßnahmen 31
4.2.1 Flexible Wechselkurse 31
4.2.2 Feste Wechselkurse 32
4.2.3 Vergleich der beiden Wechselkurssysteme 34
3
5. Abschnitt : Erweiterung des Mundell-Fleming-Modells
durch Zulassen flexibler Güterpreise. 35
5.1 Das gesamtwirtschaftliche Gütergleichgewicht 35
5.1.1 Die gesamtwirtschaftliche Güternachfrage 35
5.1.2 Das gesamtwirtschaftliche Güterangebot. 36
5.2 Untersuchung fiskalpolitischer Maßnahmen. 37
5.2.1 Flexible Wechselkurse 37
5.2.2 Feste Wechselkurse 38
5.2.3 Vergleich der beiden Währungssysteme 39
5.3 Untersuchung monetärpolitischer Maßnahmen 40
5.3.1 Flexible Wechselkurse 40
5.3.2 Feste Wechselkurse 41
5.3.3 Vergleich der beiden Währungssysteme 42
6. Abschnitt : Abschließende Betrachtung wirtschaftspolitischer
Auswirkungen. 43
Literaturverzeichnis 44
1. Abschnitt : Hinführung zur Thematik
Die gesamtwirtschaftliche Situation der Europäischen Union ist gegenwärtig von nur sehr gedämpftem Wachstum geprägt, das nicht ausreicht, um die ausgeprägte Unterbeschäftigung in einigen EU-Ländern zu bekämpfen. Nicht zuletzt deshalb stellte zuletzt der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder die Forderung nach mehr Wachstum, um den Grad der Beschäftigung in Deutschland und Europa zu steigern 1 .
Eine ähnliche Forderung stellten erneut Schröder und der französische Staatspräsident Jacques Chirac, als sie anmahnten, den europäischen Stabilitätspakt wachstumsorientiert auszulegen 2 . Dem gegenüber zeigte sich der Präsident der Europäischen Zentralbank EZB, Jean-Claude Trichet 3 , besorgt ob der Risiken für die Preisstabilität des Euro, die aus dem zuletzt hohen Wachstum der Geldmenge M3 entstehen 4 .
Es stellt sich also die Frage nach der Untersuchung der Wirkungen geld- und fiskalpolitischer Maßnahmen auf die Preisstabilität und das Volkseinkommen, und damit auf das Wachstum einer Volkswirtschaft. Dabei gilt es, verschiedene Prämissen und Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, insbesondere den Umstand, dass realistischerweise heute von offenen Volkswirtschaften ausgegangen werden muss; Volkswirtschaften also, die mit anderen Volkswirtschaften durch Güter- und Kapitalströme in Verbindung stehen. N. Gregory Mankiw mit seinem Modell der offenen Volkswirtschaft sowie Robert A. Mundell und J. Marcus Fleming mit ihrem sog. Mundell-Fleming-Modell liefern wertvolle Gedankenkonstrukte, die behilflich sein können unter der Annahme bestimmter Prämissen Wirkungsweisen wirtschaftspolitischer Maßnahmen zu analysieren und zu beurteilen. Beide Modelle sollen im folgenden dargestellt und erläutert werden.
2. Abschnitt : Mankiw-Modell der offenen Volkswirtschaft
Nicholas Gregory Mankiw 5 gibt mit seinem Modell einer offenen Volkswirtschaft 6 die Möglichkeit, verschiedene wirtschaftspolitische Maßnahmen oder Ereignisse darzustellen, zu betrachten und zu analysieren.
Ausgangspunkt ist die Erweiterung der Modelle der geschlossenen Volkswirtschaft 7 zu einem Modell der offenen Volkswirtschaft, d.h. die Beziehungen und Kontakte einer Volkswirtschaft mit anderen Volkswirtschaften zuzulassen und zu analysieren. Diese Beziehungen und Kontakte finden grundsätzlich auf zwei Märkten statt : (1) Auf dem Gütermarkt : es erfolgen Exporte und Importe von Gütern und Dienstleistungen. Die Differenz (Exporte - Importe) stellt den Außenbeitrag bzw. die Leistungsbilanz dar, die sog. Nettoexporte (X). Im einzelnen lässt sich die Leistungsbilanz aufteilen in :
(2) Auf dem Kapitalmarkt : es handelt sich hier entweder um Investitionen von Inländern in ausländische Aktivposten, oder um Investitionen von Ausländern in inländische Aktivposten. Die Differenz stellen die Nettoauslandsinvestitionen (net foreign investment NFI) dar.
Beide Größen, Nettoexporte wie auch Nettoauslandsinvestitionen, stellen wesentliche Bestimmungsfaktoren des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts dar. Dabei gilt :
• Ersparnisse = inländische Investitionen + Nettoauslandsinvestitionen 8 S = I + NFI
• Nettoauslandsinvestitionen = Nettoexporte 9
Das Modell von Mankiw unterstellt eine Abbildung dieser Größen auf den Kreditmärkten und Devisenmärkten :
2.1 Der Kreditmarkt
Der Kreditmarkt ist der Markt für kreditfähige Mittel. Der erste entscheidende gedankliche Schritt im Mankiw-Modell beruht darauf, anzunehmen, dass das Angebot an Kreditmitteln nur aus den inländischen Ersparnissen (S) kommen kann. Im Gegensatz dazu resultiert die Nachfrage nach Kreditmitteln aus den inländischen Investitionswünschen (I) sowie den Wünschen nach Auslandsinvestitionen, genauer gesagt, den Nettoauslandsinvestitionen (NFI). Beide Größen hängen vom Realzinssatz ab : ein höherer Zinssatz macht Anlagen attraktiver, ermutigt daher zum Sparen, dementsprechend steigt das Angebot an Kreditmitteln. Ein höherer Zinssatz verteuert aber auch Investitionen, verringert damit die Investitionsbereitschaft. Dies führt zu einer geringeren Nachfrage nach Kreditmitteln.
Je nachdem, ob der Zinssatz im Inland oder Ausland relativ gesehen höher ist, sinken entweder im Inland oder Ausland die Investitionen, d.h. steigen oder sinken die Nettoauslandsinvestitionen.
Graphisch lässt sich dieser Zusammenhang im Realzins-Kreditvolumen-Diagramm (i r -CV-Diagramm, vgl. Abb.1) darstellen.
• Die Kreditnachfrage (Credit Demand = inländische Investitionswünsche plus Nettoauslandsinvestitionen) ist dabei eine fallende Kurve (CD-Kurve, vgl. Abb.1).
• Das Kreditangebot (Credit Supply = inländische Ersparnisse) stellt eine steigende Kurve (CS-Kurve, vgl. Abb.1) dar.
• Im Equilibrium stellen sich die gleichgewichtige Kreditmenge (CV 0 , vgl. Abb.1) sowie der Gleichgewichtsrealzinssatz (i r0 , vgl. Abb.1) ein.
2.2 Der Devisenmarkt :
Der Devisenmarkt ist der Markt, auf dem inländische Währung im Austausch gegen ausländische Währung gehandelt wird. Wie beim Kreditmarkt unterstellt Mankiw eine Analogie von Angebot und Nachfrage zu den Schlüsselgrößen der offenen Volkswirtschaft : die Nettoauslandsinvestitionen (NFI) repräsentieren dabei die Menge an Inlandswährung, die zum Erwerb von Auslandswährung angeboten wird, zu dem Zweck, von der Auslandswährung Aktivposten im Ausland zu erwerben. Dies stellt im Modell das Angebot an Inlandswährung dar.
Die Nettoexporte repräsentieren hingegen die Menge an Inlandswährung, die nachgefragt wird, um aus Exportgeschäften (Güter und Dienstleistungen) erhaltene Auslandswährung wieder in Inlandswährung konvertieren zu können. Sie entsprechen demnach der Nachfrage an Inlandswährung.
Die graphische Darstellung dieses Zusammenhangs erfolgt im Realwechselkurs-Inlandswährung-Diagramm (e r -LC-Diagramm, vgl. Abb.2).
• Die Nachfrage nach Inlandswährung (Local Currency Demand = Nettoexporte) ist eine steigende Kurve (LCD-Kurve, vgl. Abb.2).
• Das Angebot an Inlandswährung (Local Currency Supply =
• Im Equilibrium stellen sich die gleichgewichtige Menge an Inlandswährung, die
Einen Spezialfall dieses Modells stellt die Theorie der Kaufkraftparität dar : „Diese Theorie besagt, dass man mit einer Einheit einer beliebigen Währung in der Lage sein sollte, in jedem Land die gleiche Menge an Waren und Dienstleistungen zu erwerben“ 10 . Der reale Wechselkurs ist demnach ein Fixum, Änderungen in den Preisniveaus der beiden Länder drücken sich in Veränderungen des nominalen Wechselkurses aus, während der reale Wechselkurse fix bleibt ( e r = e n x p * / p ). Dies unterstellt eine marginal kleine Zeitspanne, bis die Nettoexporte auf kleinste Änderungen im Realwechselkurs reagieren, und sich praktisch sofort wieder der vorherige reale Wechselkurs einstellt. In der graphischen Darstellung wäre dieser Spezialfall fixer Realwechselkurse eine Horizontale.
2.3 Gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht der offenen Volkswirtschaft Die Nettoauslandsinvestitionen stellen diejenige Größe dar, die den Kreditmarkt und den Devisenmarkt gedanklich verbinden, da sie in beiden Märkten eine signifikante Stellgröße ist. Dabei sind die Nettoauslandsinvestitionen durch den Realzins determiniert, genauer gesagt durch die Relation des inländischen Realzinses zum ausländischen Realzins : ein relativ höherer inländischer Zinssatz macht inländische Kapitalanlagen attraktiver, d.h. verdrängt Nettoauslandsinvestitionen. Umgekehrt führt ein relativ niedrigerer inländischer Realzinssatz zu verminderter inländischer Kapitalanlage, stattdessen zu erhöhten Nettoauslandsinvestitionen.
Dies impliziert einen fallenden Verlauf der NFI-Kurve im i r -NFI-Diagramm (vgl. Abb.3), wobei die Kurve im negativen Bereich startet (mehr ausländische Investitionen im Inland als inländische Investitionen im Ausland) und in den positiven Bereich (mehr inländische Investitionen im Ausland als ausländische Investitionen im Inland) hinein verläuft.
Zur Darstellung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts der offenen Volkswirtschaft können nun alle drei behandelten Elemente zusammengefasst werden : Kreditmarkt, Nettoauslandsinvestitionen und Devisenmarkt (vgl. Abb.4)
• Das Angebot (inländische Ersparnis, CS-Kurve, vgl. Abb.4) und die Nachfrage
Arbeit zitieren:
Dipl. Betriebswirt (FH) Klaus Mühlbäck, 2005, Makroökonomische Modelle der offenen Volkswirtschaft: Die Theorien von N.G. Mankiw, R.A. Mundell und J.M. Fleming, München, GRIN Verlag GmbH
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