Gliederung:
1. Erläuterung der Aufgabenstellung. S.03
2. Die soziale Konstruktion von wissen und Wirklichkeit. S.03
3. Die phänomenologische Analyse der Institution der Schule. S.05
4. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Durkheim. S.07
5. Zusammenfassung und Fazit. S.08
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1. Erläuterung der Aufgabenstellung
In dem hier vorliegenden Essay soll zunächst, gemäß Aufgabenstellung, die soziale Konstruktion von Wissen und Wirklichkeit im Alltagsleben nach Schütz, Berger und Luckmann vorgestellt werden. Anschließend möchte ich im zweiten Abschnitt die phänomenologische Theorie von Schütz, Berger und Luckmann auf die von mir selbst gewählte soziale Institution der Schule anwenden. Hierbei stelle ich unter Anwendung der Phänomenologie zunächst Thesen auf, die eine Entstehung des Schulwesens aus phänomenologischer Sicht erklären könnten und lege später dar, welche sozialen Prozesse die Aufrechterhaltung und Erneuerung dieser Institution gewährleisten. Im dritten Teil versuche ich, sowohl die inhaltlichen und methodischen Gemeinsamkeiten, als auch die Unterschiede zwischen Schütz, Berger und Luckmann auf der einen Seite und Durkheim auf der anderen Seite herauszuarbeiten. Dieser Vergleich bezieht sich auf das Verstehen und Erklären sozialer Institutionen. Zum Schluss sollen dann die herausgearbeiteten Ergebnisse kurz zusammengefasst und ein Fazit erstellt werden.
2. Die soziale Konstruktion von Wissen und Wirklichkeit
Die Bearbeitung der Aufgabe stützt sich vor allem auf das Werk „Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“ von Berger und Luckmann. Die Kernthese dieses Werkes ist schon anhand des Titels ersichtlich. Die Autoren gehen davon aus, dass die Gesellschaft ein menschliches Produkt ist, also sozial konstruiert ist. Nach Berger und Luckmann besteht die Aufgabe der Wissenssoziologie darin, die Prozesse zu untersuchen, durch welche Wissen und Wirklichkeit konstruiert werden und wie dadurch eine gesellschaftliche Ordnung möglich ist. (vgl. Berger/Luckmann 1969; S.1) Bevor auf die Prozesse der Konstruktion von Wissen und Wirklichkeit eingegangen werden kann, möchte ich eine kurze Definition der Begriffe anführen, die Berger und Luckmann in der Einleitung ihres Werkes geben. Wirklichkeit ist nach Berger und Luckmann „ … als Qualität von Phänomenen zu definieren, die ungeachtet unseres Wollens vorhanden sind. … ‚Wissen’ definieren wir als die Gewissheit, dass Phänomene wirklich sind und bestimmte Eigenschaften haben.“ (Berger/Luckmann 1969; S.1)
Grundlegend ist das Verständnis, der Erwerb und die Neugewinnung von Wissen. Wissen muss sich, wie bereits erwähnt, auf wirkliche Phänomene beziehen. Diese Phänomene stellen nach Berger und Luckmann eine Vielfalt von Wirklichkeiten dar. Aus diesen vielfältigen
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Wirklichkeiten ist die Wirklichkeit „par excellence“, die der Alltagswelt, die sich durch Intersubjektivität auszeichnet und sich damit von den anderen Wirklichkeiten abgrenzt. (vgl. Berger/Luckmann 1969; S.24) Diese Alltagswelt, oder auch Lebenswelt, ist „ …von Anfang an nicht meine Privatwelt, sondern intersubjektiv; die Grundstruktur der Wirklichkeit ist uns gemeinsam.“ (Schütz/Luckmann 1979; S.30) Jedermann besitzt verschiedene Arten von Wissen über die Alltagswelt, das sind Wissensvorräte, Erfahrungen und Typisierungen. Beim Erwerb und bei der Neugewinnung dieses „Alltagswelt-Wissens“ spielt sowohl die Interaktion, als auch die Sprache eine besondere Rolle. Bei der Interaktion, vor allem bei der „face-to-face“ Interaktion, arbeiten die Beteiligten mit vorgeprägten Typisierungen, die das jeweilige Verhalten regeln. Ist die Anwendung dieser Typisierungen unproblematisch, besteht auch kein Bedarf diese zu modifizieren. Trifft man allerdings auf ungewohnte Bereiche, also Probleme, bei denen die bereits vorhandenen Typisierungen nicht zutreffen, ist man gezwungen den bisherigen Wissensvorrat reflexiv zu beleuchten und gegebenenfalls zu modifizieren oder zu erweitern. So kann Wissen direkt intersubjektiv ausgetauscht werden. (vgl. Berger/Luckmann 1969; S.33) Um Wissen über die „vis-a-vis“ Situation hinaus zu erwerben und neu zu begründen ist Sprache unerlässlich, da Sprache nach Berger und Luckmann ein objektives System von Zeichen ist, mit dessen Hilfe individuelle Erfahrungen standardisiert und vermittelt werden können. (vgl. Berger/Luckmann 1969; S. 36 - 48) Bei der gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit, muss zwischen einer Gesellschaft als objektive Realität, die durch die Prozesse der Institutionalisierung und Legitimierung produziert wird und einer Gesellschaft als subjektive Realität, die durch den Prozess der Sozialisation etabliert wird, unterschieden werden. (vgl. Münch 2003; S.213) Auf die Entstehung und Entwicklung von Institutionen, bei denen Begriffe wie Habitualisierung, Sedimentation und Rollen von Bedeutung sind und auf die Prozesse bezüglich der Legitimierung, werde ich im nächsten Abschnitt noch genauer eingehen. Auf die Frage, wie aus objektiver Realität subjektive Realität wird, verweisen die beiden Autoren auf die Aufgabe der Sozialisation, die sie in eine primäre und sekundäre Sozialisation einteilen. Bei der primären Sozialisation, die in frühester Kindheit stattfindet, identifizieren sich die Kinder mit ihren „signifikanten Anderen“. Nur wenn eine solche Identifikation gewährleistet, kann die Wirklichkeit internalisiert und Wissen angeeignet werden. (vgl. Berger/Luckmann 1969; S.142) Bei der sekundären Sozialisation spielt der Erwerb von „Spezialwissen“ die herausragende Rolle. Hier werden sogenannte „Subwelten“ internalisiert, also Wissen erworben, das nicht für alle Gesellschaftsmitglieder zugänglich ist. (vgl. Berger/Luckmann
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Arbeit zitieren:
Carlo Cerbone, 2004, Konstruktion von Wissen und Wirklichkeit - Eine phänomenologische Analyse der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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