Universität Münster
Anti-Doping-Strategien im Radsport nach der Tour de France 1998
Ines Lenze
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 1
2 Doping im Radrennsport ... 4
2.1 Ursprung des Begriffs „Doping“ ... 4
2.2 Definition von Doping ... 7
2.3 Geschichte des Dopings im Radrennsport – ein kurzer Überblick ... 14
2.4 Statistiken zu Dopingfällen ... 16
2.4.1 Statistiken der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) ... 19
2.5 Zusammenfassung ... 21
3 Der Anti-Doping-Kampf der Union Cycliste Internationale (UCI) ... 22
4 Der Skandal der Tour de France 1998 und seine Folgen ... 27
4.1 Willy Voet und der Beginn des Skandals ... 28
4.2 Hintergründe zur Festnahme Willy Voets ... 30
4.3 Die Reaktion der Union Cycliste Internationale ... 34
4.4 Die Reaktion des Internationalen Olympischen Komitees ... 42
4.5 Die Gründung der Welt-Anti-Doping-Agentur ... 43
4.6 Die erste überstaatliche Anti-Doping-Konvention ... 46
4.7 Zusammenfassung ... 48
5 Die Uneinheitlichkeit der Rechtsprechung und die Schwierigkeiten der Harmonisierung ... 50
5.1 Von der positiven Probe bis zum rechtskräftigen Urteil ... 51
5.2 Der „Court of Arbitration for Sports“ (CAS) ... 54
5.3 Der Fall Tyler Hamilton ... 56
5.3.1 Kommentar zum Urteil des CAS ... 58
5.4 Eine neue Dimension: Überstimmung des CAS im Fall Danilo Hondo ... 60
5.4.1 Kommentar zur Aufhebung des CAS-Urteils ... 62
5.5 Dopingbekämpfung ohne Anti-Doping-Gesetz? ... 64
5.5.1 Die aktuelle Diskussion in Deutschland ... 64
6 Diskussion alternativer Anti-Doping-Strategien ... 69
6.1 Aufklärung und Prävention ... 69
6.2 Das „Athlete Outreach Program“ der WADA ... 70
6.3 Informationsmöglichkeiten für Sportler ... 71
7 Fazit und Ausblick ... 74
8 Literaturverzeichnis ... 78
9 Internetquellen ... 81
1 Einleitung
Die Tour de France 1998 ist als Skandaltour in die Geschichtsbücher des Radrennsports eingegangen. Als der Betreuer Willy Voet vom Team Festina in Nordfrankreich vom Zoll mit unzähligen Ampullen verbotener medizinischer Substanzen zur Leistungssteigerung festgenommen wurde, begann die systematische Aufdeckung und Hinterfragung der Dopingpraktiken im Profiradrennsport. Die Untersuchungen und Verhaftungen durch die beteiligten französischen Behörden führten noch während der Tour zum Ausschluss und Rückzug mehrerer Teams. Den Sportlichen Leitern, Ärzten und Fahrern der betroffenen Mannschaften wurde bis auf wenige Ausnahmen systematisches Doping vorgeworfen.
Die Öffentlichkeit und der Weltdachverband Union Cycliste Internationale (UCI) forderten eine schonungslose und umfassende Aufdeckung der Dopingpraktiken vor und während der Tour 1998. Es kam zu Verhaftungen und Durchsuchungen durch die Polizei in Hotelzimmern der Fahrer und den Abfällen der Hotels sowie stundenlangen Verhöre von verhafteten Fahrern und Offiziellen.
Ein Ergebnis der polizeilichen Aktivitäten während der Tour de France 1998 war die gerichtliche Verhandlung gegen das Team Festina. Der Prozess vor dem Gericht in Lille endete erst rund zweieinhalb Jahre nach dem Skandal im Juli 1998. Im Dezember 2000 wurden Willy Voet und der Sportliche Leiter des Teams Bruno Roussel zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt.
Der Festina-Prozess in Lille ist aber nur eine Folge des Dopingskandals gewesen. Wie reagierten die zuständigen Sportverbände wie die UCI und das Internationale Olympische Komitee (IOC)? Haben sich deren Haltung und Anti-Doping-Politik geändert, hat es sichtbare und nachweisbare Erfolge gegen Doping im Radrennsport gegeben?
Um diese Fragen beantworten zu können, ist zunächst ein Rückblick auf die Geschichte des Dopings im Radrennsport notwendig. Die historische Aufarbeitung des Phänomens Doping in Kapitel 2 wird dabei auch zeigen, dass der Radrennsport eine prädestinierte Sportart für die künstliche Leistungssteigerung ist und somit eine gesonderte Stellung in der Entwicklung von Anti-Doping-Strategien einnimmt. Die Darstellung der Anti-Doping-Politik der UCI als einflussreichem Dachverband ist hierbei unerlässlich und erfolgt in Kapitel 3.
Die Berichterstattung über die Tour de France 1998 war ausführlich und hat der radsportbegeisterten Öffentlichkeit einen Eindruck vermittelt, wie verbreitet Doping im professionellen Radsport zu dem Zeitpunkt war. In Kapitel 4 wird auf die Hintergründe des Skandals eingegangen, um die Kriminalität einiger Vorgänge wie die Beschaffung der Medikamente darzustellen. In diesem Zusammenhang werden die Reaktionen der UCI und des IOC analysiert und bewertet.
Weiterhin wird hinterfragt, ob die Gründung der international tätigen unabhängigen Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) im Jahr 1999, die auch auf den Skandal bei der Tour de France 1998 zurückzuführen ist, die Dopingbekämpfung im Radsport effektiver gestaltet. Dieses wird im Hinblick auf die Kooperation mit den Mitgliedsnationen überprüft, die ihrerseits unterschiedliche Vorgehensweisen gegen Doping festgelegt haben. Rechtliche Mittel und Wege wie die Anti-Doping-Gesetzgebung und die Sportschiedsgerichtsbarkeit werden dabei in den Mittelpunkt der Untersuchung gestellt.
Das Kapitel 5 beschäftigt sich schließlich mit den Schwierigkeiten der Doping-Verfolgung, die sich auch aus den uneinheitlichen Rechtsprechungen ergeben. Anhand von zwei aktuellen Beispielen werden Schwächen der Rechtsprechung analysiert, die deutlich machen, dass es noch keine einheitlichen Sanktionen bei Verstößen gegen die Dopingregularien gibt und die Harmonisierung zwischen den Anti-Doping-Institutionen noch nicht abgeschlossen ist.
In meinen Schlussbetrachtungen ab Kapitel 6 werden alternative Strategien entwickelt, die als Ergänzung zu den bestehenden Maßnahmen betrachtet werden sollen und Kapitel 7 beinhaltet schließlich mein Fazit und einen Ausblick.
Die Diskussion des Themas „Anti-Doping-Strategien im Radrennsport“ geschieht weltweit und durch international angesehene Autoren und Anti-Doping-Experten. Aus den zahlreichen nach der Tour de France 1998 in Frankreich veröffentlichten Werken habe ich besonders auf zwei Bücher zurückgegriffen, die Doping im Radrennsport ausführlich behandelt haben. Dazu gehört das Buch von Jean-Pierre de Mondenard (2000) und das preisgekrönte Werk von Eric Maitrot (2003). Beide Autoren sind für ihren engagierten Anti-Doping-Kampf bekannt und erfassen das Thema als ein Problem, das nicht nur den Sport betrifft, sondern die gesamte Gesellschaft. Ebenso war es mir wichtig, Biographien einzelner am Skandal beteiligter Personen zu studieren, um auch Eindrücke von Sichtweisen persönlich Betroffener zu bekommen. Hier ist die Veröffentlichung von Willy Voet (1999) an erster Stelle zu nennen, aber auch das Buch des ehemaligen Präsidenten der Fédératon Française Cyclisme Daniel Baal spielt eine Rolle.
Außerdem wird auf die Arbeiten deutscher Anti-Doping-Experten wie Wilhelm Schänzer, Leiter des biochemischen Labors an der Deutschen Sporthochschule Köln, Andreas Singler und Gerhard Treutlein häufig Bezug genommen, da diese sich mit der Thematik Doping im Sport intensiv und über einen langen Zeitraum befasst haben.
Um der Aktualität des Themas gerecht zu werden, habe ich Teile meiner Ausführungen auf der Basis von zuverlässigen Internetquellen formuliert. Im Mittelpunkt stehende Verbände wie die UCI, die WADA und das IOC veröffentlichen viele der für meine Arbeit wichtigen Dokumente nicht mehr als Print-Medien, sondern nutzen auch die Möglichkeiten der Digitalisierung, wodurch zentrale Dokumente nur als pdf-Versionen erhältlich sind. Diese sind im Literaturverzeichnis unter der jeweiligen Institution aufgeführt.
2 Doping im Radrennsport
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Ines Lenze, 2006, Anti-Doping-Strategien im Radsport nach der Tour de France 1998, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
Zur Finanzierung von Großsportstätten
Sport - Sport Economics, Sport Management
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
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Business economics - Investment and Finance
Scholary Paper (Seminar), 29 Pages
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Business economics - Personnel and Organisation
Scholarly Research Paper, 34 Pages
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