Definition zentraler Begriffe
1.1. Die Triebtheorie Freuds 1.2. Aggressions – Frustrations - Hypothese 1.3. Aggression als erlerntes Verhalten
Die Diagnostik aggressiven Verhaltens
2.1. Möglichkeiten der Intervention 2.2. Prävention bei Heranwachsenden
Auswirkungen der Theorien
Definition zentraler Begriffe
Berichte zu Aggression und Gewalt von Jugendlichen an Schulen, in der Öffentlichkeit oder zwischen rivalisierenden Banden, finden sich in den Medien in extremer Häufigkeit. Man bekommt den Eindruck als sei dies das einzige Thema über das im Zusammenhang mir Heranwachsenden berichtet wird. Doch meist fehlt es diesen Berichten in Fernsehen, Internet oder Zeitungen nicht nur an der theoretischen Fundierung, viel gravierender ist, dass vergessen wird, Möglichkeiten darzustellen wie mit Aggression umgegangen werden kann und welche Chancen der Prävention und Intervention vorhanden sind. Mit den genannten Aspekten möchte ich mich im Folgenden auseinandersetzen. Welche Theorien zur Aggression gibt es und welche Auswirkungen können deren spezifische Annahmen auf Intervention und Prävention speziell bei Jugendlichen haben. Zu diesem Zwecke werde ich zunächst die drei populärsten Theorieansätze zur Aggression versuchen darzustellen. Danach werde ich kurz umreißen wie aggressives Verhalten richtig diagnostiziert und wie auf Basis einer solchen Diagnose interveniert werden kann. Auch Möglichkeiten der Prävention sollen hier dargestellt werden. Zum Schluss werde ich dann versuchen ein kleines Fazit zu ziehen.
Bevor ich jedoch beginne, möchte ich nicht den häufig (auch von renommierten Wissenschaftlern) begangenen Fehler machen, zentrale Begriffe, die immer wieder auftauchen werden, nicht zu definieren. Ich werde zu diesem Zweck, soweit es mir möglich ist, auf Definitionen aus bekannten Werken
„Aggression beim Menschen wird definiert als körperliches oder verbales Handeln, das mit der Absicht ausgeführt wird, zu verletzen oder zu zerstören.“ (Zimbardo, 1995, S. 425)
Prävention meint „alle medizinischen und sozialen Anstrengungen, die Gesundheit zu fördern, Krankheiten und Unfälle sowie deren Folgen zu verhüten, aber auch das Fortschreiten einer Krankheit zu verhindern oder zu verlangsamen.“ (Mayer, 1995, S. 13)
Intervention ist die „Bezeichnung für psychologisches oder psychotherapeutisches Eingreifen (...), um die Entstehung oder das Andauern psychischer Störungen zu verhindern oder abzubauen.“ (Prillwitz, 23.03.2006)
1.1. Die Triebtheorie Freuds
Sigmund Freud prägte den Begriff des Triebes, der in der Psychologie gewöhnlich benutzt wird, „um eine Handlungsmotivation auszudrücken, die, wie etwa beim Hunger, primär biologische Voraussetzungen hat.“ (Zimbardo, 1995, S. 407) Er nahm an, dass Triebe weder eine vorgegebene Richtung, noch einen bewussten Zweck haben, sowie, dass sie unter der Bewusstseinsschwelle arbeiten und mehrere Möglichkeiten der Triebbefriedigung erlernt werden können. Dennoch können sie bewusste Handlungen, Gefühle und Gedanken stark beeinflussen und geraten so oft in Konflikt mit Forderungen der Gesellschaft an uns. Freud ging von zwei grundlegenden Trieben aus die der menschlichen Natur inne wohnen: einem Lebenstrieb (Eros), der für Lebenserhaltung und Sexualität verantwortlich zeichnet, sowie einem Todestrieb (Thanatos), auf den Phänomene wie Aggression zurückzuführen sind. (vgl. Zimbardo, 1995, S. 411f) Wie bei allen Trieben ging Freud davon aus, dass sich die Energie des Todestriebes stetig sammelt. Kommt das sprichwörtliche Fass dann zum überlaufen, entlädt sie sich in meist von der Gesellschaft nicht akzeptierter Art und Weise (aggressives Verhalten gegen sich selbst, Sachen oder andere Personen). Eine Möglichkeit um die Energie des Todestriebes in kleinen sozial akzeptierten Einheiten abzuführen, sah Freud in der Katharsis. Hierbei werden beispielsweise durch Worte oder direkte Handlungen Emotionen ausgedrückt und so soll die Tendenz zu aggressiven Verhaltensweisen aufgrund des teilweise Auslebens des Todestriebes verringert werden. Heute gilt die so genannte Katharsis – Theorie als weitgehend widerlegt und auch Freud selbst distanzierte sich noch zu Lebzeiten von seinen Annahmen zum Todestrieb. (vgl. Zimbardo, 1995, S. 426)
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Florian Rößle, 2006, Betrachtung psychologischer Theorien zu aggressivem Verhalten bezüglich Möglichkeiten der Prävention und Intervention bei Heranwachsenden, Munich, GRIN Publishing GmbH
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