Inhaltsverzeichnis
I Abkürzungsverzeichnis III
II Abbildungsverzeichnis IV
1 Einleitung 1
2 Grundlagen der Balanced Scorecard 2
2.1 Definition 2
2.2 Kennzahlen und Perspektiven 3
2.2.1 Konzept der Balanced Scorecard 3
2.2.2 Finanzperspektive 4
2.2.3 Mitarbeiterperspektive 6
2.2.4 Geschäftsprozessperspektive 8
2.2.5 Kundenperspektive 9
2.2.6 Mögliche weitere Perspektiven 10
2.2.7 Fazit 11
2.3 Von der Vision zum konkreten Ziel 12
2.3.1 Übersetzung der Vision und der Strategie 12
2.3.2 Verbindung mit Management by Objectives 16
2.4 Betriebliche Auswirkungen der Balanced Scorecard 18
2.4.1 Chancen 18
2.4.2 Risiken 21
3 Übertragung auf gesetzliche Krankenkassen 23
3.1 Warum eine Balanced Scorecard für Krankenkassen? 23
3.2 Besonderheiten für die Umsetzung in gesetzlichen
Krankenversicherungen 24
3.3 Balanced Scorecard bei Krankenkassen konkret: Ein Beispiel aus
der Praxis 27
3.3.1 Einsatz der Balanced Scorecard bei der XY-BKK 27
3.3.2 Weiterentwicklung der Balanced Scorecard bei der XY-BKK. 29
3.3.3 Umsetzungsprobleme bei der XY-BKK 30
4 Fazit 32
5 Literaturverzeichnis 34
Anhang I: Ursache-Wirkungsketten im Rahmen der BSC der 35
XY-BKK 35
II
I Abkürzungsverzeichnis
BSC Balanced Scorecard bzw. beziehungsweise ca. circa (um, etwas, ungefähr) d.h. das heißt engl. englisch etc. et cetera (und so weiter) evtl. eventuell ggf. gegebenenfalls GKV gesetzliche Krankenversicherung i.d.R. in der Regel MbO Management by Objectives Nr. Nummer o.V. ohne Verfasser RSA Risikostrukturausgleich s. siehe S. Seite sog. so genannt u.a. unter anderem u.U. unter Umständen v.a. vor allem Verf. Verfasser/in Vgl. vergleiche z.B. zum Beispiel
III
II Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 : Übersetzung der Unternehmensmission 12
Abbildung 2 : Die BSC als unternehmerischer Handlungsrahmen 15
IV
1 Einleitung
Diese Arbeit wird zu einer Zeit erstellt, in der sich die gesetzlichen Krankenkassen durch die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben einer neuerlichen Sparwelle ausgesetzt sehen. So ist zu erwarten, dass die Aktivitäten der Krankenkassen auf allen Ebenen einer umfassenden Wirtschaftlichkeitsprüfung unterzogen werden.
In dieser Situation kommt die „Balanced Scorecard“ (BSC) für Krankenkassen gerade recht. Dieses Instrument aus dem Controlling-Bereich wurde vor einigen Jahren zunächst für die Privatwirtschaft entwickelt und verspricht eine konsequente Ausrichtung aller Aktivitäten an der effizienten Umsetzung vorgegebener strategischer Ziele. Dabei steht nicht nur die Kostenersparnis im Vordergrund, sondern auch die günstige Positionierung im Wettbewerb um den Kunden und um knappe Ressourcen. In der Privatwirtschaft ist die BSC bereits weit verbreitet. So verwundert es nicht, dass sich seit einiger Zeit auch Krankenkassen für die BSC interessieren und sie zur Steuerung nutzen wollen. Hierzu muss die BSC allerdings an die spezifischen Anforderungen von gesetzlichen Krankenkassen angepasst werden. Konkrete Konzepte und detaillierte Erfahrungsberichte aus diesem Segment sind in der Literatur jedoch noch rar.
So soll diese Arbeit zwei Ziele erfüllen. Zum einen sollen die Chancen, die sich durch die Implementierung einer BSC für ein Unternehmen ergeben, herausgearbeitet werden. Zum anderen soll hinterfragt werden, ob sich durch die Umsetzung dieses Instruments die herausgearbeiteten Chancen ebenfalls in gesetzlichen Krankenkassen erreichen lassen. Dabei wird insbesondere auf die spezifischen Rahmenbedingungen der strategischen Steuerung in gesetzlichen Krankenkassen eingegangen. Um einen direkten Bezug zur Praxis herzustellen werden die theoretischen Ausführungen durch die Praxisberichte aus der XY-BKK, dem Arbeitgeber der Verfasser, ergänzt und abgerundet.
1
2 Grundlagen der Balanced Scorecard
2.1 Definition
Das Wesen der BSC geht weit über die übliche Übersetzung des Begriffs als „Ausgewogenes Kennzahlensystem“ hinaus. Selbst wenn die Übersicht auf Kennzahlen aus verschiedenen Bereichen eines Unternehmens ein unverzichtbarer Bestandteil des Balanced-Scorecard-Gedankens ist, kann dieser eher als ein komplettes Management-System bezeichnet werden. 1 Die BSC dient im Bereich der Unternehmensführung der Erarbeitung und unternehmensweiten Kommunikation von Mission, Vision und daraus abgeleiteten Strategien des Unternehmens. 2 Dabei wird das Unternehmen bewusst aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. 3 Für jede dieser Perspektiven werden Visionen, Strategien und operative Ziele abgeleitet.
Im Rahmen der BSC wird den Beteiligten der Zusammenhang zwischen strategischen Zielen und den Unternehmensvisionen, sowie deren praktische Umsetzung durch geeignete Kennzahlen vermittelt. Damit die Kennzahlen allen Mitarbeitern verständlich sind, müssen sie in kommunikativer Zusammenarbeit aller Beteiligten dargestellt werden. Kennzeichnend für die „Balanced“ Scorecard ist hier die Ausgewogenheit in der Zusammenstellung der Kennzahlen. So sollen ganz bewusst neben die „harten“ finanzwirtschaftlichen Messgrößen auch die „weichen“ nichtfinanziellen Messgrößen Eingang in die Betrachtung finden. 4 Die dabei konkret entwickelten Systeme und Ansätze machen die BSC in jedem Unternehmen zu einem Unikat. 5
1 Vgl. Friedag, H., Schmidt, W., Balanced Scorecard - Mehr als ein Kennzahlensystem, 1999, S. 13.
2 Vgl. Kaplan, R., Norton, D., Balanced Scorecard - Strategien erfolgreich umsetzen,
1997. S. 18/19.
3 Vgl. Kaplan, R., Norton, D., Balanced Scorecard - Strategien erfolgreich umsetzen,
1997, S. 8.
4 Ebd.
5 Vgl. Leidig, G., Sommerfeld, R., Balanced-Scorecard-Handbuch, 2003, S. 4.
2
2.2 Kennzahlen und Perspektiven
2.2.1 Konzept der Balanced Scorecard
Ein Unternehmen kann aus verschiedenen Sichten betrachtet werden. Dabei entsteht schnell die Gefahr einseitig zu betrachten, weil entweder bestimmte Sichten bewusst ausgeblendet werden oder in der Flut der Informationen untergehen. 6 Viele Führungskräfte verfolgen persönliche Visionen. Die BSC übersetzt die Visionen einzelner in eine gemeinsame, zusammengesetzt aus verschiedenen Perspektiven. 7 Kernidee des Konzeptes der BSC ist daher die Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven bei der Leistungsbeurteilung eines Unternehmens als Grundlage zu deren Planung und Steuerung. 8 Die BSC wird in vier Perspektiven unterteilt: finanzwirtschaftliche Perspektive, Kundenperspektive, die interne Prozessperspektive und die Lern-und Entwicklungsperspektive 9 (auch Mitarbeiterperspektive genannt 10 ). Die Leistung eines Unternehmens wird als Gleichgewicht aus den vier Perspektiven gesehen.
Auf das „Balanced“ kommt es also an, schließlich ist die BSC vor allem ein Führungssystem das es uns erlaubt, das Unternehmen u.a. mit Kennzahlen strategisch zu führen. Den Kennzahlen kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Sie dienen der Information der Mitarbeiter über gegenwärtige und zukünftige Erfolgsfaktoren. Sie sind dabei aber kein Instrument zur Verhaltenskontrolle und zur Bewertung vergangener Leistungen, wie in klassischen Kennzahlensystemen, sondern dienen der Formulierung und Kommunikation der Unternehmensstrategie und Ausrichtung aller Aktivitäten auf ein gemeinsames Ziel. 11
6 Vgl. Friedag, H., Schmidt, W., Balanced Scorecard , 1999, S. 21.
7 Vgl. Kaplan, R., Norton, D., Balanced Scorecard, 1997, S. 23.
8 Vgl. Gess, W., Methodik und Implement. der BSC in mittelständ. Unternehmen, 2003, S.
20.
9 Vgl. Kaplan, R., Norton, D., Balanced Scorecard, 1997, S. 23.
10 Vgl. z.B. Friedag, H., Schmidt, W., Balanced Scorecard, 1999, S. 163.
11 Vgl. Kaplan, R., Norton, D., Balanced Scorecard, 1997, S. 23 und 24.
3
Die BSC ist daher mehr als ein gut gestyltes Kennzahlensystem. Ihr Potential liegt in der Kommunikation mit allen für die Leistungserstellung wichtigen internen und externen Partnern (z.B. Kunden, Mitarbeiter, Anteilseigener). Dazu nutzen wir Kennzahlen, weil sie geeignet sind, Vorstellungen konkret, fassbar und transparent darzustellen. 12
Kennzahlen sind zunächst einfach nur Zahlen. Wirkung entfalten sie erst, wenn sie mit Maßnahmen, Verantwortung und Motivation verbunden sind. Dann ist man in der Lage Unternehmen mit Kennzahlen zu führen. Wir brauchen aber nur die Kennzahlen für deren Entwicklung konkrete Personen aktiv motiviert werden und die dafür konkrete definierte Verantwortung tragen. Alle anderen Kennzahlen sind tote Zahlen, die nur die Berichte füllen. Wir brauchen Sie nicht, denn wir gebrauchen sie nicht. 13 So sollte nach Gess „Jede für eine BSC gewählte Kennzahl Teil einer Ursachen-/ Wirkungskette sein, die ihr Ende in einem finanziellen Ziel findet, das die Strategie des Unternehmens reflektiert. 14
2.2.2 Finanzperspektive
An Hand empirischer Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass erfolgreiche Unternehmen mindestens vier Betrachtungsebenen - die „klassischen Perspektiven“ Finanzen, Kunden, Prozesse und Potentiale - in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander berücksichtigen. 15 In den folgenden Punkten 2.2.2 bis 2.2.5 soll ein Überblick über die klassischen Perspektiven der BSC verschafft werden. Dabei aber gleichzeitig schon Parallelen oder Unterschiede zur gesetzlichen Krankenversicherung aufgezeigt und im Anschluss auf Ansätze und Gründe für weiteren Perspektiven eingegangen werden.
Klassische Finanzziele sind z.B. Umsatz oder Jahresüberschuss. Im Falle einer gesetzlichen Krankenkasse - einer öffentlichen Organisation - werden diese häufig durch ein Budgetziel ersetzt.
12 Vgl. Friedag, H., Schmidt, W., Balanced Scorecard , 1999, S. 47.
13 Vgl. Friedag, H., Schmidt, W., Balanced Scorecard , 1999, S. 70 und 71.
14 Gess, W., Methodik und Implement. der BSC in mittelständ. Unternehmen, 2003, S. 25.
15 Vgl. Horváth & Partner, Balanced Scorecard umsetzen, 2001, S. 26.
4
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Christian Hagedorn, 2005, Balanced Scorecard - Umsetzung als Chance für gesetzliche Krankenkassen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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