Politische Interventionen bei Bourdieu, Sartre, und Faucoult Einleitung 3 1. Definition des Intellektuellen bei Pierre Bourdieu 4 1.1 Sozialstrukturelle Definition des Intellektuellen 4 1.2 Sozialhistorische Definition des Intellektuellen 4 1.3 Politisch-normative Definition des Intellektuellen 5 1.4 Erkenntnistheoretische Definition des Intellektuellen 7 2. Ziele und Mittel des politischen Kampfes gegen die Politik der Entpolitisierung 8 2.1 Die Rolle der Wissenschaftler und Aktivisten 8 2.2 Die sozialen Bewegungen effektiver machen 9 3. Schlussbetrachtung 10 4. Literaturverzeichnis 11
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Einleitung
Diese schriftliche Ausarbeitung des Referates „Politische Interventionen bei Bourdieu, Sartre und Faucoult“ fokussiert sich auf die politischen Interventionen bei Bourdieu. Pierre Bourdieu ist ursprünglich als forschender Ethnologe und Soziologe sowie später auch als Philosoph und als politisch Engagierter in Erscheinung getreten. Zum ersten Mal ist er in den 50er Jahren mit seinen Arbeiten zur Soziologie, der sich unter der Einflussnahme der Kolonialisierung wandelnden algerischen Gesellschaft in Erscheinung getreten. Anfang der 60er Jahre hat er begonnen, das französische Bildungssystem und dessen Rolle bei der Reproduktion gesellschaftlicher Klassenverhältnisse zu erforschen. In den 70er Jahren stehen für Bourdieu kultursoziologische und klassentheoretische Fragestellungen im Zentrum seiner Forschungsarbeiten. 1979 hat er sein berühmtes Werk „Die feinen Unterschiede“ herausgebracht. 1
Zum einen hat Bourdieu 1985, nach Ersuchen des französischen Staatspräsident Mitterand, Vorschläge für das Bildungswesen der Zukunft gemacht. Dabei ging es um detailliert ausformulierte kulturpolitische Maßnahmen zur Reform des französischen Bildungssystems, wobei u. a. die Sicherstellung der Autonomie der Universitäten, Ausdehnung der Autonomie auf den Sekundarschulbereich die zentrale Forderung darstellt. 1989 hat er die Kulturzeitschrift „Liber“ ins Leben gerufen. P. Bourdieu entwickelte im Kontext der liberalen Gegenrevolution, die der Ökonomie zur Macht verhilft über die Analyse sozialer Effekte ökonomischer Logiken hinaus, eine Soziologie der Ökonomie. Im Jahre 2000 legte Bourdieu in „Les Structures sociales de l´économie“ eine Untersuchung über den Wohnungsmarkt, die zu Beginn der 90er Jahre durchgeführt wurde, vor. Bei dieser Untersuchung geht es um eine historische Analyse staatlicher Politik im Hinblick auf Bewegungen des Kapitals und Delokalisierung von Unternehmen sowie Prinzipien einer ökonomischen Anthropologie gegen die ahistorische Vision der Wirtschaftswissenschaften. Parallel machte er eine Zusammenfassung seiner Arbeiten über Algerien, darüber hinaus machte er eine Zusammenfassung über die soziale Genese des ökonomischen Habitus. Aufgrund eines weltweiten einheitlichen Raums (Logik einer Kapitalkonzentration) unterstützt P. Bourdieu die Bewegung gegen die neoliberale Globalisierung bei den Protesten in Nizza, welches der Schwerpunkt dieser schriftlichen Ausarbeitung sein wird. Während der Unruhen in Algerien Ende der 50er Jahre kritisierte er das komplizenhafte Schweigen nationaler und
1 Schwingel, Markus, 2005, S. 14
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internationaler Instanzen angesichts des Blutbads, welches staatliche Führungskräfte gebilligt haben. Darüber hinaus unterstützte er Initiativen gegen den Krieg am Golf. 2 Im ersten Abschnitt wird der Intellektuellen-Begriff von Boudieu dargestellt. Dieser wird auf vier Ebenen skizziert: Sozialstrukturell, sozialhistorisch, politisch-normativ und erkenntnistheoretisch. Das anschließende Kapitel beschäftigt sich mit den Zielen und Mitteln des politischen Kampfes gegen die Politik der Entpolitisierung. Dabei wird dargestellt, wie die Mittel und Ziele die einzelnen sozialen Bewegungen umsetzen könnten. Zum anderen, welche Aufgaben die Gewerkschaften und die Wissenschaftler bei den sozialen Bewegungen haben sollten und wie sie zusammen arbeiten könnten. 1. Definition des Intellektuellen bei Pierre Bourdieu 1.1 Sozialstrukturelle Definition des Intellektuellen
Intellektuelle nehmen eine spezifische Position innerhalb des Feldes der sozialen Klassen ein. Bourdieu sieht die Intellektuellen als Herrschende Klasse, die er auch als Machtfeld bezeichnet. Sie selbst sehen sich als beherrschte Klasse. Da sie über ein sehr hohes kulturelles Kapital verfügen, stellen sie die dominierende Fraktion des Feldes dar. Zwischen den Intellektuellen und den Besitzklassen, also denjenigen, die über ökonomisches Kapital verfügen, besteht ein ständiger Kampf um die kulturelle und ökonomische Herrschaft. Intellektuelle stellen die beherrschten Klassen dar, weil sie nicht unbedingt über ökonomisches Kapital verfügen. 3 Die Unternehmen oder der Staat verfügen über das ökonomische Kapital und sind die herrschende Klasse. Beide Gruppen teilen sich die Herrschaftsarbeit, sind aber in Konflikt miteinander, da sie sowohl ein antagonistisches und komplementäres Paar darstellen. Die Kämpfe bestehen dahingehend, dass der Primat einer Kapitalform über eine andere behauptet wird. 4 1.2 Sozialhistorische Definition des Intellektuellen
Damit die politischen Aufgaben des Intellektuellen nachvollzogen werden können, wird, wie folgt, ein sozialhistorischer Exkurs dargestellt: Der moderne Intellektuelle ist Ende des 19.
2 Vgl. Bourdieu, P., 2002, S. 218
3 Bourdieu, P., 1983, S. 30
4 Bourdieu, P., 1991, S. 77
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Arbeit zitieren:
Andrea Rolle, 2006, Politische Interventionen bei Bourdieu, Sartre und Faucoult, München, GRIN Verlag GmbH
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