Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Jean Bodins Definition von „Staat“ 4
3. Der Begriff der „Familie“ und seine Umsetzung 4
4. Der Begriff der „Gemeinsamen Dinge“ und seine Umsetzung 6
5. Der Begriff der „Souveränität“ und seine Umsetzung 7
5 1 A l l g e m e i n e s 7
5.2 Ausübung und Übertragung von Souveränität 7
5.3 Begrenzung von Souveränität 9
5.4 Gesetze und Verträge 10
5.5 Keine Kennzeichen von Souveränität 11
6. Fazit 1
7. Literaturverzeichnis 1 3
2
Die Umsetzung von Jean Bodins Staatstheorie im absolutistischen Frankreich unter Ludwig XIV.
1. Einleitung
Jean Bodin (1529-1596) gilt wie Thomas Hobbes (1588-1679) als einer der Begründer der Philosophie des Absolutismus. Nach dem Erscheinen seines Werkes „Les six livres de la republique“ im Jahre 1572 beriefen sich immer wieder Herrscher auf Jean Bodins Staatstheorie, in deren Mittelpunkt sein Souveränitätsbegriff steht. Jean Bodin lebte zur Zeit des durch die Religionskriege zerrütteten Frankreich des 16. Jahrhunderts. Er schrieb „Les six livres de la republique“, um Grundsätze für einen funktionstüchtigen Staat zu entwickeln, in welchem Ordnung und innerer Frieden herrschen und Bürgerkriege ausgeschlossen sein sollten. 1
Ein weiterer Grund für Bodin, über den Staat zu schreiben, war, dass seiner Meinung nach nicht ausreichend viele Bücher in ausreichendem Umfang über den Staat zu seiner Zeit geschrieben worden waren. So hielt er beispielsweise die politischen Abhandlungen von Plato und Aristoteles für zu kurz, um umfassende Antworten geben zu können, anderen Autoren fehlten nach Bodin Erfahrungen oder juristische Kenntnisse. 2
Wie anfangs erwähnt, beriefen sich immer wieder Herrscher auf Bodins Staatstheorie. Doch kein Herrscher wird so mit dem Absolutismus in Verbindung gebracht, wie König Ludwig XIV. von Frankreich (1638-1715). Sein Vater, König Ludwig XIII., starb früh, so dass der Kardinal Mazarin zunächst stellvertretend die Staatsgeschäfte leitete und Ludwig XIV. erst nach dem Tode Mazarins 1661 die formell schon 1643 ererbte Herrschaft antrat. 3 Die Aufstände der Fronde zwischen 1648 und 1653, mit dem Ziel das absolute Königtum durch ständische Kompetenzen zu begrenzen, beeindruckten Ludwig stark und überzeugten ihn von der Notwendigkeit, in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft für Ordnung und Stabilität zu sorgen, Reformen durchzuführen, aber auch und vor allem die Autorität der Krone wieder zu stärken. 4
1 „Seit ein ungeheurer Sturm unser Staatsschiff mit solcher Gewalt hin und her schleudert, daß sich die
Schiffsführung von der ständ igen Anstrengung ermattet zeigt, ist es erforderlich, daß die Passagiere Hilfe
leisten.“ Bodin 1999, S.5
2 Bodin 1999, S.5
3 Hubatsch 1970, S.81
4 Microsoft (Hrsg.) Encarta 2003, Artikel „Ludwig XIV.“
3
Doch mit welchen Mitteln sorgte Ludwig XIV. für die absolutistische Monarchie, für die er heute berühmt ist? Und inwieweit decken sich seine Umsetzungen mit der Staatstheorie von Bodin? Diese Ausarbeitung versucht, diese Fragen ebenso zu klären, wie die Frage, ob alle der von Ludwig XIV. durchgeführten Maßnahmen zur Stärkung der Krone mit der Theorie Bodins vereinbar sind. Als Quelle für Bodins Theorie diente dazu die 1999 erschienene Reclam-Ausgabe „Jean Bodin - Über den Staat“. Die hier aufgeführten Ansichten Bodins sollen anschließend mit den Umständen und Reformen in Frankreich unter der Herrschaft Ludwigs XIV. verglichen werden.
2. Jean Bodins Definition von „Staat“
„Der Staat ist definiert durch die dem Recht gemäß geführte mit souveräner Gewalt ausgestattete Regierung einer Vielzahl von Familien und dessen, was ihnen gemeinsam ist.“ 5 So leitet Bodin das erste Kapitel seines ersten Buches ein und macht damit deutlich, dass für ihn drei Hauptmerkmale eines Staates vorhanden sind: „Familie“, „Gemeinsame Dinge“ und „Souveränität“. 6 Um diese Hauptmerkmale und damit das Grundgerüst jeden Staates nach der Philosophie Bodins mit dem französischen Staat des 17. Jahrhunderts vergleichen zu können, muss man zunächst wissen, was Bodin überhaupt unter den Ausdrücken „Familie“, „Gemeinsame Dinge“ und „Souveränität“ verstanden hat. Deshalb werden diese Begriffe mit Hilfe der Quelle „Jean Bodin - Über den Staat“ nun zunächst geklärt und dann die Umstände unter Ludwig XIV. dargestellt.
3. Der Begriff der „Familie“ und seine Umsetzung
Laut Bodin ist die Familie der Ursprung des Staates. Er sieht den Staat als Abbild einer Familie mit vielen Gliedern und einer klaren patriarchalischen Struktur, in der die Regierung das Familienoberhaupt bildet. Jedes der einzelnen Glieder muss seine Pflicht erfüllen - die einzelnen Familien müssen also gut regiert werden 7 - damit der Staat in Ordnung ist. 8
5 Bodin 1999, S.8
6 Bodin 1999, S.9
7 In seinem Gleichnis entspricht die häusliche Gewalt der souveränen Gewalt, auf d ie später noch gesondert
eingegangen werden soll (siehe unten „Der Begriff der Souveränität und seine Umsetzung“).
8 Bodin 1999, S.13
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Arbeit zitieren:
Kerstin Zuber, 2006, Die Umsetzung von Jean Bodins Staatstheorie im absolutistischen Frankreich unter Ludwig XIV. , München, GRIN Verlag GmbH
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