Universität Osnabrück WS 2001/2002 Seminar: Zeit & Raum I
Hausarbeit zum Thema: Das Erleben der Zeit – Ernst Pöppel, „Grenzen des Bewusstseins – Wie kommen wir zur Zeit und wie entsteht Wirklichkeit?“
Sabrina Von der Heide
Hauptfach: Kunstgeschichte
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1. Einleitung
2. Wasist Bewusstsein?
3. Die zeitliche Struktur des Lesens
3.1 Das subjektive Empfinden beim Lesen
3.2 Aus eigener Erfahrung
4. Die zeitliche Struktur des Hörens
4.1 Die „Klick – Fusion“
5. Was geschieht bei Störungen der Gehirnfunktion?
5.1 Multiple Persönlichkeiten
6. Einfachreaktionen und Wahlreaktionen- zwei Arten von Reaktionszeiten
6.1 Wahlreaktion
6.2 Unterscheiden heißt Identifizieren
6.3 Ist die Zeit kontinuierlich?
7. Die serielle Ordnung des Erlebens und Verhaltens
8. Das Wahrnehmen von Bewegung(en) – Ursache – Wirkungszusammenhänge
9. Die Gegenwart oder das Jetzt – zwischen Vergangenheit und Zukunft
10. Der Neckersche Würfel
10.1 Perspektivwechsel auf Zeit
11. Die Funktion des Gedächtnisses
11.1 Amnesie – Gedächtnisverlust
12. Fazit
13. Zitate zum Thema Zeit und Raum
14. Literaturverzeichnis
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In meiner Hausarbeit zum Thema „Das Erleben der Zeit“ habe ich mich in erster Linie mit dem Buch „Grenzen des Bewusstseins- Wie kommen wir zur Zeit und wie entsteht Wirklichkeit?“ vom Autor Ernst Pöppel Seite 11 bis Seite 109 befasst. Den Kapiteln 1. Grenzen der Selbstbeobachtung- oder: Wie wir lesen, 2. Fenster der Gleichzeitigkeit- oder Über zeitliche Spitzenleistungen beim Hören, 3. Wann ist ein Ereignis ein Ereignis- oder: Wenn das Gehirn zu langsam arbeitet, 5. Der zeitliche Rahmen für Entscheidungen- oder: Warum unsere Zeit in Quanten zerlegt ist, 6. Braucht das Gehirn eine Uhr? – oder: Wie zeitliche Ordnung geschaffen wird, 7. Die zeitliche Begrenztheit des Bewusstseins- oder: Wie das „Jetzt“ entsteht und 11. Gedächtnis und Gedächtnisstörung- oder: Wie Vergangenheit und Zukunft entstehen gelten meine besondere Aufmerksamkeit.
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Bevor ich mich dem eigentlichen Thema der Hausarbeit - dem Zeitbewusstsein – zuwende, erkläre ich vorab noch den Begriff des Bewusstseins bzw. wie Bewusstsein und somit die menschliche Wirklichkeit entsteht:
Bewusstsein gilt als ein geistiger oder mentaler Zustand.
Eine charakteristische Form des Bewusstseins betrifft die Ich – Identität: Bei dem, was ich tue und erlebe, habe ich in aller Regel das Gefühl, dass LFK es bin, der etwas
tut und erlebt und dass ich wach und „bei Bewusstseins“ bin. Ich fühle mich eins mit meinem
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Körper, ich empfinde mich als ein Wesen, das eine Vergangenheit, eine historische Identität hat. 1 Es gibt nur ein paar Wege, mit denen wir mit der Außenwelt in Verbindung stehen, nämlich unsere fünf Sinne. Ohne Augen, Ohren und Nase gibt es für uns auch keine Farben, Klänge und Gerüche. Empfindungen nennen wir die Prozesse, welche uns durch unsere Sinne „ zu Bewusstsein“ kommen. Es gibt kein Bewusstsein ohne Empfindungen und umgekehrt gibt e keine Empfindung ohne Bewusstsein.
Nur was uns bewusst ist, ist für uns konkret existent.
Somit existiert und entsteht Wirklichkeit auf der Basis unseres Bewusstseins. Bewusst werden uns die Dinge aber immer nur, insofern sie unsere Sinnesorgane auffassen können. Der Zustand eines jeden Dinges muss erst einen gewissen Grad der Größe erreicht haben, um von unseren Sinnen registriert werden zu können. Eine Wirkung der Außenwelt auf unsere Sinne existiert nicht, solange das Bewusstsein nicht durch das Überschreiten einer Reizschwelle geweckt worden ist. 2 Für jedes subjektive Sinnesorgan, wie auch für jedes objektive Messgerät, existiert eine unterer Grenze der Ansprechbarkeit, unterhalb derer nichts mehr registriert wird, so dass wir ständig Instrumente wie Mikroskope, Teleskope, Tachometer oder/und Seismographen benutzen müssen, um die Vorgänge entdecken und aufzeichnen zu können, die unsere Sinne nicht unmittelbar wahrnehmen.
„ Alles Objekt ist Erscheinung im Bewusstsein und damit Phänomen. Auch wenn es die objektive Realität gäbe, könnten wir sie nicht erkennen. In einer objektiven Welt dürften der besondere Zeitraum und der konkrete Ort, in und an welchem sich ein Geschehen abspielt, keine besondere Bedeutung haben, aber gerade das macht ein Ereignis irreal. Eine objektive Welt bleibt immer ein reines Gedankenprodukt [...] [...] Bewusstsein heißt Eingrenzung, Formung und konzentrierte Bündelung der Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand. Nur im Bewusstsein der Begrenztheit und Endlichkeit der Dinge sind wir bewusst und die Welt für uns ist wirklich. Information ist wahrnehmbarer Unterschied und jede geistige Tätigkeit wird durch Unterschiede ausgelöst, die uns aufgrund unseres Zeit- und Raumempfindens als solche auffallen. [...]“ 3 1 siehe auch Gerhard Roth, Kapitel 10, „ Gehirn & Bewusstsein“ 2 Das Thema der Reizschwelle werde ich weiter unten noch genauer erläutern.
3 siehe auch : www.mauthner-gesellschaft.de, Laurent Verycken- „ Formen der Wirklichkeit- Bewusstsein II“
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3.1 Das subjektive Empfinden beim Lesen
Es ist durchaus falsch zu glauben, dass wir gleichmäßig lesen, also dass unser Blick fließend von einer Zeile zur nächsten wandert; denn die Augen „ springen“ von Zeile zu Zeile oder von Satzeinheit zu Satzeinheit, was bedeutet, dass der Lesende für eine gewisse Zeit einen bestimmten Punkt auf der Zeile fixiert. „ Nach einer kurzen Zeit erfolgt dann ein weiterer Sprung, bis schließlich das Ende der Zeile erreicht ist. Dann erfolgt ein großer Sprung zurück zum Beginn der nächsten Zeile.“ 4 Je mehr Fixationen für eine bestimmte Länge eines Absatzes oder Textes nötig sind, desto anspruchsvoller ist er.
In einer längeren Lesezeit drückt sich somit eine größere gedankliche Herausforderung aus, die der jeweilige Text erfordert.
Hat der Leser einen Text in einer unbekannten Sprache und zusätzlich noch mit anderen Schriftzeichen vor sich liegen (z.B. Chinesisch, Japanisch, Griechisch,...), so erfordert es mehr Aufwand ergo mehr Zeit diesen Text zu erfassen - sofern man den Versuch startet, die einem fremde Sprache zu deuten - als man bei einem Text benötigen würde, dessen Sprache man sich bewusst ist. Das Lesenlernen und Verstehen einer fremden Sprache oder eines Schriftsystems drückt sich in der Abnahme der Zeit aus, die für einzelne Fixationen benötigt wird. Diese Abnahme der Zeit hat jedoch eine zeitliche Grenze, die nicht unterschritten werden kann.
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4 siehe auch: Ernst Pöppel- „ Grenzen des Bewusstseins- Wie kommen wir zur Zeit und wie entsteht Wirklichkeit?“ Seite 11
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Sabrina von der Heide, 2002, Zeitbewusstsein, Munich, GRIN Publishing GmbH
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