Seminararbeit zum Thema
Alleinkämpfer oder Teamplayer:
Konzepte der Redaktionsorganisation
Für das Proseminar
Medienlehre Presse
im Wintersemester 2005/2006
Lehrstuhl I für Journalistik der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
vorgelegt von:
Annika Hoya
Studiengang: Diplom-Journalistik; Fachsemester 02
Abgabetermin: 28. Februar 2006
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 3
2. Die Ressorts Seite 4
3. Die Machtverteilung innerhalb der Redaktion Seite 4
3.1 Der Verleger Seite 4
3.2 Der Chefredakteur Seite 5
3.3 Der Chef vom Dienst Seite 8
3.4 Die Ressortleiter Seite 8
3.5 Die Redakteure Seite 8
3.6 Die freien Mitarbeiter Seite 9
4. Redaktionelle Strukturen Seite 10
4.1 Die individuum-orientierte Form Seite 10
4.2 Die prozess-orientierte Form Seite 11
5. Die Bilanz des Zeitungswesens in Deutschland Seite 11
6. Schlussbetrachtung Seite 13
7. Literaturverzeichnis Seite 15
1. Einleitung
Zirka 48,5 Millionen Bundesbürger lesen täglich Zeitung, dass sind fast so viele, wie täglich durch das Fernsehen erreicht werden. Das gedruckte Wort hat eine lange Tradition. Nun im 21. Jahrhundert scheint gerade die Zeitung starke Konkurrenz zu bekommen. Seit einigen Jahren buhlt das Internet um die Gunst der Mediennutzer. Seit Mitte der 90er Jahre sinken erstmals die Auflagen der meisten Abo-Zeitungen. Die Zeitungen sind gezwungen, stärker auf ihre Leser einzugehen. So fragen mittlerweile auch Chefredakteure und Verleger nach den Bedürfnissen ihrer Leser. Die Zeitungsredaktionen in Deutschland unterliegen mittlerweile gravierenden Veränderungen. Der Redakteur, der die Ressortgrenzen nicht mehr überwindet, gehört der Vergangenheit an. Kostendruck der Verleger, die Konkurrenz schnellerer Medien, wie beispielsweise das Internet und der Leserschwund vor allem bei jungen Lesern stellt das Produkt Zeitung und alle daran Beteiligten, immer wieder vor neue Herausforderungen. Große Verlegerpersönlichkeiten werden immer rarer, sie werden durch Verlagsmanager ersetzt, die nur noch um Profit werben und sich immer weniger um ihre redaktionellen Verpflichtungen kümmern. Diese Seminararbeit im Zuge des Proseminars „Medienlehre Presse“ soll einen Überblick über die redaktionellen Strukturen und das Innenleben einer Tageszeitung sowie die Arbeitsorganisation in Zeitungsredaktionen geben. Die Arbeit lässt sich grob in drei Abschnitte unterteilen. Im ersten Teil (Gliederungspunkt 2) gehe ich auf die verschiedenen Ressorts bei Tageszeitungen ein. Der zweite Teil der Arbeit (Gliederungspunkte 3 und 4) behandelt die Machtstruktur in Redaktionen. Dabei gehe ich auf die Funktionen von Verleger, Chefredakteur, Chef vom Dienst, Ressortleiter, Redakteure und freie Mitarbeiter genauer ein und stelle im Anschluss die wichtigsten Arbeitsstrukturen in Redaktionen vor. Der letzte Teil der Seminararbeit (Gliederungspunkt 5) handelt von der allgemeinen Stellung der Tageszeitung in der Gegenwart unter Darstellung einiger Probleme der deutschen Presse. Als hauptsächliche Textgrundlage liegen mir, neben einigen Lexika, vor allem Fachbücher vor.
2. Die Ressorts
In den klassischen Massenmedien finden wir die Vielfalt der Inhalte in aller Regel geordnet. Dies war nicht immer so. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden die Nachrichten zunächst in der Reihenfolge abgedruckt, in der sie in der Redaktion einliefen. Die heutige Einteilung in Ressorts oder Sparten bildete sich erst im 19. Jahrhundert heraus. So sind die Tageszeitungen in verschiedene Sparten unterteilt, sodass der Leser gesuchte Inhalte schnell findet, und die Themenvielfalt übersichtlicher wird.1 Ein Ressort ist ein „nach inhaltlichen Merkmalen gegliederter redaktioneller Zuständigkeitsbereich. Als klassische Ressorts gelten Politik, Wirtschaft, Feuilleton, Lokales und Sport.“2 Die Sparten können aber von Zeitung zu Zeitung variieren. In aller Regel findet man bei großen Tageszeitungen die Ressorts Politik (Innen- und Außenpolitik), Wirtschaft, Lokales, Kultur (und Feuilleton), Sport, Chronik und Vermischtes. Es gibt aber auch Zeitungen, die daneben noch andere Sparten wie Medien, Wissenschaft, Umwelt oder Recht enthalten.3 Eine Passage aus dem Manteltarifvertrag für Redakteure legt fest, inwiefern ein Ressort, definiert ist: „Ressorts sind die Sachgebiete Politik, Kultur und Lokales. Bei Wirtschaft, Sport und Provinz ist der Begriff Ressort gegeben, wenn für diese Sachgebiete mindestens ein Redakteur überwiegend und bestimmungsmäßig tätig ist.“4 Der Begriff Ressort hat zweierlei Bedeutung: Zum einen meint er das Sachgebiet (z.B. Wirtschaft oder Innenpolitik), zum anderen die Organisationsform als „eine selbstständige Einheit von Fachzuständigkeiten und Mitarbeitern, deren Leiter in der Regel auch als Verantwortlicher im Sinne des Pressegesetzes für dieses Ressort im Impressum genannt wird.“5 Die Einteilung einer Zeitung in verschiedene Ressorts, dient der Übersichtlichkeit und der Bequemlichkeit für den Leser. Leser möchten beim täglichen Blick in ihre Tageszeitung ihre Lieblingsthemen nicht suchen, sondern jeden Tag am selben Ort finden. Dies ist mit der Einteilung der Themen in Sparten gegeben.
[....]
1 Vgl. Pürer, Heinz: Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Ein Handbuch. Konstanz 2003, S. 187.
2 Vgl. Brand, Peter/ Schulze, Volker: Medienkundliches Handbuch. Die Zeitung. Braunschweig 1983, S. 141.
3 Vgl. Pürer 2003, a.a.O., S. 187.
4 Vgl. Schneider, Wolf/ Raue, Paul-Josef: Handbuch des Journalismus. Hamburg 1998, S. 228.
5 Vgl. Von LaRoche, Walter: Einführung in den praktischen Journalismus. München 1991, S. 38.
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Annika Hoya, 2006, Alleinkämpfer oder Teamplayer Konzepte der Redaktionsorganisation, Munich, GRIN Publishing GmbH
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