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Inhaltsverzeichnis I. Einleitung
a) Allgemeines zu Riesenbechern
b) Forschungsgeschichte II. Material aus Westfalen
a) Einzelfunde
b) Grabfunde
c) Siedlungen III. Zusammenfassung IV. Literatur
1
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Immer wieder sind in den letzten Jahren Exemplare einer Art neolithischer Keramik gefunden worden, die als Riesenbecher bekannt ist. Das Ziel der vorliegenden Arbeit soll es sein, einen Überblick über Riesenbecher im Allgemeinen und das aus Westfalen vorliegende Material im Besonderen zu präsentieren.
Ganz allgemein wird mit dem Terminus Riesenbecher eine Gruppe von Gefäßen bezeichnet, die durch ihre ungewöhnliche Größe, zwischen 30 und 55 cm 1 , im Vergleich zu anderer neolithischer Ware auffällt. Keramik dieser Art ist vor allem in den Mittelniederlanden angesiedelt, aber auch aus Westfalen und Niedersachsen bekannt. Nördlich der Elbe allerdings sind erst wenige Fälle belegt. Im Süden sind Riesenbecher bis nach Hessen und ins nördliche Rheinland verbreitet. 2 Die Form der Riesenbecher variiert von Bechern mit S-förmigem Profil über solche mit kurzem zylindrischem Hals hin zu großen bauchigen Gefäßen. Die Verzierung kann aus Buckeln, Rillen, Wulstrillen, Fingertupfen, Fingernageleindrücken, Tupfen- und Kerbleisten, Schnur- und Winkel-schnureindrücken bestehen. Es gibt aber auch komplett unverzierte Becher. Die Magerung ist oft recht grob und enthält unter Umständen kiesige Bestandteile; die Oberfläche ist meist rauh. Die Wanddicke beträgt zum Teil bis zu 2 cm. 3 Riesenbecher sind sowohl aus Gräbern als auch aus Siedlungen bekannt, wobei jedoch keine bestimmte Form oder Verzierung auf Grab bzw. Siedlung beschränkt ist. Chronologisch werden Riesenbecher einem Zeitraum von der ausgehenden Einzelgrabkultur bis in die frühe Bronzezeit angesiedelt. 4
/LFKDUGXV - Zum Problem der Riesenbecher und der frühen Bronzezeit im Hessischen Bergland. 1 Fundberichte Hessen 19/20 (1979/80), S.335.
-DFRE)ULHVHQ . + Einführung in Niedersachsens Urgeschichte. Darstellungen aus Niedersachsens 2 Urgeschichte 1 (1939), S. 77 – 81; -RFNHQK|YHO $ Vorgeschichte Hessens. Stuttgart 1990, S. 182; /HKPDQQ/7K Placing the Pot Beaker. Helinium 5 (1965), S. 3 – 31; /LFKDUGXV 1979/80, 327 – 329; 0RVHU$ Zur zeitlichen Stellung der „Riesenbecher“ des Hannoverschen Wendtlandes. Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 63 (1994), S. 3 – 38; 1DKUHQGRUI 8 Westfalen in Endneolithikum und früher Bronzezeit. Untersuchungen zur Besiedlungsgeschichte der Nordwestdeutschen Landschaft zwischen Niederrhein und Mittelweser. Band I Diss. Münster 1989, S. 6 – 12; 6WHJHQ . Der nordwestdeutsche Riesenbecher der jüngeren Steinzeit. Germania 32 (1954), S. 269 – 284. /HKPDQQ1967, 3 – 5; 0RVHU 1994, 23 – 31; 6WHJHQ 1954, 269 – 284.
3 1DKUHQGRUI1989 I, 8 – 12.
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2
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An dieser Stelle werde ich einige der im Laufe der Zeit entstandenen Typologien vorstellen, ohne mich jedoch auf eine bestimmte davon festzulegen, da in den meisten Fällen Untersuchungen auf regionaler Ebene vorgenommen wurden und die von den verschiedenen Autoren benutzte Terminologie zum Teil stark variiert.
Der Begriff Riesenbecher geht zurück auf Jacob-Friesen, der damit im Jahr 1939 vollständig mit Fingertupfen verzierte Becher vom sogenannten „Bentheimer Typus“ bezeichnete, die er im Rahmen der Einzelgrabkultur behandelte und in diese einordnete. 5
In den folgenden Jahren wurde verschiedentlich der Versuch unternommen, die Gruppe der Riesenbecher typologisch und chronologisch zu fassen. Den Anfang machte hierbei 1954 Stegen. Er definierte einen Riesenbecher als Becher mit S-Profil und kleiner Standfläche, sowie einer Höhe von 30 – 55 cm. Die Magerung beschrieb er als sehr grob; die Wanddicke beträgt nach seinen Annahmen bis zu 2 cm. Eine Gliederung in mit Verzierung oder Fingertupfen versehene Riesenbecher und solche, die entweder unverziert oder aber mit Wulst, Wellenleiste oder Rippe versehen sind, wurde von ihm vorgenommen. Aufgrund der Seltenheit von Riesenbechern in Gräbern nahm Stegen an, es handele sich um die Siedlungskeramik der Einzelgrabkultur. 6
1961 folgte Uenze mit einer Bearbeitung des in Hessen vorliegenden Materials. Er ordnete die dortigen Funde ebenfalls der Einzelgrabkultur zu, faßte jedoch verschiedene Formen und Verzierungen von Gefäßen unter dem Begriff Riesenbecher zusammen. Die Heterogenität dieser Gruppe erklärte er mit der Herkunft der einzelnen Gefäße aus verschiedenen Verbreitungsgebieten der Einzelgrabkultur. 7
In den Niederlanden wurde das Problem das Riesenbecher, die dort unter der Bezeichnung Topfbecher bekannt sind, von Lehmann und Lanting behandelt.
-DFRE)ULHVHQ 1939, 77 – 81.
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6WHJHQ1954, 269 – 284.
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8HQ]H2 Neue Riesenbecher aus Nordhessen. Fundberichte Hessen 1 (1961), S. 1 – 9.
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Arbeit zitieren:
Magister Artium Christian E. Schulz, 2001, Riesenbecher in Westfalen, München, GRIN Verlag GmbH
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