Kandinskys Weg zur Abstraktion
von Sabrina von der Heide
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Kandinskys Entwicklung zur abstrakten Malerei 4
2.1 Monets Heuschober 5
2.2 Die Gründung der "Neuen Künstlervereinigung München" ( NKVM ) 5
3 Die Abstraktion Kandinskys 6
3.1 Verwendung des Begriffes "abstrakt" bei Kandinsky 7
3.2 Das Figurative bzw. die Restgegenständlichkeit in Kandinskys Werken 9
4 Die Reaktionen der Öffentlichkeit auf Kandinskys Kunst an dem Jahre 1910 10
4.1 Das Nichtanerkennen des Neuen 10
4.2 Kandinsky und die Kritik 11
4.3 Der Künstler als Kritiker und Vermittler 13
5 Fazit 14
6 Literatur 15
1 Einleitung
Ich habe mich vorwiegend mit der Abstraktion Kandinskys befasst, weil ich es faszinierend finde ungegenständliche Bilder zu zeichnen, die mit dem Geiste betrachtet erst zur vollen Aussagekraft gelangen.
Ein konkretes Beispiel, also ein abstraktes Bild von Kandinsky habe ich bei dieser Hausarbeit nicht ausgewählt, da ich mich hauptsächlich auf das Theoretische beziehen möchte.
Zunächst gehe ich einführend ein wenig auf Kandinskys Leben kurz vor der Hinwendung ins Abstrakte ein:
Nach ausgedehnten Reisen und der Inspirationssuche in anderen Ländern lebte Kandinsky ab 1907 wieder in München. Im Herbst 1908 zog er mit Gabriele Münter in die Ainmillerstraße in Schwabing ein. Die Wohnung und das 1909 von Gabriele Münter erworbene Haus in Murnau wurden zum Treffpunkt Münchner Maler. Gemeinsam suchten sie nach neuen Wegen in der Kunst und gründeten noch im selben Jahr die von Kandinsky geleitete "Neue Künstlervereinigung München". Dieser gehörten neben Gabriele Münter auch Franz Marc, August Macke, Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin an. In ihren Arbeiten gingen die meisten zunehmend von der naturgetreuen Darstellung der Motive aus. Inspiriert von der Farbigkeit der oberbayrischen Landschaft, gelangen Kandinsky eindrucksvolle Bilder wie die "Kirche von Murnau" ( 1910, München, Lenbachhaus ).
Beeinflusst wurde Kandinskys Werk in dieser Zeit von der bayrischen Volkskunst und der naiven bäuerlichen Hinterglasmalerei. In seinen Bilderzyklen, den noch relativ naturnahen "Impressionen" ( 1911 ), den freien "Improvisationen" ( 1909 - 1914 ) und den "Kompositionen" ( 1909/10, 1914 ) trat das Gegenständliche bald zurück. In den Vordergrund rückte in Kandinskys Werken das Spiel mit Formen und Farben. Ein 1910 entstandenes abstraktes Aquarell aus der "Improvisationen" - Reihe gilt in der Kunstgeschichte als das erste abstrakte Kunstwerk.
2 Kandinskys Entwicklung zur abstrakten Malerei
Studien zur Frühzeit der abstrakten Malerei beruhen im allgem. auf einem kausal - explikativen Ansatz. Danach soll sich die Entwicklung abstrakter Kunstformen in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg aus der speziellen Summe der Strömungen erklären lassen, denen die Künstler zu der Zeit ausgesetzt gewesen seien.
Wassily Kandinsky wird allgemein als der Begründer der abstrakten Malerei gesehen.
Gemäß seinen eigenen Angaben malte er 1910 das erste "abstrakte Aquarell".
" In der Abwendung vom realistischen Modell, wenn jede Referenz zur erkennbaren Wirklichkeit aufgegeben wird, sucht abstrakte Kunst eine Essenz zu finden: die Schaffung eines piktoralen ( oder literarischen oder musikalischen ) Objekts, das für sich alleine steht und eigene Gesetze befolgt - das die innere Notwendigkeit der Harmonie entdeckt, die es in sich birgt."
Schon bevor Kandinsky anfing das Abstrakte nicht nur in seinen Schriften darzulegen, sondern auch anfing es malerisch auszudrücken, meinte bzw. erwartete er sogar, dass eine Richtung der Kunst kommen werde, die keine instrumentellen Hilfsmittel wie Stift, Pinsel und/oder Farben mehr benötigen würde. Er ging von der reinen Vorstellungskraft aus, die der jeweilige Künstler in den Raum "ausstrahle", also einer geistigen Kraft, die das vermitteln soll, was der Künstler aussagen wolle.
In dem Buch "Rückblicke" beschreibt Kandinsky den Geist der materiellen Dingen inne ist: "Ich glaube, dass die künftige Philosophie außer dem Wesen der Dinge, auch ihren Geist mit besonderer Aufmerksamkeit studieren wird. Dann wird die Atmosphäre gebildet, die den Menschen im allgemeinen die Fähigkeit ermöglichen wird, den Geist der Dinge zu fühlen, diesen Geist, wenn auch ganz unbewusst von den Menschen im allgemeinen erlebt wird, was den Genuss des Publikums an der gegenständlichen Kunst erklärt. Dadurch aber wird der Mensch im allgemeinen erst das Erleben des Geistigen in den materiellen Dingen bedingt. Und durch diese neue Fähigkeit, die im Zeichen des "Geistes" stehen wird, kommt der Genuss der abstrakten = absoluten Kunst zustande."
[...]
Arbeit zitieren:
Sabrina von der Heide, 2002, Kandinskys Weg zur Abstraktion, München, GRIN Verlag GmbH
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