Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Gesundheitskommunikation im Internet 3
2.1 Vorzüge des Internets im Vergleich zu anderen Medien 3
2.2 Anwendungen 4
3. Virtuelle Gemeinschaften 5
3.1 Merkmale virtueller Gemeinschaften. 5
3.2 Systematisierung virtueller Gemeinschaften. 6
3.3 Virtuelle Gemeinschaften als PR-Instrument. 9
3.4 Motivation für die Teilnahme an virtuellen Gemeinschaften. 10
3.5 Vorteile der Gesundheitskommunikation über virtuelle Gemeinschaften 12
4. Effekte der Gesundheitskommunikation über virtuelle
Gemeinschaften. 13
4.1 Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Patienten. 13
4.2 Auswirkungen auf das Arzt-Patienten-Verhältnis. 14
5. Fazit. 15
6. Literaturverzeichnis 16
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Systematisierung von Virtual Communities nach Meyer. 8
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1. Einleitung
Das Gesundheitswesen war in den letzten Jahren großen Umbrüchen unterworfen. Im Januar 2004 trat die Gesundheitsreform in Kraft und seither sehen sich die Patienten signifikanten Veränderungen ausgesetzt. Das Gesundheitssystem steht unter großem Einsparungsdruck, so dass die Bürger zunehmend dazu aufgefordert sind, Entscheidungen über Leistungen, Angebote und Versicherungen eigenständig zu treffen. Medikamente und andere medizinische Leistungen müssen immer öfter aus der eigenen Tasche bezahlt werden und die Versicherten sind deshalb gezwungen, Kosten und Nutzen der Produkte gegeneinander abzuwägen. Hinzu kommt der technologische Fortschritt in der Medizin, und damit eine wachsende Zahl der Behandlungsmethoden. Zurück bleiben oftmals überforderte und verwirrte Patienten. Diesen Gegebenheiten des deutschen Gesundheitssystems stehen Zuwächse bei den Internetnutzerzahlen gegenüber. Obwohl die Hochzeit des Internetbooms in Deutschland bereits Ende der 90-er Jahre erreicht wurde, wuchs 2003 der Anteil der Internetnutzer wieder schneller. Von 2002 auf 2003 stieg der Anteil der Internetnutzer von 44,1 Prozent auf 53,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Ein besonders großer Zuwachs war bei den 40-59-Jährigen zu verzeichnen. 3,6 Millionen neue Onliner kamen aus dieser Altersgruppe binnen eines Jahres hinzu. Dabei zeichnen sich zwei Grundstrukturen ab, durch die das Internet grundlegende Systemveränderungen auslösen oder beschleunigen kann. Zum einen verhilft das Internet mehr Menschen zu einem schnelleren und einfacheren Zugang zu mehr Informationen. Vor allem nichtprofessionelle Internetuser, wie etwa Patienten, haben einen besseren Zugang zu Informationen als bisher. Diese Chance der Informationsbeschaffung, die das Internet mit sich bringt, wird als „Informationsdimension der Internetrevolution“ bezeichnet. Zum anderen verbindet das Internet mehr Menschen direkt miteinander, als dies jemals zuvor möglich war. Diese Grundstruktur wird als „Netzwerkdimension der Internetrevolution“ bezeichnet. (van Eimeren/ Gerhard/ Frees 2003, S.338-340, Tautz 2002, S. 20)
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Diese zwei Entwicklungen - die steigende Eigenverantwortung des Patienten in einem immer komplexer werdenden Gesundheitssystem und die steigende Beliebtheit des Internets - führen dazu, dass das Internet als Informationsquelle und Kommunikationsmedium für Patienten und deren Angehörige eine immer wichtigere Rolle einnimmt. Ein Potenzial der Internetnutzung liegt in der Herausbildung virtueller Gemeinschaften. Hier sind es die mittelbar oder unmittelbar Betroffenen selbst, die Erfahrungswissen, Ansichten und Informationen miteinander austauschen. Inwieweit virtuelle Gemeinschaften auch zu PR-Zwecken anderer Interessensgruppen genutzt werden können, und wo potenzielle Chancen und Gefahren der Teilnahme an solchen virtuellen Selbsthilfegruppen liegen, wird im weiteren diskutiert werden.
2. Gesundheitskommunikation im Internet
2.1 Vorzüge des Internets im Vergleich zu anderen Medien
Neben dem angesprochenen Nutzen, der sich für den Bürger durch das Internet ergibt, existiert eine Überlegenheit des Internets im Vergleich zu anderen Medien. Ein herausragender Vorteil des Internets ist seine Konsumentenzentriertheit. Diese Eigenschaft lässt sich laut Anderson/ Rainey/ Eysenbach (2003) an drei Grundzügen festmachen:
1. Consumers can be publishers: Das Internet ist ein demokratisches, „bottom-up“ Medium. Das Veröffentlichen von Beiträgen ist kostengünstig und einfach. Jeder User kann ein „publisher“ sein und eigene Beiträge der Allgemeinheit zugänglich machen - auch jeder Konsument.
2. Feedback Channels: Es gibt direkte, unmittelbare und effiziente Feedback-Kanäle (E-Mail, Nutzerstatistiken, Online-Fragebögen). Die „publisher“ erfahren, was die Konsumenten denken, was ihnen gefällt oder auch nicht und können so auf Verbesserungsvorschläge eingehen und ihre Inhalte verbessern.
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3. Flexibility and speed: Autoren von Online-Beiträgen können schnell auf Wünsche der Nutzer eingehen, da Veränderungen ohne großen Kostenaufwand und ohne Zeitverzögerung möglich sind.
Die genannten Faktoren machen das Internet zu einem Spiegel der gegenwärtigen Wünsche und Bedürfnisse der Nutzer. Anders als bei den anderen Medien Fernsehen, Hörfunk und Presse, haben die Patienten im Internet einen sehr viel direkteren Zugang zu Gesundheitsinformationen und die Möglichkeit des Austauschs mit anderen Betroffenen. Gerade bei komplexen medizinischen Themen birgt das Internet neben zahlreichen Nutzen auch Gefahren, beispielsweise ist die Quelle der Information häufig nicht eindeutig festzustellen. Außerdem fällt, wie in der realen Welt auch, der Trend hin zu mehr Eigenverantwortung und größerer Macht des Patienten auf. Diese Entwicklung könnte eine Veränderung des Arzt-Patienten-Verhältnisses auch im negativen Sinne zur Folge haben. (Mühlbacher/ Wiest/ Schumacher 2001, S. 218, Anderson/ Rainey/ Eysenbach 2003, S.68/ 69)
2.2 Anwendungen
Das Aufeinandertreffen von Gesundheit und Internet wird oft als E-Health bezeichnet. Obwohl eine einheitliche Definition von E-Health bisher fehlt, ist allen Definitionen gemeinsam, dass der Begriff E-Health aus dem Grund eingeführt wurde, um zu zeigen, dass aus dem Zusammenspiel von Internet und Medizin eine neue Form der Gesundheitskommunikation entstehen kann, die sowohl Chancen als auch Risiken für alle Akteure mit sich bringt. E-Health wird in erster Linie von den Patienten, also von Non-Professionals vorangetrieben, die mit dem Ziel der Emanzipation durch den Zugang zu Informationen neue Angebote im Gesundheitswesen entstehen lassen. (Tautz 2002, S.24/ 25)
E-Health beschreibt laut Tautz „wie eine Laienöffentlichkeit sich eine neue Technologie zu eigen macht, welche Auswirkungen dies auf soziale Interaktion in der Gesundheitsversorgung hat (besonders auf die Arzt-Patienten-Beziehung und Selbsthilfegruppen) und welches Veränderungspotenzial aus diesem Verhalten für soziale Systeme wie das Gesundheitssystem entstehen kann“ (Tautz 2002, S.26). Dabei
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Arbeit zitieren:
Dipl. rer.com. Verena Pohl, 2004, Virtuelle Gemeinschaften in der Gesundheitskommunikation - das Internet als Informations- und Diskussionsforum, München, GRIN Verlag GmbH
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