- II -
Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Notwendigkeit zum Hedging von Commodity-Risiken 1
2. Commodity-Risiken und ihre Besonderheiten. 1
2.1 Definition von Commodities und deren Risiken 1
2.2 Besonderheiten beim Hedging von Commodities 2
2.3 Abgrenzung zwischen Spekulation, Arbitrage und Sicherung 3
3. Instrumente der Risikoreduzierung. 4
3.1 Forwards und Futures 4
3.2 Cross-Hedges als Kombination unterschiedlicher Grund-
und Sicherungsgeschäfte. 5
4. Einsatzstrategien für die Hedging-Instrumente bei Commodity-
Risiken 6
4.1 Verhinderung des Risikos durch Routine-Hedging? 6
4.2 Zero-Hedging - Lösung oder Ignoranz des
Preis änderungsrisikos 8
4.3 Optimale Risikominimierung durch Selektives Hedging 8
5. Langfristige Strategien zur Risikoreduzierung. 9
Literaturverzeichnis 10
- 1 - 1.Notwendigkeit zum Hedging von Commodity-Risiken
Im letzten Jahr ließen sich sehr starke Schwankungen im Ölpreis feststellen. Aber nicht nur Öl, auch Getreide, Stahl und Kupfer zeigen Preisschwankungen. Die Bedeutung der Commodities für Konzerne lässt sich aus den Risikoberichten entnehmen. So sind bei der Lufthansa Group 14 % der betrieblichen Aufwendungen, Treibstoffaufwendungen und beeinflussen damit maßgeblich das Ergebnis. 1) Allerdings ergeben sich neben den Risiken auch Chancen für Unternehmen. Bspw. versucht der Energiekonzern RWE durch den gezielten Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten das Ergebnisrisiko einzugrenzen. 2) Gerade die zunehmende Volatilität bei den Rohstoffpreisen lässt den Einsatz von Finanzderivaten zur Risikominderung als unentbehrlich erscheinen. Dennoch spielt die Sicherung von Commodities mit Derivaten bei vielen deutschen Konzernen eine nur untergeordnete Rolle im Vgl. zu Währungs- und Zinsderivaten. Liegt dies an mangelnden Hedging-Instrumenten und unzureichenden Ansätzen?
Im Folgenden wird gezeigt, was Commodities sind und wo ihre Besonderheiten liegen. Anschließend sollen Möglichkeiten und Strategien dargelegt werden, die es ermöglichen das Risiko zu reduzieren. Es werden Anwendungsgebiete gezeigt und die Schwachstellen der einzelnen Strategie erörtert.
Commodities sind im wörtlichen Sinn Waren. Es sind zumeist Rohstoffe, wie Rohöl, Kaffee, Metalle, Getreide usw… Aber auch Zwischenprodukte und das Wetter werden unter Commodities subsumiert. Hierbei kann das Risiko als „Unsicherheit über die Ergebnisse wirtschaftlichen Handelns“ 3) definiert werden.
Speziell für Commodities ergeben sich Risiken vor allem durch die Volatilität der Rohstoffpreise. Letztes Jahr kletterte der Ölpreis durch ein unerwartetes Ereignis wie dem Wirbelsturm „Katrina“, kurzfristig auf über 70 USD/bbl (barrel, 1 barrel » 159 Liter). Allerdings ist für Rohstoffe wie Öl das Wechselkursrisiko mindestens genauso bedeutsam, da Öl zumeist auf amerikanischen Börsen gehandelt
1) Vgl. [Lufthansa] 116.
2) Vgl. [RWE] 69. 3) Karten [Risikobegriff] SP 3827.
- 2 - wird.Somit kann eine Preisänderung beträchtliche Auswirkungen auf cash flow und Gewinn des Unternehmens haben. Auch Risiken aus der Änderung des Zins-satzes sollten erwähnt werden. Diese haben Auswirkungen auf die Opportunitäts-kosten und die Arbitragemöglichkeiten. Um Planungs-, Liquiditäts- und Ertragssi-cherheit zu gewährleisten und um sich aufs Kerngeschäft konzentrieren zu kön-nen, sollten sich Unternehmen primär gegen Preisänderungsrisiken durch Com-modities absichern.
2.2 Besonderheiten beim Hedging von Commodities
Als Besonderheiten bei der Sicherung von Rohstoffen gibt es zum einen die „cost of carry“. Dabei handelt es sich um die Finanzierungskosten abzüglich der Erträge, die im Zusammenhang mit dem Halten des Underlying, der Ware, anfallen. 1) Im Einzelnen sind dies die Lagerhaltungskosten abzgl. Wertsteigerung durch die Lagerhaltung und entgangener Zins. Zum anderen ist die „Convenience Yield“ von Bedeutung. Hierbei handelt es sich um den Nutzen der Verfügbarkeit der Waren durch die Lagerhaltung. 2) Im Ölmarkt bestimmt die Convenience Yield maßgeblich die Volatilität der Basis (Differenz zwischen Kassa- (Marktwert der Ware) und Terminpreis), 3) dabei deutet eine steigende Convenience Yield auf einen kleiner werdenden Lagerbestand hin. Ferner ist die Differenz zwischen Kursen eines Forwards und eines Futures mit gleicher Restlaufzeit zu erwähnen, die als „physische Prämie“ bezeichnet wird. 4)
Ist der Kassamarktpreis über dem Futurespreis, spricht man von „Backwardation“, umgekehrt spricht man von „Contango“. 5) Das Risiko eines Wechsels von Backwardation in Contango, oder nur leichte Änderungen der Differenz des Futures-und Kassapreises, wird als Basisrisiko bezeichnet. 6) Ein Basisrisiko entsteht sobald sich Kassa- und Futureskurs nicht genau gleich entwickeln. Speziell im Ölmarkt liegt meistens Backwardation vor (siehe Abb. 1). Ein Grund dafür ist, dass in einer Contango-Situation die Produzenten ihre Produktion reduzieren und ihr Öl auf Termin verkaufen. 7) Dadurch steigt der Ölpreis und der Futureskurs sinkt.
1) Vgl. Steiner/Bruns [Wertpapiermanagement] 439.
2) Vgl. NG/Pirrong [Fundamentals] 206. 3) Vgl. Gibson/Schwartz [Stochastik] 973. 4) Vgl. Pfenning,/Schäfer [Systematisierung] 576. 5) Vgl. [Risikocontrolling] 129. 6) Vgl. [Risikocontrolling] 126. 7) Vgl. Litzenberger/Rabinowitz [Backwardation] 1531 ff.
Arbeit zitieren:
Thomas Seitter, 2006, Ansätze zum Hedging von Commodity-Risiken, München, GRIN Verlag GmbH
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