Inhalt
1. EINLEITUNG 3
2. EMOTIONEN 5
2.1 WAS IST EINE EMOTION? 5
2.2 FUNKTION VON EMOTIONEN 7
3. EMOTIONEN UND LEISTUNG 11
3.1 ATTRIBUTION 12
3.2 LEISTUNGSATTRIBUTIONEN UND IHRE AFFEKTIVEN FOLGEN 14
3.2.1 KAUSALE ATTRIBUTIONEN DER SCHÜLER 15
3.2.2 KAUSALE ATTRIBUTIONEN DES LEHRERS 16
3.2.2.1 EMOTIONALE REAKTIONEN DES LEHRERS 17
4. SCHLUSSBEMERKUNG 19
5. LITERATUR 20
2
1. Einleitung
„To be human is to be emotional.“ 1 - Mensch bzw. menschlich zu sein heißt, emotional zu sein. Was so kurz und bündig klingt und uns selbstverständlich erscheint, hat in seiner Bedeutung eine große und ausufernde Relevanz. Emotionen spielen für das menschliche Dasein eine große Rolle und sollen in dieser Arbeit umfassend behandelt werden.
Dabei soll zunächst auf den Emotionsbegriff eingegangen werden, der in der Psychologie etliche Definitionen von unterschiedlichen Autoren aufweist. Von Ein-Komponenten-Modellen über Mehr-Komponenten-Modelle schließt der erste Teil der Arbeit mit der Definition von Kleinginna und Kleinginna, die auch Martin Hänze als Ausgangspunkt in seinem Buch ‚Denken und Gefühl -Wechselwirkungen von Emotion und Kognition im Unterricht’ von 1998 heranzieht.
Die ersten zwei Kapitel dieses Buches lauten ‚Was sind Emotionen?’ und ‚Emotionen und Leistung’. Sie dienen als Grundlage dieser Arbeit, werden jedoch nicht in jedem Punkt wiedergegeben und vertieft. Nach der Begriffsklärung wird auf deren Grundlage die Funktion von Emotionen herausgestellt werden. Dass Emotionen Handlungen steuern und initiieren wird über die Erläuterungen von Lust-Unlust-Mechanismen und so genannten Hauptinstinkten herausgefiltert. Mit drei von Dieter E. Zimmer (1981) aufgestellten Funktionen von Emotionen schließt der erste Teil der Arbeit. Im zweiten Teil wird auf die emotionalen Reaktionen auf Leistung eingegangen. Die Zuschreibung von Gründen für erbrachte Leistung geschieht über die Attribution. Diese wird zunächst in einem eigenen Abschnitt definiert und anhand der Kausaldimensionen erläutert, bevor ein genaueres Augenmerk auf Leistungsattributionen und ihre affektiven Folgen gelegt wird. In einem letzten Schritt werden dann noch die kausalen Attributionen von Schülern und Lehrern dargestellt, um abschließend damit zu enden, wie emotionale Reaktionen des Lehrers auf Schülerseite aufgefasst werden.
1 Edwards, David C.: Motivation & Emotion. Evolutionary, Physiuological, Cognitive, and Social Influences. London:
Sage Publications 1998. S. 126.
3
Der Zusammenhang Emotion - Attribution - Leistung im schulischen Kontext sollte am Ende dieser Arbeit deutlich herausgearbeitet und verstanden sein. Auf formaler Ebene möchte ich darauf hinweisen, dass sowohl Schüler als auch Lehrer der Einfachheit halber in ihrer maskulinen Form genannt werden, das feminine Pendant dazu aber immer gleichbedeutend gemeint ist.
4
2. Emotionen
2.1 Was ist eine Emotion?
Es gibt zahlreiche Definitionen zum Begriff Emotion. Von Autor zu Autor fallen sie sehr unterschiedlich aus. Ein Kern der gemeinsamen Begriffsverwendung ist dabei schwer auszumachen. Neben Ein-Komponenten-Definitionen bestehen ebenso Mehr-Komponenten-Definitionen des Emotionsbegriffs. Einige Ein-Komponenten-Definitionen lauten:
Eine Emotion ist …
… laut Wenger Jones & Jones (1956) eine physiologisch-periphere Aktivierung, … laut James (1884) das Erleben solcher Aktivierung, … laut Freud (1915) und Cannon (1928) zentralnervöse Aktivierung allgemeiner oder spezifischer Art oder
… laut McDougall (1921) und Arnold (1960) Handlungstendenz bzw. erlebte Handlungstendenz. 2
Mehr-Komponenten-Definitionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie einer Emotion mehrere Bestandteile zuschreiben. Einige dieser Definitionen lauten:
Eine Emotion ist …
… laut Plutchik (1980,1985) eine Sequenz von kognitiven Situationseinschätzungen, subjektivem Gefühl, physiologischem Arousal, Verhaltensimpuls und Verhalten,
… laut Izard (1971,1977) ein Zusammenspiel aus neurophysiologischzentralnervösen Prozessen, subjektivem Gefühlserleben und motorischem Verhalten instrumenteller und expressiver Art,
2 Pekrun, Reinhard: Emotion, Motivation und Persönlichkeit. München; Weinheim: Psychologie Verlags Union 1988. S.
96.
5
… laut Lazarus (1975) ein Arrangement aus subjektivem ‚Affekt’, physiologischer Veränderungen und Impulsen zu expressivem uns instrumentellem Verhalten oder
… laut Scherer (1984) ein Wirkungsgefüge aus Kognitionen, subjektiven Gefühlszuständen, physiologischer Aktivierung, motivationalen Tendenzen und Ausdrucksverhalten. 3
Die gängige, vielzitierte Definition von Kleinginna und Kleinginna (1981) lautet:
“Emotion is a complex set of interactions among subjective and objective factors, mediated by neural/hormonal systems, which can (a) give rise to affective experiences such as feelings of arousal, pleasure/displeasure; (b) generate cognitive processes such as emotionally relevant perceptual effects, appraisals, labeling processes; (c) activate widespread physiological adjustments to the arousing conditions; and (d) lead
to behavior that is often, but not always, expressive, goal-directe, and adaptive.” 4
Emotion wird bei ihnen als komplexes Interaktionsgefüge verschiedener Teilprozesse beschrieben. Wie auch bei einigen der vorangegangen Definitionen betreffen diese Teilprozesse das emotionale Erleben, den Verhaltensaspekt, den emotionalen Ausdruck, physiologische Vorgänge und kognitive Bewertungsprozesse. Diese Prozesse stehen zueinander in Wechselwirkungen und können einander auslösen oder auch verstärken. 5 Der Begriff Emotion ist, wie man merkt, schwer zu fassen. Zwar sind kognitive Anteile einer Emotion und die Wahrnehmungen physiologischer Prozesse in der empirischen Welt beobachtbar; subjektive emotionale Zustände lassen sich jedoch nicht definitorisch eingrenzen. 6
3 Ebd.
4 http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/mniepel/lek_alt/docs/Definitionen.PDF (06.01.2006)
5 Hänze, Martin: Denken und Gefühl. Wechselwirkung zwischen Emotion und Kognition im Unterricht. Neuwied; Kriftel;
Berlin: Luchterhand 1998. S. 16.
6 Pekrun, R.: Emotion, Motivation und Persönlichkeit. S. 97.
6
Arbeit zitieren:
Nina Butterbrodt, 2006, Emotion, Attribution und Leistung im schulischen Kontext, München, GRIN Verlag GmbH
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