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1 Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis. 1
2 Einleitung 2
3 Zur Parodie 3
3.1 Eine kurze Darstellung des Begriffs der Parodie: 3
3.2 Die Parodie in der englischen Literatur 4
4 The Eyre Affair 6
4.1 Parodierte Elemente in The Eyre Affair 6
4.1.1 Die politische Welt in The Eyre Affair 6
4.1.2 Die Technologie in The Eyre Affair. 7
4.1.3 Die Literatur in The Eyre Affair 8
5 Der Aspekt des Reisens. 9
5.1 Das Zeitreisen 9
5.2 Das Reisen in literarische Texte. 14
5.2.1 Mycroft Nexts ProsaPortal. 14
5.2.2 Thursday Next 19
5.2.3 „Der Literaturtourismus“ 21
6 Schlussbemerkung. 22
7 Literatur 23
7.1 Quellen. 23
7.2 Sekundärliteratur 23
7.3 Quellen im Internet 23
2001 erscheint der erste Roman des walisischen Autoren Jasper Fforde: “The Eyre Affair“; der Erste von drei Bänden, nachdem das Manuskript zunächst von sechsundsiebzig Verlagen abgelehnt worden war. Inzwischen gilt Jasper Ffordes Trilogie im angelsächsischen Raum als Kult. 1 The Eyre Affair einem bestimmten Genre zuzuordnen ist nahezu unmöglich, da es viele Elemente verschiedenster Richtungen in sich birgt: um diesen Roman optimal in den Regalen diverser Bibliotheken einordnen zu können, müsste wohl eine Rubrik „Kriminal-Science-Fiction-Fantasie-Parodie“ eingeführt werden. Allerdings lässt sich das Genre unter literaturwissenschaftlichem Gesichtspunkt durchaus näher bestimmen als postmoderne, metafiktionale Parodie. 2
Seinen einzigartigen Charakter erhält dieses Werk nicht zu letzt auf Grund seiner Vielschichtigkeit. Er gleicht einer Zwiebel unter derer Hautschichten die Handlungsstränge miteinander verquickt und verbunden sind - auch oder vor allem auf intertextueller Ebene:
„Fforde überfrachtet seinen Roman mit unzähligen Anspielungen auf Hochwie Trivialliteratur, konfrontiert den Leser mit Bram Stokers Vampirjägerzubehör wie mit der Innenwelt eines William Wordsworth, spielt auf Spionageroman von Ian Fleming bis John le Carré an, bricht der walisischen Literatur mehr als nur eine Lanze und zerpflückt hinsichtlich der Shakespearschen Urheberschaft lustvoll eine Spekulation nach der anderen.“ 3
Obgleich sich Punkt 3 mit der Entwicklung des Parodienbegriffs auseinandersetzt, soll The Eyre Affair im Folgenden nicht als postmoderne Parodie der Jane Eyre von Charlotte Bronte behandelt werden. Es soll vielmehr der Aspekt des Reisens untersucht werden, bezüglich der Reisevarianten, Transportmedien oder auch Intentionen der Reisenden. Die oben genannte Verwobenheit des Textes macht es nicht einfach einzelne Aspekte isoliert von einander zu betrachten.
1 Vgl.: http://www.dieterwunderlich.de/Fforde_Jane_Eyre_k.htm#com
2 Punkt 3 dieser Arbeit befasst sich näher mit dem Begriff der Parodie. 3 http://www.writerswrite.com/journal/feb02/fforde.htm
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Daher müssen bei der folgenden Betrachtung leider einige sicherlich spannende Aspekte zwar erwähnt - soweit sie relevant sind- , weitestgehend aber unbeachtet bzw. stark vernachlässigt werden.
Der Begriff Parodie findet seinen Ursprung bereits in der Antike. In der griechischen Literatur der Antike wird als Parodie ein literarisches Werk bezeichnet, das den Stil eines bereits existierenden imitiert. Seit Scaligers Renaissance-Poetik 1561 4 , wird die Parodie verstanden als „Nachahmung, die einen Originaltext imitiert und dabei das Werk, den Autor oder dessen Meinung verspottet.“ 5
Heute wird vorwiegend als Parodie die verzerrende, übertreibende oder verspottende Nachahmung eines bekannten Werkes bezeichnet, wobei zwar die Form beibehalten, aber ein anderer, nicht dazu passender Inhalt unterlegt wird. Dadurch wird eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Original, der bekannten Form und dem neuen Inhalt erschaffen; so entsteht ein
humoristischer Effekt. Nach dieser Definition versteht sich die Parodie als Gegengesang, was auf Grund der Etymologie des Wortes als durchaus plausibel erscheint. 6
Die aktuelle Forschung interpretiert die Parodie auch als Nebengesang, wodurch sie in Zusammenhang mit der Intertextualität gebracht wird. Linda Hutcheon schafft für diese Parodiendefinition den Begriff der repetition with a critical difference 7 . Diese Variante der Parodie setzt weder eine Diametralität, noch eine spottende Nachahmung zwingend voraus.
4 Vgl. Iulius Caesar Scaliger: Poetices libri septem. Sieben Bücher über die Dichtkunst. Herausgegeben, übersetzt, eingeleitet und erläutert von Luc Deitz. Bd. 1: Buch 1 und 2. Stuttgart-Bad Cannstatt 1994, S. 90-91 (lat.-dt.). 5 Nünning, S. 492.
6 Anm.: Das aus dem Griechischen stammende Präfix pará bedeutet gegen, aber auch neben, was lange Zeit unbeachtet blieb. So definiert die neuere Forschung die Parodie auch als Nebengesang. Nünning, S. 492. 7 Hutcheon, Linda: A Theory of Parody: The Teaching of Twentieth- Century Art Forms. 1985. Urbana: U of Illinois P, 2000.
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Eine parodistische Differenz entsteht demnach nicht in der Imitation eines bekannten Werkes, sondern vielmehr in der Überführung eines bestehenden Textes in einen neuen Kontext, im Rahmen einer trans-contextualization, wodurch ihm einen neuen Sinn gegeben wird. 8
Vor allem im Kontext der literarischen Moderne und Postmoderne, in der Intertextualitätsbeziehungen eine wachsende Bedeutung zu kommt, wird Parodie als eine Darstellungstechnik, die weniger die Außenwelt reflektiert, sondern sich primär auf andere literarische Texte bezieht, immer bedeutender. 9
Parodistische Werke gehören somit zu Texten, die von Metafiktionalität und von literarischer Selbstreferentialität geprägt sind. „Während die traditionelle Definition die Parodie eher als Gattung sieht, ist Parodie für die Vertreter des intertextuellen Ansatzes eine Schreibweise,“ 10 die sich deutlich von Begriffen wie Gattungen oder Untergattungen abgrenzt und „historisch konkrete Realisationen bezeichnet.“ 11
3.2 Die Parodie in der englischen Literatur
Der Begriff Parodie tritt in der englischen Literatur zum ersten Mal in Ben Jonsons: “Every Man in His Humour“, im Jahre 1598, auf: “A Parodie, a parodie! To make it absurder than it was.” 12 Ben Jonson vertritt folglich die klassische Parodiendefinition, wie sie in Punkt 3.1 vorgestellt wurde.
Das nächste nennenswerte Zitat stammt von John Dryden - erst etwa 100 Jahre später, aus dem Jahre 1693. In "Preface to the Satires" definiert er den Begriff Parodie folgendermaßen: "We may find, that they were Satryrique Poems, full of Parodies; that is, of Verses patch'd up from great Poets, and turn'd into another Sence than their Author intended them." 13 Dryden verlässt somit den bisherigen Definitionsansatz, indem er die Satire mit der Parodie in Zusammenhang bringt und eine Sinn verändernde Eigenschaft hinzufügt. 14
8 Nach Hutcheon
9 Metzler, S. 492. 10 Metzler, S. 492. 11 Metzler, S. 574.
12 The Oxford English Dictionary, including additions series volumes 1 - 3. - 2. ed., Oxford Univ. Pr., 2002. 13 http://experts.about.com/e/p/pa/Parody.htm
14 Seine Theorie setzt Dryden in "MacFlecknoe" um, indem er Virgils „Aeneid“ parodiert: “(...) but the poem is about Thomas Shadwell, a minor dramatist. The implicit contrast between the heroic style from Virgil and the poor quality of
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Der erste englischsprachige Autor, der die Parodie schließlich auch auf prosaische Texte bezieht, ist Jonathan Swift. Seiner Definition zu Folge, handelt es sich bei einer Parodie um eine Imitation eines Autoren, den es zu „entlarven“ gilt. 15 Damit wird die Parodie nahezu deckungsgleich mit Spott und Persiflage, was erst wieder durch den postmodernen Interpretationsansatz entkräftet wird. Der postmoderne Parodist bedient sich des „Skeletts“ eines anderen Werkes und platziert es in einen neuen Kontext mit neuem Inhalt und schafft somit einen Nebengesang, der mit dem „Originalwerk“ ein Koexistenz eingeht, ohne es verspotten zu wollen:
"…in transforming or remodelling previous texts, it [the parody, M.K.] points to the differential but mutual dependence of parody and parodied texts. Its two voices neither merge nor cancel each other out; they work together, while remaining distinct in their defining differences". 16
An dieses Parodienverständnis anknüpfend, schafft Jasper Fforde, 2001, seinen Roman The Eyre Affair.
the hero, Shadwell, makes Shadwell seem even worse. When dressed in Aeneas's clothes, Shadwell looks all the more ridiculous.” Vgl.: http://experts.about.com/e/p/pa/Parody.htm
15 Aus: Swift, Jonathan: "The Apology for the &c.". In: A Tale of a Tub. Ed. 1710. Ebook. http://www.lehigh.edu/~amsp/tubb0-2.html
16 Hutcheon, Linda (1985): A Theory of Parody: The Teaching of Twentieth- Century Art Forms. In: Hateley, Erica. ( 2005). “The End of The Eyre Affair: Jane Eyre, Parody, and Popular Culture. “ The Journal of Popular Culture. Volume 38 (6), 1022.
Arbeit zitieren:
Miriam Tilger, 2006, Der Aspekt des Reisens in Jasper Ffordes Parodie The Eyre Affair, München, GRIN Verlag GmbH
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The Imagery of Sea and Land in Fred D’Aguiar’s Feeding the Ghosts
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