Inhaltsverzeichnis
1. anstatt eines Vorwortes
2. Ein historischer Abriss
2.1. Verbrennung katholischer Schriften
2.2. Die Bücherverbrennung Martin Luthers
2.3. Die Bücherverbrennung beim Burschenschaftsfest auf der Wartburg
3. Die Bücherverbrennung am 10.Mai 1933
3.1. Die schwarzen Listen
3.2. Die verbotenen Autoren
4. Autoren im Exil
5. Lion Feuchtwanger im Exil 1
5.1. Biographischer Abriss
5.2. Der Roman- Zyklus „Der Wartesaal“
5.3. Lion Feuchtwangers „Exil“
5.4. Zusammenfassung
6. Verbrannt, verboten, verbannt. Vergessen?
7. anstatt eines Schlusswortes
Literaturverzeichnis
2
1. anstatt eines Vorwortes…
1 Vgl. http://www.exil-
club.de/dereferrer.asp?url=http%3A%2F%2Fwww%2Eyolanthe%2Ede%2Flyrik%2Fbrecht05%2Ehtm
3
2. Ein historischer Abriss der Bücherverbrennung in Deutschland vor 1933
Literatur ist ein Ausdruck der Gesellschaft, der Politik und vor allen Dingen eine Reflektion der Zeit. Sie soll Menschen bewegen und hat Einfluss auf die Meinung ihrer Leser. Die Gedanken der Schriftsteller können sich bedingungslos verbreiten. Und das macht sie in den Augen einiger Menschen gefährlich. Es musste also ein Weg gefunden werden, diese Gefahr so gut wie möglich einzudämmen. Die Zensur war geboren und ist seit jeher mit der Literatur verbunden. Folgt man einem Zitat Erich Kästners, so kann man behaupten, dass die Zensur so alt sei wie die Literatur:
„ Seit es die Erstgeburt gibt, gibt es, als Antwort den Hass. Und weil Geist, Glauben und Kunst nicht verkauft werden können, nicht für ein Linsengericht und um keinen Preis, wird Esau zum Kain, und Jakob stirbt als Abel. Der Neid, der keinen Weg sieht, begibt sich auf den einzigen Ausweg: ins Verbrechen.“ 2 a. Verbrennung der Schriften Martin Luthers 1520
Während der Reformation waren Bücherverbrennungen ein weit verbreitetes Mittel konfessioneller Auseinandersetzungen. 3
In Löwen, Köln und Mainz wurden 1520 Luthers Schriften von papsttreuen Gläubigen öffentlich verbrannt. Vor dem Reichstag in Worms verteidigte Luther 1521 seine Thesen und verweigerte erneut deren Widerruf. Aus diesem Grund kam es zum „Wormser Edikt“. Gegen Luther wurde die Reichsacht verhängt und seine Lehren wurden verboten.
2 Vgl. http://www.exil-
club.de/dereferrer.asp?url=http%3A%2F%2Fwww%2Eyolanthe%2Ede%2Flyrik%2Fbrecht05%2Ehtm
3 Vgl. Treß, Wider den undeutschen Geist, Berlin 2003, S.14.
4
Nach einem Aufruf Philipp Melanchthons wurden vor den Toren der Stadt Wittenberg Bücher des päpstlichen Rechts und der scholastischen Theologien öffentlich verbrannt. 4 Am 10. Dezember 1520 verbrannten Luthers Anhänger einige Ausgaben des kanonischen Rechts, ein katholisches Beichthandbuch sowie einige Bücher der Luthergegner Eck und Emser. 5
Der Verbrennungsakt sollte vollzogen werden, weil, so die Begründung Melanchthons, „die Frechheit der Feinde des Evangeliums so weit gegangen“ sei, „Luthers fromme und evangelische Bücher zu verbrennen“. 6
Luther selbst hat in einer kurzen Notiz festgehalten, er sei „zitternd und betend“ an das Feuer herangetreten und habe ein Exemplar der Bannandrohung hineingeworfen. 7 Die Bücherverbrennung durch Luther, die als symbolischer Gegenakt zu der Verbrennung seiner Schriften gilt, wird bis heute aufgrund ihrer oppositionellen und reformatorischen Motivation noch immer moralisch aufgewertet. 8
Auf dem Wartburgfest am 19. Oktober 1817 bildet die Bücherverbrennung in Anwesenheit von 600 Burschenschaftern einen erklärten Höhepunkt. Anlässlich des 200. Reformationsjubiläums in Berufung auf Luthers Bücherverbrennung sowie des vierjährigen Siegestages über Napoleon werden symbolische mehrere Dutzend als reaktionär, antinational und undeutsch eingestufter Bücher den Flammen übergeben. Dazu gehören u.a. Werke von August von Kotzebue, Karl Leberecht Immermann und dem jüdischen Schriftsteller Saul Ascher. 9
4 Vgl. Verweyen, Bücherverbrennungen, Heidelberg 2000, S. 84.
5 Vgl. http://www.hausarbeiten.de
6 Vgl. Verweyen, Bücherverbrennungen, Heidelberg 2000, S. 85.
7 Ebd., S. 87.
8 Vgl. Treß, Wider den undeutschen Geist, Berlin 2003, S. 14.
9 Vgl. http://www.hausarbeiten.de
5
3. Die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933
Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde die Zensur in Deutschland wieder eingeführt. Ein Höhepunkt der Ausübung von Zensur im Dritten Reich war die 1933 praktizierte Bücherverbrennung.
Von den Nationalsozialisten wurde am 10. Mai 1933 eine landesweite Bücherverbrennung zelebriert.
Zuvor war als Auftakt einer ganzen Reihe Schwarzer Listen in der Nachtausgabe, einem Organ der Hugenberg-Gruppe, die Titelsammlung „verbrennungswürdiger” Literatur erschienen. Damals vernichtete die Deutsche Studentenschaft unter dem Motto „Deutsche Studenten marschieren wider den undeutschen Geist” Schriften von marxistischen, pazifistischen, jüdischen und als „dekadent” gebrandmarkten Autoren. In straff organisierten und ritualisierten Feiern, bei denen u. a. Joseph Goebbels und prominente Germanistikprofessoren auftraten, wurde u.a. Literatur von Lion Feuchtwanger, Sigmund Freud, Erich Kästner, Heinrich Mann, Kurt Tucholsky und Arnold Zweig „den Flammen übergeben”.
Einige Tage später erschien im Börsenblatt des deutschen Buchhandels eine Auflistung mit 131 Autoren, deren Werke aus den Bibliotheken und Buchhandlungen entfernt werden mussten. Diese Liste wurde regelmäßig aktualisiert und perfektioniert. 10 Die damaligen Politiker, die ihre Position in Gefahr sahen, und nicht zulassen wollten, dass ihnen „undeutsches“ Gedankengut den Weg zur absoluten Machtergreifung erschweren könnten, reagierten mit einer gut strukturierten und vor allem organisierten Zensur. Über 25.000 Bücher wurden in Berlin und anderen deutschen Hochschulstädten verbrannt.
3.1. Die Schwarzen Listen
Den Bücherverbrennungen gingen in fast allen Universitätsstädten „Sammelaktionen“ voraus, die in ihrer Einheitlichkeit auf „Schwarze Listen“ zurückzuführen sind. Die Schwarzen Listen wurden von dem Berliner Bibliothekar Dr. Wolfgang Herrmann in enger Zusammenarbeit mit dem preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung unter dem Minister Bernhard Rust erstellt. 11
10 Vgl. Microsoft® Encarta® Enzyklopädie Professional 2003. © 1993-2002 Microsoft Corporation.
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Arbeit zitieren:
Monique Schwertfeger, 2004, Zensur als Mittel gegen die geistige Entfaltung, München, GRIN Verlag GmbH
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