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Schwerin den 06 03 2002
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichtliche Einordnung in didaktischer Hinsicht
2.1. Was sind Theorien und Modelle in der Didaktik
2.2. Die Didaktische Analyse
3. Die Berliner Didaktik nach Heimann Otto Schulz
3.1. Entstehung und Intention der Berliner Didaktik
3.2. Die Berliner Didaktik
3.2.1. Strukturanalyse
3.2.2. Faktorenanalyse
4. Strukturplanung einer Unterrichtsstunde im Sozialkundeunterricht
5. Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich der sogenannten „Berliner Didaktik“, wie sie von ihren Erfindern den Hochschullehrern Paul Heimann, Gunter Otto und Wolfgang Schulz Anfang der 1960er Jahre veröffentlicht wurde. Die theoretischen Überlegungen dieser „Didaktik“ wurden zur Grundlage der „Lerntheoretischen Didaktik“ und waren eine neue didaktische Theorie zu dieser Zeit. Die „Berliner Didaktik“ wurde zur theoretischen Fundierung der praktischen Lehrerausbildung in Berlin entwickelt. Sie war aber auch ein Gegenentwurf zur bis dahin vorherrschenden „Bildungstheoretischen Didaktik“ von Wolfgang Klafki. Da die Entstehung und Anlage der „Berliner Didaktik“ unbedingt aus diesen beiden Intentionen heraus gesehen werden muss, soll in dieser Arbeit auch ein kurzer Überblick über die „Bildungstheoretische Didaktik“ und über die Entstehungsgeschichte der „Berliner Didaktik“ gegeben werden.
Die lerntheoretische Didaktik Berliner Herkunft ist eine didaktische Theorie, die eher zur allgemeinen Erfassung von Unterricht dient und zur Einarbeitung neuer didaktischen Überlegungen und zur Theoriebildung über Unterricht befähigen soll. 1 Deshalb ist ihr Einfluss auf die Theoriebildung in den Fachdidaktiken wie auch in der Allgemeinen Didaktik von großer Bedeutung. Aus diesem Grunde soll die „Berliner Didaktik“ in dieser Arbeit auch Gegenstand einer näheren Beschreibung und Erläuterung sein.
Am Ende dieser Arbeit soll die Anwendung des Strukturmodells der „Berliner Didaktik“ zur Planung einer Unterrichtsstunde im Sozialkundeunterricht den Bezug zur Fachdidaktik Sozialkunde herstellen.
1 Vgl. dazu Peterßen, Wilhelm H.: Handbuch Unterrichtsplanung: Grundfragen, Modelle, Stufen,
Dimensionen. 9., aktualisierte und überarbeitete Auflage, München 2000, S. 91.
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2. Geschichtliche Einordnung in didaktischer Hinsicht
2.1.Was sind Theorien und Modelle in der Didaktik
Die Begriffe Theorie und Modell werden in der didaktischen Literatur häufig nebeneinander gebraucht, ohne eine genauere Differenzierung zu erfahren. 2 Zudem gibt es eine Vielzahl von Begriffsbestimmungen, die zu Verwirrungen und Missver- ständnissen bei der Behandlung des Themas führen können. Aus diesen Gründen soll im Folgenden eine kurze Bestimmung beider Begriffe stehen, die dann auch die „Arbeits- definition“ für die vorliegende Arbeit sein soll.
Theorien sollen das Produkt von, nach wissenschaftlichen Regeln entstandenen, theoretischen und empirischen Erkenntnissen sein, welches in Begriffen und Sätzen ausgedrückt wird. Die einzelnen Erkenntnisse werden systematisch geordnet und ergeben so eine bestimmte Theorie. Diese eher allgemeinen Aussagen treffen auch auf didaktische Theorien zu. 3 In der Didaktik haben Theorien bestimmte Aufgaben und Funktionen. Für diese Arbeit relevante Funktionen von didaktischen Theorien sind zum Beispiel die Anwendung als Metatheorie zur Kritik an anderen Theorien, die Verwendung zur Produktion neuer Theorien, zur kritischen Analyse und Veränderung sozialer Wirklichkeit, sowie die Transformation in didaktische Modelle, in denen dann die Grundstruktur der Theorie sichtbar wird.
Über die Bestimmung des Begriffs didaktisches Modell gibt es unterschiedliche Auffassungen in der Literatur. Übereinstimmung herrscht in der Definition als eine Art Plan, mit deren Hilfe Lehrende komplexe Zusammenhänge bündeln können, um daraus theoretische Grundlagen in ihrem Unterricht anzuwenden oder ihn analysieren und verändern zu können. 4 Auch wird deutlich, dass ein Modell ein „Konstrukt“ zwischen Theorie und Praxis ist, dessen Verhältnis unterschiedlich sein kann. Die Unterschiede zeigen sich in der Frage, in wie weit ein Modell auch Theorie ist. Kron 5 folgt in seinen
2 Vgl. dazu Bielefeldt, Heinz; Scholz, Günter: Schuldidaktik. 2., überarbeitete Auflage, München 1982. 3 Kron, Friedrich W.: Grundwissen Didaktik. 3., aktualisierte Auflage, München 2000, S. 104. 4 Siehe Kron, Friedrich W.: Grundwissen Didaktik. 3., überarbeitete Auflage, München 2000, S. 204-206. und Jank, Werner; Meyer, Hilbert: Didaktische Modelle. Frankfurt am Main, 1991, S. 92-95. 5 Kron, ... S. 205.
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Ausführungen nicht der Auffassung Blankertz, dass Modelle auch Theorien sein können, während Jank und Meyer 6 sich dieser Meinung anschließen. Um eine Vermischung von Theoriebegriff und Modellbegriff zu vermeiden, soll in dieser Arbeit eher der Meinung Krons gefolgt werden. So sind Modelle an sich keine Theorien, sondern Struktur- oder Verlaufsdarstellungen von Unterricht, um diesen analysieren und vorbereiten zu können. Didaktische Theorien sind meist Grundlage von Modellen. So ist die didaktische Theorie, die in dieser Arbeit hauptsächlich behandelt werden soll, die „Lerntheoretische Didaktik“ nach Heimann/Otto/Schulz.
2.2. Die „Didaktische Analyse“
Die Didaktische Analyse wurde erstmals 1958 öffentlich bekannt. In seinem Werk mit dem Titel „Didaktische Analyse als Kern der Unterrichtsvorbereitung“, das in diesem Jahr erschien, entwickelte Wolfgang Klafki das erste Modell zur Unterrichtsplanung und Analyse in der „Didaktikgeschichte“ der Bundesrepublik Deutschland. Dieses Modell entstand zum einen, um die Ausbildung von Lehramtsstudenten und die Arbeit schon praktizierender Lehrer zu verbessern und zum anderen war es die praktische Verlängerung seiner bildungstheoretischen Vorstellungen. 7 Das Modell war bei seiner Veröffentlichung praktisch konkurrenzlos und wurde der Leitfaden, nach dem tausende Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet wurden. Im Folgenden soll dieses Modell deshalb in seinen wesentlichen Zügen dargestellt werden, weil es das unmittelbare didaktische Vorgängermodell zu Heimanns „Berliner Didaktik“ war. Außerdem war das „Berliner Modell“ und der theoretische Hintergrund, die „Lerntheoretische Didaktik“, eine Art Gegenentwurf zur „Bildungstheoretischen Didaktik“ und der „Didaktischen Analyse“ Klafkis. Diese beiden Modelle zusammen mit ihren Theorien standen Anfang der 1960er Jahre im Widerstreit und waren die einzigen in der Öffentlichkeit diskutierten didaktischen Positionen. 8 Später wurden weitere allgemeindidaktische Modelle und Theorien entwickelt, die aber für die Darstellung der „Berliner Didaktik“ nach Heimann/Otto/Schulz zunächst nicht von Bedeutung sind. Somit nun zur „Didaktischen Analyse“ nach Klafki und der „Bildungstheoretischen Didaktik“.
6 Jank, ... S. 92.
7 Peterßen, Wilhelm H.: Handbuch Unterrichtsplanung: Grundfragen, Modelle, Stufen, Dimensionen. 9.,
aktualisierte und überarbeitete Auflage, München 2000, S. 47.
8 Bielefeldt, Heinz ... S. 25-26.
Arbeit zitieren:
Martin Hewner, 2002, Die Berliner Didaktik, München, GRIN Verlag GmbH
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