Inhalt
Inhalt........................................................................................................................................... 2
Einleitung 3
Die Christen und der römische Staat. 3
Der römische Staat und die Christen. 4
Fazit. 7
Literatur. 8
Quellen 8
Literatur. 8
2
Einleitung
Der christliche Glaube, der sich im ersten Jahrhundert nach Christi Tod als eigenständige Religion herausbildete, stand sowohl was seine Theologie als auch was seine religiöse Praxis anbelangt in krassem Gegensatz nicht nur zum Judentum, von dem er sich in der Nachfolge Christi gelöst hatte, sondern vor allem zum paganen Staatskult des Imperium Romanum. An erster Stelle zu nennen sind hier der Monotheismus, der dem römischen Polytheismus entgegengesetzt wurde, die Organisation als Gemeinde und die Weigerung dem seit Augustus als Gott verehrten römischen Kaiser zu huldigen. Doch erklärt sich daraus ihre Verfolgung in einem Reich, in dem wie in der gesamten Antike religiöse Toleranz nicht als hehres Ziel verkündet wurde, sondern selbstverständlich war? Oder trieb sie ihr Glaube in den Widerstand gegen den römischen Staat, der sie daraufhin bekämpfte? Wie ist das Verhältnis zwischen den Christen und Rom zu charakterisieren, und was führte zur Verfolgung der Christen?
Die Christen und der römische Staat
Rom war im Denken der Christen nicht das Reich, das Jesus ans Kreuz geschlagen und von dessen Hand diejenigen, die ihrem Glauben nicht abschwören wollten, im Laufe der Jahrhunderte bis das Christentum unter Konstantin I. zur Staatsreligion wurde immer wieder grausame Strafen 1 zu erleiden hatten. Gott hatte das römische Imperium ausersehen, um seinen Sohn Jesus Christus auf Erden zu senden und die Menschen durch sein Martyrium zu erlösen. Reichs- und Heilsgeschichte sind also im Denken der Christen unauflöslich verknüpft. 2 Und auch den Kirchenvätern war bereits bewusst, dass die von Augustus geschaffene Pax Romana wie auch die durch keine Grenzen behinderte Freizügigkeit eine wichtige Voraussetzung für die weltweite 3 Ausbreitung des Christentums waren. 4 Nur so konnten sich christliche Gemeinden von Osten aus in kurzer Zeit im ganzen Mittelmeerraum ausbreiten. Freilich war auch die Tatsache, dass die Sprache des christlichen Glaubens Griechisch war und ihn somit vielen Menschen zugängig machte, von großer Bedeutung, und in Zeiten, in denen Not das Leben von vielen Menschen bestimmte, mussten auch der Erlösungsgedanke des Christentums und dessen Propagierung von Nächstenliebe und Hilfe für die Armen und Schwachen eine große Anziehungskraft haben. Auch der Missionsanspruch des christlichen Glaubens, der ihn gegenüber anderen antiken Religionen hervorhob und der in engem Zusammenhang mit dessen Absolutheitsanspruch stand, war eine
1 Meist den Tod oder die unfreiwillige Teilnahme an Gladiatorenspielen.
2 Vgl. Michael Fiedrowicz: Apologie im frühen Christentum. Die Kontroverse um den christlichen
Wahrheitsanspruch in den ersten Jahrhunderten. Paderborn 2000 (= 2., korrigierte und erweiterte Auflage). 204.
3 Für die damaligen Menschen beherrschte das Römische Reich den gesamten Erdkreis. Nur am Rande der Welt
lebten noch einige barbarische Völker außerhalb der Grenzen Roms.
4 Vgl. Fiedrowicz. 204.
3
wichtige Voraussetzung für dessen Ausbreitung. Doch hätten all diese Faktoren kaum zum Tragen kommen können, hätte nicht die Freizügigkeit und die lange Friedenszeit Missionsreisen wie die des Paulus ermöglicht 5 und hätten nicht die engen Handelskontakte den neuen Glauben auf den Schiffen der Händler in alle Städte des Reiches getragen. Die frühen Christen unterwarfen sich folglich auch der Autorität des römischen Staates. So schrieb Paulus an die Römer: „Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott“. 6 Die weltliche Ordnung war also von Gott bestimmt und gewollt, ihr zu gehorchen jedes Christen Pflicht, denn wer „sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Ordnung.“ 7 Dies bezog sich nicht nur auf den Staat, sondern auf alle Bereiche des Lebens. Die Frauen sollten ihren Ehemännern 8 gehorchen, die Knechte 9 und die Sklaven 10 ihren Herren und die Jungen den Alten 11 . Das Ziel der Christen war also nicht eine Neugestaltung des Diesseits, auch wenn die Organisation ihrer Gemeinden z.B. in Bezug auf den Umgang mit den Armen oder die internen Hierarchien, die nicht mit der sozialen Stratifizierung im Römischen Reich übereinstimmte, im Kern ein (freilich nicht bewusst propagiertes) Gegenmodell zur Sozialordnung des Kaiserreiches darstellte. Der Orientierungspunkt ihres Glaubens, der wiederum ihr Denken und ihr Handeln bestimmte, war nicht das Diesseits, sondern das Jenseits, auch wenn man sich von der Naherwartung des jüngsten Tages, die das Urchristentum geprägt hatte, in den folgenden Jahrhunderten löste. Das Reich Gottes, nicht das Reich des Kaisers verhieß das ewige Heil. Durch mangelnden Gehorsam gegenüber den weltlichen Autoritäten ist also ihre Verfolgung nicht zu erklären.
Der römische Staat und die Christen
Der Absolutheitsanspruch, den die Christen für ihren Glauben aufstellten, machte es ihnen allerdings unmöglich, an den unter Aufsicht des Staates praktizierten Kulthandlungen zu Ehren der Götter des römischen Pantheons teilzunehmen. Doch das Imperium Romanum verlangte von seiner Untertanen nicht den Glauben an seine Religion, sondern einzig die Unterwerfung unter seine Gesetze. 12 Oder in den Worten von Jochen Bleicken: Die Römer
5 Auch wenn Missionsreisen in der nachpaulinischen Zeit an Bedeutung verloren haben, hatten die einzelnen
frühchristlichen Gemeinden enge Kontakte zueinander. In durch Krieg und Grenzen isolierten Gemeinden hätte
die neue Religion wohl kaum sehr lange überleben können.
6 Röm 13,1.
7 Röm 13,2.
8 1Petr 3,1.
9 Eph 6,5.
10 Kol 3,22.
11 1Petr 3,5.
12 Vgl. Werner Dahlheim: Geschichte der Römischen Kaiserzeit. München 1989 (=2. verbesserte und
überarbeitete Auflage). 127.
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Arbeit zitieren:
Jan Dreßler, 2004, Christen und römischer Staat in der frühen Kaiserzeit, München, GRIN Verlag GmbH
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