Inhalt
1. Einleitung 3
2. Zur Entstehung des Begriffs Utopie. 4
3. Der Einfluss von Plato auf das Werk Utopia 5
4. Die unterschiedlichen Sichtweisen von More und Plato 7
5. Die Gesellschaft in Utopia. 8
6. Die Produktionsweise der Utopier. 9
7. Zusammenfassung. 11
Bibliografie. 12
2
1. Einleitung
Thomas Mores Utopia 1 beschreibt die Vision eines idealisierten Staates in dem eine perfekte soziale Harmonie hergestellt werden konnte. In diesem Staat gibt es keinen Privatbesitz und Gewalt existiert nicht. Jeder hat die Möglichkeit in einer Umgebung religiöser Toleranz zu leben und zu arbeiten. Die Gegenüberstellung des idealisierten Staates mit den realen Lebensumständen des Europas im 16. Jahrhundert, durch den Reisebericht des weitgereisten Hythlodaeus 2 , führt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den realen Gegebenheiten. Im folgenden Text soll die Bedeutung des Buches Utopia von Sir Thomas More für die Entwicklung der literarischen Gattung Utopie aufgezeigt werden, um die literarische Bedeutung dieses Werkes hervorzuheben. Im Anschluss daran steht die Untersuchung des platonischen Einflusses auf Mores Werk im Mittelpunkt. Dieser ist von besonderer Bedeutung, da die Literatur dieser Epoche von den antiken Schriftstellern geprägt war. Im weiteren Verlauf des Textes wird die Gesellschaft von Utopia auf Lösungsansätze für die Kritikpunkte der „alten Welt“ untersucht. Die Ergebnisse dieser Betrachtungen leiten den Übergang zur Darstellung der Produktionsweise der Utopier ein, da diese als Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens auch die Abhängigkeit zu familiären, politischen, religiösen und weiteren Einrichtungen beschreiben. Durch den begrenzten Umfang dieser Arbeit kann jedoch nur eine oberflächliche Betrachtung der gesamten Zusammenhänge erfolgen.
1 Utopia steht für „Nirgendwo“ und „guter Ort“
2 Hythlodaeus steht für „dispenser of nonsense“
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2. Zur Entstehung des Begriffs Utopie
Der Begriff der Utopie wurde geprägt von dem englischen Humanisten Sir Thomas More (1478 - 1535), der in seiner in lateinischer Sprache verfassten Schrift Utopia (1516) ein imaginäres ideales Gemeinwesen beschreibt. 3 Frühere utopische Schriften können jedoch bis zu Homer 4 verfolgt werden, der mit seiner Odyssee eines der wichtigsten frühen Epen der Weltliteratur verfasste. Mores Hauptbeitrag zur Entwicklung des Genres war das Hinzufügen von inhaltlichem Realismus zu einer Mischung aus paradiesischen, politischen und reiseberichtsähnlichen Elementen. 5 So änderten sich die literarischen Entwürfe von meist fernen Ländern oder Inseln und verbanden den Begriff zunehmend mit idealisierten Vorstellungen von der Zukunft:
Selbstverständlich kann seit der industriellen Revolution keine Utopie mehr ganz an der Technik vorübergehen. Da die Technik fortschrittlich war, wurde die Reise nach Utopia immer mehr zu einer Reise in die Zeit statt in den Raum, eine Vision der Zukunft, nicht einer Gesellschaft, die bereits an einem isolierten Ort der Erde existiert. 6
Der Terminus an sich bildet sich aus einem Wortspiel der griechischen Begriffe für „Nirgendwo“ und „guter Ort“. 7 Mit diesem von More bewusst gewählten Ausdruck scheint er aussagen zu wollen, dass es das ideale Wunschbild des Commonwealth an keinem Ort der Welt gibt und dass dieses lediglich in unseren Visionen, Fantasien und Träumen existieren kann. Der englische Stadthistoriker Lewis Mumford greift die Dichotomie dieses Begriffspaares auf, indem er zwischen folgenlosen „utopias of escape“ und kostruktiven „utopias of reconstruction“ unterscheidet. 8 Dementsprechend definiert Winfried Böhm in seinem Wörterbuch der Pädagogik: Utopien sind Zukunftsprojektionen meist als ideal gesehener Gesellschaftssysteme, die entweder rein fiktiv…und damit als unrealisierbar oder als konkrete Utopie und damit vom Prinzip
3 M.H. Abrams, A Glossary of Literary Terms, (Fort Worth u.a. 1988), S. 195.
4 Gerard B. Wegemer, Thomas More on Statesmanship, (Washington 1996), S. 89.
5 Thomas More, Utopia, (London 2003), S. XX.
6 Northrop Frye, zit. Nach: Georg Seeßlen: Kino des Utopischen - Geschichte und Mythologie des Science-fiction-Films, (Reinbek bei Hamburg 1980), S. 65.
7 Mardelle L. Fortier; Robert F. Fortier, The Utopian Thought of St. Thomas More and its Development in Literature, (New York 1992), S. 3.
8 In: The Story of Utopias. Ideal Commonwealth and Social Myths, London 1923. Zit. Nach: Alexander Mitscherlich: Thesen zur Stadt der Zukunft, (Frankfurt, Main 1971), S. 51.
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Arbeit zitieren:
Antje Swart, 2006, Gesellschaftsstrukturen und der Einfluss Platos in Thomas Mores 'Utopia', München, GRIN Verlag GmbH
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More: Utopia: Latin Text and English Translation
Thomas More, Robert M. Adams, Clarence H. Miller
More: Utopia: Latin Text and English Translation
Thomas More, George M. Logan, Clarence H. Miller
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