Staatliches Seminar für Schulpädagogik Heidelberg Stundentwurf für den fünften beratenden Unterrichtsentwurf im Fach Deutsch
Schule: X-Schule Klasse: 10 b
Datum: Mittwoch, 30. Juni 2004 Stunde: 5. Stunde (11:35 – 12:20 Uhr)
Thema der Unterrichtseinheit: Die Ganzschrift Homo Faber von Max Frisch Thema der Unterrichtsstunde: Die Charaktere und ihre Konstellationen
Literatur: Suhrkamp Taschenbuch Homo Faber Königs Erläuterungen und Materialien zu Homo Faber Oldenbourg Interpretationen zu Homo Faber
Materialien: DVD Homo Faber
Arbeitsblatt zur Figurenkonstellation
Inhalt
1 Schülervoraussetzungen und Lernvoraussetzungen
2 Gegenstand
2.1 Unterrichtszusammenhang
2.2 Sachanalyse
2.3 Didaktisch-methodische Analyse
2.4 Lernziele
3 Unterrichtsverlauf
4 Geplantes Tafelbild
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1 Schülervoraussetzungen und Lernvoraussetzungen
Die Klasse 10 b setzt sich aus 24 Schülern im Alter von 15 bis 17 Jahren zusammen (15 Mädchen und 9 Jungen). Am 26.03.2004 habe ich den eigenständigen Unterricht übernommen, nachdem ich einige Zeit in dieser Klasse hospitierte. In der Klasse herrscht eine angenehme Atmosphäre, der Unterricht gestaltet sich daher größten Teils sehr angenehm. Die Klasse stellt eine Einheit dar, in der vor Allem schwächere Schüler unterstützt werden. Durch gezieltes Aufrufen können diese und auch unkonzentrierte Schüler zum Unterrichtsgeschehen zurückgeführt werden. Insgesamt lassen sich keine größeren Leistungsunterschiede zwischen den Jungen und den Mädchen feststellen.
2 Gegenstand
2.1 Unterrichtszusammenhang
Diese Unterrichtseinheit beschäftigt sich mit der Ganzschrift Max Frischs Homo Faber – Ein Bericht . Die heutige Stunde ist die vierte Stunde, die ich innerhalb dieser Einheit unterrichte. Die ersten drei Stunden behandelten den inhaltlichen Aufbau, Form und Sprache, die Max Frisch in der Lektüre gezielt einsetzt. Diese bereits gehaltenen Stunden sollten den Schülerinnen und Schülern den Einstieg in die Lektüre erleichtern und sie an das Thema heranführen. In der heutigen Stunde sollen die Charaktere, vor Allem die erzählende Figur Faber näher betrachtet werden. Dieser Bereich wird mit der Herausarbeitung der wichtigsten Figuren eingeleitet und später auf die Figurenkonstellation im Roman ausgeweitet.
Als Hausaufgabe sollen die Schüler die Beziehung Fabers zu einer selbst gewählten Figur aus dem Roman in einem Aufsatz ausformulieren und somit die im Unterricht erarbeiteten Punkte ergänzen. In der nächsten Stunde wird das Thema noch einmal kurz aufgegriffen, um das bisher Erarbeitete zu festigen. Anschließend wird die Unterrichtseinheit mit den Bereichen Erzählweise, Erzählperspektive, die zentralen Probleme und Motive fortgesetzt. Abschließend
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soll die Verfilmung des Romans die Unterrichtseinheit abrunden, bevor zur Vorbereitung der Klassenarbeit einzelne Textstellen analysiert werden.
2.2 Sachanalyse
Homo Faber von Max Frisch ist als Ganzschrift im Lehrplan vorgeschlagen. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Fähigkeit entwickeln, eine Lektüre aus verschiedenen Blickwinkeln auf unterschiedliche Inhalte zu durchleuchten. In der heutigen Stunde steht die Figur Fabers, seine Wandlung im Verlauf des Romans und die Beziehungen zu Frauen, wie auch zu Männern im Vordergrund. Walter Faber wandelt sich im Laufe des Romans eindeutig. Natürlich weiß jeder, dass die Welt nicht beherrschbar ist und dass zur Totalität des Menschen mehr gehört als Technik. Die Wandlung Walter Fabers lässt sich nur dann erfassen, wenn man sein Verhalten am Anfang und am Ende des Romans gegenüberstellt. Das impliziert natürlich Fabers Einstellung zur Natur, seine Art zu Denken und seine eigene Weltanschauung. Am Anfang seines Berichts ist Faber ein "Technokrat", der alles Erlebte in seiner eindimensionalen Sprache beschreibt. Er besitzt eine rationale Denkensweise, die nur auf mathematische Formeln und Analysen besteht. Faber unterdrückt bzw. verdrängt seine Gefühle.
Die Erkenntnis, dass er nicht alles im Leben steuern und beeinflussen kann und die damit verbundenen Ereignisse wandeln Walter Faber zu einem Menschen, der alles in Frage stellt, woran er bisher geglaubt hat. Er sieht die Natur jetzt nicht mehr als ein 100-prozentig mathematisch berechenbares Objekt an. Wichtig dabei ist, dass er sich, wie er viel zu spät in Havanna erkennt, nie auf die Natur eingelassen hat.
Im Verlauf des ersten Teils des Romans, genannt erste Station, hat die Haupt- und Erzählerfigur Faber eine eindeutig abwertende Meinung von Frauen. Er negiert alles Weibliche; in seinen Augen ist alles, was auch nur im Entferntesten mit Frauen oder dem weiblichen Körper an sich zu tun hat, abartig, weil es natürlich ist und nicht technisch. Er kann es in keinster Weise beeinflussen oder kontrollieren. Anhand von verschiedenen Frauenfiguren und -typen wird dies dargestellt.
Im Verlauf des Romans vollzieht sich in Walter Faber auch im Bezug auf Frauen eine Wandlung. Hauptsächlich die Begegnung mit Sabeth und Sabeths Tod
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Quote paper:
Daniela Schmitt, 2004, Unterrichtsentwurf für die 10. Klasse zur Ganzschrift Homo Faber, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
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