1. Einleitung
2. Allgemeine Hintergründe der Entstehung der Hospizbewegung 2.1. Generelle Bedingungen für die Entstehung neuer Bewegungen 2.2. Gesellschaftlicher Wandel im Umgang mit Tod und Sterben 2.3. Hospiz als Antwort auf ein gesellschaftliches Defizit 3. Die Geschichte des Hospiz 3.1. Hospize in der Geschichte 3.2. Die Geschichte der modernen Hospizbewegung 3.3. Hospiz-Bewegung in Deutschland
3.4. Bedeutung der Hospizbewegung für den Umgang mit Tod und Sterben in der heutigen Gesellschaft
4. Organisationsformen von Hospizen
4.1. Selbstverständnis der Hospizbewegungen 4.2. Formen der konkreten Arbeit der Hospize vor Ort 4.3. Die Rolle der Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit 4.3.1. Qualifikationsanforderungen für die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen 4.3.2. Motive für die Mitarbeit Ehrenamtlicher. 4.4 Ehrenamt und Professionalisierung in der Hospiz- Bewegung 5. Sozialpädagogische Berufsfelder in der Hospizbewegung 6. Einschätzung der Zukunftsentwicklung der Hospizbewegung 7. Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Die Hospizbewegung begreift sich als ein neues Verständnis und eine neue Form der Sterbebegleitung in entwickelten Industriegesellschaften und sie verbreitet sich immer mehr. Ich möchte mit dieser Hausarbeit einen kurzen Überblick über die gesellschaftlichen Hintergründe für die Entstehung von Hospizen geben und die aktuellen Formen und Arbeitsweisen aufzeigen. Dazu werde ich mich zuerst der Frage nach dem Umgang mit Tod und Sterben in unserer heutigen Gesellschaft zuwenden, da darin meines Erachtens einer der Hauptgründe für das Entstehen der Bewegung liegt. Als zweites werde ich ihre geschichtliche Entwicklung darstellen. Im weiteren werde ich der Fragestellung nach den Anforderungen für die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen aus dem Selbstverständnis der Bewegung heraus und nach Motivationen und Gründen für die ehrenamtliche Tätigkeit in der Hospiz-Bewegung nachgehen. Dabei werde ich auch die Arbeits- und Organisationsformen miteinbeziehen.
Ein weiterer Punkt sind die Problemstellungen, die sich aus der Kombination aus Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in dieser Bewegung ergeben. Daraus lassen sich Überlegungen für sozialpädagogische Berufsfelder in der Hospizbewegung formulieren.
Zuletzt werde ich Gedanken zur zukünftigen Entwicklung und Bedeutung der Hospizbewegung anstellen.
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2. Allgemeine Hintergründe der Entstehung der Hospizbewegung Während im Mittelalter Hospize in Europa weit verbreitet waren, verschwanden diese Einrichtungen in der Neuzeit im Zuge der Technisierung von Leben und Medizin aus dem öffentlichen Bewusstsein. Cicely Saunders hat an diese Idee mit der Gründung des St. Christpher`s Hospice in England wieder angeknüpft. Von hier aus wurde die Idee des Hospizes dezentral aufgegriffen und hat sich in verschiedenen Ausprägungen weltweit etabliert. Man kann deshalb heute mit Recht davon sprechen, dass sich aus diesen Anfängen 1967 eine Bewegung herausgebildet hat, die den Umgang mit Tod und Sterben in der Gesellschaft neu gestalten will. 2.1. Generelle Bedingungen für die Entstehung neuer Bewegungen Bewegungen entstehen nicht zufällig aus dem Nichts. Vielmehr entstehen Bewegungen dann, wenn sich durch gesellschaftlichen Wandel neue Bedürfnisse herausbilden, die nicht institutionell befriedigt werden oder traditionell geregelte Bedürfnisbefriedigungsformen trotz weiterbestehen der Bedürfnisse sich auflösen oder ihre Sinnhaftigkeit verlieren. Gesellschaftliche Bewegungen haben ihren Ursprung in der Regel in einem von mehr oder weniger großen Teilen der Bevölkerung empfundenen Defizit der Befriedigung vorhandener menschlicher Bedürfnisse. Am Beispiel der Ökobewegung (gesunde Ernährung, gesunde Lebensmittelproduktion) lässt sich das verdeutlichen. Nahrung und Essen sind existentielle Grundbedürfnisse. Im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft und des Einsatzes von Chemie veränderte sich die Qualität der Lebensmittel. Die Ökobewegung stellte dieser Praxis ein neues Paradigma gegenüber: Es geht nicht um Nahrung an sich oder um möglichst viel und billige Produktion, sondern um gesunde Nahrung und ökologische, nachhaltige Produktion.
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War die Ökobewegung in den Anfängen zuerst eine manchmal belächelte Nischenerscheinung, so sind heute ihre Sichtweisen allgemein bekannt und grundsätzlich und als zukunftsweisend anerkannt, wenn auch noch weiterhin der größte Teil der Nahrungsmittelproduktion nach konventionellen Methoden stattfindet und die endgültige Durchsetzung ökologischer Produktions- und Lebensweisen noch längst nicht gesichert ist.
Tod und Sterben und der Umgang damit stellen einen elementaren Teil des Lebens dar, und es scheint ein starkes Bedürfnis bei den Menschen zu geben, Formen zu entwickeln, wie man die unabweisbare Tatsache, dass jeder, auch man selbst, sterben muß, bewältigt. Jede Kultur hat deshalb Bewältigungsformen hervorgebracht, die in Gestalt von Ritualen und Traditionen den Umgang damit regulieren.
Im Zuge der Industrialisierung und Verstädterung haben sich die sozialen Umfelder, die Arbeitswelt, die Familienstrukturen und die Wohnverhältnisse, die Lebensgeschichten, aber auch das Verhältnis zu Krankheit und Tod in bedeutsamer Weise verändert.
Durch diese neuen Bedingungen für Altern und Sterbens werden starke Bedürfnisse der Betroffenen nicht ausreichend befriedigt. In unserer heutigen Gesellschaft scheint die gängigste Bewältigungsstrategie die der Verdrängung vom Bewusstsein unserer Sterblichkeit und der Auslagerung des Sterbens aus dem Leben zu sein. Diese Bedingungen sind die Voraussetzungen dafür, dass eine breite Bewegung entstehen kann, die sich dem Anliegen widmet, Krankheit, Tod und Sterben wieder ins Leben zurückzuholen und den Prozeß zu begleiten.
2.2. Gesellschaftlicher Wandel vom Umgang mit Tod und Sterben Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat ein grundlegender gesellschaftlicher Wandel im Umgang mit Tod und Sterben stattgefunden. Bis ins 19. Jahrhundert war das Sterben ein in das gesellschaftliche Leben integrierter Prozess.
So wird beispielsweise die Vertrautheit mit dem Tod und den Toten von Aries als eine alte und überdauernde Haltung beschrieben, die sich erst mit der Romantik allmählich ändert. ( vgl. Aries, S. 68, 1976. ).
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Winau schreibt: „In den Zeiten vor unserer Zeit freilich ist der Tod im Leben gewesen, er wurde angenommen oder abgelehnt, als Zeremonie begangen oder als bitterer Verlust beklagt. Er war nicht wie heute abwesend, sondern er war da, war mitten unter den Menschen, er war im Bewusstsein.“ ( Winau, S.15, 1984. ).
Religion und Traditionen boten klar geregelte Umgangs- und Handlungsabläufe. Besonders Jenseitsvorstellungen waren stark von religiösen Bildern ( Himmel und Hölle ) geprägt. Die Religion bot auch die Rituale und Techniken, wie mit dem Sterben und mit den Toten umzugehen ist.
Mit der Abkehr von Religion und traditionellen Lebensformen geht auch ein Verlust von vorgegebenen Jenseitsvorstellungen einher, für den es bisher keine einheitlichen Alternativen gibt. Viel mehr zeichnet sich eine diffuse Vielfalt und anhaltende Suche ab. Parallel zu diesem Verlust von vorgegebenen Jenseitsvorstellungen und Ritualen, oder vielleicht auch dadurch mitbedingt, hat eine Auslagerung und Institutionalisierung von Tod und Sterben stattgefunden und die ÄrztInnen übernahmen die Kontrolle. „In der Regel war der Tod mit dem Bereich Religion gekoppelt…Doch die gesellschaftlichen Umwälzungen in Europa, Aufklärung, Industrialisierung, Modernisierung, Säkularisierung und Verwissenschaftlichung führten…zur Verdrängung der Priester am Sterbebett und zur Dominanz der medizinischen Profession.“ ( Feldmann, S.169, 2004 ).
Und weiter: „Der Arzt hat die professionelle Führung übernommen und…und der Sterbende und die Bezugspersonen habe sich ihm unterzuordnen. Der Arzt übernimmt die Verantwortung für das Sterben und den Sterbenden und ist die gesellschaftlich und staatlich autorisierte Überwachungsperson…gleichzeitig werden andere mögliche Bezugpersonen „ausgesperrt“ und als inkompetent abgewertet.“ ( ebenda, S. 169 )
Höhere Lebenserwartung, medizinischer Fortschritt und die Forderung nach Funktionalität lassen den Tod zunehmend als lästige, unerwünschte Sache erscheinen, die gerne verdrängt wird oder zumindest immer weiter hinausgezögert werden kann..
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Arbeit zitieren:
Isa Straub, 2006, Selbstverständnis der Hospizdienste und Anforderungen an die ehrenamtlichen und hauptamtlichen MitarbeiterInnen, München, GRIN Verlag GmbH
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