Inhaltsverzeichnis
1 Allgemeine Koordination 3
1.1 Körperbild, -schema, -wahrnehmung 3
1.2 Definition koordinativer Fähigkeiten 4
1.3 Was bedeutet Koordination? 4
1.4 Koordination bei Aktivitäten des täglichen Lebens 5
2 Sportschwimmtraining 6
2.1 Begriffsbestimmung 6
2.2 Schwimmspezifische koordinative Fähigkeiten 8
2.3 Methodik des Schwimmtrainings 10
2.3.1 Physische Vorbereitung 10
2.3.2 Technische Vorbereitung 11
2.3.3 Psychische Vorbereitung 12
2.3.4 Taktische Vorbereitung 12
2.3.5 Theoretische Vorbereitung 12
2.4 Problemstellung 13
3 Entwicklung koordinativer Fähigkeiten 14
3.1 Bedeutung und Entwicklung koordinativer Fähigkeiten 14
3.2 Bedeutung der koordinativen Fähigkeiten im Schwimmen 18
4 Résumé 19
Literaturverzeichnis 21
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1 Allgemeine Koordination
1.1 Körperbild, -schema, -wahrnehmung
Die Relation jedes Individuums zu seinem Erscheinungsbild wird in die Begriffe Körperbild und Körperschema unterteilt. „Die Akzeptanz und der positive Umgang mit seinem eigenen Körper trägt zum körperlichen Wohlbefinden und zu einem guten Selbstgefühl bei“ (Häfelinger & Schuba, 2002, S. 11). Aus der sehenden, gefühlsmäßigen und gedanklichen Vorstellung unseres Körpers resultiert der Begriff „Körperschema“. Das „explizite“ (bewusste) Wissen der eigenen Körperlichkeit umfasst alle körperbezogenen Empfindungen, d. h. wie ich selbst meinen Körper wahrnehme, z.B. positiv, sportlich, durchtrainiert, attraktiv usw. oder als eher negativ, schwach, unproportional, steht immer in Verbindung mit der Akzeptanz des eigenen Körpers und dem daraus entwickelten Verhalten.
Der Begriff Körperschema befasst sich mit der Position und der Lage des Körpers und der einzelnen Körperteile zueinander. Die daraus resultierende Vorstellung entsteht aus der Rückmeldung von inneren und äußeren Wahrnehmungsreizen. Auf diesen Intero- und Exterozeptoren basiert die Wahrnehmung der zu diesem Zeitpunkt aktuellen Haltung und Bewegung des Körpers. Zudem stehen alle Wahrnehmungen in Verbindung mit Gefühlen und Empfindungen wie Ärger, Freude, Zuneigung, Ablehnung usw. Das Zusammenwirken dieser Empfindungen spielt eine bedeutende Rolle bei der Ausführung koordinativer Bewegungsmuster. Bewegungsmuster sind gedankliche Vorstellungen wie eine Bewegung aussehen soll.
Das Grundgerüst der Körperwahrnehmung bildet die Bewegungserfahrung und die Kenntnis über seinen eigenen Körper. Die Körperwahrnehmung steht im Zusammenhang mit Wahrnehmungsmustern, die bereits gedanklich vorhanden sind, dem eigenen Entwicklungsprozess und der Wahrnehmung von Gefühlen. Die meisten Bewegungen unterliegen dem Automatismus, dennoch können sie bewusst verändert oder spontan durch äußere Störfaktoren beeinflusst werden. Die Belastungsgrenzen kennen zu lernen, dient dem Durchbrechen von übli-
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chen, gewohnten Bewegungsmustern, um neue Bewegungsdimensionen zu schaffen. Folglich ist die Körperwahrnehmung der Grundstein jedes Trainings (Häfelinger & Schuba, 2002, S11).
1.2 Definition koordinativer Fähigkeiten
„Koordinative Fähigkeiten ermöglichen, gesteuert vom Zentralnervensystem, ein harmonisch ökonomisches Zusammenspiel der Muskeln und Muskelgruppen, zur Bewältigung und zum schnelleren Erlernen einer an sie gerichteten Bewegungsaufgabe, die gegenständlich praktischer oder sportlicher Natur sein kann“ (Frank, 1996, S. 17)
1.3 Was bedeutet Koordination?
Bewegungen des Menschen beruhen auf koordinativen Fähigkeiten. Ohne diese grundlegende Eigenschaft wäre das Vorankommen beim Gehen und anderen Bewegungen nicht möglich. Die Koordination befasst sich mit drei Funktionen von Bewegungen. Häfelinger & Schuba (2002, 13): „Wir lernen durch Tun und tun nur, was wir gelernt haben“ (S. 13). Zum einen beinhaltet Koordination das Erlernen von Bewegungen, zum anderen auch das Steuern und das Anpassen. Somit werden die koordinativen Fähigkeiten zum zentralen Faktor der motorischen Leistungsfähigkeit, denn die resultierende Wirkung bringt Erfolg für alle anderen motorischen Grundeigenschaften, die auf konditioneller Ebene stehen, wie Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit. Das Ziel ist das Erreichen einer gewollten Bewegung, welche durch höhere koordinative Fähigkeiten einfacher zu vollenden ist, denn je besser die Koordination vorhanden ist, umso ökonomischer und präziser erfolgt der Bewegungsablauf. Daraus folgt ebenfalls, dass der Athlet weniger Energie aufbringen muss, um gleiche Ergebnisse zu erzielen. Zudem wird von dem Sportler ein geringfügigerer Krafteinsatz verlangt, welches sich positiv auf die Ermüdung und Erschöpfung auswirkt, die wesentlich geringer ausfällt. Das Zusammenspiel zwischen dem Steuerungsorgan („ZNS“ = Zentralnervensystem) und Ausführungsorgan (Skelettmuskulatur) bewirkt einen flüssigen Be-
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wegungsablauf, den man als Koordination bezeichnet (Häfelinger & Schuba, 2002, S. 13).
1.4 Koordination bei Aktivitäten des täglichen Lebens
Das tägliche Leben stellt vielfältige Forderungen an uns und an unseren Körper. Man muss über koordinative Fähigkeiten verfügen, um Aufgaben und Anforderungen mit Hilfe motorischer Umsetzung zu absolvieren. Wie zuvor beschrieben, ist die Grundlage der Koordination das Zusammenspiel zwischen der Aufnahme von Informationen (ZNS), der Verarbeitung von Reizen, bis zur Ausführung (Skelettmuskulatur).
Im alltäglichen Leben trifft man auf folgende Prozesse: • „Der Optimierung von Haltungs- und Bewegungsabläufen • Der Verbesserung der Bewegungsökonomie • Der Bewegungssicherung für die Aktivität des täglichen Lebens • Der Verbesserung der Selbstsicherheit, des Selbstbewusstseins und des Wohlbefindens“ (Häfelinger & Schuba, 2002, S. 19) Man kann Häfelinger & Schuba sicherlich zustimmen, wenn sie behaupten, dass die Koordination nicht nur den physiologischen Bereich, sondern auch den psychologischen umfasst (Häfelinger & Schuba, 2002, S. 19). Diese Aussage trifft vollkommen zu, denn das zuvor angesprochene Zusammenspiel von Wahrnehmung und körperlicher Reaktion tritt in diesem Fall in Kraft. Ein Beispiel von physiologischen und psychologischen Merkmalen ist das Auto fahren. Es ist ein automatisierter Prozess, ein Verlauf, der unbewusst abgerufen wird und nicht schnell vergessen, bzw. verlernt wird. Man fährt Auto ohne darüber nachzudenken. Im Gegensatz dazu stehen die ersten Fahrstunden eines Fahrschülers. Er hat mit der Koordination abgestimmter Bewegungen zu kämpfen, wie die Bremse und Kupplung treten, Bremse lösen, dabei Kupplung kommen lassen und zudem leicht Gas geben, sowie lenken und die Umwelt im Blickfeld behalten. Nach dem Erlernen dieser Fertigkeit und dem darauffolgenden Üben fällt es dem nun rechtmäßigen Führerscheininhaber leichter diese Anforderun-
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gen zu koordinieren. Man geht noch über das Ziel hinaus, man ist nun in der Lage, beispielsweise Gespräche mit dem Beifahrer zu führen, das Radio nebenbei zu bedienen, o. ä., weil die oben erklärten charakteristischen Merkmale automatisiert wurden. Die Bewältigung von komplexen Anforderungen stellt die Automatisierung von Bewegungen dar. Zu beachten ist jedoch die korrekte Ausführung komplexer Aufgaben, ohne Fehler dabei zu machen, so dass fehlerhaftes Verhalten verändert und korrigiert werden muss, um ein korrektes, automatisiertes Bewegungsmuster zu erhalten, welches sich nicht negativ auswirkt, sei es gesundheitsschädigend, finanziell oder psychologisch. Das „Mehrfachhandeln“, ob bei Kindern oder Erwachsenen, beinhaltet das Zusammenspiel von verschiedenen Teilbewegungen zu einem Gesamtgefüge. Es besteht die Notwendigkeit der Schulung, Förderung und Erhaltung aller koordinativer Bewegungen, um neue Lebensbereiche zu erhalten oder sogar zu erschließen. Im Alltag ist die Koordination unerlässlich und verlangt, sei es unter Zeitdruck oder nicht, in verschiedenen Situationen ökonomisch und sicher zu handeln ohne den Verlust von Körperbalance und Gelenkstabilität.
2 Koordinative Fähigkeiten im Sportschwimmtraining
2.1 Begriffsbestimmung
Folgende koordinative Fähigkeiten sind für das Sportschwimmtraining relevant: • Rhythmisierungsfähigkeit • Kopplungsfähigkeit • Differenzierungsfähigkeit • Umstellungsfähigkeit • Reaktionsfähigkeit • Orientierungsfähigkeit • Gleichgewichtsfähigkeiten
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Arbeit zitieren:
Simon Stegmann, 2006, Zur Bedeutung der Entwicklung der koordinativen Fähigkeiten im Sportschwimmen, München, GRIN Verlag GmbH
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