1 Einleitung 3
2 Forschungsstand: Guter Sportunterricht 3
2.1 Schülerbild. 4
2.2 Ziele 6
2.3 Inhalte 8
2.4 Methoden. 9
2.5 Persönlichkeit der Sportlehrkraft. 11
3 Forschungsmethode: Interview und Beobachtung. 14
3.1 Qualitatives Interview. 14
3.1.1 Das standardisierte Interview 15
3.1.2 Das fokussierte Interview 15
3.1.3 Das halbstandardisierte Interview 16
3.1.4 Das problemzentrierte Interview 16
3.1.5 Das Experteninterview 16
3.1.6 Das narrative Interview 17
3.2 Entwicklung des Interviewleitfadens. 17
3.3 Qualitative Beobachtung 18
3.4 Durchführung der Beobachtung 18
4 Ergebnisdarstellung 20
4 1 Kurzcharakteristik des befragten und beobachteten Lehrers. 20
4.2 Kernaussagen des Interviews 20
4.3 Wichtigste Beobachtungen 21
5 Ergebnisinterpretation. 22
5.1 Schülerbild. 22
5.2 Ziele, Inhalte und Methoden. 22
5.3 Persönlichkeit des Sportlehrers 23
6 Zusammenfassung/Ausblick 24
7 Literatur 25
8 Anhang. 26
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1 Einleitung
2 Forschungsstand: Guter Sportunterricht
ein guter Sportunterricht auch ergebnisoffene Phasen. In diesen Phasen sollte der Unterricht die Schüler/innen auch darin unterstützen, ihre individuellen Bewegungsmuster zu finden (vgl. Kurz 1998, S. 225/226). 2. „Für kein Ziel gibt es den einen optimalen Lehrweg“, daher ist guter Sportunterricht prinzipiell verlaufsoffen. Ein Plan für die Unterrichtsstunden ist zwar notwendig, aber auch die aktuellen Voraussetzungen und Befindlichkeiten der Schüler/innen müssen beachtet werden (vgl. Kurz 1998, S. 226/227).
3
Sportunterricht individualisiert auch bezüglich der Methode. Die Schüler/innen sollten daher auch nach den Anfangsvoraussetzungen, dem Lerntempo und dem erreichbaren Ziel differenziert werden, aber auch eine methodische Differenzierung ist von Vorteil (vgl. Kurz 1998, S. 227/228).
Funke (1991) sagt dazu: „Individuelle Schwierigkeits- und Zielbestimmung in differenzierten Situationen ermöglichen, statt Gleichschritt zu verordnen (siehe Funke 1991, S. 17).“
5. „Keine Phase des Unterrichts hat nur einen Sinn“, daher ist guter Sportunterricht deutungs- bzw. erfahrungsoffen. Daher sollte versucht werden, diese Vielfalt in einer Aktivität nacheinander, aus einzelnen bedeutsamen Perspektiven zugänglich zu machen (vgl. Kurz 1998, S. 228/229).
6. „Schüler dürfen nicht Objekte des Unterrichtsgeschehens bleiben“, denn guter Sportunterricht fördert die Selbständigkeit. Daher sollten die Interessen der Schüler/innen zum Bezugspunkt gemacht werden, denn ihre Ideen und Kenntnisse und ihr praktisches Wissen stellen eine unmittelbare Bereicherung des Unterrichts dar (vgl. Kurz 1998, S. 230/231).
2.1 Schülerbild
Dober (2001) ist der Meinung, dass die heutigen Schüler/innen sich häufig durch Bewegungsmangel auszeichnen, was dazu führt, dass schon Grundschulkinder mit Haltungs-, Koordinations-und Herz-Kreislaufschwächen, Übergewicht und psychosozialen Auffälligkeiten zu tun haben (vgl. Dober 2001, S. 4).
Viele Kinder kommen ihrem angeborenen Bewegungsdrang nicht nach, führen sich nicht an den Rand ihrer körperlichen Belastbarkeit und tätigen nicht die einfachen Kinderaktivitäten wie Toben, Balancieren, Laufen oder Rad fahren.
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Einige Schüler/innen verbringen ihre Freizeit meist damit, vor dem Fernseher oder dem Computer zu sitzen, mit dem Auto überall hingefahren zu werden und in allen Bereichen eher Bus und Fahrstuhl zu benutzen. Andere Schüler/innen hingegen treiben auch in ihrer Freizeit Sport - ihren Lieblingssport - den sie sich ausgesucht haben.
Dieser ist für sie der „richtige“ Sport, im Gegensatz zum Schulsport, der eher eine Pflicht im Schulalltag darstellt und durch Leistungsbeurteilung bestimmt ist (vgl. Miethling 1998, S. 51/52). Wie aber wird man diesen Schülern und ihren unterschiedlichen Voraussetzungen und Interessen gerecht? Wie erleben Schüler/innen den derzeitigen Sportunterricht und was ist aus ihrer Sicht ein guter Sportunterricht?
Die Schüler/innen unterscheiden genau zwischen dem Sport in der Schule und dem Sport in ihrer Freizeit. Schulsport wird in der Regel einfach nur abgehakt, er ist in den Augen der Schüler nicht so wichtig, aber im Schulalltag für viele Freizeitsportler das kleinere Übel. Den unsportlichen Schülern verdirbt der Schulsport oft jegliche Lust am Sporttreiben, was im Widerspruch zu dem allgemein anerkanntem Ziel des Sportunterrichts „Motivation zu lebenslangem Sporttreiben“ steht (vgl. Miethling 1998, S. 52). Fazit: Für die guten Sportler ist der Sportunterricht allenfalls eine erfreuliche Zugabe, aber eigentlich unwichtig, für die schlechteren Schüler dagegen ist er möglicherweise ein (zusätzlicher) Ablehnungsgrund - also wichtig (siehe Miethling 1998, S. 52).
Um weiter auf die Bedürfnisse der Schüler/innen - im Bezug auf Miethlingeinzugehen, sollten Lehrer/innen vor allem selbst Spaß am Sport und Spaß an ihrem Unterricht zeigen. Das ist nämlich auch für die Schüler/innen sehr wichtig. Außerdem sollte sich die Lehrkraft auch intensiv mit den schwächeren Schülern beschäftigen, denn diese haben das Gefühl, der Lehrer hat nur Zeit für seine guten Schüler.
Schule und damit vor allem der Sportunterricht muss den Schüler(n)/innen Anlässe und Räume zum Bewegen geben und Möglichkeiten der Bewegung und des Sports anbieten. Wichtig ist dabei, auch auf die Interessen der Schüler/innen einzugehen und sie in den Sportunterricht viel mehr mit einzubeziehen. Der Schulsport sollte von den Schülern profitieren.
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Und vor allem auch unsportliche Kinder sollten vielfältige Bewegungserfahrungen machen können und Spaß daran finden.
2.2 Ziele
Nach den Grundsätzen für den Schulsport ist es ein wesentliches Ziel des Schulsports, allen Kindern und Jugendlichen Zugänge zur Bewegungskultur zu erschließen. Dadurch sollen drei miteinander vernetzte Kompetenzen vermittelt werden: Sachkompetenz (spiel-, bewegungs-, körper- und sportbezogenes Können, Wissen und Urteilsfähigkeit), Selbstkompetenz (Fähigkeit zum selbständigen und selbstbewussten Einbringen individueller Erwartungen an und in Bewegungshandlungen sowie Verantwortung übernehmen) und Sozialkompetenz (Fähigkeit zum einfühlsamen und verantwortlichen gemeinsamen Spiel- und Bewegungshandeln, Bereitschaft zum Helfen und gegenseitig zu handeln) (vgl. Niedersächsisches Kultusministerium 1998, S. 7-10).
Ein wichtiges Ziel eines guten Sportunterrichts nach Gebken (2003) ist die klare Strukturierung des Lehr-Lernprozesses, das heißt ein „roter Faden“ für Lehrer und Schüler, damit die Schüler einen Überblick über den Stundenverlauf bekommen und dadurch einen Sinn für die Stunde erkennen (vgl. Gebken 2003, S.3).
Die zur Verfügung stehende Zeit muss genutzt werden, damit lange motorische Aktivitäten möglich sind und eine optimale Bewegungszeit für die Schüler geschaffen werden kann.
Ein förderliches Unterrichtsklima ist Voraussetzung für den Erfolg des Sportunterrichts (vgl. Gebken 2003, S.3/4).
Sinnstiftende Unterrichtsgespräche sollen den Schülern ermöglichen, eigene Interessen und Ideen in den Sportunterricht einzubringen. Es ist wichtig, dass alle Schüler, die leistungsstarken sowie die leistungsschwachen, gleichmäßig gefördert werden und Möglichkeiten und Anregungen bekommen ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten auszubauen und zu üben.
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Schülerrückmeldungen sollten für die individuelle Planung berücksichtigt und in den Sportunterricht mit einbezogen werden.
Die Leistungserwartungen sollten von der Lehrperson klar formuliert werden, damit die Schüler wissen, was von ihnen erwartet wird; außerdem können auch die Schüler in die Leistungsbeurteilung mit einbezogen werden (vgl. Gebken 2003, S.5) .
Die didaktische Leitidee nach Balz (1992) ist ein erziehender Schulsport, der also einem Unterrichtsauftrag und einem Erziehungsauftrag nachzugehen hat. Demnach soll Schule und Schulsport zur Mündigkeit von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit sich selbst und mit der Welt beitragen. Dabei sollte an Motive und Handlungserwartungen von jungen Menschen angeknüpft werden (vgl. Balz 1992, S. 19). Nach Kurz (1991) gibt es sechs Perspektiven für einen erziehenden Schulsport, in dem die allgemeinen pädagogischen Aufgaben in sportlichen Sinngebungen eine Basis finden: 1. Gesundheitserziehung: Gesundheit (Fitness/Wohlbefinden) 2. Sozialerziehung: Miteinander (Geselligkeit/Gemeinschaft) 3. Stärkung des Selbstwertgefühls: Leistung (Wettkampf/Erfolg) 4. Ästhetische Erziehung: Ausdruck (Darstellung/Gestaltung) 5. Entwicklung der Wahrnehmungsfähigkeit: Eindruck (Körperliche/materiale Erfahrung) 6. Erlebnispädagogische Akzentuierung: Spannung (Risiko/Abenteuer) (vgl. Balz 1992, S. 19)
Diese Perspektiven sollten demnach als Ziel guten Sportunterrichts angesehen werden und in ihrer vielfältigen Weise genutzt werden, um die Schüler/innen zum Sport zu motivieren. Sie beziehen meiner Meinung nach die Rahmenrichtlinien effektiv mit ein und schließen die Ansichten Gebkens keinesfalls aus.
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2.3 Inhalte
Der Sportunterricht heute wird als Kompensationsinstanz zur bewegungsarmen Alltagswelt der Kinder verstanden. Er soll die Defizite der veränderten kindlichen Lebenswelt beheben und den Bewegungsmangel im Unterricht ausgleichen. Den Schülern sollen Naturerfahrungen ermöglicht werden; sie sollen Integration und soziales Lernen erfahren und für ein lebenslanges Sporttreiben motiviert werden. Sinnlichkeit, Sich- Bewegen und Bewegungserfahrungen stehen im heutigen guten Sportunterricht mehr im Mittelpunkt als die traditionellen Sportarten an sich. Schule sollte sich zu einem Bewegungs- und Erfahrungsraum entwickeln, der Sport, Spiel und Bewegung beinhaltet.
Nach den didaktischen Grundsätzen für den Schulsport soll sich dieser an Erfahrungs- und Lernfeldern orientieren. Dazu sollen im Folgenden die zehn Inhalte für den Schulsport aufgezeigt werden: 1. Spielen
2. Schwimmen, Tauchen, Wasserspringen 3. Turnen und Bewegungskünste
4. Gymnastische, rhythmische und tänzerische Bewegungsgestaltung 5. Laufen, Springen, Werfen, wandern 6. Auf Rädern und Rollen 7. Auf Schnee und Eis 8. Auf dem Wasser 9. Kämpfen 10. Reiten und Voltigieren
Die jeweilige Gewichtung der Erfahrungs- und Lernfelder wird in den jeweiligen Rahmenrichtlinien festgelegt. Des Weiteren sollen folgende sieben didaktische Orientierungen berücksichtigt werden: 1. Die Praxis mit der Theorie verbinden („Schulsport reflektieren“) 2. Die Schüler/innen sollen selbständig mitgestalten 3. Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichten 4. Ausgleich von Belastung und Entspannung 5. Sport auch im Freien unterrichten 6. Fächerübergreifend Lernen 7. Der Schulsport soll zum Schulleben beitragen (vgl. Niedersächsisches Kultusministerium 1998, S 11 - 13).
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Arbeit zitieren:
Katrin Wildhagen, 2005, Vorstellungen eines erfahrenen Sportlehrers von gutem Sportunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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