Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Basistheorie 4
2.1. Von Sprachen und Welten 4
2.2. Translation als Informationsangebot 7
2.2.1. Translation als Imitation 9
2.3 Die Skopostheorie 10
3. Spezielle Theorien 12
3.1. Äquivalenz und Adäquatheit 12
3.2. Textsortentheorie 14
3.3. Texttyp und Translation 16
4. Schlusswort 18
5. Literaturverzeichnis 19
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1. Einleitung
Untersuchungsgegenstand dieser Seminararbeit ist das 1991 in der Reihe „Lin- guistische Arbeiten, Band 147“ vom Niemeyer Verlag in zweiter Auflage veröf- fentlichte translationswissenschaftliche Werk „Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie“ von Katharina Reiß und Hans J. Vermeer.
Ziel dieser Arbeit ist es, den funktionsorientierten Ansatz einer umgreifenden Translationstheorie ausführlich zu erläutern und dessen translatorische Relevanz zu verdeutlichen.
Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit wird die Untersuchung der von Reiß und Vermeer erstellten Basistheorie sein, die sprach- und kulturwissenschaftliche As- pekte, wie etwa die Theorie von „Sprachen und Welten“ und die „Informations- angebot- Theorie“, behandelt.
Hauptbestandteil wird ebenfalls die „Skopostheorie sein, die besonders im ersten Teil der Arbeit behandelt wird.
Kurz untersucht werden dann im Anschluß auch die „Speziellen Theorien“, die textlinguistische Fragen wie beispielsweise die „Textsortentheorie“ oder das Ver- hältnis „Äquivanlenz - Adäquatheit“ erörtern.
Die vorliegende Arbeit richtet sich im Aufbau und der Gestaltung nach dem Un- tersuchungsgegenstand. Somit soll die von den Verfassern erdachte Logik, das Verständnis und die Korrektheit gewahrt werden.
Die Begründung für die Schwerpunktverteilung erfolgt im Schlußwort.
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2. Basistheorie
2.1.. Von Sprachen und Welten
Im Folgenden wird das von den Autoren entworfene Modell „Von Sprachen und Welten“, (vgl. Reiß/Vermeer, 1991 ,147) vorgestellt, welches die grundlegenden Vorstellungen von Translation beinhaltet.
Kommunikationsträger Texte werden zu einem bestimmten Ziel verfasst; sind genau geplant und konzeptualisiert und können folglich als bewußte Hand- lung bezeichnet werden, durch die der Textproduzent in sprachliche Interaktion, hier ist Kommunikation gemeint, tritt. Diese Handlung dient der Erreichung eines Zweckes.[...] „Er (der Text) ist eine „Handlung“, die man im Hinblick auf einen anderen [...] zur Erreichung eines Zweckes ausführt.“. (Reiß/ Vermeer, 2 1991,147)
Reiß/Vermeer ordnen die Handlung des Translators in eine komplexe Handlungstheorie ein, in der der Translator interkulturell kommuniziert. Neben der Forderung nach “Bikulturalität des Translators“ (vgl. ↓ ) wird von ihm vor al- lem adressatenbezogenes und funktionsorientiertes Handeln verlangt. [...] „und der Zweck der Übersetzung kann nicht aus ihm (dem Originaltext) hergeleitet werden sondern aus den Bedürfnissen und Erwartungen des Rezipienten.“ (www.fask.uni-mainz.de/user/kupsch/AtzumZT.html)
Im Rahmen dieser Handlungstheorie muß der Translator [...] „auf jeder Ebene des Prozesses Entscheidungen treffen: (...)“ (Snell-Hornby, Hönig, Kuß- maul, 1998) In Absprache mit dem Auftraggeber muß er die Funktion des Translates, den Ad- ressatenkreis und die Translationsstrategie festlegen.
„Er soll anhand eines AT mit anderen sprachlichen Mitteln einen neuen Text ver- fassen, der für andere Rezipienten bestimmt ist und unter anderen kulturellen Ge- gebenheiten funktionieren soll als der AT.“ (Snell-Hornby, Hönig, Kußmaul, 1998) Er muß mit anderen Worten in der Lage sein, auf Kultur-, Adressaten- und Situa- tionsspezifik einzugehen. Sein translatorisches Handeln setzt deshalb Entschei- dungskompetenz voraus.
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Wie jede andere Handlung ist auch die Translation von situationellen Umständen abhängig.
Unter dem Oberbegriff (Kommunikations-)Situation fassen Reiß/Vermeer alle Faktoren zusammen, die Einfluß auf den Translationsprozess haben. Dazu gehö- ren die Sprachen an sich, sowie die grammatikalischen, formalen und semanti- schen Eigentümlichkeiten der (hier) Ausgangs und –Zielsprache, aber auch nicht- sprachliche Aspekte wie Kulturraum, Gesellschaft, Raum und Zeit und individuel- le Merkmale aller im Translationsprozess Beteiligter, wie etwa persönliche Erfah- rungen, Erwartungen, die der Autor an den Translator, der Translator an den ziel- sprachlichen Leser stellt, etc. Die eben beschriebenen “Faktoren“ bilden den soge- nannten sozio- kulturellen Bezugsrahmen der Translation. (www.fask.uni- mainz.de/user/ kupsch/vom.AT zum ZT.html)
Die in einer bestimmten Situation verfassten Texte können nie auf ein und dieselbe Art und Weise übersetzt werden, denn Texte können nur in ihrer spezifi- schen Situation richtig interpretiert werden.
„Translation setzt Verstehen eines Texte, damit Interpretation des Gegenstandes
“Text“ in einer Situation voraus. Damit ist Translation nicht nur an Bedeutung,
sondern an Sinn/Gemeintes (...), also an Textsinn-in-Situation, gebunden.“ (Reiß/
Vermeer, 2 1991, 147)
Deshalb ist zu beachten, dass die Situation, in der der Text verfasst wurde, eine immer völlig andere ist, als die, in der er rezipiert gedeutet wird, weshalb Reiß/ Vermeer auch von einer “Negation der Situationskonstanz“ reden. „Genauge- nommen gibt es keine Situationskonstanz.“ (Reiß/Vermeer, 2 1991, 147) Situationskonstanz würde bedeuten, dass die Situation immer gleicht bleibt. Exemplarisch seien hier Gesellschaftsromane aus dem 17. Jhd., die es zu übersetz- en gilt. Der Translator selbst lebt in einer anderen Situation als der Ausgangstext- autor, denn beide sind eigenständige Persönlichkeiten. Zudem befindet sich der Translator in einer völlig anderen Zeit, vielleicht auch im anderen Kulturraum mit anderen Normen und Konventionen. Er ist deshalb nicht in der Lage, einer zeitge- nössischen Übersetzung aus dem 17. Jh. gerecht zu werden.
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Besondere Beachtung finden bei Reiß/Vermeer Sprache und Kultur. „Eine
Sprache [...] ist Element einer Kultur. Die Sprache ist das konventionelle Kommu- nikations- und Denkmittel einer Kultur.“ (Reiß/ Vermeer, 147) Kultur ist all das, was der Translator wissen, beherrschen und anwenden können muß, um sich in der Situation der Zielsprache und –Kultur erwartungsgemäß ver- halten zu können. Deshalb stellen Reiß/Vermeer die Forderung, der Translator
[...] „muß also die Ausgangs- und Zielkulturen kennen, er muß (nicht nur bilingu- al, sondern auch) “bikulturell“sein.“ (Reiß/Vermeer, 2 1991, 147)
Reiß/Vermeer nehmen eine genauere Differenzierung des Begriffes Spra-
che vor. Es wird an dieser Stelle allgemein gesagt, dass Sprache als “semiotisches Gefüge“ definiert wird, das die Merkmale Zeichenhaftigkeit, Gefügehaftigkeit und Kommunikationsfähigkeit aufweist. Die weitere Differenzierung dient nicht dem Verständnis einer allgemeinen Translationstheorie und wird deshalb an die- ser Stelle nicht weiter ausgeführt. Es wird nur darauf hingewiesen, dass Sprache, wie alle anderen Kommunikationsträger auch, als Handeln bezeichnet werden kann. Handlungssorten (verbales oder aktionales Handeln) können in andere Sor- ten umgesetzt werden. Translation eine Sondersorte des verbalen Transfer ist.
Direkt im Anschluß zu dieser Beschreibung wird erklärt, welche über-
setzungsrelevante Funktion die Modellkomponente „Welt“ einnimmt.
„Der Mensch sieht seine Welt in einem mehrfach gebrochenen Spiegel.“ (Reiß/ Vermeer, 2 1991, 147) Die erste Brechung ergibt sich aus Konventionen, Traditio- nen, durch die Erziehung und Enkulturation, das Hineinwachsen in die Kultur, die einen umgibt, bei dem Kulturspezifisches übernommen wird. Die Disposition (die individuelle Einstellung) stellt die zweite Brechung dar; diese kann von der ersten abweichen. Neben der realen Welt gibt es auch eine Reihe „möglicher Denk-
welten“ (dritte Brechung), deren Grenzen [...] „ kulturspezifisch und individuell verschieden (sind).“ (Reiß/Vermeer, 2 1991. 147) Diese verschiedenen Vorstel- lungen, die Varianten der Realität, sind in der Sprache fixiert. (fünfte Brechung) Die letzte Brechung beschreibt die Wertvorstellungen, die kulturspezifisch und in- dividuell variieren. Dieser letzte Punkt ist insofern translationsrelevant, als dass es
dem Translator unmöglich ist, all diese Brechungen zu durchstoßen und zu [...] „
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Gina Mero, 2003, Untersuchung des funktionsorientierten Ansatzes einer Translationstheorie anhand "Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie" von Katharina Reiß/Hans J. Vermeer (1984), Munich, GRIN Publishing GmbH
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