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Inhaltsverzeichnis
1. Muss Low Cost auch No-Frills sein oder vielleicht doch nur Low Fare 3
2.1. Geschichte der Low Cost Carrier 3
3.1. Service 6
8 3 4 Flugplan und Flughäfen
12 3 7 Standzeiten
13 4 1 Der Low Cost Carrier Ryanair
16 5 Zukunftsaussichten und Risiken der Low Cost Carrier
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1. Muss Low Cost auch No-Frills sein oder vielleicht doch nur Low Fare?
Die Begriffe No-Frills- (engl. für kein Schnickschnack), Low Cost- (engl. für kostengünstig), Low Fare (engl. für Niedrigpreis) Airline, oder auch einfach Billigflieger tauchen heutzutage ständig in den Medien auf. Aber was verbirgt sich hinter diesen Begriffen?
Airlines bieten Low Fare Flüge, zum so genannten „Taxipreis“ (Hapag-Lloyd Express) an, also Flüge zu Preisen, die die etablierten Net Carrier um oftmals 50% unterbieten. Wenig oder gar keinen Service gibt es an Bord der No Frills Airlines. Low Fare- wie auch No Frills Airlines müssen Low Cost Carrier sein, also ihre Kosten soweit wie möglich reduzieren, damit ihr Geschäftsmodell bestehen bleiben kann.
No Frills Airlines müssen auch Low Fare Airlines sein, da sonst der Kunde den Preis nicht akzeptiert.
Die sich schnell neugründenden Low Cost Carrier, streben eine Preis- und Kostenführerschaft auf dem Markt an.
Diese Seminararbeit soll einen Einblick in das Geschäftssystem Low Cost Carrier geben, die vielen möglichen Ausprägungen erläutern, und zudem noch einen Überblick über momentane Entwicklungen und Risiken am Markt liefern.
Das notwendige Material zur Erstellung dieser Seminararbeit stammt vorwiegend aus dem Internet und zu einem kleineren Teil aus der FH-Bibliothek.
Im Folgenden wird zuerst auf die Herkunft und Geschichte des Geschäftssystem Low Cost Carrier, dann auf die momentane Lage am Markt eingegangen. Daraufhin folgt eine explizite Erläuterung der Merkmale dieses Geschäftssystems. Abschließend werden noch Beispiele aus der Praxis vorgestellt und weiterhin ein Blick auf die Risiken und Zukunftsaussichten geworfen.
2. Low Cost Carrier im Wandel der Zeit
2.1. Geschichte der Low Cost Carrier
Begonnen haben die Low Cost Carrier in den USA vor über 30 Jahren. Als erstes erhielt Laker Airways 1972 eine Betriebsgenehmigung und 1977 die Verkehrsrechte für den so genannten „Sky Train“, der die Strecke New York - London ohne Service und ohne Reservierungsmöglichkeit bediente. Andere Unternehmen wie zum Beispiel Virgin Atlantic betätigten sich ebenfalls auf dieser Route, doch alle Unternehmen schieden
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früher oder später aus dem Markt aus. Teilweise entwickelten sie sich zu Full Service Airlines, die zumindest die Preise auf diesem Markt stark veränderten.
In den USA wie in Europa war der Flugmarkt sehr stark durch Gesetze zur Preisbindung, und Pflichten zur Erlangung der Verkehrsgenehmigungen reguliert und eingeschränkt. Erst nach verschieden Deregulierungen zuerst in den USA (ab 1978) und später (ab 1987) auch in Europa wurde der Markt für junge Airlines und für Low Cost Carrier geöffnet. In den USA gründeten sich Airlines wie Southwest oder Air Tran, die innerstaatliche Flüge oder Flüge in die typischen Urlaubsgebiete anboten. Southwest verhalf dem Geschäftssystem schließlich zum Durchbruch und existiert noch heute erfolgreich, wohingegen viele andere Neugründungen wieder aus dem Markt ausschieden.
In Europa wurden 1993 alle Beschränkungen bezüglich der Strecken aufgehoben, und es herrscht für EU-Gesellschaften freier Marktzugang und seit 1997 ist auch Kabotage möglich. 1 Auch die großen internationalen Airlines versuchten immer wieder mit wechselndem Erfolg eigene Low Cost Produktlinien zu gründen. So geschehen zum Beispiel bei Delta Airlines (Delta Express), und United Airlines (United Shuttle). 2 In Europa gingen die ersten Low Cost Carrier Gründungen in den 90 er Jahren von Großbritannien und Irland aus. Als große bedeutende Carrier wären da EasyJet und Ryanair zu nennen, die zuerst, vorwiegend von Großbritannien aus, Urlaubsziele im Süden Europas anflogen, mittlerweile aber in der ganzen EU tätig sind. Auch in Europa entschieden sich die großen Airlines zur Gründung von Low Cost Tochtergesellschaften und hatten, ähnlich wie in den USA, mäßigen Erfolg. 3 Mittlerweile gibt es auf jedem Erdteil Low Cost Carrier, so fliegt in Australien seit einiger Zeit Virgin Blue als Konkurrenz zu Quantas und auch in Asien öffnet sich der Markt langsam für solche Airlines.
2.2. Low Cost Carrier in der Gegenwart
Die Entwicklung der Low Cost-Strategie wurde stark begünstigt durch die steigende Preissensibilität der Nachfrager. Ob überhaupt eine Flugreise unternommen wird und
1 vgl. Maurer, Luftverkehrsmanagement
2 vgl. http://www.reviewjournal.com/lvrj_home/2003/Sep-18-Thu-2003/business/22183130.html
3 vgl. Pompl, Luftverkehr, 3. Auflage S. 117 ff
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mit welcher Airline, hängt maßgeblich vom Flugpreis ab. Für den Anbieter war der entscheidende Punkt die oben beschriebene Liberalisierung des Marktzugangs. Den meisten Low Cost Carrier geht es finanziell gut. So hat zum Beispiel in den USA Southwest Airlines noch in keinem Quartal Geld verloren und auch die Folgen des 11. September nur leicht angeschlagen überlebt, und sogar, wenn auch wenig, Gewinn erwirtschaftet. So ist Southwest Airlines momentan der weltweit größte Low Cost Carrier. 1 In Europa waren die Low Cost Carrier auch nicht von der Krise in der Luftfahrt, hervorgerufen durch den 11. September 2001, betroffen, sie konnten steigende Passagierzahlen und teilweise sogar Gewinne verzeichnen.
Auch weiterhin verzeichnet zum Beispiel Ryanair einen Gewinnzuwachs, bis Juni 2003, von 68% auf 39 Millionen Euro. Von April bis Juni 03 stiegen die Passagierzahlen um 38% auf 3,54 Millionen. 2 Die Forschungsgemeinschaft Urlaub & Reisen gab nach einer Untersuchung bekannt, dass im Jahr 2002 rund 2,2 Millionen Deutsche das Angebot der Low Cost Carrier nutzten. 3
3. Merkmale des Geschäftssystems Low Cost Carrier
Wie schon Eingangs erwähnt, ist das für den Kunden wichtigste Merkmal der Low Cost Carrier die niedrigen Tarife für ihre Flüge. Um diese Tarife aber zu ermöglichen und nicht sofort aus dem Markt auszuscheiden, müssen große Kostenvorteile gegenüber den Full Service Airlines erreicht werden.
So wird im Durchschnitt eine Kostenersparnis auf Kurz- und Mittelstrecken (innereuropäischer Verkehr) von 57% gegenüber den Full Service Carriern erwirtschaftet. Die Zusammensetzung dieser Kostenersparnis kann man dem Diagramm Abb. 1 (s. Anhang) entnehmen. 4 Die Merkmale, die hier beschrieben werden, treffen nicht immer alle auf jedes Unternehmen zu. Der Markt ist so vielschichtig, das es kein einheitliches Geschäftssystem oder Erfolgsstrategie gibt.
1 vgl. Sterzenbach/ Conrady Luftverkehr / 3. Auflage S. 179 ff
2 vgl. http://focus.msn.de/PF1D/PF1DN/PF1DNA/pf1dna.htm?id=291
3 vgl. http://www.uni-trier.de/uni/fb6/fvgeo/lcc/Marktlcc.pdf
4 vgl. http://www.eca-cockpit.com/LCC/eco.html
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3.1. Service
Das wohl bekannteste Merkmal der Low Cost Carrier ist der meist stark eingeschränkte Bord Service während der Flüge. Mahlzeiten und Getränke werden meist nur gegen Bezahlung abgegeben, dieses Merkmal variiert sehr stark von Airline zu Airline. So gibt es zum Beispiel bei Air Berlin weiterhin auf längeren Flügen eine Mahlzeit. 1 Weiterhin gibt es meist keine Zeitschriften oder Bordmagazine, kein Unterhaltungsprogramm an Bord, und auf Decken oder Kissen muss der Low Cost Carrier Passagier verzichten, da sie zu hohe Reinigungskosten verursachen würden. 2 Auch Kinderbetreuung und Dienste für Behinderte werden nicht durchgeführt. 3 So werden Materialkosten für Essen und Ähnliches, Kosten für die Versorgung mit diesen Produkten, sowie Ladezeit am Boden gespart, wodurch die Standzeiten der Maschinen verkürzt werden und die Flugzeuge schneller wieder in der Luft sind. Richtig gereinigt wird das Flugzeug meist nur einmal am Tag von einer Reinigungscrew und dieses meist am Heimatflughafen, wo durch harte Verträge die Personalkosten bzw. Kosten für die eingekaufte Dienstleistung niedriger sind. Zwischendurch muss das Bordpersonal selbst die Maschine grob reinigen.
Low Cost Carrier verzichten auf die bei Full Service Carriern üblichen Kundenbindungsprogramme, da der administrative Aufwand wäre zu hoch. 4
3.2. Personal
Durch Entlassungen bei den großen Airlines und wegen der schlechten Arbeitsmarktlage stehen den Low Cost Carriern momentan viele gut ausgebildete potentielle Mitarbeiter zur Verfügung. Diesen werden Positionen für deutlich geringere Gehälter angeboten, die sie häufig mangels Alternativen annehmen. Zudem wird massiv die gewerkschaftliche Organisation der Mitarbeiter unterbunden und viel junges Personal eingestellt, das niedrigere Einstiegsgehälter hat. 5 So hat zum Beispiel der deutsche Low Cost Carrier Air Berlin laut eigenen Angaben keine Gewerkschaftsmitglieder und auch keinen Betriebsrat in seinem Unternehmen. 6 Nach Möglichkeit und rechtlicher Lage wird auch Personal aus Ländern eingestellt, in denen ein niedrigeres Lohnniveau herrscht. Hinzu kommt, dass keine freiwilligen sozialen
1 vgl. Aero 11/2003 S. 48 u. 49
2 vgl. http://focus.msn.de/PF1D/PF1DN/PF1DNA/pf1dna.htm?id=291 3 vgl. Sterzenbach/ Conrady Luftverkehr / 3. Auflage S. 179 ff 4 vgl. Sterzenbach / Conrady: Luftverkehr/ 3. Auflage 5 vgl. Sterzenbach/ Conrady Luftverkehr / 3. Auflage S. 179 ff 6 vgl. http://www.mckinsey.de/_downloads/Presse/periodicals_mckwissen_06_Billigflieger.pdf
Quote paper:
Jens Marquardt, 2004, Das Geschäftssystem Low Cost-Carrier , Munich, GRIN Publishing GmbH
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