Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Die weltpolitische Stellung Japans vor dem Krieg. 3
2.1. Die „Ungleichen Verträge“ als Werkzeug der Unterdrückung. 3
2.2. Die Asienpolitik Japans. 5
2.2.1. Japans Koreapolitik. 6
2.2.2. Japans Beziehungen zu China vor dem Krieg. 8
3. Der Japanisch-Chinesische Krieg 1894-95. 9
4. Die Auswirkungen des Krieges. 10
4.1. Die Auswirkungen des Friedensvertrags von Shimonoseki. 10
4.2. Die Revision der „Ungleichen Verträge“ und ihre Auswirkungen auf Japans Rolle
in der Welt. 12
5. Fazit. 13
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1. Einleitung
Der Japanisch-chinesische Krieg von 1894-95 war der erste moderne Krieg Japans (Lone 1994: 1) und brachte somit eine grundlegende Änderung der politischen, militärischen und wirtschaftlichen Stellung Japans in der Welt mit sich. Daher soll in dieser Arbeit die Frage “Wie gestalteten sich die Auswirkungen des Japanischchinesischen Krieges von 1894-95 auf die Stellung Japans in der Welt?“ behandelt werden.
Der Sieg Japans in diesem Krieg stellte einen bedeutenden Wendepunkt in der Entwicklung Japans zu einer gleichberechtigten Nation in der Welt dar, weshalb hier der japanisch-chinesische Krieg an sich als Fixpunkt für den Vergleich der Situation Japans vor dem Krieg und nach dem Krieg dienen soll. Die Methodik besteht in der Darlegung der Rolle Japans, vor allem seiner außenpolitischen Beziehungen, so wie sie sich vor Kriegsbeginn gestalteten, um anschließend den Vergleich mit der Situation nach Kriegsende, besonders nach dem Friedensvertrag von Shimonoseki, durchführen zu können.
Als Quellen werden deskriptive Werke der letzten zwanzig Jahre verwendet, die die wesentlichen Themenschwerpunkte behandeln und auch speziell auf den Sinojapanischen Krieg bezogene, analytisch bewertende Werke werden benutzt. Entsprechende Vergleiche werden durch die Autorin vorgenommen.
2. Die weltpolitische Stellung Japans vor dem Krieg
In diesem Abschnitt soll gezeigt werden, welche Rolle in der Welt, vor allem welche außenpolitischen Beziehungen zu den Westmächten sowie zu China und Korea, Japan vor dem Ausbruch des Japanisch-chinesischen Krieges hatte. Auch seine wirtschaftliche und innenpolitische Lage soll kurz angerissen werden, um Hintergründe und Umstände zu verdeutlichen die zum Krieg führten. Jedoch kann dies nicht weiter ausgeführt werden, da es den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Um zu verstehen wie Japan zu seiner Rolle vor dem Krieg kam, muss man schon im Jahre 1854 ansetzten.
2.1. Die „Ungleichen Verträge“ als Werkzeug der Unterdrückung Ein Jahr nachdem der amerikanische Kommodore Matthew Perry mit seinen Dampfschiffen in der Edobucht vor Anker ging, musste der regierende shôgun den ersten Vertrag mit einem westlichen Land unterzeichnen, den Vertrag von Kanagawa. Dies geschah am 31.3.1854 (Hammitzsch 1990: 334). Daraufhin folgten ähnliche Verträge mit Großbritannien, Russland, Holland und Frankreich, und die Epoche der Selbstisolierung Japans war beendet. Diese Verträge, auch „Ungleiche Verträge“
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genannt, enthielten Bestimmungen wie zum Beispiel das Recht von Ausländern, sich in bestimmten Regionen Japans frei zu bewegen, Handel zu treiben, sich niederzulassen und auch extraterritoriale Konsularjurisdiktion in Anspruch zu nehmen. Außerdem wurde Japans souveränes Recht zur Festlegung der Importzölle stark eingeschränkt und viele Häfen mussten für den internationalen Handel geöffnet werden. Um Kriege zu vermeiden, die es - zumindest zu dieser Zeit - nicht gewinnen konnte, nahm Japan die „Ungleichen Verträge“ an (Hammitzsch 1990: 334).
Dies verdeutlicht also die unterdrückte Stellung die Japan, seit der Öffnung des Landes, innehatte und macht auch klar, warum Japan in den folgenden Jahren die größten Anstrengungen unternahm, um eine souveräne Stellung gegenüber den Westmächten zu erlangen und die „Ungleichen Verträge“ zu revidieren. Ein Mittel zu diesem Zweck, dem Gleichziehen mit den Westmächten, war die Modernisierung - die vielseitige innere Umformung des Landes - die mit der Meiji-Reform ab 1869 einsetzte (Hammitzsch 1990: 333).
Japan modernisierte sein Rechts-, Verwaltungs-, Wirtschafts-, Erziehungs- und vor allem auch sein Wehrsystem und lernte vom Westen. 1 Während dieser rasanten Modernisierung verdeutlichte sich der japanischen Regierung das wirkliche Ausmaß der ihnen aufgezwungenen Souveränitätsverluste und das erste Ziel Japans war es nun sich der „Ungleichen Verträge“ und deren diskriminierenden Bestimmungen zu entledigen um eine gleichberechtigte Stellung gegenüber den Westmächten zu erlangen.
Zu diesem Zweck wurden nach einem 1886 gescheiterten Versuch Japans die „Ungleichen Verträge“ zu beseitigen, ständig bilaterale Revisionsverhandlungen geführt. Allerdings gab es erst 1891 erste Erfolge zu verzeichnen. Nachdem vorangegangene Revisionsentwürfe gescheitert waren, begann der damalige Außenminister Aoki Shûzô im Februar 1891 vorbereitende Verhandlungen mit England. Sein Revisionsentwurf beinhaltete die Verwirklichung der Rechts- und Steuerhoheit innerhalb von sechs Monaten, behielt aber die anderen oben genannten Regelungen bei. Dieser Entwurf wurde zuerst seitens England abgelehnt, doch durch Entwicklungen in Russland, vor allem dem Bau der Transsibirischen Eisenbahn, sah England sich gezwungen sich mit Japan zu verbünden.
Bis dahin hatte England die wichtigsten Verbindungswege nach dem Fernen Osten kontrolliert und so das Vordringen Russlands nach Ostasien gut behindern können. Aber mit der Transsibirischen Eisenbahn öffnete sich Russland ein direkter Weg nach Ostasien. Da Japan für England immer als Vorposten gegen Russland galt und
1
Unter anderem wurden junge Leute zum lernen ins Ausland geschickt, reguläre Gesandtschaften fuhren
in die Hauptstädte der wichtigsten Weltmächte und europäische sowie amerikanische Fachleute wurden
ins Land geholt.
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England wusste das man Japan, das inzwischen militärisch und wirtschaftlich stark geworden war, nicht mehr lange mit „Ungleichen Verträgen“ unterdrücken könne, hatten die von Aoki begonnenen Verhandlungen Erfolg.
Aufgrund innenpolitischer Schwierigkeiten und Wechsel der Führung der japanischen Regierung wurden die Verhandlungen jedoch unterbrochen. Erst im Juli 1893 wurden die Verhandlungen über die Verträge mit dem Ausland unter Kabinett Itô-Mutsu fortgesetzt. Der neue Revisionsentwurf beinhaltete zwar nur noch die Beseitigung der exterritorialen Rechte und einige Zollerhöhungen, aber dafür konnte man die Verhandlungen über die wichtigsten Punkte schnell durchziehen und dann den anderen Ländern, vor allem China und Korea gegenüber, durch die in Aussicht stehende „Freiheit“ von den Westmächten und die Verbindung mit England, Stärke demonstrieren. Hierbei konnte Japan auf Englands Unterstützung vertrauen (Inoue 2003: 430), da England damit auch das Vordringen Russlands in Ostasien verhindern wollte.
Um das Volk von den inneren Unruhen abzulenken wurden diese Verhandlungen noch beschleunigt, denn der innenpolitische Kampf für eine harte Außenpolitik hatte sich bereits zu einer Bewegung gegen die von Beamten beherrschte Regierung entwickelt. Letzten Endes akzeptierte Mutsu fast alle Bedingungen Englands, wie z.B. das Pachtrecht für Ausländer und die Zolltarife, um die Verhandlungen zum Abschluss zu bringen.
Die innenpolitischen Unruhen gingen jedoch weiter und fanden ihren Höhepunkt am 31. Mai 1894 in einem Misstrauensantrag gegen die Regierung. Der revidierte Vertrag war jedoch noch nicht unterzeichnet, dies geschah erst am 16. Juli, als der Einmarsch in Korea schon stattgefunden hatte. Dies soll erst im vierten Abschnitt dieser Arbeit behandelt werden, weil die Ratifizierung und die Auswirkungen des revidierten Vertrages erst nach dem Krieg stattfanden und so nicht mehr in dieses Kapitel gehören. Die Stellung Japans vor dem Ausbruch des Krieges blieb also davon unberührt. Japan war immer noch ein von Westmächten unterdrücktes Land, zwar mit der Aussicht auf die Revision der ungleichen Verträge aber doch immer noch so sehr unterdrückt, dass es fast alle Forderungen annehmen musste um die Revision durchzusetzen. Es wird aber deutlich, dass schon damals vor allem England ahnte, dass Japan nicht mehr lange - zumindest in diesem Masse - zu unterdrücken sei.
2.2. Die Asienpolitik Japans
Da der Japanisch-Chinesische Krieg nicht nur etwas mit China zu tun hatte, sondern auch sehr viel mit Korea, da es letztendlich, wie im folgenden Abschnitt deutlich wird, auch eine Art „Auslöser“ für diesen Krieg war, behandeln die zwei nächsten Kapitel
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Arbeit zitieren:
Sabrina Anton, 2004, Der Japanisch-Chinesische Krieg (1894-1895) - 'Wie gestalteten sich die Auswirkungen des Japanisch-Chinesischen Krieges von 1894-95 auf die Stellung Japans in der Welt?', München, GRIN Verlag GmbH
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