Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die zwei Großtheorien der Internationalen Beziehungen
2.1 Der Idealismus
2.2 Der Realismus
2.3 Kritische Gegenüberstellung beider Theorien
3. Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union
(GASP)
4. Der theoretische Bezug der GASP
5. Schluss
6. Quellenverzeichnis
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1. Einleitung
Im folgenden Teil der Arbeit setzte ich mich mit dem theoretischen Bezug der GASP auseinander. Um ein tieferes Verständnis zu ermöglichen, gehe ich im Vorfeld auf die zwei Großtheorien Idealismus und Realismus ein, da ich später analysiere welche der beiden Haupttheorien der Internationalen Beziehungen mit welcher Ausprägung Einfluss auf die GASP hat.
Nach einzelner Beschreibung der jeweiligen Theorie, stelle ich beide gegenüber um die wesentlichen Unterschiede deutlich zu machen und in etwas kritischerer Form Mängel aufzuzeigen.
Nachdem der Leser mit beiden Theorien eingehend vertraut gemacht wurde, stelle ich die GASP vor, damit ein generelles Bild von dem Objekt der Analyse entsteht. Im Hauptteil arbeite ich schließlich heraus, zu welcher der Theorien, und wenn, dann in welchen Punkten die GASP einen theoretischen Bezug aufweist. Im Schlussteil dieser Hausarbeit ziehe ich ein persönliches Resümee zum theoretischen Bezug der GASP.
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2. Die zwei Großtheorien der Internationalen Beziehungen
Der Idealismus und der Realismus sind zwei wesentliche Theorien der Internationalen Beziehungen. Beide Paradigmen gehen ursprünglich auf die Vertragstheorie zurück, die in der Epoche der Aufklärung durch Hobbes entstand und zu deren weiteren wichtigsten Vertretern John Locke und Jean- Jacques Rousseau zählen.
Bei der Vertragstheorie geht es sowohl Rousseau als auch Hobbes um die Auflösung des Naturzustands, den beide als einen Zustand der Anarchie wahrnehmen. Dieser soll durch einen Vertragsschluss zwischen den Menschen zu einer friedlichen Gemeinschaft führen.
Mit der Einwilligung in den Vertrag wird der Staat als übergeordnete Instanz eingeleitet. Hier gehen Hobbes und Rousseau jedoch nicht konform: Während Hobbes, mit „Leviathan“ einen Staat konzipiert bei dem sich „die politische Existenzform der Individuen in der vertraglichen Konstitution des Staatskörpers und in der politisch passiven Identifikation des eigenen Willens mit dem Willen des Souveräns erschöpft“, fordert Rousseau eine „sozialvertragliche Republik“ bei der sich der Wille der Vertragspartner in „aktiver Herrschaftsteilhaberschaft“ äußert. (Reinhard Brandt und Karlfriedrich Herb 2000, S.55) Rousseaus Argumentation ist dabei denkbar einfach: „Über das ganze Volk kann aber nur das ganze Volk beschließen.“ (R. B. und K. H. 2000, S.64) Ihm ist wichtig, dass die Staatsbürger - also diejenigen, die sich den Gesetzen unterwerfen müssen- diese daher auch selbst erlassen. Während bei Hobbes also „die einheitsbildende Identität auf einer Identifikation, auf einer kontraktualistisch- staatsrechtlichen Als- Ob- Identität beruht“ stellt sich bei Rousseau eine „reale Identität“ ein. (R.B. und K.H. 2000, S.55)
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Heutzutage ist der Naturzustand zwischen den Menschen bekanntlich überwunden. Es existiert eine Vielzahl von Staaten mit den jeweiligen darin lebenden Staatsbürgern. Doch die von Hobbes und Rousseau behandelte Thematik spielt weiterhin eine wichtige Rolle: Zwar ist der von beiden Aufklärungsphilosophen ehemals behandelte Naturzustand zwischen den Menschen heute durch den Staat aufgehoben, doch besteht eine gewisse Form der Anarchie auf einer höheren Ebene weiter. An die Stelle der Anarchie zwischen den Menschen ist mittlerweile, in transferierter Form die Anarchie zwischen den verschiedenen Staaten getreten, da es auf der internationalen Ebene keine autoritäre übergeordnete Instanz gibt, die die nötige Macht hat bei Vergehen einzelner Staaten, entsprechend zu sanktionieren.
In den internationalen Beziehungen spielen zwei konkurrierende Paradigmen eine wesentliche Rolle: Der Idealismus und der Realismus. Es handelt sich hierbei um zwei Theorien, zwei verschiedene Weltanschauungen, „um die theoretische Konstitution der politischen Realität“. (Christine Chwaszcza und Wolfgang Kersting 1998, S.73)
2.1 Der Idealismus
Der Idealismus glaubt an den Fortschritt und an das Gute im Menschen, zumindest daran, dass der Mensch vernunftbegabt ist, was wiederum bedeutet, dass dieser „rationalen Argumenten zugänglich und somit lernfähig ist“. (Ulrich Menzel 2001, S.21)
Der Id. geht davon aus, dass Konflikte und Interessengegensätze „auf kooperative Weise durch Kompromiß und Ausgleich lösbar sind“, dass nachhaltiger zwischenstaatlicher Friede, die Wahrung von weltweit verstandenen Menschenrechten, „der Schutz der Umwelt und andere idealistische Ziele […] prinzipiell erreichbar“ sind. (U.M. 2001, S.21)
Der anarchische Zustand zischen den Staaten kann aus Sicht des Idealismus folglich „durch Aufklärung und rationales Handeln gelöst werden“ (U.M. 2001, S.21)
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Arbeit zitieren:
2005, Der theoretische Bezug der GASP, München, GRIN Verlag GmbH
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