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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Bewertung eines Schülertextes
3. Belohnungen der Eltern und Lehrer
4. Verschiedene Zeugnistypen
5. Eine kritische Auseinandersetzung mit Zensuren
6. Resümee
7. Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Spätestens im ersten Schuljahr lernen Kinder die Kunst des Schreibens. Damit steht ihnen eine völlig neue Dimension der Mitteilung zur Verfügung. Doch bis sie flüssig und korrekt schreiben können, haben sie viele Hürden zu nehmen. Wie ich bei einer Hospitation in einer Grundschule miterlebt habe, lernen Kinder in der ersten Klasse alle Groß- und Kleinbuchstaben des Alphabets zu lesen und zu schreiben. Dieser Lernpro- zess kann bis in die zweite Klasse andauern. In dieser Zeit verfassen Schüler ihre ersten freien Texte, die noch nicht bewertet werden. Ich war erstaunt, zu welch kreativen Tex- ten Schulkinder bereits in der zweiten Klasse in der Lage sind. Die Rechtschreibfehler werden bei der Bewertung nicht weiter berücksichtigt. Die ersten „richtigen“ Aufsätze werden dann in der dritten Klasse geschrieben. Der Schwerpunkt des Deutschunterrichts wird hierbei auf die „Aufsatzerziehung“ gelegt. Mit diesem Schritt ist nun auch der Leh- rer gefordert, da er die Aufsätze bewerten muss. Doch wie kann man Schülertexte ge- recht bewerten?
Mein Referatsteil soll meine Kommilitonen mit dieser Frage konfrontieren. Über die Konflikte, die mit der Bewertung auftreten, werden sie sich Gedanken machen. Ich werde zu Beginn einen Überblick über das gerechte Bewerten eines Schülertextes ge- ben. Dieser Einstieg wird meine Zuhörer auf die weiteren Referatsteile vorbereiten. An- schließend werde ich über die Belohnung im Unterricht berichten und Punkte, die wäh- rend der Diskussion über dieses Thema gefallen sind, in diese Ausarbeitung einbringen.
Über die Belohnungen hinaus werde ich verschiedene Zeugnistypen ansprechen. Da hierbei während meines Referates eine lebendige Diskussion aufgekommen ist, werde ich einige Kommentare meiner Kommilitonen einfließen lassen. Abschließen möchte ich diese Arbeit mit einer Diskussion über Noten anhand des Textes „Noten zu Asche- Noten zu Staub“.
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2. Die Bewertung eines Schülertextes
Das Bewerten von Leistungen ist in der Schule fest verankert. Die Lehrer übernehmen diese Aufgabe und tragen damit eine sehr große Verantwortung für den weiteren Bil- dungsweg ihrer Schüler.
Das Bewerten umfasst zwei Formen: das produktorientierte und das prozessorientierte Bewerten. Der Schwerpunkt des produktorientierten Bewertens bezieht sich auf Ergeb-
nisse, „die während des Unterrichts schriftlich oder mündlich erreicht werden“. 1 Pro- zessorientierte Leistungen beziehen sich hingegen auf „geistige Prozesse der Lernenden, Art und Umgang der Kommunikation, der Kooperation, der Problemlösefähigkeit und
der Problemlösebereitschaft“. 2 Ich möchte hierzu ein Beispiel geben: Es nicht möglich, allein den Aufsatz, der als Klassenarbeit geschrieben wird, prozessorientiert zu beurtei- len, da in diesem Moment nur das Endprodukt zählt. Aus diesem Grunde sollte die Vor- bereitungszeit vor der Klassenarbeit für die Endzensur berücksichtigt werden. Während dieser Vorbereitungszeit kann der Lehrer die Leistungsentwicklung seiner Schüler beo- bachten und feststellen, ob Hilfestellungen und Hinweise umgesetzt worden sind. Auf diese Weise kann er die Schülerleistungen prozessorientiert bewerten. Haben die Schü- ler den Aufsatz dann geschrieben, bewertet der Lehrer allein das Endprodukt. In diesem
Falle bewertet er produktorientiert. 3
Die Bewertung eines Schülertextes ist nicht so objektiv, wie es vom Lehrer erwartet wird. Jeder Lehrer hat seine Vorlieben und Abneigungen Schülern gegenüber und be- wertet Schülerleistungen dementsprechend. Daher vermittelt auch die „Trennung der
Beurteilung von sprachlichem Ausdruck und Inhalt [...] nur eine Scheinobjektivität“. 4 Das Sprachgefühl eines jeden Lehrers ist verschieden, und er wird den Inhalt des Textes unbewusst nach seinen sprachlichen Vorlieben bewerten. Um ein gerechtes Bewerten von Schülertexten überhaupt zu ermöglichen, unterliegen die unterschiedlichen Texte unterschiedlichen Textmustern, an die sich Schüler und Lehrer zu richten haben.
1 http://www.learn-
line.nrw.de/angebote/gemeinsamerunterricht/leistungsbewertung/pdf/Leistungsbewertung.PDF
2 Ebd.
3 Vgl. http://www.dagmarwilde.de/futvsose00/gruppenjournale/g91tbeurt.html
4 Ebd.
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Nur das „freie Schreiben“ bildet hierbei eine Ausnahme. Es ist zu beachten, dass ein Lehrer nur vorhergegangene Unterrichtsinhalte in seine Bewertung einbezieht, da Leh- rer nur das bewerten dürfen, was sie im Unterricht vermittelt haben. Aus diesem Grunde sollte der Unterricht vom Lehrer gut vorbereitet werden und von den Schülern leicht zu folgen sein. Neben den Unterrichtsinhalten muss die Entwicklungsstufe der Schüler
berücksichtigt werden. 5 Dementsprechend muss der Lehrer beim Bewerten auf schreib- schwache Schüler Rücksicht nehmen und deren individuelle Fortschritte beispielsweise mit einem anspornenden Kommentar oder gegebenenfalls einer guten Note loben. Er- kennt der Lehrer andererseits Schreibegabungen bei Schülern, sollen auch hier gute bis sehr gute Bewertungen der Förderung dienen. „Es ist in jedem Falle wichtig, das Kind, das [einen] Text geschrieben hat, nicht zu entmutigen, sondern gelungenes zu bestärken
und Verbesserungsbedürftiges gemeinsam mit dem Kind zu klären.“ 6
Vom Lehrer ausgehändigte und gut formulierte Schreibtipps können für Schüler eine Hilfe sein, den Schreibanforderungen zu entsprechen. Schreibtipps geben Anhaltspunk- te, an die sich Schüler beim Formulieren richten können. In meiner Praktikumsklasse, eine dritte Klasse, hat der Lehrer mit den Schülern zusammen eine „Regelmappe“ ange- fertigt. In dieser Mappe findet man alle Regeln, die die Klasse mit ihrem Lehrer zum Aufsatzschreiben ausgearbeitet hat. Einige der Regeln sind, dass die Schüler an die mündliche Rede denken sollen, um den Aufsatz lebendiger zu machen; weiterhin sollen die Schüler ausschmückende Adjektive verwenden und darauf achten, dass sie das vor- gegebene Tempus einhalten. Diese Mappe kann von Zeit zu Zeit und je nach Aufsatztyp erweitert werden.
Wichtig ist, dass solche Regeln die Schüler nicht einschränken dürfen, sondern so weit gefasst sind, dass dem Schüler genügend Freiheiten bleiben, um einen eigenen Stil zu entwickeln. Der Lehrer orientiert sich während der Bewertung an der Umsetzung der Regeln und Schreibtipps.
5 Ebd.
6 http://www.dgls.de/textebew.htm
Quote paper:
Eva Fründt, 2003, Schülertexte beurteilen und eine kritische Auseinandersetzung mit Zensuren, Munich, GRIN Publishing GmbH
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