Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das Modell der Ganztagsschule 5
2.1 Schule ein Erklärungsversuch 6
2.2 Das Bildungswesen der BRD ein Überblick 7
2.3 Ernährung 8
2.3.1 Die Ernährungsbildung 9
2.3.2 Verpflegungsangebot 11
2.4 Bewegung und Schulsport als Chance für die Gesundheit 13
2.5 Schluss mit dem Hausaufgabenstress oder was Freizeit auch sein kann 15
2.6 Genussmittelmissbrauch und andere Drogen 18
3. Chancen für die Eltern und die ganze Familie 20
4. Zusammenfassung und Ausblick 22
5. Literaturverzeichnis 24
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1. Einleitung
Die Bildungsreform ist seit der Abwicklung der DDR ein gesamtdeutsches Anliegen. Diese ist notwendig, um mit der neuen Zeit der Hochtechnologie und dem Wandel der Gesellschaft mitzuhalten. Die Notwendigkeit dieser Neuorientierung ist ein noch immer dauernder Prozess, der mehr oder weniger in zeitgemäßen Bahnen abläuft.
Eine wesentliche „Reformmotivation“, die die Politik zum Handeln befähigte, war die erste PISA Studie (Programme for International Student Assessment). Aber auch die Ergebnisse der aktuellen Studie lassen keine wirklichen (messbaren) Veränderungen unserer Bildungs- und Schulpolitik erkennen. Wir sind immer noch Mittelmaß. Es wird die Notwendigkeit laut, die Strukturen unserer Bildungseinrichtungen von „Kopf bis Fuß“ neu zu gestalten. Einer ganzheitlichen Betrachtung von Schule sei besonderer Bedeutung zuzuweisen. (Achim Leschinsky, Kai S. Cortina, S.20ff.) Die Institution Schule, in ihrer derzeitigen Organisationsstruktur, scheint ihrer pädagogischen Aufgabe nicht mehr gewachsen. Der vorrangigen Bildungs- und Erziehungsfunktionen kann sie nur unzureichend gerecht werden. (Holtappels, Heinz Günter, S.9f) Die Forderung nach Chancengleichheit „innerhalb des Bildungssystems“ konnte von und durch die Politik nicht erfüllt werden. Der Amoklauf 2002 des Erfurter Gymnasiasten Robert Steinhäusers zeigt einen formal schrecklichen Zusammenhang unserer Schulen mit der Wirklichkeit.
Hartmut von Hentig formuliert „Wer in der Schule nicht den Generator der Gesellschaft sieht und in der Gesellschaft nicht den alleinigen Auftraggeber der Schule sieht, weil er vielmehr die Schule für ein notwendiges, aber begrenztes Mittel hält, Kindern beim Erwachsenwerden in der Welt zu helfen, wie sie ist, der wird der Schule nicht empfehlen, sich dabei an Ausnahmeerscheinungen zu orientieren.“ (Henting von, Hartmut, S.V47f.) Die Lehrer stehen im Mittelpunkt dieser breiten Diskussion und sind besonders ge- aber auch überfordert, nicht nur um den angesprochenen Bildungsauftrag sondern auch ein Stück Erziehung zu erfüllen.
Der Gesundheitsstatus von Kindern und Jugendlichen ist trotz der allgemein verbesserten Lebensverhältnisse stark gefährdet. Die Ursachen liegen in den gesellschaftlichen Veränderungen aber auch im Bereich der Lebensbedingungen der Jugendlichen. Die körperlichen Defizite reichen von Ausdauer- und
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Konzentrationsschwäche bis hin zu Krankheiten des Bewegungs- und Stützapparates. Falsche Ernährung, chronische Krankheiten und der Drogenkonsum sind weitere Punkte einer unvollständigen Liste. So rücken die Gesundheitserziehung und Förderung auf die vorderen Ränge der bildungspolitischen aber auch gesellschaftlichen Forderungen. Es gibt aktuell immer noch große Lücken bei der praktischen Umsetzung von Gesundheitsförderung und Erziehung in unseren Schulen. (BzgA, S.6) Die Lehrer, die im Bereich von Gesundheit tätig sind, können nicht alleinige Adressaten für diese komplexe Aufgabe bleiben. Hier sind die Eltern, die Politik, Gesundheitsexperten, die Wirtschaft, die ganze Gesellschaft gefragt und in die Pflicht zu nehmen. (Priebe et al, S.7ff.) Die Ganztagsschule mit ihrer unterrichtsübergreifenden Schülerbetreuung gilt als eine Alternative zu den herkömmlichen Schulsystemen. Dies soll hier im Bereich der Chancen und Risiken für die Gesundheit näher untersucht werden. Im Mittelpunkt dieser Betrachtung stehen die Ernährung, die Bewegung, der Genussmittelmissbrauch, die Freizeitgestaltung und die Reduktion des Stresses durch Hausaufgaben. Die Bearbeitungen der Themen AIDS, Angst als Ursache für Entwicklungsstörungen und die Lehrergesundheit können hier aufgrund ihrer Komplexität nur angesprochen werden. Eine Vertiefung diesbezüglich bedarf einer weiteren Bearbeitung.
In dieser Bearbeitung, soll der Begriff der Gesundheit umfassender, als die allgemeingültige Definition der WHO ("Gesundheit ist der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur des Freiseins von Krankheiten und Gebrechen.") verstanden sein. (www.who.int) Ist jemand krank oder nicht? Oftmals lässt sich diese Frage über eindeutige Krankheitszeichen klären. Welchen Zustand nimmt man aber ein, wenn sich keine bzw. nicht eindeutige Symptome zeigen? Ob jemand krank ist, kann z.B. durch die Messung von Vitalparametern bestimmt werden. Doch nicht alle Vorboten einer Krankheit lassen sich so erkennen. Wann und in welchem Ausmaß können Essstörungen, Nervosität, Drogenkonsum, etc. zu Krankheiten avancieren bzw. erkannt werden? Aufgrund dieser und noch weiterer Betrachtungsmöglichkeiten von Gesundheit, ist Krankheit weit mehr, als nur die Abwesenheit von Krankheit.
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2. Das Modell der Ganztagsschule
Die Bezeichnung der Ganztagsschule hat in Deutschland, gegenüber anderen fortschrittlichen Ländern wie Frankreich, den skandinavischen Ländern, den USA und Großbritannien noch immer ihre Berechtigung. In den genannten Ländern gibt es nur diesen Schultypus, der synonym mit dem Begriff Schule verwand wird. Allgemeines Merkmal der Ganztagsschule ist die Betreuung der Kinder über den Unterrichtsschluss hinaus. In der BRD haben lediglich 5 Prozent der allgemein bildenden Schulen dieses Angebot. Die Bundesregierung ist durch das schlechte Abschneiden bei PISA im Vergleich mit seinen Nachbarländern in Handlungsbedrängnis geraten. Das Modell der Ganztagsschule hat sich in diesen Ländern bewährt und soll nun auch in Deutschland schrittweise eingeführt werden. Die Bundesregierung fördert die Länder mit 4 Milliarden Euro für die nächsten 5 Jahre.
Es werden in Deutschland zwei Modelle verfolgt, die offene und die gebundene Ganztagsschule. Die offene Ganztagsschule ist der Unterrichtsstruktur der Halbtagsschule gleich, jedoch mit einem freiwilligen Angebot der Nachmittagsbetreuung durch Lehrer, Sozialpädagogen und Erzieher. Die Gebundene hat ihr Unterrichtskonzept auf den ganzen Tag ausgeweitet, die Einteilung der 45-minütigen Unterrichtsstunde fällt in der Regel weg und es finden „Phasen der Konzentration und der Entspannung“ statt. Diese verpflichtende Form wird auch als „rhythmischer Tagesablauf“ bezeichnet.
In keinem Industrieland ist die Schulbildung im besonderen Maße von der sozialen Herkunft so abhängig, wie in Deutschland. Eine Möglichkeit, um Schülern bei ihren Schwächen zu helfen und bei ihren Stärken individuell zu fördern, bietet die Ganztagsschule (BMBF, S. 4ff.). Wenn in der weiteren Bearbeitung nicht explizit auf die Bezeichnung Ganztagsschule hingewiesen wird, wird der Begriff Schule verwand. „Gute Bildung braucht Zeit. An der Ganztagsschule ist Zeit – Zeit für mehr Qualität im Unterricht, individuelle Förderung, kreative Freizeitgestaltung und familienfreundliche Betreuung.“ (Bulmahn, Edelgard In: BMBF, S.2, Bildungsministerin) Dieses neue Bildungsverständnis der Politik lässt auf eine ganzheitliche Betrachtung der Kinder und Jugendlichen einschließlich ihrer Eltern hoffen. Ganzheitlich im Sinne, dass
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nicht nur der Geist, also Intellekt gefordert und gefördert werden, sondern dass die Seele und der Körper gleichermaßen Wahrnehmung erfährt.
Gesundheitsförderung und Erhaltung scheinen angesichts der alarmierenden Zahlen von übergewichtigen Schülern aller Altersgruppen mehr als notwendig. Kinder und Jugendliche verbringen erhebliche Zeit in der Schule. Dies ist neben dem Elternhaus ein sehr entscheidender und prägender Ort des Erwachsenwerdens. Die Ganztagsschule hat hier die Möglichkeit auf den gesundheitlichen Lebensstil der Schüler förderlich einzuwirken. (www.ernaerungs-umschau.de, S.1) Ein neues Bildungsverständnis, was auch die Erziehung und besonders die Gesundheitserziehung mit einschließt, muss als notwendiger Gegenstand dieser Diskussion betrachtet werden. Schulen müssen sich den „außerschulischen Erziehungsfeldern und sozialen Lebensbereichen“ ihrer Schüler schnell mit offenem Blick nähern. (Priebe, Botho et al, S. 76f.)
2.1 Schule, ein Erklärungsversuch
Schule, als Sammelbegriff aller Bildungseinrichtungen steht mehr denn je unter dem Druck der Neugestaltung. Diese Notwendigkeit hat sich über die Zeitenwende ins neue Jahrtausend exorbitant erhöht. Die steigende Gewalt in der Gesellschaft, die wieder zunehmenden Gefahren durch AIDS, der steigende Drogenmissbrauch und die zunehmende Verarmung sind nur wenige Punkte einer unvollständigen Liste von denen Kinder und Jugendliche immer mehr betroffen bzw. deren „Täter“ sind. Welche Rolle spielt die Schule in diesem Zusammenhang? Diese Frage scheint berechtigt und eine Beziehung der genannten Tatbestände mit der Schule ist möglicherweise in deren gesellschaftlichen Auftrag zu finden. (Priebe, Botho et al, S.7f.) Der Vergleich mit einem Generator aus dem vorangestellten Text scheint als trefflich. Hier beschreibt von Henting, dass die Energie einer Gesellschaft aus seinen „gebildeten“ Kindern entstammt. (Henting von, Hartmut, S.V47f.) In der Beschreibung was Schule zu leisten hat, nimmt Deutschland gegenüber seinen Nachbarländern einen Sonderstatus in Anspruch. Die Schule ist nach unserem Verständnis eine Bildungsstätte. Die Erziehung ist die vorrangige Aufgabe des
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Elternhauses. Diese strikte Trennung findet so in Frankreich und England nicht statt. Dort gibt es für diese beiden Begriffe nur eine Bezeichnung: „Education“.
„Schule ist entstanden, weil das Lernen im und durch das Leben nicht mehr als ausreichend empfunden wurde.“ (Rubner, Jeanne) Über die Zeit entstand bis dato in ihr eine eigene Welt des Lernens, die sich von der „Wirklichen“ doch sehr unterscheidet. Das vorrangige Ziel der rein theoretischen Wissensvermittlung wie Formelwissen mit gleichzeitiger Vernachlässigung der sozialen Kompetenz, z.B. das Auftreten und Bewerben für eine Ausbildung, begründet zum Teil den aktuellen Bildungsstand unserer Bildungsempfänger. (Rubner, Jeanne, S.36-50)
2.1.1 Das Bildungswesen der BRD, ein Überblick
In der Bundesrepublik ist das Bildungswesen über „die ständige Konferenz der Kultusminister (KMK) der Länder“ organisiert. Die Bundesregierung hat gegenüber den Bundesländern eine eher untergeordnete Position in dieser politischen Frage. Der überwiegende Teil der Bildung findet in Deutschland in staatlichen Halbtagsschulen statt. In der DDR war dieses auch die gängige Schulform, aber die ganztägige Betreuung in Hort und Kindergarten über die Schule hinaus, hatte eine sehr große Bedeutung. (Achim Leschinsky, Kai S. Cortina, S.23-27) Diese aktuelle Diskussion um die Ganztagsschule wurde in der BRD auch schon seit dem Ende der 60er Jahre geführt. Finanzielle Engpässe ließen ihr aber keine reelle Chance. Die vorherrschenden Schularten teilen sich in den Primärbereich, wie vorschulische Einrichtungen (Kindergarten) und Grundschule ein. Die Grundschule hat die Vermittlung der Bildungsgrundlagen über 4 Schuljahre als Lehrauftrag. Der Sekundärbereich I beginnt in der 5. bzw. 6. Klasse mit der Orientierungsstufe, die als Entscheidungszeitraum für die abschließende Schulausbildung dient. Ihr folgt dann die Hauptschule, Realschule oder das Gymnasium. Die Bildungsaufträge sollen hier nur in Kurzform und Reihenfolge genannt werden: grundlegende- gehobene- und anspruchsvolle Allgemeinbildung. (Zacharias, Thomas, S. 21-48) In den 70er Jahren versuchte man über die Bildung der Gesamtschule das Schulwesen zu vereinfachen. Es wurden die Schulformen des I. Sekundärbereichs gebündelt. Wenn dann setzte sich die Gesamtschule in den sozialdemokratischen oder sozialliberal
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Rajko Pflügel, 2005, Ganztagsschule Chancen und Risiken für die Gesundheit, Munich, GRIN Publishing GmbH
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