Abbildungsverzeichnis III
Der Begriff Agrobusiness 1
Problemstellungen im Kontext von Agrobusiness 3
Ein Beispiel für Agrobusiness die Sojawirtschaft in Brasilien 4
Die Subventionierte Exportwirtschaft 4
Agrobusiness in Verbindung mit der Gentechnik 11
Die Grüne Gentechnik 11
Nutzen von genmanipulierten Pflanzen 12
Gentechnologieeinsatz am Beispiel des Reisanbau 12
Goldener Reis ein umstrittenes Projekt 14
Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft 15
Genmanipulierte Nahrungsmittel für alle 17
Einstellung von Verbrauchern zur neuen Nahrung 18
Literaturverzeichnis 20
Abbildung 1 Bundesstaatenkarte von Brasilien 5
Abbildung 2 Anbauflächen wichtiger einjähriger Kulturen 1990 2002 von Mato
Grosso 8
Abbildung 3 Anbauflächen von transgenen Pflanzen 15
1 Der Begriff Agrobusiness
Der Begriff Agrobusiness oder Agribusiness bezeichnet einen „über den traditionellen Agrarsektor hinausgehenden, übergreifenden Produktionskomplex“ 1 . Agrobusiness ent- hält dem folgend alle Wirtschaftsbereiche, die in Verbindung mit der Landwirtschaft stehen. „Das Agrobusiness ist als Ergebnis der fortschreitenden Arbeitsteilung zu sehen. Im Verlauf dieser Entwicklung hat sich das vielseitige Produktionsprogramm des haus- wirtschaftlich-landwirtschaftlichen Betriebes durch Ausgliederung stark vereinfacht, der Landwirt wurde gleichzeitig auf die Rolle des Rohstofferzeugers reduziert.“ 2 Produzen- ten von Agrarprodukten können ihre Erzeugnisse nur direkt und regional selber an den Kunden verkaufen. Um die Produkte an die breite Masse von Konsumenten oder Han- delsketten absetzen zu können, bedarf es bestimmter Voraussetzungen. Zum Beispiel muss Milch bevor sie durch einen Supermarkt verkauft werden kann und darf einem Prozess unterzogen werden, der sie von Keimen befreit und homogenisiert. So oder in ähnlicher Weise durchlaufen die Rohstoffe bestimmte Prozesse bevor sie in den Verkauf gelangen. „Ohne fachgerechte Homogenisierung, Stabilisierung und Konservierung und ohne Marketingstrategien bzw. moderne Vertriebslogistik, wie sie der Fachhandel und die großen Ladenketten erwarten“ 3 , kann der Produzent nur einen kleinen Teil von po- tenziellen Endkunden erreichen. Die Produktionskette wird vom Ende her gesteuert. Am Ende bzw. in den nach gelagerten Stufen der Wertschöpfungskette der Landwirtschaft werden die höchsten Gewinne generiert. Vergleichsweise sind im Bereich der Rohstoff- erzeugung nur noch geringe Profite zu erwirtschaften. Es wir deutlich: „Verdient wird nicht in der Landwirtschaft, sondern an der Landwirtschaft. Die Profiteure sind eine Reihe von Unternehmen im vor- und nachgelagerten Bereich. Und das Geschäft mit Saatgut, Düngemittel, Pestiziden und Futtermitteln ebenso wie Weiterverarbeitung und der Groß- und Einzelhandel mit Lebensmittel.“ Dieses verdeutlicht ein Beispiel der ECO-News Deutschland in ihrem Artikel „Agrobusiness im Visier – Bauer und Zivilge- sellschaft wehren sich gegen die Macht der Supermärkte“. „Sie geraten immer mehr unter den Preisdruck, der von Supermarktketten mit ihrer Marktmacht erzeugt und über die verarbeitenden Betriebe an die Bauern weitergegeben wird. Inzwischen teilen sich fünf große Supermarktketten einen Anteil von über 60 Prozent des deutschen Lebens-
1
Heydenreich, Cornelia: Agrobusiness im Visier, in: Germanwatch, Blickpunkt Welthandel, Ausgabe 2, April 2004, S.6.
2 Ebd. S. 6.
3 Ebd. S. 6.
mittelmarktes – vor 20 Jahren waren es nur 26 Prozent.“ 4 Dieser Konzentrationstrend ist auch international zu beobachten. Beispielsweise belegt die Metro-Handelskette den fünften Rang der weltweit größten Lebensmittelhändler. An der Spitze steht die Han- delskette WalMart. Kleine Produzenten haben oft keine Chance, da es ihnen kaum bis gar nicht möglich ist, regelmäßig entsprechende Mengen so anzuliefern wie es Einzel- handel und letztlich Kunde verlangen verlangt. 5 „Der zur Beschreibung des Produktionssystems eigentlich wertneutrale Begriff Agrobu- siness“ 6 ist auch ein Begriff für die Ausdehnung der „Vermarktung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse durch große private Unternehmen“ 7 . Weiter wurde Agrobusiness durch internationale Nahrungsmittelkonzerne geprägt, „sodass er heute auch nicht mehr nur für das Produktionssystem, sondern auch für die Institution Ver- wendung findet, die das System kontrolliert und die Gewinne abzweigt“ 8 . Unter dem Begriff des Agrobusiness wird daneben „die Gesamtheit aller für die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln ablaufenden Wirtschaftsprozesse“ 9 verstanden. In diesem Kontext wird besonders die Rolle der Agrobusinessunternehmen in Entwick- lungsländern skeptisch betrachtet. Vor allem in wie weit sie wirklich Nutzen statt Scha- den für die Bevölkerung mit sich bringt.
„In den USA beherrschen überbetriebliche Unternehmensformen in steigendem Maße den gesamten Produktions- und Vermarktungsprozess und schränken die Entscheidungs- freiheit des einzelnen Farmers, der den hohen Kapital- und Organisationsaufwand nicht mehr leisten kann, ein.“ 10 Finanziert und organisiert wird das ganze von Agribusiness- firmen. Die Produzenten werden hier durch Verträge gebunden und die „Produktionsstu- fen zentral koordiniert. Entsprechende Entwicklungen sind auch für Europa zu erwarten. Die europäische Landwirtschaftspolitik arbeitet dem Agrobusiness zu“ 11 . Es geht hin zu „Einheitlichkeit, Lagerfähigkeit, große Stückzahlen“ 12 , die bewiesenermaßen seit ihrer Umsetzung die Erträge pro Hektar wachsen lassen. „Dieser vermeintlichen Effektivität des Agrobusiness stehen Fragen der Ethik und der Umweltwirkungen von landwirt-
4
Heydenreich, Cornelia: Agrobusiness im Visier, S. 6.
5 Siehe Ebd. S. 6.
6 Siehe O. V.: Lexikon der Geographie, http://www.wissenschaft-online.de/abo/lexikon/geogr/191&show_price=nolinks, Stand 05.12.2004. 7 Siehe Baer, Dieter (Red.): Duden, Das Fremdwörterbuch, Mannheim 2000, S. 58.
8 Siehe O. V.: Lexikon der Geographie, http://www.wissenschaft-online.de/abo/lexikon/geogr/191&show_price=nolinks, Stand 05.12.2004. 9 Baer, Dieter (Red.): Duden, Das Fremdwörterbuch, Mannheim 2000, S. 58.
10 Siehe O. V.: Lexikon der Geographie, Stand 05.12.2004.
11 Ebd. Stand 05.12.2004.
12 O. V.: Lexikon der Geographie, Stand 05.12.2004.
schaftlicher Produktion kritisch gegenüber.“ 13 Die Landwirtschaft heute ist vom Agro- business geprägt. Die Erstellung der meisten unserer Lebensmittel bzw. deren Rohstoffe werden mit Hilfe von chemischen Düngemitteln, Pestiziden und bei Tieren durch die Verabreichung von Medikamenten zu beschleunigen versucht. Ertrag- und Profitsteige- rung stehen an erster Stelle. Besonders Agrobusiness in Verbindung mit grüner Gen- technik findet viele Skeptiker in der Produktion von landwirtschaftlichen Rohstoffen sowie in den nach gelagerten Stufen bis hin zum Endkonsumenten. Es kann heute noch nicht wirklich abgeschätzt werden welche Auswirkungen und Risiken die Gentechnik nicht nur auf die Landwirtschaft, sondern auf das ganze Ökosystem haben kann. 14
2 Problemstellungen im Kontext von Agrobusiness
Die Landwirtschaft wird stark von außen beeinflusst. Zu einen bestimmt er Staat welche Rohstoffe in der Landwirtschaft produziert werden, andererseits der Verbraucher in dem was er nachfragt. Wie kann der Staat die Landwirtschaft und seine vor und nach gela- gerten Stufen zum Anbau bzw. zur Zucht bestimmter Rohstoffe lenken? Welche Aus- wirkungen hat eine privatwirtschaftliche Beeinflussung der Landwirtschaft auf deren Rohstoffproduktion? Dies soll in dieser Ausarbeitung an einem Beispiel von Brasilien gezeigt werden. 15 Der Bedarf an Nahrungsmitteln wächst stetig mit der zunehmenden Weltbevölkerung. Prognosen besagen, dass im Jahr 2050 über acht Millionen Menschen auf der Erde leben werden. Was kann die Gentechnik zur Ertragssteigerung in der Landwirtschaft beitra- gen? 16 Die Flächen für den Anbau von Lebensmitteln, Energie- und Rohstoffen schwin- den mit jeder neu Bebauten oder nicht landwirtschaftlich genutzter Fläche. Eine große Herausforderung der Zukunft und eine Chance für die Etablierung Gentechnologie. 17 „Ist die grüne Gentechnik geeignet, Hunger und Armut zu lindern? Sind dies Heilver- sprechen der Industrie, die nur dazu dienen, einer umstrittenen Technologie zum Durch- bruch zu verhelfen?“ 18 Welche anderen Einbußen bzw. Gewinne sind durch Einsatz die- ser neuen Technologien zu erwarten? Und haben wirklich diejenigen, für die der Einsatz
13
Siehe O. V.: Lexikon der Geographie, Stand 05.12.2004.
14 Vgl. Cheryl, Long: IS agribusiness making food less nutritious?, http://www.findarticles.com/p/articles/mi_M1279/is_204/ai_n6129844/print, Stand 05.12.2004. 15 Siehe Blumenschein, Markus: Deregulierung in der brasilianischen Sojawirtschaft – Innovation oder Stagnation, in: Geographische Rundschau, Heft 11(2004), S. 34-40.
16 Bethge, Philip: Satt Durch Designerpflanzen, in: Der Spiegel, Ausgabe 38/2004, S. 180-182. 17 Siehe Herrberg, Anne: In Slums wächst kein Salat, http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1089940,00.html, Stand 28.12.04.
18 Bethge, Philip: Satt Durch Designerpflanzen, S. 180.
Quote paper:
Diplom-Kauffrau Melanie Herrmann, 2005, Agrobusiness - Wirtschaft in der Landwirtschaft, Munich, GRIN Publishing GmbH
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