Inhaltsangabe:
1. Die geistige Entwicklung nach Piaget
1.1. Vier Hauptstadien der geistigen Entwicklung
2. Förderung von Denken und Intelligenz in der Tradition von Piaget und
Wygotski
3. Kritik an Piaget
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Wie entsteht eigentlich Intelligenz und inwieweit sollte man diese Entwicklung in die Planung und den Ablauf von Unterricht miteinbeziehen? Ist es dabei sinnvoll sich ganz auf das Kind zu konzentrieren, ihm vollkommene Autonomie zu gewähren? Oder ist es wichtig, dass jemand das Kind beim Lernen anleitet? Diese und weitere Fragen, die in der Tradition dem Denken von Piaget und Wygotski folgen, sind das Thema des Referats und auch der selbigen Ausarbeitung. Dabei wird vor allem auf die Aspekte und Thesen Piagets eingegangen, da sich darauf auch das Referat stützte. Bei der Präsentation des Referats wurden die Aussagen Piagets und Wygotskis gegenübergestellt, um den Kontrast visuell zu verdeutlichen. Um die dargestellten Thesen im Gesamtzusammenhang von Piagets Sichtweise erscheinen zu lassen, wurde beginnend Piagets allgemeine Definition von Entwicklung angeführt. Bei der Veranschaulichung stand der ideale Unterricht im Mittelpunkt und davon leiteten sich die drei Thesen ab, deren Berücksichtigung zu Piagets Vorstellung eines idealen Unterrichts führen. Dieser ist gekennzeichnet von der Favorisierung der selbsttätigen Entdeckung, offenem Unterricht sowie der Betonung der Interaktion zwischen Gleichaltrigen.
Auf der linken Seite dieses Schaubildes standen die aktiven Voraussetzungen, die der Lehrer leisten muss, um das Idealziel zu erreichen. Auf der rechten Seite die allgemeinen Entwicklungsbedingungen, die für die Schüler gewährleistet werden müssen, um eine ideale Unterrichtsform zu erzielen.
Unterhalb wurden einige Kritikpunkte zu Piagets Theorie genannt, die gemeinsam mit dem oben beschriebenen Schaubild in Kontrast zu Wygotski gesetzt wurden. Bei der Präsentation des Posters wurden nur kurz auf die einzelnen Punkte und die Darstellungsweise bzw. -funktion eingegangen, um sie den Betrachtern plausibel zu machen.
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Als Hintergrundwissen zur Posterpräsentation wurden die Aspekte von Piagets Theorie vorausgesetzt, die hier in der Ausarbeitung erläutert werden, wie die kognitive Entwicklung innerhalb von vier Stadien, deren Besonderheiten sowie einige Versuche die Piaget dazu durchführte. Die Präsentation wurde dabei bewusst sehr kurz und knapp gehalten, um den Vergleich zwischen Piaget und Wygotski zu erleichtern und das Augenmerk auf das Wesentliche zu beschränken. Zur genaueren Klärung möglicher Fragen und Unklarheiten wurden Handouts verteilt, in denen alle Aspekte ausführlich erläutert wurden. Und für weitere Fragen oder Anregungen standen die Referenten während der Betrachtung der einzelnen Poster zur Verfügung. Einen weiteren Teil des Themas und der Präsentation umfasste das Instrumental-Enrichment- Programm, auf das in dieser Ausarbeitung jedoch nicht näher eingegangen wird, da die Bearbeitung des Themas in diese zwei Schwerpunkte aufgeteilt wurde. Der Aufbau dieser Ausarbeitung richtet sich nach dem Hintergrundwissen, dass vorhanden sein muss, um das eigentliche Thema, die Förderung von Intelligenz und Denken, erfassen zu können. Dementsprechend wird jenes Hintergrundwissen zuerst erläutert, um dann im Anschluss darauf aufzubauen.
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1. Die geistige Entwicklung nach Piaget
Piaget hat die Entwicklung der Intelligenz in vier Stufen unterteilt. Diese beginnen mit der Geburt und enden mit dem sechzehnten Lebensjahr.
Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Wissen. Die erste ist die Reflektion von Strukturen, die stufenweise erfolgt. Hier geht man davon aus, dass das elementare Wissen das Handlungswissen ist, welches sich folgendermaßen definieren lässt: „eine Art intuitives, unreflektiertes Verstehen oder Können, das in der Regel erst viel später bewußtseinsmäßig durchdrungen oder reflexiv rekonstruiert wird.“ 1 Dies lässt sich anhand der Orientierung von Schülern bei ihrem Schulweg erklären. Kinder finden ihren Schulweg, indem sie sich an bestimmten Merkpunkten orientieren. Dies geschieht schon bevor sie sich überhaupt die lokale Aufeinanderfolge der Orientierungspunkte vorstellen können. Und das wiederum geschieht, bevor sie anderen Personen den Weg anhand von Straßenkarten erklären können, da hier die zeitliche Abfolge in ein geordnetes räumliches Nebeneinander transferiert wird. Die zweite Art von Wissen wurde von Piaget als Dezentrierung beschrieben. Dabei handelt es sich um die Entwicklung von Verständnis durch das Kind auf der Handlungsebene und der unbewussten Reflektion von Begriffen die der Handlung zugrunde liegen. In beiden Fällen wird die Dezentrierung anhand einer Abfolge von verschiedenen Stadien deutlich. Innerhalb dieser Stadien werden zuerst die Dinge an sich und deren innere Beziehungen erarbeitet, darauf folgt die Erarbeitung von den Beziehungen zwischen den Dingen und abschließend, als abstrakteste Form, die Beziehungen zwischen ganzen Struktursystemen.
Die Verhaltens- und Denkschemata der ersten Abfolgen werden in die höheren Stufen übernommen und in diese eingepasst. Dabei werden jedoch die früh erworbenen Fähigkeiten in den höheren Stufen nicht abgelegt, sondern bleiben erhalten, teilweise nur in veränderter Form.
1 Kesselring, T.: Jean Piaget, S. 100 ff.
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Arbeit zitieren:
Ewa Stock, 2003, Förderung von Denken und Intelligenz in der Tradition von Piaget und Wygotski, München, GRIN Verlag GmbH
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