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Inhaltsverzeichnis
1. Der Begriff Kommunikation 3
2. Zielfindung mit Hilfe des Selbst-Steuerungs-Systems 4
2.1 Wesen und Aufbau des Selbst-Steuerungs-Systems 4
2.2 Sinneswahrnehmung 4
2.3 Der innere Dialog 5
2.3.1 Wertesystem, Vor-Erfahrungen 5
2.3.2 Gefühle 6
2.3.3 Ziele, Absichten und Mentale Energie 6
2.4 Zielbewusstheit als Einflussfaktor auf das Handeln 7
3. Theoretische Betrachtung des äußeren Dialogs 8
3.1 Die Dreiteilung der Kommunikation 8
3.2 Vier bzw. zwei Seiten einer Nachricht 9
3.3 Digitale und analoge Kommunikation 9
4. Man kann nicht nicht kommunizieren 11
4.1 Der äußere Rahmen 11
4.2 Einschätzung der Gemütsverfassung des Gesprächspartners 12
4.3 Verbale Kommunikation 13
4.4 Nonverbale Kommunikation 14
4.5 Rückkopplung 16
5. Die Absicht in der Kommunikation 16
5.1 Beispiel zur Bedeutung der Kommunikationsabsicht 16
5.2 In der Kommunikation zählt nicht die Absicht 17
6. Rückschlüsse auf die Schlüsselqualifikationen 18
7. Literaturverzeichnis 19
- 3 - 1.Der Begriff Kommunikation
Da der Mensch von Natur aus kein Einzelwesen ist, strebt er den Kontakt zu anderen Personen an. Der Sinn und Zweck der zwischenmenschlichen Verständigung besteht in der Abgabe von Informationen und dem Mitteilen von Absichten, um gewisse Reaktionen und Handlungsabläufe hervorzurufen. Bereits direkt nach der Geburt tritt der Mensch mit anderen Personen in Berührung. Durch sein Schreien signalisiert der Säugling der Umwelt, wenn auch reflexartig und unbewusst, sein Bedürfnis nach Fürsorge. Dies verdeutlicht, dass den Menschen gewisse kommunikative Fähigkeiten sprichwörtlich „in die Wiege gelegt“ sind. Ursprünglich stammt das Wort Kommunikation aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt so viel wie „Mitteilung“, „Verständigung“ oder „Verbindung“. 1 Watzlawick definiert sie wie folgt: „Eine einzelne Kommunikation heißt Mitteilung (message) oder ... eine Kommunikation. Ein wechselseitiger Ablauf von Mitteilungen zwischen zwei oder mehreren Personen wird als Interaktion bezeichnet.“ 2
Ziel dieser Hausarbeit ist es nun, Ablauf, Wesen und Formen der Kommunikation im Hinblick auf das verfolgte Gesprächsziel zu analysieren, um anschließend zu der These „In der Kommunikation zählt nicht die Absicht“ Stellung zu nehmen sowie Rückschlüsse auf die Schlüsselqualifikationen zu ziehen.
Die Absicht, die innerhalb eines Gespräch verfolgt wird, ist eng mit dem Ausdruck „erfolgreiches kommunizieren“ verbunden. Laut Birker wird der kommunikative Erfolg daran gemessen, inwieweit der Empfänger die Absichten des Senders versteht und umsetzt. 3 Die Sprache selbst und deren Art der Übermittlung sind lediglich Hilfsmittel, deren sich der Sender bedient, um seine Ziele durchzusetzen. Voraussetzung für den Erfolg eines Gespräches ist zunächst die eigene Klarheit, darüber, was man erreichen möchte.
1 Schwachulla, Wolfram u. Dr. Wolf, Karl Henning (Red. Bearb.): Der Brockhaus in einem Band. 5. Auflage. Leipzig.
Brockhaus. 1993. S. 458.
2 Watzlawick, Paul u.a.: Menschliche Kommunikation. 9. Auflage. Bern. Verlag Hans Huber. 1996. S. 50.
3 Vgl. Birker, Klaus: Betriebliche Kommunikation. 2. Auflage. Berlin. Cornelsen. 2000. S. 26.
- 4 - 2.Zielfindung mit Hilfe des Selbst-Steuerungs-Systems
Der Mensch reagiert auf äußere Reize meist spontan und ohne erst lange darüber nachzudenken. Hierbei stehen besonders jene Reize, die durch andere Personen ausgelöst werden im Mittelpunkt der Betrachtung. Ziel des von Birker beschriebenen Selbst-Steuerungs-Systems 4 ist es, seine Handlungen bewusst zu lenken.
2.1 Wesen und Aufbau des Selbst-Steuerungs-Systems
Um ein Eingreifen in das Reiz-Reaktionsschema zu ermöglichen, ist es notwendig, sich über den Prozess der Informationsverarbeitung klar zu werden. Hierbei unterscheidet Birker zwischen „äußerem“ und „innerem Dialog“ 5 . Die Wahrnehmung von Reizen aus der Umwelt, insbesondere Handlungen bzw. Äußerungen anderer und die darauf folgende Reaktion des Kommunikationspartners bilden den äußeren Dialog, der auch von Außenstehenden beobachtet werden kann. Zwischen diesen beiden Stufen liegt jedoch der innere Dialog, der die innerliche Verarbeitung des aufgenommenen Reizes bedeutet und somit als Vorstufe der Handlung gilt.
2.2 Sinneswahrnehmung
Der Mensch verfügt über fünf Sinneskanäle, die mit Hilfe der Verben fühlen, hören, sehen, schmecken und riechen beschrieben werden können. Permanent wirkt eine Vielzahl von äußeren Reizen auf den Organismus ein. Diese Signale durchlaufen einen so genannten „Wahrnehmungstrichter“ 6 , durch welchen bestimmte Reize ausgefiltert werden, so dass nur ein kleiner Teil von ihnen in das Bewusstsein des jeweiligen Menschen eindringt. Dies hängt zum großen Teil davon ab, was die betreffende Person gerade für bedeutend erachtet. Je stärker man sich auf eine bestimmte Sache konzentriert, die einem gerade besonders wichtig erscheint, desto mehr Reize entgehen der bewussten Wahrnehmung. Außerdem ist es von Mensch zu Mensch unterschiedlich, welcher Sinneskanal am intensivsten ausgeprägt ist. So unterscheidet man zwischen visuellem, auditivem und kinästhetischem Typen. Der visuelle Typ reagiert verstärkt auf Dinge, die mit dem Sehen zusammenhängen, während der Auditive eher auf Geräusche achtet. Der kinästhetische Typ ist ein Gefühlsmensch, der auf Reize anspricht, die in ihm Emotionen auslösen. 7 Folglich ist die Wahrnehmung ein sehr individueller Vorgang.
4 Vgl. Birker, Klaus: a.a.O., S. 107 ff.
5 Ebda.
6 Ebda., S. 112.
7 Vgl. ebda., S. 94.
- 5 - 2.3Der innere Dialog
Infolge der Reizwahrnehmung beginnt nun die innerliche Verarbeitung der bewusst wahrgenommenen Signale, die in vier Teilabschnitte unterteilt werden kann: Wertesystem/ Vor-Erfahrungen, Gefühle, Ziele/ Absichten und Mentale Energie. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Ziele und Absichten im Folgenden in Verbindung mit dem Punkt mentale Energie betrachtet werden, da diese beiden Sachverhalte in enger Beziehung zueinander stehen.
2.3.1 Wertesystem, Vor-Erfahrungen
Zunächst erfolgt eine Überprüfung des wahrgenommenen Reizes mit dem eigenen Wertesystem, welches durch Vor-Erfahrungen geprägt wurde. Dies löst eine Abklärung mit den eigenen Normen aus. Zudem wird die jetzige Situation mit bereits Erlebtem verglichen. Zum Beispiel kann sich ein kleines Kind unter dem Begriff „heiß“ noch nichts Konkretes vorstellen. Erst wenn es eine noch etwas heiße Herdplatte „erfühlt“ hat, entsteht die Verknüpfung des Wortes „heiß“ mit der davon ausgehenden Gefahr, sich eventuell weh zu tun. Dieses Erlebnis wird im Gedächtnis gespeichert und somit fortan abgerufen, sobald ein ähnlicher Reiz wahrgenommen wird.
Auf diese Weise wird im Laufe des Lebens eine Vielzahl von Informationen gespeichert. Hierbei gilt es zu bedenken, ob die früheren Erfahrungen tatsächlich auch auf diese Situation anwendbar sind oder ob man sie nicht neu überdenken muss. Möglicherweise sind die gespeicherten Daten veraltet und somit nicht mehr übertragbar. Eine weitere Fehlerquelle liegt im vorschnellen Handeln. Wenn bereits an dieser Stelle des inneren Dialogs eine entsprechende Handlung erfolgt, werden möglicherweise zusätzliche Informationen nicht beachtet bzw. abgewartet. Somit entsteht „selbst bei richtiger Verarbeitung ... ein falsches Ergebnis“ 8 . Diese Stufe der internen Verarbeitung kann auch als „innere Landkarte“ 9 bezeichnet werden.
2.3.2 Gefühle
Eine weitere bedeutende Rolle bei der Reizverarbeitung spielen die Gefühle, welche in engem Zusammenhang mit dem vegetativen Nervensystem stehen. Daher rufen wahrgenommene Reize oftmals unwillkürlich gewisse Empfindungen hervor, die positiv bzw. negativ besetzt sein können. Die Gefahr besteht nun darin, sich bedingungslos auf diese ausgelösten Emotionen zu stützen und sich selbst dadurch nicht mehr unter Kontrolle zu haben, wodurch natürlich auch die Wahrnehmung eingeschränkt wird.
8 Birker, Klaus: a.a.O., S. 113.
9 Ebda., S. 108.
- 6 -Dadurch entgehen der Person dann sehr oft wichtige Informationen. Aus diesem Grund ist es bedeutsam, sich mit seinen Gefühlen auseinanderzusetzen, da man nur dadurch lernt, mit ihnen umzugehen und sie bewusst zu lenken.
2.3.3 Ziele, Absichten und Mentale Energie
Der Zweck einer jeden Kommunikation, insbesondere von verbalen Äußerungen, ist die Mitteilung einer bestimmten Absicht. Unbedingt erforderlich ist daher die eigene Klarheit über seine Ziele. Die Zieldefinition bezieht sich auf den Inhalt, die Zeit und den Umfang dessen, was man erreichen will. Meist verfolgt man verschiedene Absichten gleichzeitig. Ein einflussreiches Problem ist das des Entstehens von Konflikten zwischen einzelnen Zielen. „Die Beziehung von Zielen zueinander lässt sich danach beurteilen, inwieweit die Erfüllung des einen sich gleichzeitig auf die Erfüllung des anderen Zieles auswirkt.“ 10 Zum einen können sie komplementär zueinander stehen, d.h. sie fördern sich gegenseitig. Oder sie konkurrieren miteinander, indem die Verwirklichung des einen das andere behindert bzw. ausschließt. Eine dritte Möglichkeit ist eine Indifferenz, also Neutralität zwischen den verschiedenen Absichten. Bei schwieriger Vereinbarkeit unterschiedlicher Ziele gilt es diese in eine gewisse Rangfolge zu bringen, um einen Konflikt zu umgehen. Dies bedeutet das Setzen von Prioritäten. In Abhängigkeit vom Zeitpunkt und der jeweiligen Situation kann mal das eine mal das andere Ziel Vorrang haben. Im inneren Dialog spielen neben den Zielen auch Gefühle und Vor-Erfahrungen eine Rolle, die unter Umständen bewirken, dass situationsbedingt die Ziele zeitweilig in den Hintergrund treten können. Nach der Definition seiner Ziele ist es nun auch möglich konkret darüber nachzudenken, wie man sie erreichen kann. Hierbei ist es sinnvoll, verschiedene Alternativlösungen zu entwickeln.
An die Bewusstheit über seine Ziele anknüpfend, ist die Intensität, mit der nach der Erreichung eines Zieles gestrebt wird von enormer Bedeutung. Je stärker die so genannte mentale Energie ist, desto mehr ist man bereit auch größere Hürden in Angriff zu nehmen und zu meistern. Wer positiv denkt und fühlt, wirkt positiv auf seine Umwelt und kann somit in Gesprächen leichter seine Ziele durchsetzen. Mit großer Willenskraft können z.B. in Notsituationen übermenschliche Kräfte entwickelt werden. Dementsprechend kann man mentale Energie als eine positive innere Einstellung beschreiben, die geeignet ist, Zugang zu den eigenen Ressourcen zu finden und zu mobilisieren. Wenn man nicht die nötige Willenskraft verspürt, etwas auch wirklich umsetzen zu wollen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es dennoch eintritt, eher dem Zufall überlassen.
10 Birker, Klaus: a.a.O., S. 120.
Arbeit zitieren:
Verena Martin, 2003, In der Kommunikatio zählt nicht die Absicht - Analyse des Kommunikationsprozesses hinsichtlich des Gesprächszieles, München, GRIN Verlag GmbH
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