Seminar: Allgemeine Pädagogik, Platons Erziehungsphilosophie und
Erziehungsstaat
Thema:
Der platonische Begriff der Erziehung am Beispiel Platons Höhlengleichnisses
Verfasser: Christian, Schäfer
Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung 2
2 Das Höhlengleichnis 3
3 Die Übertragung des Gleichnisses auf das Lernen 7
4 Platons Staat 8
4.1 Der Ausbildungsgang der Regenten Die Lehrfächer 10
4.2 Die Dialektik 13
4.3 Der Regent 14
4.4 Der Ausbildungsweg der Regenten in Platons Staat 15
5 Die Erziehungsmacht 18
6 Schluss 19
Literaturverzeichnis
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1 Einleitung
Das Werk „Politeia“ wurde von Platon im Jahre 370 v. Chr. verfasst. Er entwirft darin einen Staat, der als idealtypisch gelten soll. Es stellt einen Neuanfang zur Verbesserung der politischen Institutionen und des Menschen dar, die Rettung vor dem Zerfall von Staat und Mensch. (vgl. Kersting 1999, S. 4) Diese Rettung kann nur durch die Lehre der Philosophie fruchten. Sie allein ist in der Lage zu erkennen was gerecht, gut und schön ist. Das Elend der Menschen kann nur durch Symbiose von politischer Macht und philosophischer Einsicht gelindert werden. Die Erziehung zum wahren Philosophen ist somit erste und wichtigste Aufgabe eines idealen Staates. Nur der wahre Philosoph vermag es die Menschen aus der politischen und moralischen Krise zu führen. Demzufolge müssen entweder die Philosophen zu Herrschern werden oder die Herrscher zu Philosophen (vgl. Kersting, 1999, S. 5). Das Bemühen um Gerechtigkeit, Charakter und Güte liegen als unerlässlich sämtlichen Bemühungen zu Grunde. Im Verlauf der Hausarbeit wird auf die Thematik der Erziehungskonzeption in Platons Idealstaat eingegangen werden. Hierbei soll schwerpunktmäßig auf die Erziehung der zukünftigen Regenten seines Staates Bezug genommen werden. Grundlegende Frage in diesem Zusammenhang soll sein:
- Wie äußert sich der platonische Begriff der Erziehung in der Konzeption der Lehrvermittlung, der Auswahl der Edukanten, ihrem Ausbildungsweg und dem übergeordneten Erziehungsziel, dem Philosophenherrscher?
Die Hausarbeit soll auch explizit auf die Vorrausetzungen der Zulassung zur Platonischen Akademie eingehen. Um ein Gesamtbild der Erziehung der Herrscher von Kind auf zu erlangen, werden die Inhalte des siebten Buches der „Politeia“ beleuchtet. Ebenso soll herausgestellt werden welche Lehrfächer Platon als wichtig erachtet um einen wahren Philosophenherrscher zu formen. Das Höhlengleichnis dient als Anleitung zur Regentenausbildung und soll daher Grundlage der Argumentationen sein.
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2 Das Höhlengleichnis
Im siebten Buch von Platons „Politeia“ erzählt er eine Geschichte, ein Gleichnis. Es handelt sich hierbei um einen Dialog zwischen Sokrates und Glaukon. Dem Höhlengleichnis wird eine große Bedeutung für die Platonische Philosophie zugeschrieben. In diesem Gleichnis wird der schwere Weg beschrieben, den es zu gehen gilt, um in einem Idealstaat, wie ihn Platon in „Politeia“ konstruiert, Herrschaft zu erlangen.
Ausgangspunkt dieser Schilderung ist die Beschreibung der Situation der Menschen. Der Mensch lebt, nach Platons Vorstellung, in einer höhlenartigen Welt. Diese Höhle hat einen Eingang der so breit ist wie der Querschnitt der Höhle selbst. Der Weg in die Höhle ist abschüssig und führt vom Tageslicht in das Dunkel der Behausung. Die Menschen sind seit ihrer Geburt im Innern dieser Höhle und an ihren Gliedmaßen so gefesselt, dass sie bewegungslos dasitzen und nur in eine Richtung sehen können. Doch in Platons Vorstellung ist diese Höhle nicht vollständig dunkel. In ihr befindet sich ein Feuer, das weit hinter den vor der Höhlenwand nebeneinander sitzenden Bewohnern brennt. Im Raum zwischen den Menschen und dem Feuer ist eine Mauer, gerade so hoch, dass ein stehender Mensch verdeckt werden würde. Hinter dieser Mauer, vor dem Feuer, tragen andere Menschen verschieden Gerätschaften über ihren Köpfen an der Mauer entlang. Diese ragen bei diesem Prozess gerade über die Mauer rüber. Die Träger können nicht von den in ihrer Blickrichtung fixierten Menschen erkannt werden. Selbst wenn diese in der Lage wären den Kopf zu drehen, würden sie die Menschen hinter der Mauer nicht erkennen. Die Gegenstände die getragen werden könnten Anfertigungen handwerklicher Natur, Statuen und andere Dinge aus Stein oder Holz sein. Die vor der Höhlenwand sitzenden Menschen haben nicht den Wunsch sich zu befreien, schon von Geburt an dort sitzend, können sie nur die projizierten Schatten der vorbeigetragenen Gegenstände an der Höhlenwand erkennen. Diese Schattenbilder sind die einzige unumstößliche Wahrheit für sie. Die Träger kommunizieren leise miteinander, der gefesselte Mensch erkennt den Ursprung
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der Laute nicht, da er keine Erkenntnis über die Existenz der Träger hat. Für ihn gehören die vernommenen Worte zu den Schattenbildern an der vor ihm liegenden Höhlenwand. Die Projektion gestaltet sich für den Betrachter als Realität, als real existente Welt. Der Wunsch nach Wahrheitsfindung wird durch den völligen Glauben an die Unumstößlichkeit dieser Umwelt in den Hintergrund gedrängt.
Würde jedoch einer dieser Menschen nun befreit werden, ja geradezu gezwungen werden sich von den Projektionen abzuwenden und in den Feuerschein zu blicken, würde er große Schmerzen verspüren. Da er weder das aufrechte Gehen, noch den hellen Schein des Feuers gewohnt ist kommt er erst mit dieser neuen Situation nicht zurecht. Er kann die getragenen Gegenstände erst nicht richtig erkennen, weil diese ihn durch ihre Helligkeit blenden würden. Dieser Mensch wäre immer noch davon überzeugt, dass die wahren Dinge nur die Schatten seien, von ihm schon von Kind an betrachtet. Hat dieser Mensch nun einmal seine Fesseln abgelegt, Fesseln die seine Einfältigkeit verdeutlichen sollen, so kann er nun auch hinter die Mauer geführt werden um direkt in das Feuer zu sehen. Dies würde dennoch gegen seinen Willen geschehen, die Freiwilligkeit der neuen Erkenntnis gegenüber würde durch den Schmerz der Blendung und die Angst vor dem Ungewissen minimalisiert.
F. Schleiermacher beschreibt den Prozess der Entfesselung durch die Außenstehende Instanz als Akt des Zwanges. ,,Wenn einer entfesselt wäre und gezwungen würde, sogleich aufzustehen, den Hals herumzudrehen, zu gehen und gegen das Licht zu sehen, und, indem er das täte, immer Schmerzen hätte und wegen des flimmernden Glanzes nicht recht vermöchte, jene Dinge zu erkennen, wovon er vorher die Schatten sah: was, meinst du wohl, würde er sagen, wenn ihm einer versicherte, damals habe er lauter Nichtiges gesehen, jetzt aber, dem Seienden näher und zu dem mehr Seienden gewendet, sähe er richtiger, und, ihm jedes Vorübergehende zeigend, ihn fragte und zu Antworten zwänge, was es sei? Meinst du nicht, er werde ganz verwirrt sein und glauben, was er damals gesehen, sei doch wirklicher als was ihm jetzt gezeigt werde? [...] wenn man ihn gar in das Licht selbst zu sehen nötigte, würden ihm wohl die
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Christian Schäfer, 2002, Der platonische Begriff der Erziehung am Beispiel Platons Höhlengleichnisses, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Der Bildungsgedanke in Platons Höhlengleichnis
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