Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Biographie Martin Luthers 3
2.1 Luthers Theologie 4
2.2 Der Abendmahlsstreit 5
2.3 Die Bibelübersetzung 6
3 Gesellschaftliche Hintergründe 6
3.1 Gesellschaftliche Situation allgemein 7
3.2 Der Bauernaufstand 7
4 Die Reformation 8
4.1 Definition 8
4.2 Ursachen 9
4.3 Luthers Einfluss 9
4.4 Ablasshandel und Ablassstreit 10
4.5 Die Verhöre Luthers und der Wormser Edikt (1521) 12
4.6 Luthers drei Hauptschriften (1520) 14
4.6.1 An den christlichen Adel deutscher Nation 14
4.6.2 Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche 14
4.6.3 Von der Freiheit eines Christenmenschen 15
5 Bedeutung der Reformation 15
5.1 Gesellschaft 15
5.2 Bauern 15
5.3 Entstehung der Kirchen 16
6 Resümee 17
Literaturverzeichnis
1
1 Einleitung
Martin Luther ist wohl allen ein Begriff. Als deutscher Theologe und Reformator stellt er eine bedeutende und ausschlaggebende Persönlichkeit der evangelischen Kirche dar. Viele kennen ihn durch seine Übersetzung der Bibel, welche heute in revidierter Fassung häufig als biblischer Grundlagentext dient. Aber nicht nur die Übersetzung des alten und neuen Testaments bezeichnen ihn, sondern auch viele andere Ge- sichtspunke seiner Werke und seines Handelns.
In dieser Hausarbeit wollen wir uns näher mit der Person Martin Luthers beschäftigen und seinen Einfluss in damaliger Zeit sowie seine immerwährende Bedeutung be- trachten. Wir wollen uns mit der Frage auseinandersetzen, welche Bedeutung Martin Luther wirklich für die Reformation hatte, was um ihn herum zu seiner Lebzeit ge- schah und was wirklich der ausschlaggebende Grund der Reformation war. Dabei werden wir uns auf folgende Schwerpunkte beschränken:
Zu Beginn der Ausarbeitung wird ein Abriss von Luthers Leben wiedergegeben und die wichtigsten Stationen seines Lebens benannt. Dabei wird in besonderer Weise Rücksicht auf seine Bibelübersetzung genommen und seine Sicht der Theologie dar- gestellt. Der Punkt des Abendmahlsstreites wird dabei aus Rahmentechnischen Gründen nur kurz angerissen, soll aber für einen objektiven Eindruck in die damali- gen theologischen Auseinandersetzungen nicht fehlen.
Anschließend wird der Hintergrund aus politischer und geschichtlicher Sicht erläutert. Als rausragenden Punkt betrachten wir dabei die Bauernkriege, welche häufig mit Luther in Verbindung gebracht werden.
Nach der Grundlagenschaffung gehen wir näher auf die Reformation ein. Hierzu dient als Einführung eine Definition des Begriffes Reformation. In den folgenden Un- terpunkten werden Ursachen und Luthers Einfluss auf verschiedenen Ebenen be- trachtet und analysiert.
Der vorletzte Punkt beschäftigt sich mit der Bedeutung der stattgefundenen Reforma- tion und betrachtet nochmals gesondert die Auswirkungen dieser auf die allgemeine Gesellschaft, die Bauern und die Entstehung der Kirchen.
Als Abschluss der Arbeit dient ein Resümee, in dem wir diese Ausarbeitung reflektie- ren.
2
2 Biographie Martin Luthers
Martin Luther wurde am 10. November des Jahres 1483 in Eisleben geboren. Er wuchs zusammen mit seiner Familie unter strengen Erziehungsmethoden in seinem Geburtsort auf. Da sein Vater aus beruflichen Gründen nach Mansfeld musste, sie- delte die ganze Familie von Eisleben nach Mansfeld über. Die damalig übliche stren- ge Erziehung und Züchtigung galt als nicht außergewöhnlich und der Kontakt zu sei- nen Eltern wird als herzlich beschrieben.
Martin Luther besuchte die Domschule in Magdeburg und die Lateinschule in Eise- nach. Schon hier kam er bereits in seinen Reifejahren mit der wohl „tiefsten Fröm- migkeitsbewegung des gesamten Mittelalters in nähere Berührung“ 1 . 1501 begann Luther sein Studium an der Universität in Erfurt. In dem dort klösterlich geregelten Leben war der Unterricht von Nominalismus und Aristotellismus geprägt, also von der klaren Begriffsbildung und der Kenntnis der Moralphilosophie. 1502 erreichte er den ersten akademischen Grad (Baccalaureus), woraufhin er 1505 den zweiten aka- demischen Grad erreichte (Magister artium). In diesem Studium erlangte Luther auch seine gute Beherrschung der Grammatik und der Rhetorik Trotz der Vorstellungen seines Vaters, Jura zu studieren, entschied Luther sich aus Angst vor dem Gottesgericht, innerer Anfechtung und letztendlich wegen einer To- deserfahrung während eines Gewittererlebnisses für das Leben als Mönch. Während dieses Erlebnisses, in welcher er sich in tiefster Todesnot sah, äußerte Luther den bekannten Ausspruch: „Ich will ein Mönch werden“. 1505 trat er in das Erfurter Au- gustiner-Eremiten-Kloster ein. Nun wurde sein Leben durch Enthaltsamkeit und Bi- belstudium geprägt. Nachdem er 1506 das Mönchsgelübde ablegte, wurde er 1507 zum Priester geweiht. Damit begann für Martin Luther das Theologiestudium und be- reits fünf Jahre darauf erfolgte für ihn die Promotion zum Doktor der Theologie. Zwi- schenzeitlich verbrachte er einen Aufenthalt in Rom, da der Orden ihn 1510/1511 dorthin sandte.
1513 übernahm Luther an der Universität Wittenberg die Bibelprofessur. Er unterrichtete hauptsächlich die Auslegung biblischer Bücher und tat dies zusammen mit seinen Studenten in den Vorlesungen. Ein Jahr darauf widmete er sich dem Predigtdienst der Stadtkirche und trat somit an die Öffentlichkeit.
1 Lohse, 1981, Seite 33
3
Die bekannten 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche veröffentlichte Luther am 31. Oktober 1517. Folglich kam es zum Konflikt mit Rom, wobei er vom Papst
gebannt und vom Kaiser auf dem Reichstag zu Worms 1521 geächtet wurde. In dieser für Luther bedrohlichen Zeit fand er Zuflucht in der Wartburg und fand als Junker Jörg Schutz. Nach zehn Monaten kehrte er zurück nach Wittenberg und heiratete im Jahr 1525 die ehemalige Nonne Katharina von Bora, welches damals aufgrund des Zeitpunktes unheimliches Aufsehen erregte. Gerade zu dieser Zeit gab es heftige Streitigkeiten der Bauern mit den Fürsten und Herren. Martin Luther und seine Frau hatten sechs Kinder, von denen drei frühzeitig starben.
Luthers letzte Lebensjahre waren bestimmt von wiederkeh- renden Krankheiten. Am 18. Februar 1546 starb Martin Lu- ther im Alter von 62 Jahren in Eisleben, wohin er als letztes reiste, um Streitigkeiten mit dem Grafen von Mansfeld zu schlichten. Begraben wurde er in der Wittenberger Schlosskirche. 2,3
2.1 Luthers Theologie
Luthers theologisches Gedankengut wurde durch die reformatorische Erkenntnis ge- prägt. Die Hauptsächliche Orientierung richtete sich an die paulinischen Schriften. Diese beinhalten die wichtige Aussage, dass der durch die Erbsünde bestimmte Mensch Rechtfertigung nur durch die Barmherzigkeit Gottes erfahren kann. Die Rechtfertigungslehre bildet damit für Luther einen Gegenstand und Kriterium der Theologie, ja sogar die Mitte der Heiligen Schrift. Begriffe wie die Kreuzestheologie finden für Luther eine besondere Bedeutung.
Eine weitere für Luther wichtige Sicht ist die Bibel als Gesetz und Evangelium. Luther beschreibt das Wort Gottes, also die Bibel als richtendes und begnadigendes Wort. Die Zehn Gebote, die Bergpredigt und zuletzt das Gewissen eines jeden Menschen sollen diesen zur Erkenntnis der Sünde und der Abkehr von Gott bringen. Luther sieht die Antwort auf Gottes Angebot der sich in dieser Form äußernden Ge- rechtigkeit im Glauben.
2 vgl. Microsoft Encarta Enzyklopädie 2000; Stichwort: „Luther, Martin“ 3 vgl. Lohse, 1981, S. 32f
4
Für Luther ist die Demut Voraussetzung für die Rechtfertigung, nur die totale Hinga- be an Gott bringt Heil (Hebräer 11,17).
1516 teilt er in seiner Rechtfertigungslehre mit, dass der Gläubige nicht durch ir- gendwelche guten Taten, sondern allein durch die Gnade Gottes „sola gratia“ und den Glauben „sola fide“ das Heil erlangt. Dieser Glaube wird allein durch die Heilige Schrift vermittelt, deren Sinn sich einem jeden selbst erschließt und keine Lehrautori- tät benötigt.
Fazit seiner Sicht der Rechtfertigung ist, dass der Mensch nicht durch gute Werke gerecht wird, sondern allein durch die Barmherzigkeit Gottes. Der Glaube an diese Barmherzigkeit bildet dann die Basis anderer Tugenden wie beispielsweise die Liebe und die Hoffnung. 4
2.2 Der Abendmahlsstreit 5
Die mittelalterliche katholische Theologie war eine Sakramentstheologie. Bei der Frage nach dem rechten Verständnis des Abendmahls ging es um den Kern des ka- tholischen Denkens. Es ging um die Grundsatzfrage, wie eine Theologie des Wortes zum Kern der alten Theologie und zur Sakramentstheologie stehen muss und dies hatte Konsequenzen für alle weitere Lehren.
Nach katholischem Verständnis steht die Kirche als sakramentale Heilsinstitution im Mittelpunkt, wobei nach Luthers Auffassung das Abendmahl ein Geschehen zwi- schen dem einzelnen Gläubigen und Gott ist. Die daraus resultierende Gemeinschaft der Christen untereinander ist für ihn sekundär.
Der Abendmahlsstreit fand unter anderem zwischen Luther und Karlstadt statt. Luther geht dabei von der Realpräsenz von Christi Leib und Blut in den Elementen aus, wobei Karlstadt und Zwingli in der Abendmahlfeier lediglich ein Bekenntnis und Zeugnis und die Verkündigung des Todes Christi sehen. Zudem sehen die beiden das geistliche Essen des Leibes Christi als notwendig an, nicht aber das fleischliche. Luther argumentiert jedoch, dass der Erwerb der Vergebung zwar einmal geschehen sei, die Austeilung aber ständig wiederholt werde. 1525 nennt Zwingli in seiner Schrift "Von wahrer und falscher Religion" Luthers Abendmahlslehre gottlos und frivol und ergreift Partei für Karlstadt.
4 vgl. Microsoft Encarta Enzyklopädie 2000; Stichwort: „Luther, Martin“ 5 vgl. http://www.ekir.de/examen/index.htm?kg/kg3/index.htm, 2003/04
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Arbeit zitieren:
Johanna Klugkist, Christina Lücht, 2005, Luther und die Reformation, München, GRIN Verlag GmbH
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