Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort 3
2. Leistungsbewertung und Leistungsrückmeldung 4
2.1. Pädagogische Leistungsbewertung 4
2.2. Varianten der Rückmeldung 5
3. verbale Beurteilungen 6
3.1. verschiedene Varianten und Inhalte 6
3.2. Erstellung von Zeugnissen ohne Noten 8
3.3. Probleme 9
4. Notenzeugnisse oder verbale Beurteilungen? 10
4.1. Akzeptanz verbaler Beurteilungen 10
4.2. Pro und Contra - ein Vergleich 11
5. Schlusswort 12
Anhang 1: Lernentwicklungsbericht 14
Anhang 2: Zeugnisregelung der Bundesländer 15
Literaturverzeichnis 19
2
1. Vorwort
Nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem den Weg dorthin hervorheben!
Eine Vielzahl von Schülern erlebt das Zeugnis durchweg als eine mit der Schule unlösbar verknüpfte Notwendigkeit. Mit zunehmender Reife erwacht zwar eine gewisse Kritik und setzt eine wachsende Distanzierung von der Fremdbeurteilung ein, doch bleibt der Schüler letztlich an die im Schulzeugnis ausgesprochenen Wertungen gebunden und muss sie ernst nehmen. 2
Dass es ohne Zeugnisse nicht geht, wissen wir, aber wäre es eine Möglichkeit Zensurenzeugnisse durch verbale Beurteilung zu ersetzen? Immer wieder werden Einwände gegen verbale Beurteilungen zu Tage gelegt, da „ Ziffernzensuren unerlässlich für das Ausleseprinzip unserer Leistungsgesellschaft“ 3 seien. Doch andere Schulen und Ländern zeigen, dass es auch anders gehen kann. In Großbritannien, Italien, Dänemark, Norwegen und anderen Ländern lernen die Schüler bis zum 6. oder 8. Schuljahr ohne Ziffernnoten. Aber auch in Deutschland gibt es private Schulen, in denen hilfreiche, verbale Informationen anstelle der Ziffernnoten treten. Dazu gehören z.B. die Waldorfschule oder die Montessori Schule. 4
Ist die Diskussion um verbale Beurteilungen vielleicht auch daran gebunden, dass sie mehr Zeitaufwand als Ziffernzensuren erfordern? Oder wünschen sich eigentlich Lehrer, Schüler und Eltern diese Art von Beurteilung und somit eine Eliminierung der Ziffernzensuren? Diese und andere Fragen möchte ich im Laufe meiner Hausarbeit erörtern, um aufzuzeigen, wo Ziffernzensuren als notwendig und unter welchen Bedingungen verbale Beurteilungen als die bessere Option gelten.
Ich möchte die Vor- und Nachteile beider Beurteilungsmöglichkeiten aufzeigen und die Vielfalt von Möglichkeiten verbaler Beurteilungen darstellen.
1 Vgl. Knauer, Lernbericht, Ludwigsfelde 1993, S. 19.
2 Vgl. Ingenkamp, Zensurengebung, Weinheim 1972, S. 12.
3 Vgl. Bartnitzky, Zeugnisse, Weinheim 1991, S. 113.
4 Ebd., S. 106.
3
Außerdem möchte ich erläutern, was beim Erstellen von verbalen Beurteilungen zu beachten ist und worin sich eventuelle Probleme deutlich machen.
Am Ende meiner Ausführungen, hoffe ich einen detaillierten Überblick darüber zu haben, inwieweit sich Zeugnisse ohne Noten in den Schulen etablieren könnten und welche Vorteile dies für die Leistungsentwicklung der Schüler zur Folge haben könnte.
2. Leistungsbewertung und Leistungsrückmeldung 2.1. Die pädagogische Leistungsbewertung 5 Leitsatz:
Leistungen setzen Anstrengungen voraus - Anstrengungsbereitschaft setzt die Aussicht auf Erfolg voraus.
Beim Verständnis von Leistung ist immer von der Definition in den Richtlinien auszugehen:
• Die Berücksichtigung der Individuallage der Kinder ist die notwendige Bedingung für erfolgreiches Lernen und damit auch für die Leistungserziehung.
• Die Grundschule muss bei allen Kindern die Bereitschaft und Fähigkeit entwickeln, Leistungen zu erbringen ... Leistung ermöglicht jedem Kind die Erfahrung, dass es etwas leisten kann.
• Kinder können nicht alle zum gleichen Zeitpunkt und im gleichen Zeitraum gleiche Leistungen erbringen.
Ziele und Ausblicke:
Der pädagogische Leistungsbegriff orientiert sich
• am individuellen Lern- und Entwicklungsprozess des Kindes,
• an der sozio- emotionalen Dimension des Lernens,
• am Grundsatz der Ermutigung zum Lernen.
Auswirkungen des pädagogischen Leistungsverständnisses:
• Schüler erfährt Bestätigung und Anerkennung der Individualleistung.
5 Vgl. http://www.schulen-bruehl.de/franziskus/lernen_leisten/padog_leistungsbegriff.htm
4
• Lernen und Leisten haben ihre Begründung in sich selbst bzw. in der Freude am Tun und Können.
• Durch Kommunikation, Kooperation und Hilfestellung wird das soziale Lernen gefördert.
• Eine Prognose für den weiteren Lernprozess bzw. für gezielte Förderung ist möglich.
Diese Auswirkungen sollen zur Ermutigung des Kindes führen; sie sind abhängig von der individuellen Lernausgangslage und dem jeweiligen Entwicklungsstand.
Kriterien für die Bewertung einer Leistung sind z.B. Anstrengungsbereitschaft, Erreichen des Ziels, Ausdauer, Selbstständigkeit und Kooperationsfähigkeit.
2.2. Lernfördernde Rückmeldungen 6
Um Kinder auf ihren Lernwegen zu fördern, bedarf es der ermutigenden Begleitung im Entwicklungsprozess und vielfältigen Rückmeldungen zu ihrem Lernen, ihrem Handeln und ihren Lebensäußerungen. Aus den Rückmeldungen orientieren sich die Kinder für ihr weiteres Handeln, gewinnen ein Maß für ihre eigenen Möglichkeiten und bekommen ein Bild von sich selbst. Varianten der Rückmeldung Rückmeldung des Schülers an sich selbst
Der Wochenplan ist eine Möglichkeit, in dem das Kind seine geschaffte Arbeit abhakt. Rückmeldungen, die sich Schüler untereinander geben
Dies sind Rückmeldungen der Kinder untereinander über ihre Ziele und Aufgaben, ihre Lernwege und Arbeitsergebnisse. Hinzu kommen Anregungen, Vereinbarungen und Hilfestellungen für das weitere Lernen. Rückmeldung der Lehrperson an das einzelne Kind
Hierbei werden Rückmeldungen über den Lernweg, d.h., Stärken und Schwächen, gegeben. Oft entsteht diese Art von Rückmeldung situativ, z.B. durch einen Blick.
6 Vgl. Bartnitzky, Zeugnisse, Weinheim 1991, S. 15.
5
Arbeit zitieren:
Monique Schwertfeger, 2004, VERBALE BEURTEILUNG in der Schule: Zeugnisse ohne Noten - eine Möglichkeit?, München, GRIN Verlag GmbH
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